Richtiger Umgang mit Unklarheiten in der Baubeschreibung?

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8 Antworten

Um gute Antworten zu erhalten, musst du noch etwas mehr Infos geben. Du bist also Bauherr und baust mit einem Bauträger? Sprich du hast bereits einen Vertrag. Ist der überhaupt noch änderbar? Um mal bei Willimatt anzuschliessen: Steht hier du bekommst 40 qm Fliesen, können diese aus dem Baumarkt kommen, oder von V&B sein. Schreibst du im Wert von x € pro qm, bist du dann in der Lage zu prüfen, ob das stimmt? Je genauer du bereits weißt und beschreibst, was du haben möchtest, desto exakter sollte der Preis deines Bauträgers werden. Jeder spätere Änderungswunsch " Ach ich will im Wohnzimmer jetzt doch lieber einen Marmorboden anstatt den vereinbarten Laminatboden" ;-) wird sich dein Bauträger "vergolden" lassen. 

Und wieso noch ein Notar? Von einem Grundstück auf dem bereits dein? Rohbau steht, solltest du bereits Eigentümer sein. Oder kaufst du das Grundstück mit so einem schlüsselfertigem Haus aus einer Hand? Dann lass dich von einem Anwalt und einem unabhängigem Bauleiter beraten. Je mehr Wert du in diesen Notarvertrag aufnimmst, desto höher werden die Notarkosten. Wie sieht das mit deinem Vertrag aus, wenn der Bauträger vor Fertigstellung insolvent geht. Und und und.....

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So ähnlich, wie du es beschreibst, hat es bei meinem ersten Haus auch angefangen. Es war vieles genau aber nicht exakt beschrieben.

Du solltest mit der Baubeschreibung und dem Vertragsentwurf zu einem Anwalt für Baurecht gehen. Das Geld ist zu 100% gut investiert.

Ich habe das erste Haus 1996 blauäugig gebaut und nur die Kulanz und die Berufsehre des Architekten hat mich gerettet. Das zweite Haus habe ich mit Anwalt gebaut (bauen lassen) und somit verhindert das ca. 100.000€ zusätzliche Kosten bei mir gelandet sind. Ohne anwaltliche Prüfung und Ausarbeitung des Werkvertrages vor der Unterschrift wäre ich jetzt erledigt.

Beispiele: Bauverzögerung; falsche Statik; Schuldzuweisungen der einzelnen Handwerker; schlecht oder Minderleistung EINES Handwerkbetriebes; falsche oder mangelnde Bauaufsicht durch den Bauleiter; Lieferverzögerungen bei Heizung; Fenster; Dach.

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Meine erste Frage: Redest Du von einer Bestandsimmobilie oder einem Neubauprojekt.

Bei einer Bestandsimmobilie gilt: Gekauft wie gesehen. Nachträglich eine Baubeschreibung ändern zu wollen ... das könnte fatale Folgen haben.

Eine Baubeschreibung ist kein Abnahmeprotokoll, sondern sie wird vor Baubeginn erstellt. Mitunter ergeben sich während des Baus neue Aspekte, die eine Änderung notwendig machen. Fabrikate hat man in älteren Baubeschreibungen eher weniger.

Bei Neubau kannst Du natürlich in Detailausführungen noch mitbestimmen, allerdings werden eher Qualitätsstandards vereinbart als Fabrikate oder Marken, oder wenn, dann mit Alternativen. Wer kann denn auf die Zukunft hin immer garantieren, dass es das Produkt auch in 6 oder 8 Monaten in dieser Ausführung noch gibt. -

Deshalb gehört so etwas auch nicht in einen Notarvertrag. Ihr müsstet dann nämlich bei jeder umständebedingten Änderung wieder zum Notar und eine Ergänzung zur Urkunde machen.

Ich glaube, dass Deine Auffassung etwas überzogen ist. Auch wenn ich Deine Gründlichkeit schätze.

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Eine Baubeschreibung stellt eigentlich den geplanten Umfang der baulichen Maßnahme dar (somit die Leistungsbeschreibung) und nicht den aktuellen Zustand (die Beschaffenheitsvereinbarung). Nachträglich erfolgte umbauten, welche nicht genehmigungspflichtig sind, werden hier nicht aufgeführt.

Da die Baubeschreibung eben den "geplanten" Umfang beschreib, ist es eher unüblich hier Hersteller und Produktbezeichnungen zu bennen.

Im idealfall schaut Ihr euch das Objekt einfach mal an, dann seht Ihr den tatsächlichen Zustand.

