Riestern: Kann die Versicherung den (garantierten) Rentenfaktor anpassen?

6 Antworten

Nein. Es handelt sich immer auf Hochrechnungen beruhend auf aktuellen statistischen Daten. Die Versicherer (übrigens auch die DRV) geben nur Prognosen ab. Was am Ende zur Auszahlung gelangt, steht erst zum Auszahlungszeitpunkt fest. Man sollte zudem bedenken, dass die Angaben der Rentenversicherer auch nicht inflationsbereinigt sind. Insofern - nein. Man kann sich darauf nicht verlassen im eigentlichen Sinn.

In bestehenden Verträgen, kann die Gesellschaft diese garantierte Rente NICHT anpassen. Daher heißt das ja GARANTIERT. Natürlich, wenn du den Vertrag unterbrichst, und willst ihn später wieder aufleben lassen, wird es neu berechnet.

Die jetzige Senkung des Rechnungszins wirkt sich nur auf Neuabschlüsse aus.

Das Thema ist sehr komplex und deshalb ist meine Antwort lang. Das Problem bei Riester sind die Versicherungen. Ausgenommen bei allen Wohnriesterprodukten gerät man früher oder später immer in die Fänge einer Versicherung. Entweder man hat gleich von Beginn an bei einer Versicherung abgeschlossen oder man schließt bei einer Bank ab, aber mit Beginn der Phase ab dem 85 Lebensjahr ist man immer bei einer Versicherung gelandet. Es geht um die Auszahlungsphase des Zeitrahmens von 85 Jahren+, denn in diesem Zeitfenster tut sich ein Risiko auf, das auch erheblichen Einfluss auf die Höhe der Rente in der Lebensphase vom Auszahlungsbeginn bis zum 85. Lebensjahr hat. Dazu ein Beispiel: Angenommene Sparsumme zum 65 Lebensjahr 100.000 Euro. Davon werden für die lebenslange Rente nach dem 85. Lebensjahr 30 % und mehr entnommen, die an eine Versicherung gehen. Es verbleiben somit 70.000 Euro für den Zeitraum 65 - 85. Lebensjahr, also 70.000 Euro : 240 Monate (entspricht den 20 Jahren vom 65 - 85 Lebensjahr) = 292 Euro Monatsrente. Für den Zeitraum nach dem 85. Lebensjahr wird dies Monatsrente von 292 Euro lebenslang von der Versicherung weitergezahlt. Bei der Rechnung 30.000 Euro : 292 Euro ergibt dies gerundet 103 Monate = 8 Jahre + 7 Monate d.h. für die Versicherung beginnt erst nach dem Lebensalter von 93 Jahren und 7 Monaten eine Leistung, die nicht schon durch das vor 20 Jahren entnommene Kapital gedeckt ist. Diese willkürlich und einseitig zu Gunsten der Versicherung gewählte Berechnung steht markant den Zahlen des Statistischen Bundesamtes entgegen. Für Männer werden da folgende Zahlen genannt: Geburtsjahr 65 Jahre alt in weitere Lebenserwartung statistisches Todesalter 1947 2012 18 Jahre mit 83 Jahren 1957 2022 20 Jahre mit 85 Jahren 1967 2032 21 Jahre mit 86 Jahren 1977 2042 21 1/2 Jahre mit 86 1/2 Jahren Die Versicherungen rechnen also mit 7 Jahre bis 10 Jahre/7Monate zu ihren Gunsten. Dabei ist die Gesamtsumme von 30.000 Euro zu Gunsten der Versicherung verfallen, wenn der Versicherungsnehmer z.B. mit 84 Jahren stirbt. Es gibt zwar die Möglichkeit eine sogenannte Todesfallleistung zu Beginn der Auszahlphase im 65. Lebensjahr zu vereinbaren, aber die kostet ca. 5 % der mtl. Rente von 292 Euro = 14,60 Euro über den Zeitraum vom 65. bis zum 85 Lebenslahr= 14,60 x 240 Monate = 3504 Euro. Manche Versicherungen bieten allerdings überhaupt keine Todesfallleistung an. Weiterhin ist zu beachten, dass der Versicherung die 30.000 Euro 20 Jahre der Versicherung zur beliebigen Anlage zur Verfügung stehen. Wenn diese 30.000 Euro auch nur zu 2 % über 20 Jahre angelegt werden, ergibt dies eine Summe von 14520 Euro mit Zinseszinsen gerechnet. Von diesen Erlösen und das sind annähernd 50 % der für den Lebenszeitraum ab dem 85. Lebensjahr abgeschöpften Summe von 30.000 Euro, kommt dem Versicherungsnehmer absolut nichts zu Gute. Zusammengefasst sind also für die Vertragsphase über dem 85 Lebensjahr folgende Punkte zu kritisieren. 1. Der viel zu hohe Entnahmeprozentsatz von wenigstens 30 %. Als das Riestergesetz verabschiedet wurde, ist der Gesetzgeber naiv, blauäugig und auf die Fairness und den Anstand der Versicherungswirtschaft vertrauend von 8 - 9 % Entnahme ausgegangen und hat nichts dergleichen im Gesetz vermerkt oder in irgendeiner Form eingegrenzt. Rein theoretisch können die Versicherungen auch 50 % oder mehr entnehmen. 2. Der Entnahmebetrag wird über einen Zeitraum von 20 Jahren angelegt, ohne dass der Versicherungsnehmer an den Erlösen auch nur im geringsten beteiligt wird. 3.Wenn der Versicherungsnehmer bei Todesfall vor dem 85 Lebensjahr nicht die Gesamtentnahmesumme bzw. beim Todesfall nach dem 85. Lebensjahr die Restsumme an die Versicherung verlieren will, ist er gezwungen eine sogenannte Todesfallleistung abzuschließen, soweit dies überhaupt möglich ist. So kann festgehalten werden, dass die Versicherungen nicht nur die kompletten staatlichen Zulagen vereinnahmen, sondern auch noch darüberhinaus einen markanten Prozentsatz der vom Riestersparer erbrachten Eigenanteile. Diese Problematik wurde zwar schon in den Zeitschriften Oekotest und Finanztest behandelt, aber damit wurde noch kein Politiker, auch nicht Herr Riester und schon gar nicht die Bafin geweckt und die Versicherung werden von sich aus schon garnichts ändern. Der BdV (Bund der Versicherten) will dieses Thema massiv angehen, aber wenn es vor Gericht geht, kann das dauern, denn die Versicherungswirtschaft wird sicherlich alle Instanzen ausschöpfen. Konkreter Vorschlag: Den Riestervertrag keinesfalls kündigen, denn das kostet. Allenfalls stilllegen, aber vielleicht am besten, wenn die Zeit ausreicht, darauf hoffen dass die Politik früher oder später, und wenn es durch ein höchstrichterliches Urteil sein muss, etwas ändert.

