Rheuma Arthritis?

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5 Antworten

Hallo Fleur6,

puh... erstmal durchatmen. Ich kann verstehen,
dass du jetzt aufgeregt bist und ziemlich durcheinander. Macht aber nix.
Ich bin früh wach und habe heute frei. Jetzt gibts nen langen Text und
dann frühstück. :-)

Wir wollen mal alles sortieren

Du
hast Gelenkbeschwerden und die Rheumafaktoren im Blut sind erhöht. Es
ist ein ziemlicher Hammer, wenn man erfährt, dass man vielleicht
irgendwie ernsthaft krank sein könnte. Und dann auch noch ein so
schlimmes Wort wie "Rheuma". Sowas haben doch nur alte, gebrechliche
Omas!
Dazu sei zunächst einmal gesagt, dass man zwar immer ganz
furchtbare Sachen hört und liest, es bei den meisten Menschen aber
ziemlich mild verläuft und außerdem mittlerweile sehr viele
Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Das ist alles erstmal zeitaufwändig
und nervig, man rennt ständig zum Arzt und macht sich Sorgen, aber man
gewöhnt sich recht schnell daran, wenn man erstmal die ersten Schritte
gemacht hat. Und je besser man das kennt, desto einfacher kann man auch
damit umgehen. Also erstmal: keine Panik.

Es ist total normal,
dass du jetzt, wo du in dich hineinhörst, überall Symptome in den
Gelenken findest, die vorher nicht da waren. Das macht nix, es wird sich
in den nächsten Tagen wieder geben.

Was ist Rheuma

Rheumatische Erkrankungen sind autoimmun bedingt.
Das
bedeutet, dass sich das eigene Immunsystem, vorwiegend sogenannte
T-Zellen, gegen körpereigene Oberflächen richten. Beim Rheuma sind das
die Gelenkspalten. T-Zellen erkennen schädliche Dinge an Schnipseln, die
beim  Abbau der Angreifer im Körper entstehen. Sie schlagen dann Alarm
und aktivieren das restliche Immunsystem.
Manchmal kommt es vor,
dass sie versehentlich einen körpereigenen Zellschnipsel für böse halten
und darauf geeicht werden, alles anzugreifen, was so ähnlich aussieht.
Wenn die dusseligen T-Zellen nun einen passenden Rezeptor an einer Zelle
finden, dann meinen sie, dass sie böse Eindringlinge entdeckt hätte,
das Immunsystem wird aktiviert und es kommt zu Entzündungsreaktionen,
die du durch Rötung, Erwärmung und Schmerzen bemerkst.
Das eigentliche Problem ist, dass auf Dauer die Gelenke dadurch schaden nehmen. Die Gelenkflächen verändern sich mit der Zeit.

Rheuma früher und heute

Aus vergangenen Zeiten kennt man noch Bilder von deformierten Fingern
und Zehen, die nach jahrelangem Rheuma schmerzhaft versteift sind und
große Schmerzen machten.
Diese
Bilder sieht man heute so gut wie gar nicht mehr, was an den sehr guten
Behandlungsmöglichkeiten liegt, die uns mittlerweile zur Verfügung
stehen. Man fängt sehr früh mit der Behandlung an, und verhindert so die
Langzeitschäden. Wir sind heute in der Lage, modulierend sehr
spezifisch auf das Immunsystem einzuwirken und die fehlprogrammierten
Abwehrzellen in Schach zu halten, ohne dem Immunsystem insgesamt zu
Schaden.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird anhand
der Symptome und der Krankengeschichte gestellt (Anamnese). Im Blut kann
man Substanzen messen, die typischerweise bei allen Rheumatypen erhöht
sind. Daher nennt man sie "Rheumamarker". Da gibt es auch ganz
spezielle, die nur bei den jeweiligen Unterarten eines Rheumatyps
auffallen.
Das sind sehr spezielle und teure Laboruntersuchung des
Blutes, die nur von Spezialisten angefordert werden, weil es überhaupt
keinen Sinn macht, für mehrere tausend Euro einfach alles durchzumessen,
ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Rheumatologen kennen sich
hervorragend aus und wissen genau, was man mit welchem Wert anfangen
kann.
Der Diagnoseweg ist etwas zeitaufwendig und braucht meistens
einige Wochen. Hier was messen, dann ausprobieren mit einer Therapie,
gucken was passiert, nochmal spzifische Parameter messen, Therapie
eventuell anpassen, wieder warten was passiert... Rheumatische
Erkrankungen haben immer Schübe, in denen es nicht so gut läuft, und
dann wieder Phasen, in denen es soweit ok ist. Deshalb muss man das
immer ein wenig beobachten. Man weiß ja nie genau, wann es von alleine
besser geworden ist und wann es die Medikamente sind. Das kriegt man
aber nach einiger Zeit dann raus.
Das Gute ist aber, dass man meistens sehr schnell eine erste Linderung der Beschwerden erreicht.

