Ritzen/Cutting?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Wenn du dich selbst verletzt, bzw allgemein wenn du irgendwie körperlich verletzt wirst, schüttet dein Körper Endorphine aus. Das sind sozusagen natürliche Schmerzmittel, Glückshormone. Soviel zum Medizinischen Aspekt.

Für mich persönlich ist es einfach etwas dass mich kurzzeitig alles vergessen lässt was mich zweifeln lässt. Du kannst dich auf die Schmerzen konzentrieren, sie deinen ganzen Verstand ausfüllen lassen. Alles andere wird verdrängt. Es gibt nur die Klinge, die Schnitte, dein Blut und eventuell noch die Fliesen auf denen du sitzt und das Taschentuch auf das du das Blut tropfen lässt, das sich so schön darauf verteilt. Oder wenn du hinterher einen Verband anlegst der dunkle Flecken vom durchsickernden Blut bekommt.

Alles was zählt ist wie die Klinge die Haut durchtrennt, der sich öffnente Spalt die Sicht auf das Fett freigibt und sich kurz darauf mit dickflüssigem tiefrotem Blut füllt. Das Blut aus der Wunde die Haut entlang läuft. Ich kann mir nichts schöneres als mein Blut vorstellen.

Du spürst wie dein Körper die Wunde registriert, dich durch Schmerzen alarmiert dass da was nicht in Ordnung ist nur um dann zu versuchen dich mit Hormonen zu betäuben und vor dem Schmerz zu beschützen. Du kannst fühlen wie er versucht die Wunde zu schließen. Du tupfst das Blut mit einem Taschentuch ab. Klebst die Wunde schnell mit vorher zugeschnittenen Steri-Strips zu, bevor sie sich erneut mit Blut füllen kann. Du kümmerst dich um jeden Schnitt. Dann legst du ein Wundtuch darüber, bindest einen Verband rundherum. Siehst das Blut langsam als  größer werdende dunkle Flecken durchsickern. Bindest ein Bandana um den Verband um ihn zu verstecken und schon sieht alles wie ein Accessoires aus. Du räumst die Klingen und das Verbandszeug in die Kiste zurück und die Kiste wieder ins Versteck. Setzt dein falsches Lächeln auf und gehst zurück. Und jedesmal wenn die Stelle fester berührt wird oder der Verband verrutscht spürst du dass du noch am Leben bist.

Du weißt dass du deine Probleme nicht damit löst. Du weißt dass du die Narben vermutlich ewig mit dir herumtragen wirst. Du weißt nicht was du das nächste mal sagen wirst warum du nicht mit schwimmen gehst. Du weißt dass es alles eher schlimmer als besser machen wird. Aber es ist eine Sucht. Du wirst abhängig davon. Du machst es irgendwann nicht mehr nur weils dir gerade schlecht geht, sondern einfach weil du die Schmerzen und die roten Striche auf deiner Haut vermisst.

Ich habe beschrieben wie es sich für mich anfühlt, ich spreche mit Sicherheit nicht für alle betroffenen. Aber vlt verstehst du es jetzt besser und falls du jemandem begegnest der sich selbst verletzt, kannst du ihm vlt sogar helfen wenn du ihn verstehst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Selbstverletzung -ob jetzt Schneiden, Verbrennen, Gegenstände schlucken, Esstörungen, usw.- sind Zeichen einer gestörten oder gestressten Psyche oder der Unfähigkeit, mit einer Situation konstruktiv umzugehen. Selbstverletzung ist ein Ventil, ein Kontrollverlust oder Kontrollgewinnung, das ist so individuell wie die Person, die SvV betreibt. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey snowloveyou,

Leute, die sich selbst verletzen, sind psychisch krank und leiden meistens an Depressionen bzw. an einer Persönlichkeits-Störung. Sie empfinden einen Hass gegen sich selbst und können ihre Probleme nicht mehr alleine bewältigen.

Dennoch gibt es unterschiedliche Gründe. Manche tun es, um sich selbst zu bestrafen, wenn sie an etwas gescheitert sind. Andere tun es, um den psychischen Schmerz durch den körperlichen zu ersetzen. Viele berichten auch, sie fühlen sich so leer, dass Schmerz das einzige ist, was ihnen noch zeigt, dass sie am Leben sind. Andere wiederum vergleichen es mit einer Art Ventil, mit der sie Druck ablassen können.

