Robespierres Begründung für die Regelung des Eigentumsrechtes?

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Hallo, ich kann dir da gerne helfen, ich bin nur nicht ganz sicher, um welche Menschenrechtserklärung es geht? Robespierre hat eine Reihe von Kommentaren zur Menschenrechtserklärung von 1793 gemacht, er hat auch einen Entwurf vorgestellt, der in abgeschwächter Form übernommen wurde.

Die Menschenrechtserklärung von 1789 sah ganz uneingeschränkte Eigentumsrechte vor. Vier Jahre später war die wirtschaftliche Problematik nicht besser, und die Montagnards, zu denen Robespierre gehörte, waren sich der Bedeutung der "sozialen Frage", insbesondere für das städtische Proletariat bewusster. Robespierre wollte und konnte nun nicht die Eigentumsrechte per se beschneiden, er stellte aber in verschiedenen Reden Ende 1792/Anfang 1793 eine Idee vor, das Eigentumsrecht als eine Art soziales Recht zu verstehen, dass dem Recht auf Leben nachgeordnet wird. Das heißt: solange die Grundversorgung für alle Menschen sicher gestellt ist, dürfen Besitzer mit ihrem Eigentum machen, was sie wollen. Das richtete sich vor allem gegen das Horden von Lebensmitteln, mit dem Ziel sie zu einem höheren Preis zu verkaufen oder andere Spekulationen. 

Robespierre war sehr zurückhaltend, was konkrete Maßnahmen zur Umverteilung anbelangt, er war zwar der Meinung, dass einige Formen des Eigentums, zB an Sklaven, höchst unmoralisch seien, sah aber immer zu, sich in den Grenzen des damaligen Rechts zu bewegen (übrigens wurde die Sklaverei Anfang 1794 verboten). Konkrete Maßnahmen waren also, neben einer Art staatlicher Sozialfürsorge für Bedürftige, vor allem progressive Steuern und die Möglichkeit, Eigentum im Notfall und mit angemessener Entschädigung zu enteignen. 


Meiner Erfahrung nach ist der Geschichtsunterricht in der Hinsicht nicht immer so genau, ich weiß also auch nicht, was konkret ihr gelernt habt?

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