Ritalin und möglicherweise ADS. Eure Meinungen?

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7 Antworten

Hallo!

Willst du meine ganz ehrliche Meinung hören?! Ich bin da seeeeeeehr skeptisch! ADS/ADHS ist gerade aktuell m.E. eine ziemliche "Modediagnose", mit der gefühlt jedes Kind/jeder Jugendliche "bedacht" wird, der nicht extrem schüchtern, beherrscht, ruhig und angepasst durch das Leben geht bzw. einfach irgendwie auffällt! Es ist 'ne absolute "Neuzeiterscheinung", und die Medikation sollen Kinder/Jugendliche ruhigstellen & "normal machen", weil Pseudo-Werte wie angepasstes, schüchternes Verhalten aktuell den Ton angeben & im Zuge des "Normendenkens" jeder so zu sein hat bzw. normal gemacht werden müsse!

Solche "Scheindiagnosen" werden dann medikamentös behandelt & das zum Nachteil des Kindes/des Jugendlichen ... ich kenne aus meinem weiteren Bekanntenkreis sogar einen solchen (ähnlichen) Fall, wo es allerdings um Asperger-Autismus ging.

Ich würde an deiner Stelle diesen Test ehrlichgesagt vehement ablehnen ... zumal es keinerlei Handhabe gibt bzw. du dazu nicht gezwungen werden kannst. Lehne den Test ab ---------> da kommt unter Garantie raus, dass du ADS/ADHS angeblich hättest, zumindest klingt das der Vorgeschichte nach auf mich so als ob man darauf im Grunde seitens der Psychologin eigentlich dadrauf hinarbeiten würde, dich als ADS/ADHS'ler zu definieren! Dann geht's mit der Medikation los & leider Gottes ist das keine Lösung.. man kann nicht alles "wegtherapieren", erst recht nicht wenn es gar nicht da ist!

Ritalin macht abhängig & hat so viele Nebenwirkungen, dass es eigentlich eine Schande ist, es legal verschreiben und konsumieren zu können. Da geht es nur um Gleichmacherei. Früher gab es das nicht, da sind die Leute irgendwann auch "gereift". Sie galten halt als aufgeweckte Menschen, anstelle dass man sie als ADS/ADHS'ler im wesentlichen ausgrenzt.

ADS/ADHS ist zudem kein Indikator für pauschal schlechte Noten. Auch ich habe in der 8. Klasse eine Art "Durchhänger" gehabt, weil mir da einfach andere Sachen (erste Freundin, Musik, Kumpels, Spaß haben, Jugendtreff) viel wichtiger gewesen sind als die Schule, Noten und Klassenarbeiten. Mein Schnitt in der 8. war fast eine ganze Note schlechter als der in der 7., bis ich dann in der 9. wiederum eine Note besser wurde ---------> vielen meiner Freunde ging es genauso! Speziell mit 15 ist man oft durch die Pubertät recht "lebhaft" drauf, aber deswegen muss man noch lang nicht ADS/ADHS haben!

Meine Meinung ----------> lass' es sein!

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Dass du ADHS hast ist nicht unwahrscheinlich, es hat eine sehr starke genetische Komponente. (Bei mir hat ein Kind ADHS und eins nicht.) Dass du bisher ohne weitere Hilfen durch die Schule gekommen bist deutet aber darauf hin dass du entweder sehr gut kompensiert bist (also gut damit umgehen kannst) oder es eher schwach ausgeprägt ist.

Ab zum Arzt. Testen. Falls der AD(H)S feststellt - vielleicht reicht bei dir eine Therapie bzw. Coaching völlig aus und du brauchst gar keine Medikament.

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Mein Bruder hat(te) ADHS und bekam auch Ritalin. Allerings ist es nicht ausschlaggebend, ADHS oder ADS zu haben, nur weil man schlechte Noten hat. Ich hab auch nicht immer gute Noten und hab keine ADS oder ADHS; und dass man einen Lehrer nicht mag, kommt eigentlich bei jedem Schüler mindestens einmal in der gesamten Schulzeit vor. Außerdem denke ich, dass du der Richtige fürs Gymnasium bist, denn du bist ja nicht immer schlecht in Mathe, wenn es dir sogar Spaß macht, umso besser. Ich an deiner Stelle würde mit meiner Mutter noch mal ausführlich über die Sache reden, bestimmt hatte sie auch Lehrer, die sie nicht mochte und bei dem sie schlechte Noten hatte. Vielleicht versteht Sie dich. Denn Medikamente schlucken sollte man nur im Notfall, wenn es wirklich nötig ist. Wenn es sie gar nicht braucht, macht es ja auch keinen Sinn. Zur Not könntest du versuchen, deine Mutter und die Psychologin dazu zu bringen, die Tabletten nur mal versuchsweise zu geben, wenn sich nichts verändert, kann man es ja wieder lassen. Versuch auf jeden Fall noch mal, mit Mutter und Psychologin zu reden und sag ihnen deutlich, dass du das eigentlich gar nicht willst.

