Richtig behandelt/versorgt durch Rettungsdienst?

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3 Antworten

Naja, ich nehme ja mal an, dass du nicht selber im Rahmen eines dissoziativen Anfalls den Rettungsdienst rufst, sondern das jemand anders für dich erledigt? Aber auch selbst wenn - wann immer jemand glaubt, in Not zu sein und Hilfe zu brauchen, kann er natürlich kostenfrei den Notruf in Anspruch nehmen. Dafür muss auch nichts gezahlt werden. Das kann nur dann passieren, wenn man den Rettungsdienst bzw. Notruf absichtlich missbraucht. Das wäre z.B. der Fall, wenn ein Kneipenbesucher kein Geld für ein Taxi hat und dann die 112 wählt, damit ihn ein Krankenwagen umsonst nach Hause bringt, oder wenn jemand aus Spaß so tut, als wäre z.B. ein Unfall passiert, wo dann zig Blaulichtautos hin fahren. So lange jemand glaubt, Hilfe zu brauchen, ist ein Notruf völlig in Ordnung und ist nicht mit irgendwelchen Kosten verbunden.

Dein anderer Punkt (der wie ich glaube dir der wichtigere ist) ist schwieriger zu beantworten. Zunächst mal kann mal sicher sagen, dass das medizinische Vorgehen der Retter sicherlich nicht unbedingt in Ordnung, jedoch gerade noch akzeptabel ist. Ein bekannter Patient mit häufigen dissoziativen Anfällen, jedoch ohne bekannte Epilepsie (nehme ich mal an?) wird überwacht und ins Krankenhaus gefahren, aber man muss nicht immer Medikamente oder Infusionen geben. Sturz auf den Kopf ohne Symptome wie Amnesie, Übelkeit und Erbrechen - da kann man den Patienten auch mal laufen lassen, insbesondere, wenn bekannt ist, dass die Ursache für den Sturz ein dissoziativer Anfall war, denn bei solchen kommen relevante Verletzungen fast nie vor. Mehr würde man vielleicht bei einem Patienten tun, den man noch nicht kennt, denn da geht man ja vom Schlimmsten, sprich einer Epilepsie aus. Da bist du sozusagen tatsächlich im Vorteil, wenn die Kollegen schon wissen, was mit dir los ist, das spart dir diverse Chemie im Körper.

Sicher nicht in Ordnung ist allerdings der Umgang mit dir als Patient. Ich erlebe das allerdings häufiger - psychische Erkrankungen werden entweder nicht ernst genommen oder betroffene Patienten geradezu feindselig oder abwertend behandelt. Ich denke, dass liegt daran, dass viele Menschen denken "psychisch krank" ist gar nicht wirklich krank, sondern entweder nur simuliert oder verrückt oder wegen Drogen oder sonstwas. Wirklich krank ist demnach nur, wer auch ein messbar krankes Organ hat. Hohen Blutdruck kann man feststellen, Epilepsie im EEG auch, aber schizoaffektive Störung ... verrückt. Psychische Erkrankungen scheinen den geistig "Gesunden" oft so fremdartig, so unvorstellbar, dass sie sich in den Betroffenen nicht hineinversetzen können - und dann gehen sie auf Distanz und kompensieren ihr Unwohlsein mit unpassenden Kommentaren, wie du sie beschrieben hast. Ich will damit derartiges Verhalten nicht entschuldigen, nur erklären. Eine zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie ist dem Rettungsdienst übrigens nur bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung erlaubt. Insofern kann man solche Sprüche getrost als Geschwätz abhaken.

GizmoCat 18.08.2017, 21:01

Danke für die ausführliche und verständnisvolle Antwort.... 

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seit 2011 dissoziative Anfälle die auch schon oft zu Rettungsdienst und Notarzteinsätzen geführt haben

Wenn du seit 6 Jahren diese Art psychische Probleme hast, dann hättest du längst in eine Therapie gehen sollen, bzw dich stationär in eine Psychatrie einweisen lassen, damit dir geholfen werden kann.

Die Rettung ist für AKUT NOT-Fälle gedacht. Nicht aber für Menschen, die sich nicht behandeln lassen (wollen). Noch weniger, wenn man regelmässig, wie du angibst die Rettung ruft, wobei weder dein Leben noch deine körperliche Gesundheit gefährdet ist.

Die Zeit, die du kostest, auf  tatsächliche Notfälle eingehen zu können, kostet evt Menschenleben.

Und JA- wenn Jemand ohne wirklichen Grund, ständig die Rettung anfordert, kann er auch zur Kasse gebeten werden.

GizmoCat 03.07.2017, 16:58

Zu deiner Antwort: ich habe und konnte nie selbst den Rettungsdienst rufen da ich dazu selbst in der Situation nicht in der Lage bin. Und die wo das mit bekommen wissen ja nicht was ich habe.   Eine Therapie mache ich seit 2012 und hatte auch schon mehrere Stationäre Behandlungen.  Das der Notruf nur für akute Notfälle gedacht ist, ist mir auch bewusst.  Suche mir das auch nicht aus...... 

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KittyCat2909 04.07.2017, 01:58
@GizmoCat

Wenn du in Behandlung warst, stellt sich die Frage welcher Art von
dissoziative Anfälle duhast. Epileptische, oder nicht epileptische (psychogenen Anfälle)- evt beide Formen? Leidest du evt unter Borderline?

Fakt ist, dass der Rettungsdienst nur bedingt für dich zuständig ist. Ein längerer Stationärer Aufenthalt wäre dringend angeraten, um festzustellen welche Form du hast, was man dargen tun kann, wie sie zustande kommen und wie man dagegen angehen kann. Die wenigsten Kliniken sind dafür geeignet, um diese Fälle wirklich gut behandeln zu können, geschweige festzustellen an welcher Form man erkrankt ist. Dazu sollte man unbedingt in eine Spezial- Klinik!

Bitte informiere dich dazu in deines Landes entsprechende Stelle, welche Spezial- Klinken für dich in Frage kommen.

Wenn Jedesmal in so einem langen Zeitraum, andere die Rettung rufen, solltest du evt die Betreffenden vorab mitteilen, worunter du leidest und sie zu rechnen haben.

So kann es jedenfalls nicht weiter gehen- weder für dich,- noch für andere.

Alles Gute und bitte lass dir unbedingt helfen!

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DorktorNoth 05.07.2017, 22:49
@KittyCat2909

Ich finde diesen Post unpassend. Dissoziativen Anfälle sind Ausdruck einer psychischen Erkrankung. Diese kann man therapieren, aber das heißt nicht, dass dann auf jeden Fall auch die Anfälle weg sind. Oder hältst du diesen Vortrag auch jedem Diabetiker, der unterzuckert? Motzt du ihm dann an, weil er "schlecht eingestellt ist"? Was ist mit einem Hypertoniker mit hohem Blutdruck? Wird der auch so von dir behandelt?

Nein?

 Und wenn du mir dann bitte noch den Unterschied zwischen einer psychischen und einer körperlichen Krankheit erzählen könntest, die dich berechtigt, eine psychische Erkrankung anders zu behandeln, das würde mich wirklich sehr interessieren.

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Ja. Immer.

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