Für die ausführliche Antwort und Mühe ganz herzlichen Dank! Ich weiß, kündigen kostet, aber wenn ich das ausgezahlte Geld dann klug anlege, kann ich den Schaden vielleicht wieder wett machen. Außerdem: Meiner Meinung nach kann ich mir zu Rentenbeginn auch die ganze angesparte Summe ausbezahlen lassen. Sind dann die Nachteile noch so groß? Die Vertreter nennen an Vorteilen: Die staatllichen Zulagen - bei mir 154 Euro pro Jahr, macht insgesamt bis Rentenbeginn bis 3500 Euro. Außerdem die steuerliche Absetzbarkeit bei der Einkommenserklärung.

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@allgu007

Zu Rentenbeginn kann man sich maximal 30 % der Ansparsumme auszahlen lassen und diese müssen dann auf einen Schlag versteuert werden. Aber auch das ändert aus proportionaler Sicht nichts an meiner Aussage. Die staatliche Förderung für eine Einzelperson -also ohne Kinder- mit 154 Euro ist so gering, dass sie auf jeden Fall und sogar noch viel mehr von den Versicherungen aufgefressen wird. Es gibt noch einen Weg, diesem Problem aus dem Weg zu gehen und zwar wenn Du die Absicht hättest irgendwann ein selbstgenutztes Haus zu kaufen oder zu bauen. Bei dieser Art Planung könnte man den bestehenden Riestervertrag in einen Rieserbausparvertrag oder Riesterbaudarlehensvertrag umwandeln und nur in einem solchen Fall schauen die gierigen Versicherungen in die Röhre. Ich habe in diesem Jahr mit einer Vielzahl von Personen in Banken und Versicherungen gesprochen die Riesterprodukte verkaufen bzw. von berufswegen damit arbeiten. Diese Personen hatten ohne Ausnahme auch selbst, also für sich, Riesterverträge abgeschlossen und sind bei dem Gespräch aus allen Wolken gefallen was da mit ihrem Geld für die Lebensphase 85+ passieren wird. Selbst der Vorstand einer Sparkasse und eine Person einer namhaften Versicherung die für Fachfragen zum Thema Riester in ihrem Hause zuständig ist, war sich nicht darüber im Klaren was da eines Tages auf sie zukommen wird. Auch ich war über diesen Umfang der Unwissenheit sachockiert und es ist schon originell, dass einge dieser Personen mich gebeten haben, sie doch zu informieren wie es weitergeht bzw. wenn ich neue Informationen habe. Bei der Beratung für einen Riestervertrag wird immer nur von der Ansparphase gesprochen, der staatlichen Förderung, der steuerlichen Ersparnis und der Verzinsung bzw. den Chancen einer Ertragssteigerung bei den Fonds. Über die Gemeinheiten in der Auszahlphase wird nicht gesprochen, weil die Berater von diesem Bereich der Riesterprodukte keine Ahnung haben, weil Sie auch nicht geschult wurden. eine solche Schulung liegt aber auch nicht im Interesse der Anbieter, denn ehrliche Auskünfte zu diesem Zeitraum des Riestervertrag würde ja mögliche Kunden nur abschrecken. Die Auszahlphase und darin speziell die Phase 85+ ist ja noch sooooooooooo weit entfernt und wird deshalb entsprechend verdrängt. Wenn ich einen fundierten Rat geben soll, müßte ich wissen um welchen Riestervertrag sich genau handelt, denn bei einer Kündigung spielen je nach Produkt die Abschlusskosten, die Provisionen und auch die Stornokosten eine so große Rolle, dass im ungünstigsten Falle von der Eigenleistung nicht mehr viel übrig bleibt, die erhaltenen staatlichen Zulagen müssen ja in jedem Fall wieder zurück gegeben werden, aber aus momentaner Sicht würde ich immer noch zu einer Stillegung des Vertrages raten und darauf hoffend dass sich durch eine veränderte Gesetzeslage die Situation verbessert und dann könnte man ja diesen Vertrag wieder zum Leben erwecken.

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