Richtige Pferdefütterung?

4 Antworten

Ich mag keine Salzlecksteine, es sei denn, direkt nachdem ein Pferd richtig viel geschwitzt hat. In allen anderen Fällen ergibt es keinen Sinn, das Pferd von innen einzusalzen. Irgendjemand hat das von der Kuh auf's Pferd übertragen und jetzt hängt in vielen Offenställen auch so ein Ding und viele Pferde bekommen richtig Durchfall bzw. Kotwasser davon. Ich lese hier grade, dass nahezu JEDER einen Salzleckstein geben würde ... Sollten alle mal weg lassen und sich wundern, wieviel besser ihre Pferde sich über's Jahr entwickeln werden ;-)

Ob sie Mineralfutter brauchen, hängt nicht von ihrer Arbeit ab, sondern davon, wieviel das Heu mitbringt, das sie fressen und das hängt von der Region ab, wo die Böden sind, wie intensiv landwirtschaftlich diese Flächen bereits genutzt wurden ... in Deutschland kann man sagen, gibt es kaum noch Flächen mit so toll mineralisierten Böden, dass den Pferden das Gras von diesen ausreicht. WENN Mineralfutter, dann nützt ein billiges mit anorganischen Bindungen oder gar unglücklichem Ca-P-Verhältnis rein gar nichts, das schadet mehr als es nutzt. Immer auf die organischen Bindungen achten und darauf, dass Ca:P 3:1 nicht überschreitet, besser im Bereich 2:1 liegt.

Karotten enthalten unheimlich viel Zucker, Äpfel genauso. Bei einem Pferd wie einem Norweger, wo jedes zweite EMS Patient ist, würde ich dieses Zeug absolut vom Speiseplan streichen. Mal einmal im Monat zwei Karotten, weil in der Küche welche übrig sind, ist kein Thema. Alle paar Monate mal ein Apfel geht auch, obwohl Äpfel generell zu viel Säure für Pferde haben, aber der Zucker wäre mir "zu heiß". Wir haben selbst einen EMS Patienten. Wer weiß, wie "schleichend" sowas entsteht und wie schnell das bei denen "kippt", wenn man ihnnen auch nur die Heumenge pro Tag etwas verlängert, sie ein Loch ins Fressbremsnetz machen oder so, der wird keine einzige Karotte mehr verfüttern an ein prädestiniertes Pferd.

Kraftfutter ... brauchen einige Rennpferde nicht. Ich kenne eine Fütterungsexpertin, die Rennpferden bei Leistungseinbrüchen das Kraftfutter mitten in der Rennsaison streicht und damit immer Recht hat, die Pferde sich plötzlich wieder besser fühlen und wieder Siege einlaufen. Gut, einzelne Pferde sind so schwerfuttrig, dass man ihnen einfach Kraftfutter geben muss, aber das werden sie meist erst durch Fütterungsfehler. Mein Wallach ist so ein Exemplar, aber der hatte auch fürchterliche Leberwerte, als ich ihn bekommen habe und von Jahr zu Jahr, wo ich ihn jetzt habe, braucht er weniger Kraftftutter.

für alle robustpferd- und unveredelten oder nur wenig veredelten ponyrassen - magerheu. das würde genug mineralien mitbringen, dass man auf salz und das mifu verzichten kann.

ich hab erfahrung mit der pferdehaltung auf streuobstwiesen - probleme mit der übersäuerung hatten bei uns allenfalls die schafe.

bei herrn pony und auch den haltern aus der umgebung hingen die salzsteine ewig, bis sie verbraucht waren. allerdings hatten die auch nicht genug langeweile, um sich die zeit mit übersprungshandlungen zu vertreiben.

übrigens haben weder meiner, noch die von den nachbarn jemals ne zahnkorrektur gebraucht - so falsch kanns füttern also nicht gewesen sein.

das grösste problem sehe ich in der regel darin, ein für pferde passendes heu überhaupt irgendwo zu bekommen. magerwiese und trockenrasen wirft leider nicht viel ertrag ab  - und wer macht schon noch grassamenheu... das heu, was man normalerweise kaufen kann, hat schon eine fructan-überlastung. und dann muss man mit karotten schon aufpassen.

der apfel enthält kaum zucker. allerdings gibt natürlich ein zuviel an sorbitoll die nebenwirkungen, wie sie auf jeder packung zuckerfreier bonbons stehen. und es sollte natürlich ein "richtiger" apfel sein - keiner aus dem supermarkt.

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@ponyfliege

Theoretisch wäre magerheu das Beste, aber wo bekommt man das her? Hier bei uns gibts das leider so gut wie gar nicht, und die wenigen, die es anbieten, haben alle ihre feste Stammkundschaft. Da reinzukommen ist fast unmöglich. Zudem wird ein Großteil davon über weite Strecken transportiert und ich fühle mich irgendwie nicht gut dabei, wenn man hier Heu anbauen und kaufen kann (zwar kein Magerheu aber deshalb nicht tödlich) man stattdessen aber das Heu tagelang übers Land karren lässt mit einer unglaublichen CO2 Belastung, damit das Pony das dann knabbsen kann... Wenn man in einer Gegend wohnt, wo man an sowas rankommt - wunderbar. Hat aber leider nicht jeder das Glück zu

Ich hänge eig immer einen Salzleckstein rein, Probleme hatten wir davon noch nie. Allerdings kamen die Pferde auch nicht zum langeweile-schlecken daran, sondern nur wenn sie es wirklich brauchten. Kein Pferd stand da aus Langeweile dran, einige Pferde beanspruchten den Stein auch gar nicht. Wenn das Pferd aber immer an dem Ding hängt weil es nichts anderes zu tun hat, dann sollte man nicht den Leckstein entfernen sondern die Haltung ändern, meine ich.

