Riesenbärenklau WIRKLICH giftig?

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9 Antworten

Eine Bekannte von mir hatte den Riesenbärenklau im Garten, wegen des wirklich wunderschönen Aussehens, wenn er blüht.

Den riesigen Samenstand hat sie, als er trocken war, abgeschnitten uns sich als Deko ins Wohnzimmer gestellt - ein Blickfang - tolle Wirkung!
Die Nebenwirkung war ein ständiger heftiger Hustenreiz - schauderhaft!

Auf ihrem Rasen waren im nächsten Jahr zahllose Sämlinge, die wurden nicht mit Handschuhen herausgezogen (leider!), sondern abgemäht. Barfuß im Garten war für Wochen nicht mehr möglich!

Brugmansie 31.08.2013, 21:23

Danke, danke für den Stern!

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Hallo,

ich hatte Riesenbärenklau in einem Kübel auf dem Balkon gehalten, ziemlich abgeschirmt eigentlich (mir bewusst, dass ich niemanden gefährden darf). Weil eine Nachbarin aber trotzdem Panik bekommen hatte, dass die Samen in den 50 m entfernten, um die Ecke liegenden Spielplatz fliegen könnten, hat sie mich belehrt und mit dem Bundesumweltamt gedroht. So musste ich meinen geliebten Schützling beseitigen.

Als ich damals das erste mal in ein Riesenbärenklau-Feld gegangen bin (das im zweiten Jahr fleißig niedergemäht wurde), habe ich mich abgesichert mit Handschuhen, wenn ich etwas anfasse. Ich wollte ihn kennen lernen - diese faszinierende und majestätische Pflanze. Natürlich informiere ich mich vorher genau und über unterschiedliche Quellen, wenn ich mich mit einer Spezies gesondert befasse.

Aber ich habe mich einfach verliebt. Als ich dort unterwegs war, zwischen den 3 Meter hohen Stauden, habe ich nichts zurück behalten. Hatte kein Jucken, kein Husten o.ä. Er hat einen intensiven Geruch - schon irgendwie gefährlich, aber auch anziehend für mich ;-)

Ich hatte mir damals den Blütenstand abgeschnitten und mitgenommen.

Im nächsten Jahr grub ich mir einen Keimling aus und topfte ihn ein.
Blühen tut er erst im zweiten Jahr, deshalb musste ich mich erstmal darum kümmern, dass  er sich auch wohl fühlt.

In all der Zeit habe ich ihn mit bloßen Händen behandelt, habe getestet, ob etwas passiert, wenn ich mir mit einem abgeschnittenen Blatt auf den Unterarm tupfe - immer mit etwas Vorsicht, aber beim letzten Versuch konnte man auch erkennen, dass es leicht feucht war. Danach habe ich es ein Weilchen in die Sonne (zugegeben halbbewölkt, wie oftmals) gehalten. Es ergab sich nix. Mit etwas Konzentration habe ich vielleicht ein leichtes Jucken vernehmen können, aber alle Reizung die ich kenne juckt mehr, als das.
Auch das ständige Anfassen der "Härchen" hat überhaupt nichts ausgelöst.
Allerdings wollte ich doch nicht riskieren und mich mit Pflanzensaft überschwemmen.

Entweder bin ich besonders resistent, oder meine Pflanze ist ganz besonders schwach, weil sie aus dem Blumenkübel kommt (sie war ja auch nur knapp über zwei Meter) oder sie ist vielleicht doch nur sehr gefährlich bei besonders unachtsamen Umgang. Das mit den Atemwegsreizungen kann ich evtl. nachvollziehen, weil der Geruch schon so riecht, als könnten darauf Leute reagieren, aber bei einer Pflanze an der freien Luft ist das nicht allzu intensiv, nur wenn man genau schnüffelt oder sie verletzt und der Saft austritt.
Vielleicht sind die Warnungen auch besonders extrem, um unerfahrene Leute ganz besonders zu sensibilisieren, damit die gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen. Oder um den Hass gegen den Neophyt voran zu treiben, damit er definitiv in unserem Ökosystem beseitigt wird und genug Feinde hat, die die Augen aufhalten.
Oder ich hab einfach nur Glück gehabt?

Zumindest bin ich der Meinung, dass es etwas zu krass dargestellt wird und ich denke nicht, dass eine bloße Berührung gleich große Schäden verursacht. Evtl. bei empfindlichen Menschen eine Reizung, die dürften dann aber wissen, dass sie empfindlich sind. Mit dem Saft sollte man natürlich vermeiden in Kontakt zu kommen. Wenn ich natürlich lese, dass Kinder Blasrohr gespielt haben, mit den Stengeln, dann verstehe ich, wenn sie schlimme Verletzungen davon getragen haben ... aber ich denke, man muss nicht gleich in Panik verfallen, bei dieser etwas gefährlichen Schönheit.

Ich bin übrigens leider gegen diverse Pollen allergisch und habs auch in der Nase bei (Holz)staub und bekomm manchmal das Jucken draußen, aber trotzdem hatte ich mit ihr kein Problem. Aber vielleicht mag ich sie ja auch einfach zu gerne und kann geistig die Schadstoffe abwehren XD

Die Menschen reagieren unterschiedlich stark auf die Riesenbärenklau, aber er übertrifft bei weitem die Wirkung von so Pipifax wie Brennesseln (und nicht nur die normalen, sondern auch die weit heftigeren wie Urtica urens). Ich habe schon Hände gesehen, die das Zeug ausgerissen haben, und die waren längere Zeit trotz (zu dünner) Handschuhe rotblasig.