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Kommentar von habakuk63
04.09.2016, 08:23

Eventuell wir das Objekt erst gebaut.

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Du fragst sehr zweideutig wie ein hinterlistiger Bauträger oder Anwalt. Du solltest vielleicht einmal aufklären, ob das Haus denn evtl. doch "gegenständlich" irgendwo steht.

Eine Leistungsbeschreibung (immer direkter Vertragsinhalt) gilt üblicherweise nur für "Leistungen", also das Errichten eines Hauses. Die muß durchaus konkret sein und genaue Produktbezeichnungen beinhalten. Du bist keine Behörde.

Wenn das Gebäude korrekt geplant wurde, dann können auch genaue Maße, Parameter, Leistungsdaten der Technik angegeben werden.

Das, was dir da vorgelegt wurde, kann durchaus ein gut präpariertes LV mit Polstern, zahlreichen nicht erforderlichen, aber aufgebauschten, kalkulierten Bedarfspositionen sein.

Dass Hauskäufer so großzügig sind, ist schon bekannt.

Bei einem T-Shirt muss es ESPRIT sein, nicht etwa KIK. Beim Haus ist es dem Käufer völlig egal, Hauptsache Fußbodenbelag, Ölheizung, Tapete, naja Fenster, Türen .. Warum soll man da noch ein Markenprodukt vereinbaren? Es geht ja bei den Gewerken immer nur um Differenzen von 5 bis 10 Tausend Euro.

Nehmt Euch für den Hauskauf mal die gleiche (relative) Zeit wie beim Autokauf. Über die 20.000 Euro diskutiert und recherchiert Ihr 2 Monate. Also nimm dir für 300.000 Euro die 15 fache Zeit.

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Kommentar von AskQuestions82
31.08.2016, 19:17

Danke für deine Antwort. Wobei deine Aussage "hinterlistiger Bauträger oder Anwalt" ziemlich getroffen hat..... mir geht es hier nicht darum hinterlistig zu sein, vielmehr möchte ich aufgrund von Unerfahrenheit mit dem Thema kein "Faß aufmachen", wo keines ist bzw. andererseits nicht naiv Fehler machen, die man hätte vermeiden können. 

Zur Frage, ob das Haus "gegenständlich" irgendwo steht: Ja. Es handelt sich um einen Neubau zu dem gerade der Rohbau abgeschlossen wurde.

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Danke für Eure Antworten. Zur Erläuterung: Es handelt sich um einen Naubau. Aktuell sind Rohbau und Dach gerade fertiggestellt worden. Soweit passt für mich alles. Die Punkte die meiner Meinung nach ggf. detaillierter beschrieben werden müssen, betreffen Ausstattung / Maßnahmen die erst in den nächsten Monaten erfolgen..... ändert das etwas an euren Aussagen?

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Ich arbeite bei einem Bauträger. Auch unsere Baubeschreibungen haben gewisse "Ausweichmöglichkeiten", aber nur in der Ausführung, nicht in der Qualität. Wie schon geschrieben wurde, kann auch ein Bauträger fast nicht garantieren, dass die Ausstattungsmodelle die in einer Baubeschreibung weit vor Baubeginn aufgeführt sind auch dann tatsächlich noch lieferbar sind. Unter Umständen liegt da ein Zeitraum von 2 Jahren dazwischen. Ein Bauträger bekommt dieses z.B. auch nicht von der Sanitärfirma garantiert. Eine Preis- bzw. Wertangabe zu Fliesen, Bodenbeläge etc. sollte aber schon enthalten sein, denn da bestimmt der Preis ja doch eine gewisse Qualität. Bei den meisten Baubeschreibungen ist der Satz enthalten ..."Modell xy oder gleichwertig". Manches muss auch noch änderbar sein, denn es können sich ja das Gesetz oder technische Vorgaben geändert haben die umgesetzt werden müssen. Aber eines wundert mich, es liest sich so, als ob ihr ein schlüsselfertiges Objekt gekauft habt. Dann ist im Normalfall die BB Bestandteil des Kaufvertrages und alles festgelegt. Im nachhinein mit Wünschen bzgl. der Ausstattung zu kommen ist da wohl zu spät. Ist die BB tatsächlich so schwammig, kann es bei entsprechenden Wünschen und Vorstellungen zu eurer Ausstattung recht "teuer" werden.

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Soll das ein Neubau sein, der noch erstellt werden soll oder ein gebrauchtes Haus?

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