Bei Saftfutter muss man natürlich immer aufpassen, je nach Rasse mal mehr, mal weniger. Trotzdem möchte ich da persönlich nicht drauf verzichten, ich halte den Saftfutterplan auch recht durchmischt. Karotten gibts 3-5 am Tag zum MiFu dazu, Äpfel nur selten mal. Wenn ich auf dem Acker Rote Bete, Fenchel, Sellerie, Pastinake usw finde, dann fütter ich auch das gerne mal statt den Karotten. Möchte dieses Jahr auch Futtermöhren anbauen, die haben kaum Zucker sind aber eine tolle Beschäftigung. Bei EMS Pferden kann ich Fenchel empfehlen, er enthält fast gar keinen Zucker und ist auch nicht sauer. Wenn die Pferde Fenchel mögen gebe ich ihn sehr gerne. Wenn man ein EMS- oder Rehepferd hat, dann geht das natürlich nicht. Aber solange das Pferd seinem Futter entsprechend bewegt wird geht das

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@MissDeathMetal

Bei uns im Aktivstall lecken sie sicher nicht aus Langeweile an Lecksteinen, in anderen Aktivställen auch nicht. Trotzdem gibt es Pferde, die in einer Stunde einen Leckstein einfach verzehren und danach wieder ihrem Alltag nachgehen. Aber auch die, die nur zwei, dreimal hin lecken, sehen, seit es kein Salz mehr gibt, deutlich besser aus vom Fell und Allgemeinbefinden her. Zufall?

Ich habe gelernt, kein Salz für ein Pferd, das nicht erheblich geschwitzt hat und gut. Bestätigen auch die Fütterungsexperten, bei denen ich nicht selten Seminare besuche. Da halte ich mich dran und fahre gut damit.

Saftfutter im Winter ist gegen die Natur des Pferdes und ich wüsste jetzt nichts, was dran positiv wäre. Warum also sollte ich?

Magerheu ist ja nicht nur ein Sortenthema, sondern auch ein Bödenthema. Auf Karstböden ist es kein Thema, ein solches zu produzieren, auf feuchten Böden nahezu unmöglich.

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Kraftfutter wird er wohl kaum brauchen, v.a. ein Norweger nicht :D Viel gutes Heu und Mineralfutter, sowie ein Salzleckstein und hin und wieder Saftfutter reicht aus. 

Beim Mineralfutter darauf achten, dass es keinen Zucker enthält, zumindest keinen unnötigen. Kann dir das Iwest Magnostabel empfehlen, das ist nicht billig aber gut. Davon füttert man pro 100kg Körpergewicht 10g MiFu. Bei einem 400kg Pferd also 40g. Das ist nicht viel :) Du kannst dir bei Iwest auch eine Futterprobe bestellen, die ist kostenlos. Das sind 50g mit denen du testen kannst, ob dein Pferd das MiFu überhaupt frisst. Da das Zeug recht konzentriert ist musst du es langsam einschleichen, also erst ein paar Krümel davon und dann steigern. Wenn er es frisst kannst du mehr davon bestellen :) 

Einen Salzleckstein würde ich zusätzlich mit reinhängen. 

Vom Saftfutter her kannst du bis zu 1kg geben, das müsste er gut vertragen. Im Herbst/Winter gebe ich gerne noch Hagebutten dazu, die liefern Vitamine und einige Mineralstoffe. Sonnenblumenkerne bringen Magnesium (gut für den Muskelaufbau) und mit Schalen auch Zink. 

Das Futter würde ich gerade bei leichtfuttrigen Rassen sehr knapp halten. Raufutter muss natürlich zu Genüge vorhanden sein, aber auf Getreide oder "Powermüslis" kann man getrost verzichten. Die wenigsten Pferde leisten das, was ihnen gefüttert wird. 

Dankeschön !! :-)

Also ganz normale Sonnenblumenkerne gleich mit Schale geben ? :D

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@Jessbie98

ja das kannst du machen :) 

Meine Süße bekommt das Iwest Magnostabel, 25g Hagebutten, 20g Sonnenblumenkerne, dazu nen Salzleckstein und Heu ad lib :) Mehr braucht sie auch nicht, da ich nur freizeitmäßig unterwegs bin. Für 1 Stunde Dressur am Tag oder einen 3 Stunden Ausritt braucht ein Araber keinen Hafer :D Wenn wir dann wirklich mehrtägige Wanderritte machen kann man auch umstellen. Aber man sollte immer ehrlich gucken was das Pferd tatsächlich leistet, und nicht, was man sich einbildet oder was man gerne hätte 

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Nein, Kraftfutter braucht er definitiv nicht, wenn du findest das er motiviert ist und nicht zu dünn, ansonsten kannst du ihm etwas Hafer geben. Mineralfutter und einen Salzleckstein halte ich für einen Muss, genau wie 24/7 Heu

Super dankee !! :-)

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