Was kannst du tun

Nun, zuerst einmal hast du ja schonmal einen Schritt gemacht und andere Leute gefragt. Das finde ich gut so.
Ich
rate dir aber dringend, dich auf zuverlässige, professionelle Quellen
zu stützen und nicht allzuviel auf Laienschilderungen in irgendwelchen
Foren zu setzen. Laien überschätzen ihr wissen oft und verstehen nicht,
warum Ärzte einen vermeindlich langen Weg gehen, warum Patient A
Medikamente bekommt und Nebenwirkungen hat obwohl Tante B mit
Kamillentee und Kräuterextrakt 100 Jahre alt geworden ist trotz schwerer
Krankheit.
Vertrau in erster Linie mal deinem Arzt, der hat bisher offensichtlich ja schonmal alles richtig gemacht.

Es gibt die "Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V."
Informier dich doch mal auf deren Internetseite, worum es überhaupt geht.
Hier
findest du zum Beispiel eine sehr ausführliche Beschreibung des
Immunsystems, die viel weiter geht, als die paar Zeilen, die ich dir
hier schreibe.
http://dgrh.de/1759.html
http://www.dgrh.de/ (Hauptseite)
Was
du beim ersten Mal nicht verstehst, kannst du ja am nächsten Tag
nochmal lesen. Du wirst immer mehr Durchblick bekommen. Das ist normal.

Es
gibt sehr viele Rheumapatienten und dementsprechend viele
Organisationen, die sich damit beschäftigen. Selbsthilfegruppen zum
Beispiel. Du wirst also sehr viele Menschen treffen können, denen es
genauso geht wie dir.
Dafür ist es jetzt bestimmt noch zu früh, du
bist ja erstmal noch total geschockt. Keine Angst, das geht in wenigen
Tagen vorüber. Sprich mit deinen Freunden und deiner Familie darüber, da
sind bestimmt Leute bei, die dir zuhören und dich unterstützen können.
Und mit denen kannst du das ganze Zeug, das du hörst und liest,
sortieren. Wenn du anderen Leuten erklärst, was du selbst schon
verstanden hast, dann bekommst du auch schnell einen guten Durchblick.

Nächster Schritt

Du
wirst jetzt wohl erstmal auf den Termin beim Facharzt warten müssen.
Wie schon geschrieben wurde, kannst du dabei auf deine Krankenkasse
zurückgreifen, denn die sind seit einem Jahr verpflichtet, einen
Terminservice für Facharzttermine anzubieten. Normalerweise klappt das
sehr schnell, weil es total wenig genutzt wird. Es kann aber sein, dass
du einen Arzt etwas weiter entfernt bekommst, den Arzt kannst du dir
nämlich nicht selbst aussuchen. Aber da du ja eh noch keinen
Rheumatologen kennst, ist das ja auch egal.
http://www.kbv.de/html/terminservicestellen.php

In der Zwischenzeit kannst du aber auch nochmal zu deinem Hausarzt gehen, wenn du Fragen hast. Bei Schmerzen sowieso.
Ich
würde mich an deiner Stelle ein wenig informieren und mir Fragen als
Stichpunkte aufschreiben. Die kann dir der Arzt total schnell
beantworten. Ärzte freuen sich meistens, wenn Patienten so gut
organisiert sind und genau wissen, was sie wissen wollen. Dann kann man
ihnen nämlich auch am besten helfen. Wenn du Angst hast oder was ganz
schlimmes gelesen oder gehört hast, dann darfst du ihm das ruhig auch so
sagen. Er kann dich sicher beruhigen und es hilft ihm zu verstehen, wie
du tickst und was dir gut tun könnte.

