Richtfunkantennen zur relativen winkelbestimmung zum Sender benutzen?

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2 Antworten

Ja, früher machte man das so.

Das nennt sich "Kreuzpeilung". Die Post unterhielt eine ganze Flotte an Fahrzeugen um Schwarzfunker aufzuspühren:

http://www.imcdb.org/i504200.jpg

Das ist ein Bild aus dem Film "Piratensender Power Play", den solltest Du Dir mal angucken, da zeigen die wie das geht.

Im VW Bus ist ein Spektrumanalyser mit der Antenne auf dem Dach verbunden. Der zeigt ein Diagramm an wie hoch die Feldstärken auf welcher Frequenz sind. Tauchen Sender auf nicht zugelassenen Frequenzen auf, also keine offiziellen Radiosender auf geschützten Frequenzen, dann schaltete man den Empfänger auf diese Frequenz und der zeigte dann auf der X-Achse den Winkel der Antenne und auf der Y-Achse die Signalstärke an.

Dann nimmt man den stärksten Punkt und liest den Winkel auf der X-Achse ab. Das ist der Winkel in Grad zu dem der Bus relativ zum Sender steht. Dann einfach die Ausrichtung des Busses per Kompass bestimmen und man kennt die Richtung aus der der Sender sendet. Die Position des Busses suchte man dann auf einer Karte raus und zeichnete eine Linie von diesem Punkt in Richtung Schwarzsender.

Dann fuhr der Bus ein paar Kilometer woanders hin und das Spielchen wurde wiederholt. Der Schwarzsender befindet sich dann an der stelle, wo sich die Linien kreuzen, daher der Name "Kreuzpeilung".

Um die Sache zu beschleunigen funkt dann ein Bus einen weiteren an und nennt die Frequenz. Der andere Bus antwortet dann mit seinen Koordinaten und Richtung. So kann sofort eine Kreuzpeilung gemacht werden und der Schwarzfunker in unter einer Minute angepeilt werden. Je mehr Busse beteiligt sind, desto genauer das Ergebnis. Je nach Lage des Gebietes war das auf wenige 100m genau. Dann umzingelkten die Busse den Schwarzfunker und peilten aus nächster Nähe um die Position auf wenige Meter festzulegen.

Die Schwarzfunker wehrten sich dagegen durch Beobachter, sah jemand einen gelben Bus, funkte der per CB-Funk den Schwarzfunker an "Der Meßdiener kommt!" und dann war sofort Ruhe, die Post konnte nicht genau beweisen wer das war da die ja nur die erste, ungenaue Peilung hatten, kann also auch der Nachbar gewesen sein. Bis es zur Durchsuchung kam, waren die Geräte längst weit weg versteckt.

Heutzutage siten an strategischen Stellen automatische Messempfänger die durch das Internet verbunden sind. Durch Feldstärke und Phasenlage können die in unter einer Sekunde den Standort auf ca. 10m oder besser genau angeben. Die zeit der gelben Busse ist damit vorbei. Heutzutage kommt dann ein normal aussehender PKW um den letzten Beweis zu dokumentieren. Auffällige ANtennen auf einen Bus voller Equipment braucht man nicht mehr.

Ja, das wird schon seit einem Jahrhundert auch praktisch so gemacht. Und es funktioniert mit allen Antennen, die eine horizontale Richtwirkung haben. Nicht nur mit ausgeprägten Richtfunkantennen.

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