Richtiger Zeitpunkt für Hausbau?

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7 Antworten

Das ist eine lange und nicht ganz einfach zu beantwortende Frage.

Richtig ist sicher, dass du in deinem Alter für dich alleine planst, und nicht zusammen mit deiner Freundin, denn das geht einfach zu oft schief.

Wenn ich das Recht verstanden habe, hast du so gut wie kein Eigenkapital, oder? 

Du hast jedoch den unbezahlbaren Vorteil einen richtig guten Beruf zu haben, mit dem du sicher dein Leben lang deinen Lebensunterhalt verdienen kannst, was ja heute nicht mehr selbstverständlich ist. 

Es gibt aber andere Fragen: Wo soll das Haus entstehen? Wie groß und teuer ist das Grundstück? Wenn du z.B am Grundstück sparst, landest du in eine Gegend die nur zweit- oder drittklassig ist, und das hat dann große Auswirkungen auf dem Wiederverkaufswert des Hauses.

Auch musst du bedenken, dass du zwar einen guten Beruf hast, aber damit keine Garantie, dass du immer an der gleichen Stelle arbeiten und wohnen wirst.

Was die Kalkulation angeht: aus Erfahrung (1 x Hausbau, 4 x Wohnungsrenovierung) weiss ich, dass man mindestens 10 % auf den Betrag drauf geben muss für "Unvorhergesehenes". Aber auch dann ist es besser sich einzuschränken, und ein paar Jahre ein wenig sparsamer zu leben, um später Eigentum zu haben.

Wie gesagt, ich weiss nicht, wo das Haus entstehen soll. Ich würde aber an deiner Stelle eher eine umrenovierte Wohnung in sehr guter Lage kaufen, und die unter Mithilfe der Brüder superschick renovieren. Lieber klein und fein, als groß und ein Klotz am Bein. Das hat den Vorteil, dass Wohnungen besser verkäuflich sind, wenn sich deine Lebenslage mal ändert, und vor allem besser vermietbar. Es kann ja auch immer passieren, dass du mal ein paar Jahre woanders verweilen möchtest, im Ausland arbeiten, oder sonst was, und dann bringt eine Wohnung eine bessere Miete als ein Haus.

Aber wie gesagt, dazu müsste ich deine Persönlichkeit besser kennen. 

Eine andere Option ist das "Mennonitenbauen". Die Mennoniten in den USA dürfen keine Kredite aufnehmen, das verbietet ihnen der Glauben. Sie sparen also wie die Hamster, und wenn sie Geld haben, bauen sie ein kleines Häuschen. Oft besteht das nur aus Bad,, Küche und einem Raum. Sobald sie wieder etwas dazu gespart haben, bauen sie Raum #2, etc. Was ich damit meine ist, dass du auch ein Haus bauen könntest, was deine letzige Anforderungen entspricht, was aber prinzipiell auch erweitert werden kann, wenn du mal acht Kinder hast. 

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Wird die Bank nicht mitmachen.
Die Finanzierungsbedingungen wurden durch den Gesetzgeber verschärft.
Aber bitte, von 1500€ netto ziehst um 1079€ pfändungsfrei ab, da beliebt nicht mehr viel um die Finanzierung zu stemmen.
An der Stelle klappt das Buch zu.

Die Bank interessiert nicht, was in 10/20/30 Jahren sein wird, sondern nur das hier und jetzt.
Geht die Finanzierung ein paar Jahre gut, ist das nett, geht sie danach schief holt sich die Bank Dein Häusi.

Deine Eigenleistungen am Bau kann die Bank mit Wohlwollen als Eigenkapital gleich anrechnen.

Wenn Du z.B. einen einen Bausparer abschließen würdest, bildest Du zu mindest eine kleine Summe zusätzliches Kapital.
Damit ist dann aber auch die Fahnenstange zu Ende.

Eventuell, stehen in jeder Gegend herum, ein sanierungsbedürftiges Haus kaufen, damit wäre Dein Kreditbedarf geringer und Du sanierst so ein "Handwerkerobjekt" über die Jahre, wie's halt grad finanziell passt.

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"Ich könnte z.B. 36 Jahre lang 680 Euro Monatlich bezahlen (Online-Rechner). Ich verdiene jedoch nur 1500 Euro Netto."

Seit 21.03.16 haben sich die Kreditvergaberichtlinien drastisch verändert; ich gehe deshalb nicht davon aus, daß Du den benötigten Kredit alleine wirst genehmigt bekommen! 

Vorschlag: lege die nächsten Monate + Jahre jeden Groschen beiseite, welchen Du erübrigen kannst. Helfe nach der Arbeit/am WE bei Freunden und Bekannten - so bekommst Du nicht nur ein wenig Geld in Deine Kasse, sondern erhältst auch ein Gespür dafür, was es heißt, Dein Leben für einen Zeitraum "x" arbeiten und Eigenleistung unterzuordnen!

Schlußendlich baust Du dadurch nicht nur ein ordentliches EK auf, Du gewinnst auch Zeit, Dir Gedanken über Deine Zukunft zu machen. Sich mit 22 an einen Ort zu binden, halte ich nämmisch für nicht klug. Wer weiß, was das Leben Dir noch an Überraschungen beschert ;-)

bauhilfe-forum.de

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Meiner Ansicht nach wirst du auf beiden Wegen (Miete oder Eigenheim) Vor- und Nachteile finden. Diese kannst du mittels deinem Verstand dann abwägen. Am Ende bleibt es aber wohl dabei, dass man auf beiden Seiten Vor- und Nachteile findet.

