Richtig Leichtraben(Nicht aufspringen.Po weiter nach vorne bringen)

7 Antworten

Dein Problem hat mir auch lange Zeit zu schaffen gemacht... Was mir gut geholfen hat, war Leichttraben ohne Steigbügel.

Mein Problem war, dass ich auch immer über die Beine und nicht über die Hüfte mit den Bewegungen des Pferdes mitgegangen bin und mich dann nicht im Takt meines Pferdes bewegen konnte.

Ohne die Steigbügel war das falsche Aufstehen gar nicht möglich, weil man sich ja nirgends "stehenderweise" nach oben abstützen konnte, sondern sich plötzlich im Rhythmus des Pferdes bewegen musste.

Mein Reitlehrer hat mir auch erklärt, dass die Bewegung weniger dieses "nach oben aufstehen" ist, sondern mehr ein mit dem Oberschenkel nach "vorne rollen". Es ist irgendwie blöd mit Worten zu beschreiben....

Was möglicherweise vielleicht auch ein Grund für falsches Leichttraben sein könnte, dass du deine Füße "falsch" im Steigbügel belastet. Ich hab mal eine Reitstunde mit so Keilförmigen Einlagen in den Steigbügeln verbracht und in der nächsten Stunde war es dann viel besser mit der Traberei.

Die Beine zu weit vorne, wie WesternCalimero schreibt, sind ein weiterer Grund. Da hat es mir eben auch sehr gut geholfen, die Steigbügel mal wegzulassen, weil man (bzw. ich) ohne Steigbügel die Beine dann seltsamerweise automatisch weiter hinten hat. Und dann klappt eben auch die richtige Bewegung.

Ansonsten ist das alles Übungssache.

Eigentlich solltest du auch einen RL haben, der versucht, deinem Fehler auf die Spur zu kommen und dir auch hilft, diese Fehler wieder abstellen zu können. Ich habe glücklicherweise einen sehr erfindungsreichen RL an der Seite, der mir alle möglichen Hilfsmittel an die Seite stellt, damit ich das "richtige" Gefühl bekomme und seine Anweisungen dann auch besser umsetzen kann, weil ich ja dann - zumindest schon mal kurz - gefühlt habe, wie es sich richtig anfühlen müsste.

Meine RL hat auch schon einiges versucht ich musste absteigen dann mich so auf die Kniee setzen und die Bewegung in einer "Trocken Übung" machen aber funktonieren tut es einfach nicht

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@Semmy00

Ich glaube, es ist wirklich eine Sache der Übung und die Bewegung kommt mit der Zeit. Bleib einfach weiter dran und üb weiter, dann wird das schon....

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Dann sitzt Du nicht in der "Schulter-Po-Absatz" - Linie. Wenn Deine Beine zu weit vorne sind, behindert dich das beim leichttraben. Versuche die Beine etwas weiter nach hinten zu ziehen.

LG Calimero

Dafür kann es verschiedene Gründe geben und wenn da Faktoren mitspielen, die Du nicht beeinflussen kannst, könnte es schwierig werden.

  • Ist der Sattel dem Pferd gut angepasst, sodass er auch im Leichttraben ruhig liegt und vor allem im Schwerpunkt liegt? Beides wirkt sich sehr auf Deinen Sitz aus bzw. auf das Gehen des Pferdes. Ein Sattel, der nicht ruhig liegt, wird durch den Impuls des Reiters mit Schwung nach vorne "katapultiert" - natürlich nur in eingeschränktem Rahmen, aber das reicht, um das Pferd aus dem Takt zu bringen. Liegt er nicht im Schwerpunkt und steigt beispielsweise nach vorne an, so setzt er Dich zwangsläufig in den Stuhlsitz und Du kommst gar nicht aus dem Sattel ohne Kraft einzusetzen, was letztendlich zu einem zu "festgehaltenen" Sitz auf Deiner Seite und schließlich zu einem festgehaltenen Rücken des Pferdes führt. Fällt er hingegen (was seltener vorkommt) nach vorne hin ab in seinem Schwerpunkt, so setzt er Dich in den Spaltsitz und Du kommst beim wieder Einsitzen ein gutes Stück zu spät, weil Du beim Aufstehen zu weit nach vorne gezogen wirst.

  • Wird Dir erklärt, wie Du das Pferd sehr gut über den Rücken reitest, bevor Du antrabst, wird in Deinem Unterricht großer Wert drauf gelegt, dass diese Qualität niemals verloren geht oder trägt das Pferd gar Ausbinder? Selbst, wenn das Problem nicht im Unterricht direkt besteht, irgendwo hast Du das gelernt, was Du bisher kannst und sehr oft wird nicht drauf geachtet, dass der Rücken des Pferdes frei schwingt und ein festgehaltener Rücken wird es Dir immer schwer machen.

  • Dann würde ich gerne noch hinterfragen, wie Du leichttraben gelernt hast, denn auch hier gehen die Lehrmeinungen weit auseinander und ich sehe viele Ansätze, die nicht funktionieren, aber auch einen, der zielgerichtet funktioniert: Zum einen ist Leichttraben niemals aufstehen, sondern lediglich ein Zulassen, dass einen das Pferd hebt. Das so lange, bis eine Sitzroutine absolut da ist, das Bein perfekt frei zugreifbar bleibt, sodass ich damit jederzeit in jeder Phase der Bewegung Hilfen geben kann, ebenso mit Händen und Rücken einsatzbereit bin. So lange ich diese Balance nicht entwickelt habe, mache ich NICHTS aktiv, sondern lasse nur passiv zu und fühle mich ein (ok, vor der Wand bremsen ist erlaubt). Erst, wenn ich absolut stabil bin, gebe ich wieder Hilfen. Und dann ist zu beachten: Leichttraben ist ein leichter Sitz, dieses oft gesehene schwungvolle Hüfte nach vorne Schleudern mag dynamisch aussehen, bringt aber rein gar nichts. Wir lernten früher den leichten Sitz im Trab genauso wie das Leichttraben und es sollte kaum ein Unterschied zwischen beiden sein, außer dass man beim Leichttraben näher am Sattel bleiben kann, weil man eben die Bewegung des Hebens zulässt, diese einem etwas Spielraum gibt wohingegen man im leichten Sitz bei dieser Sattelnähe zu leicht mit dem Schambein am Sattel kollidieren würde.

Formen des leichten Sitzes ohne Bügel zu erarbeiten, ist sinnvoll, aber nicht, so lange man noch kämpft, sonst lernt man versehentlich ein klammerndes, sich am Sattel hoch stützendes Knie.

Auch die Sitzsenkrechte mit "Kraft" herzustellen, indem man Beine mit Gewalt dorthin legt, wo es der Sattel nicht tut, führt nur zu einem krampfigen harten Sitz, was sich sofort auf's Pferd überträgt und besser wird gar nichts. Deshalb ist es in Schulbetrieben, die nicht auf passende Sättel achten (oder es aufgrund von "was, so teuer soll eine Reitstunde sein?" nicht können), nahezu nicht möglich, ordentlich reiten zu lernen. Hier muss ein Umdenken erfolgen und dazu sind alle Reitschüler bzw. deren zahlende Eltern aufgerufen: Lieber eine Stunde weniger nehmen, aber dafür mit ordentlicher Ausrüstung auf gesunden Pferden un einem qualifizierten Lehrer als dieser Massenunterricht, der nichts bringt.

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