Riester Rente - nur Vertrag für die Ehefrau (nur "mittelbar" zulagenberechtigt)?

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2 Antworten

Hallo Danielawaranie,

die Riester-Rente wurde aufgelegt, weil immer mehr Rentnern immer weniger beitragszahlende Personen in der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüberstehen. Das sinkende Netto-Standardrentenniveau war einer der Hauptgründe für die Auflegung der Riester-Rente. Heute ist eine private Altersvorsorge fast unumgänglich. Durch die staatlichen Förderungen, die es auf die Einzahlungen in der Riester-Rente gibt, wird diese als private Altersvorsorge sehr attraktiv.

Die Voraussetzungen für den Erhalt der staatlichen Zulagen unterscheiden sich bei mittelbar und unmittelbar zulageberechtigten Personen. Mit diesen Begriffen werden die Rahmenbedingungen für die Zulageberechtigung festgelegt.

Als unmittelbar zulageberechtigt gelten Personen, die in der deutschen Rentenversicherung oder einer gleichgestellten Alterskasse pflichtversichert sind. Mit einem jährlichen Beitrag von 4,0% deines Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro, hast du Anspruch auf die volle staatliche Förderung.

Dabei gibt es einige Besonderheiten: Bist du nicht in der deutschen Rentenversicherung Bund sondern in einer gleichgestellten Rentenversicherung (z.B. der landwirtschaftlichen Alterskasse bei Landwirten oder einer Bezügestelle bei Beamten) pflichtversichert, besteht eine unmittelbare Zulageberechtigung. Diese Berechtigung hast du jedoch nur, wenn du dies im Zulagenantrag bzw. im jährlichen Datenblatt zur Beantragung der Zulage gesondert angibst. Zusätzlich müssen Beamte eine Einwilligung zur Datenübermittlung bei der jeweiligen Bezügestelle einreichen.

Da die Kindererziehungszeit auf die spätere Rentenzeit angerechnet werden kann, besteht in den ersten drei Jahren nach Geburt eines Kindes eine unmittelbare Zulageberechtigung.

Wenn es in einem Jahr kein Einkommen aus nichtselbstständigen Tätigkeit gegeben hatte, reicht ein jährlicher Einzahlungsbetrag von 60 Euro aus, damit die vollen staatlichen Zulagen gezahlt werden.

Durch einen unmittelbar förderberechtigten Ehepartner, der einen eigenen Riester-Vertrag bespart, besteht Anspruch auf staatliche Zulage, auch wenn die Voraussetzungen für eine unmittelbare Förderberechtigung nicht erfüllt sind.
Voraussetzung für den Erhalt der Zulage ist dann, das du einen Betrag von mindestens 60 Euro im Jahr in deine eigene Riester-Rente einzahlst. Auf den Fortbestand des Riester-Vertrages hat es also keine Auswirkung, ob der Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner einen Riester-Vertrag hat oder bespart. Erst bei der Berechnung der Zulagen über die ZfA (Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen) wird dann geprüft, ob zusätzlich zu einer mittelbaren Person ein unmittelbarer Ehepartner mit einem laufenden Riester-Vertrag besteht.

Die vollen staatlichen Zulagen setzen sich sowohl bei unmittelbar als auch bei mittelbar zulageberechtigten Personen wie folgt zusammen.
Grundzulage: jährlich 154 Euro
Kinderzulage (bei Kindern vor 2008 geboren): jährlich 185 Euro
Kinderzulage (bei Kindern ab 2008 geboren): jährlich 300 Euro
Berufseinsteigerbonus (einmalige Zahlung, wenn das 25. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen wurde): jährlich 200 Euro

Sind die Voraussetzungen für eine unmittelbare oder mittelbare Förderberechtigung  nicht gegeben, zählst du zum nicht berechtigten Personenkreis. In diesem Fall kannst du die Riester-Rente zur Erhöhung deiner späteren Rente im Alter nutzen, allerdings nicht von den Vorteilen der staatlichen Zulagen und den Steuervorteilen profitieren. In diesem Fall erhälst du in deiner jährlichen Bescheinigung § 92 EStG den Hinweis, dass kein Anspruch auf Zulage besteht.

Im § 79 Satz 2 EStG sind die Voraussetzungen geregelt, unter denen ein nicht zulageberechtigter Ehegatte trotzdem die Zulageberechtigung erlangt.

Auch im § 10a EStG oder im Altersvermögensgesetz sind die Bedingungen für die mittelbare bzw. unmittelbare Zulageberechtigung der Riester-Rente geregelt.

Ich hoffe, meine Informationen helfen dir weiter.

Viele Grüße,
Angie vom Allianz Hilft Team

 

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dieses aber nur, wenn der Ehemann auch "riestert".

Das stimmt so nicht.

Ein Ehegatte muss unmittelbar zulagenberechtigt sein, durch rentenversicherungspflichtige Tätigkeit oder als Beamter, der der Datenweitergabe zugestimmt hat. Dann hat der andere Ehepartner eine mittelbare Förderfähigkeit.

Der unmittelbar Förderberechtigte muss aber selbst keinen eigenen Vertrag haben.

Damit Sie für Ihren Vertrag Zulagen bekommt, zahlt Sie den Sockelbetrag
von jährlich 60 Euro ein, denn ansonsten hätte Sie gar keinen Anspruch
auf Zulagen.

Rechtlich korrekt, faktisch aber nicht mehr relevant, da es kaum noch festverzinsliche Riesterangebote gibt und die meisten Fonds- oder Indexlösungen erst bei 10,- € oder mehr Monatsbeitrag beginnen.

Welche Wirkung hat das auf den Vertrag der Frau?

Gar keine. Die Verträge sind rechtlich voneinander unabhängig. Nur der Zulagenanspruch selbst leitet sich von der unmittelbaren Förderfähigeit ab.

Welcher "Eigenbeitrag" ist das die Referenzgröße für den vollen Zulagenanspruch?

60,- € p.a. de jure.

Ich würde mich über konkrete Textauszüge / Paragraphen sehr freuen.

§§ 10a, 79 ff EStG.

Wende dich doch an einen Maklerkollegen vor Ort.

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Kommentar von danielawaranie
11.07.2017, 22:15

Vorweg: Danke.

Müssen nur Beamte oder auch Ehemänner mit anderen rentenversichungspflichtigen Tätigkeiten der Datenweitergabe zustimmen? Wer gibt hier wem Daten weiter? (der Ehemann muss ja kein Riestervertrag haben, wem erteilt er die Erlaubnis zur Datenweitergabe?)

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