Ich hoffe,das hat deine Frage beantwortet. Mehr auf: http://rotelinien.de/information.html

Viel Glück und alles Gute,
RoteTraene98✨

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
RoteTraene98 12.11.2015, 21:22

Mir ist noch ein zusätzlicher Grund eingefallen; viele beruhigt es auch, wenn sie ihr eigenes Blut sehen und damit ihre Verletzlichkeit.

0

Bei mir war damals so, dass ich das Ritzen genutzt habe um "besser" mit meinen Gefühlen klar zu kommen. Wenn die Depressionen richtig schlimm wurden, dann habe ich es auch gemacht um wieder etwas zu spüren oder aus Selbsthass. Das wurde aber dann schnell zur Sucht und die hat mich dann wohl die längste Zeit dazu getrieben mich weiter zu verletzten

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn du dich selber verletzt, dann schüttet dein Körper Hormone aus, dir bezwecken dass man sich sehr gut fühlt, du fühlst dann keinen Schmerz mehr, sondern gute Gefühle. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und es ist wissenschaftlich Bewiesen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
askgiraffe 12.11.2015, 18:24

das ist nur eine kleine kurze Erklärung, wenn du noch nie selber das Bedürfnis hattest, dann ist es extrem schwer bis garnicht nachvollziehbar für dich

0

Ich persönlich mache das weil es dir hilft für ein paar Momente die seelische Schmerzen zu vergessen und weil es manchmal das einzige ist das dir das Gefühl gibt lebendig zu sein 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

es gibt verschiedene varianten. einige hassen sich/ihren körper, andere wollen sich bestrafen, andere machen es aus aufmerksamkeit, um druck abzubauen, etc. lg jbjohnbaum

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mit dem selbstschädigenden Verhalten beginnen Jugendliche meist zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr. "Am häufigsten kommt es im Alter zwischen 14 und 16 Jahren vor ", . Studien zufolge tritt das selbstschädigen Verhalten selten vor der Pubertät auf und nur eine Minderheit entwickelt daraus eine chronische Erkrankung, die bis ins Erwachsenenalter anhält. "Die Zeit arbeitet also für die Jugendlichen", bei vielen hört das Ritzen mit zunehmendem Alter auch ohne Therapie auf. Dennoch warnen die Arzte davor, es auf die leichte Schulter zu nehmen. "Die zugrundliegenden Probleme und Störungen können bestehen bleiben und den Menschen weiterhin in seinem Alltag belasten."

Selbstverletzungen treten meist gepaart mit anderen psychischen Erkrankungen auf - etwa mit einer Depression oder der Borderline-Störung. "Allerdings haben nicht alle Jugendlichen, die sich selbst verletzten, eine psychische Störung", . Auch frühkindliche Traumata, Probleme in der Familie, eine schwierige Beziehung zu den Eltern oder Mobbing zählen zu den Risikofaktoren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey,

Das wurde doch schon oft hier diskutiert und auch beantwortet. Warum suchst du hier nicht erstmal? ;-))

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist zurzeit so ein Art "Trend" sich zu ritzen. Früher kannte e kaum einer aber heute kann jeder mit dem Begriff etwas anfangen. Ich glaube da es jetzt da populär ist sich zu ritzen wollen es viele einmal ausprobieren. Aber da Ritzen etwas hat das süchtig macht kann man nach einer Zeit nur schwer mehr damit aufhören.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
schokocrossie91 12.11.2015, 18:15

Natürlich, Selbstverletzung gibt es erst seit gestern und es überhaupt kein Symptom psychischer Krankheiten und Störungen. Wie kann man auch bloß was anderes denken. 

2
Laine17 12.11.2015, 18:17

Es ist mir klar das Selbstverletzung nicht erst gestern "erfunden" wurde. Aber früher wurde es eher weniger gemacht oder besser gesagt heimlicher gemacht.

0
schokocrossie91 12.11.2015, 18:19
@Laine17

Und das weißt du woher? Kennst du alle Leute von "früher" mit deinen 17? 

2

Was möchtest Du wissen?