Viel Glück!

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martinpalatina 07.12.2015, 14:37

ADHS heißt nicht automatisch Medikamente. Aber wenn tatsächlich ADHS vorliegt gibt es gute Möglichkeiten der Hilfe. Deswegen: Bei Verdacht genau prüfen. Medikamente nur wenn nötig, ist doch klar. Das gilt aber für alle Pillen, nicht nur für ADHS.

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ichbinich2000 07.12.2015, 20:14
@martinpalatina

Ich weiß, aber (wir haben uns damals natürlich auch informiert, Erfahrungsberichte usw. gesammelt) die Ärzte machen das recht gerne mal schnell mit Tabletten bei ADHS, auch wenn es manchmal nicht nötig wäre.

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Ritalin ist das mit Abstand am häufigsten eingesetzte Medikament, ist chemisch Methylphenidat, ein Amphetamin wie etwas MDMA oder Ecstasy. In der Drogenszene auch als Speed bekannt wie begehrt.
Hat viele und intensive Nebenwirkungen.
Kenne keine Langzeitstudien darüber was heißt, dass Ärzte und Eltern unkalkulierbare Risiken in Kauf nehmen.
Kinder sollen mit Ritalin leichter handhabbar werden, weil Erwachsene keine Alternativen dazu kennen, sich nicht anders helfen können.
Oftmals sind die Entzugswirkungen beim Absetzen so groß, dass es doch lieber weiter genommen wird.


Es ist sehr schwer, eindeutig zu definieren, was unter kindlicher Hyperaktivität zu verstehen ist, weil so gut wie sämtliche Symptome auch bei allen anderen Kindern vorkommen.

Eine Fülle von Namen und Bezeichnungen zeigt die Hilflosigkeit, mit der man diesem neumodischen Krankheitsbild begegnet: ADS, ADD, ADHD, ADHS, HKS, MCD, MCS, DAMP.
Die Diagnose ist also schwer und bleibt umstritten.
Aber gut, die Psychologin deiner Mutter traut sich sogar eine Ferndiagnose zu ;-)


Argumente für die Verwendung von Drogen/Medikamenten stützen sich vor allem auf den Gedanken, dass es sich bei ADHS um ein ererbtes Neurotransmitterproblem handeln würde, das durch chemische Einflussnahme auf diese Botenhormone zu lösen sei. Tatsächlich gibt es verschiedene Studien, die eine Vererbbarkeit von ADHS belegen wollen. Einige Studien sehen die Erblichkeit bei 50%, andere bei 80%. Allerdings zeigen diese großen Zahlenunterschiede schon, auf welch unsicherem Boden solche Aussagen stehen. Warum sich das Problem Hyperaktivität gerade jetzt so häuft, vermag keine dieser Studien zu erklären. Wie aber kann etwas, das erblich ist, innerhalb sehr weniger Jahre epidemische Ausmaße annehmen?

ADHS-Kinder suchen ständig nach Neuem, Reizvollem und überfordern damit sich und ihr Umfeld.
Erwachsene/die Gesellschaft übersieht dabei gerne mal, dass sie das alle fordern: sie nennen es dann Flexibilität. Ständig müssen neue Reize her, neue Musik, neue Mode.... Für viele sind selbst ihre Jobs und sogar die Partner von gestern heute schon alte Hüte, die dringend und schnell ersetzt werden müssen ;-)

Weiter geht es nicht nur ADHS-Kindern darum, viel Aufmerksamkeit zu erregen, sondern auch vielen Erwachsenen und der Gesellschaft.
Ein Spiegel der Gesellschaft sind die ADHS-Kinder außerdem im Hinblick auf ihre fast manische Geschwindigkeit und ihr aufgedrehtes Lebensgefühl.

Kannst du dich in dem beschriebenen Verhalten wiedererkennen? Ja bestimmt, weil wir ja alle mal so sind. ADHS-Kinder sind es halt ständig.

Meine Meinung zu Medikamenten: Es ist eine Schweinerei, was Eltern und Erwachsene, auch Pädagogen hier ihren Kindern zumuten, nur, weil sie dem allem hilflos gegenüber stehen. Da sind Drogen dann plötzlich erlaubt.