Bis auf Weiteres
solltest du vom Hausarzt Schmerzmittel bekommen haben. Ibuprofen,
Diclofenac oder ähnliches. Scheu dich nicht davor, die Medikamente
erstmal zu nehmen. Schmerzen sind ätzend und machen unnötig traurig,
das muss nicht sein. Wenn du länger als 10 Tage Schmerzmittel nimmst,
dann auf jeden Fall in Absprache mit dem Arzt, nicht einfach in die
Apotheke rennen und massenweise Aspirin kaufen. Da muss man halt ein
paar Sachen beachten, dann ist das überhaupt kein Problem.

Für die
rheumatoide Arthritis selbst gibts es eine große Reihe an speziellen
Medikamenten. Da muss man aber erstmal schauen, was da bei dir genau los
ist und ob du sowas überhaupt brauchst. Das kann der Hausarzt nicht,
das muss jemand machen, der den ganzen Tag damit zu tun hat.
Möglicherweise verschwindet das alles nämlich auch erstmal wieder von
allein.

Fazit

Lass den Kopf nicht hängen, die Welt
wird nicht untergehen. Es gibt genug Leute, die richtig viel Ahnung
haben und dir gut helfen können und werden. Und meistens ist am Ende
alles doch halb so schlimm.

Alles Gute!

PS: Wenn du weitergehende Fragen hast, kannst du dich auch per PN melden.

Fleur6 02.03.2017, 19:52

Ich muss sagen, du hast mir echt die Angst genommen! Du liegst richtig, da ich erst 21 bin, bin ich immer davon ausgegangen, dass solche Krankheiten nur ältere Menschen treffen können.. Habe morgen bei meiner langjährigen Heilpraktikerin einen Termin, die selber seit 30 Jahren an Rheuma leidet. Die Krankenkasse wird morgen auch angerufen und die Seiten, die du mir verlinkt hast, haben mein Blickfeld bezüglich des Rheines um einiges erweitert. Ich Danke dir!! Lg

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Hallo Fleur6,

verzweifeln musst du noch nicht, da gibt es weitaus schlimmeres....

Aber ich kann verstehen, dass es dir nicht gut dabei geht und du für jeden Rat offen bist.

Ich kenne da ein Mittel, das sehr gut bei rheumatischen Erkrankungen und auch speziell bei Gelenkschmerzen hilft. Es heißt Rheuamgil und ist rein pflanzlich. Die Tabletten wirken sehr gut gegen Entzündungen und sind somit schmerzlindernd. Der Körper kann sich regenerieren und Bewegungen werden wieder angenehmer. Durch Rheumagil werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und in ein paar Wochen bist du wieder schmerzfrei.

Ich habe die Tabletten dreimal täglich genommen und konnte auch keine Nebenwirkungen feststellen.

Zusätzlich kannst du noch auf deine Ernährung achten, dann dürften die Entzünungswerte wieder deutlich fallen. Also möglichst keine tierischen Fette usw., Ernährungstipps findest du auch im Internet.

Ich wünsche dir alles Gute und Kopf hoch, ist alles nicht so schlimm.

Fleur6 02.03.2017, 19:55

Vielen Dank für den Tipp! Falls Schmerzen auftreten sollten, werde ich darauf zurückgreifen. Schönen Abend noch und liebe Grüße

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Ein Facharzttermin darf nicht länger als 4 Wochen dauern. Rufe Deine KK an und frage nach Alternativen !

Das kenne ich zu gut......

Wichtig ist, ein nachweisbarer Rheumafaktor im Bluttest ist keine Garantie dafür, das sie Erkrankung vorhanden ist!!!!

Fleur6 02.03.2017, 19:53

Genau.. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich hoffe inständig dass es dafür eine simple Erklärung gibt. Lg

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lass dein Blut untersuchungen..das kann auch der Hausarzt....

gegen Rheuma kannst du was tun , auch wenn Harnsäure da kannst du was tun..auch Essensumstellung..

mach dich nicht verrückt.....gegen fst ALLES ist ein Kraut gewachsen

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