Dein derzeitiges Gehalt ist meiner Ansicht nach zu gering dafür. Und wenn du dann mit dem Haus zu sehr unter Druck kommst, dann wirst du sehr traurig und unzufrieden sein.

Du hättest dann deine Ratenzahlungen zu bedienen, musst aber nach ca. 10 Jahren schon wieder mit Reparaturen rechnen. Wer zahlt die? Gut, deine Brüder können viel, aber wollen die wirklich alles umsonst machen? Und wenn dann blieben immer noch Materialkosten.

Dann kommt es darauf an, wo du wohnst. Schon mal gibt es Bestimmungen, wo man einfach bei einer Straße oder so mitzahlen muss. Du solltest bei allem dringend Geld für Unerwartetes einplanen, sonst bist du nur sehr frustriert dann.

Deine Argumente sind schon auch gut. Am Ende sparst du dir jedoch mit Haus kein Geld, kommst nicht besser als mit Mietzahlungen davon. Das ist ein Trugschluss.

Solltest du für den Kredit einen Bürgen brauchen, ist das meiner Meinung nach immer ein eher schlechtes Zeichen.

Mit dem Hausbau müsstest du dich viele Jahre sehr stark einschränken. Ob du das wirklich willst? Und was, wenn du dann neue Geräte brauchst oder hast du ein Auto mit eingeplant?
Könnte mir vorstellen, dass du dich dann oft sehr schlecht fühlst, weil du so wenig Geld hast, oder gar als Versager, weil du es nicht besser hinbekommst, wenn du dich mit allem überforderst.

Könntest du nicht erst mal kleiner bauen und später dranbauen?

Oder könntest du das Bauen noch länger hinausziehen bzw. langsamer bauen? Dann hätten auch deine Brüder seltener zu tun damit.... du mehr Zeit....

Und du bist dann örtlich gebunden. Wäre das wirklich ok für dich?

Das sind so Dinge, die mir einfallen dazu. Ob du sie als gut gemeint oder nett findest, weiß ich natürlich nicht. Das ist ja relativ.

Und ginge es nicht doch, dass du ein sanierungsbedürftiges Haus kaufst, dann hättest du es doch eigentlich viel leichter - oder? Da könntest du auch vieles umbauen und vielleicht sogar auch mal noch dranbauen. Oder eines aus einer Versteigerung?

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Hausbau ist eine gute Entscheidung, wenn du das Geld dafür auf der Tasche hast. 20 Jahre Kredit bedeutet, du zahlst etwas mehr als das Doppelte zurück und dein Haus ist nach 20 Jahren nur die Hälfte wert, weil alt.

Du möchtest also etwas zum Vierfachen Preis kaufen, weil es dir ein Gefühl von Sicherheit gibt ?

Ein Haus ist ein Konsumgut, wie ein Auto, das sich abnutzt und du zu dem, was du reingesteckt hast nie wieder los bekommst.

Plus wenn innerhalb von 20 Jahren irgendetwas mit deiner Beziehung passiert. Trennung mit Kindern, Scheidung oder ähnliches bist du richtig am Arsch.

Und das passiert den Meisten.

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Kommentar von soissesPDF
04.02.2017, 22:17

"Ein Haus ist ein Konsumgut, wie ein Auto, das sich abnutzt und du zu dem, was du reingesteckt hast nie wieder los bekommst."

Das ist nicht ganz richtig.
Das hängt von der Lage ab und von der Entwicklung des Ortes und Einzugsgebietes.
In schlechteren Zeiten und Lagen liegt die Rendite bei 7%/10 Jahre.
In meiner Ecke sind in den letzten Jahren die Immobilienpreise um gut 15% gestiegen.

Der Punkt ist die Kaufkraft, wie die in 15/20/30 Jahren ausfallen wird.
Entwickelt sich ein Einzugsgebiet gut sind höhere Renditen möglich (siehe München oder Berlin), außerhalb des Speckgürtels sieht das nicht so aus.

Selbstredend auch ist, wer sich die Rendite schnappt,die Banken, allein durch die Wirkung der Zinsen.

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Kannst du nicht eine Finanzierung mit und von einer Fachkraft aufstellen - in diesem Bereich gibt es zu viele Unwägbarkeiten , man sollte sich auskennen . ein Bankfachmann im Bereich Immobilien wäre hier doch der richtige Ansprechpartner !

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Bei den 180 000 Euro hast du aber noch kein GrundStück dabei?

Rein von der Überlegung her hast du schon Recht mit dem was du schreibst. 

Ich wünsche dir gutes gelingen :)

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Kommentar von Kaesepizza
04.02.2017, 21:51

Doch mit dabei. Ist recht günstig das Grundstück. Aber wie gesagt, sehr viel Eigenleistung. Übrigens würde das ganze geschehen mit einem Fertighaus (Stein auf Stein gebaut, ganz altmodisch und gut!) etwa 210 - 220 Kosten. Auch mit Grundstück. 

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