Glaube nicht gleich alles (Ärzten, Pädagogen.....) und setze dich immer wieder neu damit auseinander. Du hast es ja schon mal geschafft, also bekommst du das sicherlich immer wieder neu gebacken.

Deine Noten, ja, irgendwas wird schon gewesen sein, das letzte halbe Jahr - oder? Das kann viele und sicherlich andere Gründe haben, aber welche ist jetzt echt schwer zu sagen. Daraus kannst du vielleicht mal ne neue Frage formulieren. :-)

Ich glaube aber nicht, dass du ADHS  so richtig hast ......

Versuche deine Probleme einzeln anzugehen, um sie zu lösen, um dich selbst von ihnen zu lösen.....

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Du glaubst das du ADS hast, ich habe mit 5 das erste Mal Ritalin genommen und sofort hat sich eine Besserung in allem gezeigt, was die Symptomatik meiner Seltsamkeit teilt. Ich würde ruhiger, konzentrierter und effizienter. Auch habe ich mich teilweise meinesgleichen angepasst. Natürlich ist es dir schwer zu erklären, ob du wirklich ADHS/ADS hast. Eines ist jedoch sicher. Wenn du eines von beiden hättest, müsste sich dies schon im früheren Kindheitsalter zeigen. Bei mir ist es sogar so, dass alle meine Geschwister und ich ADS haben. Dazu hat sich eine zweite Diagnose gesellt.
Jetzt zum medikamentösen Teil, Ritalin macht sehr abhängig, je länger man daran hängt, desto schwieriger wird es wieder es abzusetzen. Lass dich wenn du in diese Therapie einsetzen willst gründlich abklären.  Für ADS/ADHS gibt es auch ein anderes Medikament, dass anscheinend weniger Nebenwirkungen mit sich trägt.

Und jetzt zum Schluss, viel Erfolg und mit dem richtigen Weg voraus.

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martinpalatina 07.12.2015, 08:43

Ritalin macht in therapeutischer Anwendung  nicht Abhängig. Eltern die selber ADHS haben neigen dazu die Symptome bei ihren Kindern zu übersehen.

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Youareme 07.12.2015, 08:51

@Martinpalatina
Also ob es abhängig macht kann nur jemand sagen der es seit Jahren nimmt. Ich nehme es seit 13 Jahren. Dementsprechend weiss ich was passiert wenn es Unterbrechungen gibt, nach längerer Einnahme. Bitte widersprich mir deswegen nicht.

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einelenabitte 08.12.2015, 19:11

Ritalin und Co macht nicht abhängig, wenn es in geringen vom Arzt verordneten Dosen eingenommen wird. Das einzige, was sich einstellen kann ist ein sogenannter rebound. Das heißt die symptome verstärken sich, nach dem auslassen. Das gilt allerdings nur für einen Moment und tritt auch auf nachdem das Medikament am tagesende nicht mehr wirkt.

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Ich habe von keinem gehört der ADS oder ADHS hat der aufs Gymnasium geht. Als ADHS werden die bezeichnet die Hyperaktiv sind. Sie werden mit Medikamenten ruhig gestellt damit sie genauso sind wie der Rest. Ich denke nicht dass du dass hast, du wirst einfach nur nicht gut in dem Fach sein. Manche Fächer liegen einem eben mache nicht. Da kann man so viel lernen wie man will. Aber vielleicht hilft es dir wenn du manche Sachen einfach auswendig lernst.

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Zwergio 07.12.2015, 01:21

wieso sollte man mit adhs nicht auf ein Gymnasium gehen können?

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paranomaly 07.12.2015, 13:04
@Zwergio

weil leuten mit adhs nach gesagt wird dass sie schlecht in der schule sind.

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martinpalatina 07.12.2015, 08:40

Ich kenne da ziemlich viele mit ADHS und Gymnasium ...

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melinaschneid 07.12.2015, 18:39

Ich habe ADS und war Jahrgangsbeste ohne auch nur 1 Sekunde lernen zu müssen. Viele ADHS ler sind sogar sehr intelligent. Hochbegabung ist auch nicht so selten. Das Problem was viele haben ist nicht das sie nicht schlau genug wären fürs Gymnasium sondern das sie ihr Potenzial noch nutzen können.

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Ich habe ADS und habe vor 4 Jahren Ritalin genommen (1 Jahr lang) .
Konzentration,Merkfähigkeit und Aufnahme von Wissen ist 👍🏻 
Bis jetzt (von den Noten) das beste Schuljahr.
ABER:
Stimmung von einem selbst ist 👎🏻,
Schlafprobleme,
Müdigkeit und man ist einfach schlecht drauf (so als hätte man Depressionen.)
Und das sind ja erstmal nur die Nebenwirkungen, die ich hatte .....

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