Es ist nicht giftig, aber stark phototoxisch.

Sagt der Botaniker :-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Riesen-B%C3%A4renklau

Der (gelegentlich auch die) Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum), auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt.

Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen (Photodermatitis) führen. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört.

Die Herkulesstaude wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Du kannst es ja selbst versuchen und ihn anfassen""

Was irgendwelche Spinner in irgendwelchen Foren posten, solltest Du NIE glauben.


In der gesamten Pflanze (auch im Wurzelsystem) sind photosensibilisierende Furanocumarine enthalten, die nach Hautkontakt bei anschließender Bestrahlung durch Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen. Bei empfindlichen Menschen genügt bereits ein einfacher Kontakt mit der Oberfläche der Blätter. Die Reaktionen zeigen sich in Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen und in schlimmen Fällen in einer Wiesengräserdermatitis, die sich mit entzündlichen, schmerzhaften Blasenbildungen äußert. Diese können großflächig sein und Verbrennungen ersten bis zweiten Grades hervorrufen. Die Hautreizungen beziehungsweise Blasen können wochenlang anhaltende nässende Wunden verursachen und mit anhaltenden Pigmentveränderungen einhergehen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit der Pflanze sein.

Unter Umständen können Reaktionen auch wenige Tage später durch dann auf die betroffene Haut einstrahlendes Sonnenlicht ausgelöst werden. An heißen Tagen werden zudem die Furanocumarine von der Pflanze an die Umgebung abgegeben, und es kann bereits bei einem längeren Aufenthalt unmittelbar neben den Pflanzen zu den oben beschriebenen Erscheinungen oder auch zu Atemnot kommen.

Ausgasende Furanocumarine können eine (bis zu drei Wochen anhaltende) akute Bronchitis verursachen.

Bei Arbeiten mit dem Rasentrimmer oder beim Abhacken der Pflanze kann der Pflanzensaft auch durch die Kleidung hindurch Schwierigkeiten bereiten.

Nach Kontakt mit Teilen der Pflanze kann es hilfreich sein, schattige Orte aufzusuchen und die betroffenen Kontaktstellen mit Wasser und Seife zu reinigen. Es ist zu empfehlen, nach einem Hautkontakt mit der Pflanze einen Arzt aufzusuchen.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenb%C3%A4renklau

Der Riesenbärenklau ist wirklich sehr gefährlich. Das was du im Netz darüber gelesen hast stimmt. Vielleicht hat die Userin in dem Forum diese Pflanze mit der kleineren Version verwechselt. Der normale Bärenklau ist nämlich absolut ungefährlich und kann auch an Kaninchen und Meerschweinchen verfüttert werden.

bansheen 30.08.2013, 18:04

Wieso ist es bei den kleineren nicht so ? Sie haben die gleichen Inhaltsstoffe.

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YK1972 30.08.2013, 18:16
@bansheen

Leider keine Ahnung, bin aber auch kein Botaniker.

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Terezza 30.08.2013, 18:23
@bansheen

Es ist bei beidenso, bei de sind giftig:

Die ganze Pflanze, insbesondere der Saft, ist giftig. Speziell unter Sonnenlichteinwirkung löst der Saft eine phototoxische Reaktion aus. Diese phototoxischen Reaktionen sind besonders ausgeprägt beim Riesen-Bärenklau und daher dort beschrieben. (Wikipedia)

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Terezza 30.08.2013, 18:27
@Terezza

Hier nochmal der komplette Link: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4renklau

Ich hab Bärenklau noch nicht gegessen, ich weiß auch nicht, ob es ratsam ist, aber es kann durchaus sein, daß er innerlich nicht giftig ist und nur in Verbindung mit Sonnnenlicht diese Reaktionen ausgelöst werden.

Die Wiesen-Bärenklau ist jung ungiftig. Junge Blätter und Sprosse werden daher vom Menschen als Wildgemüse genutzt. Bei größeren Exemplaren kann der Stiel geschält und roh gegessen oder zu Kompott verarbeitet werden. Empfindliche Personen sollten beim Schälen der haarigen, stacheligen Stängel Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden (Wikipedia)

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Auch ich bin sicher, daß die Herkulesstaude (Riesenbärenklau) böse Verbrennungen auf der Haut verursacht. Google mal Bilder Herkulesstaude Verbrennungen. Nicht schön.

http://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Herkulesstaude/herkulesstaude.html

Hier wird (am Ende) auch der Wiesenbärenklau erwähnt:

...der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), er gilt als leicht giftig; anfassen sollte man ihn auch nicht, da er auch Hautentzündungen hervorrufen kann, die aber nicht so stark sind, wie bei seinem großen Bruder.>

Ist eine Schöne Pflanze ,aber Vorsicht ist wirklich geboten. Erst im Winter ausreissen, wenn die ganze Staude verdorrt ist.

Test: Reib dir und 99 anderen den Arm mit Bärklau ein und sonnt euch. Dann weisst du Bescheid......

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