Rhesusfaktor und Schwangerschaft - Verständnisproblem (Medizin, Biologie)

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3 Antworten

Körpereigene Antikörper sind nicht "schlecht". Ohne Antikörper würden wir nicht überleben. Sie sind so etwas wie die Sicherheitspolizei in unserem Körper und schützen uns vor Krankheiten und allen möglichen Eindringlingen.

Der Rhesusfaktor ist weder gut noch schlecht, man hat ihn oder hat ihn nicht. Er is einfach nur ein Merkmal unseres Blutes. Wenn man ihn hat ist man Rhesus positiv, wenn man ihn nicht hat ist man Rhesus negativ .

Wenn die Mutter ihn nicht hat, wie in deinem Beispiel, erkennt ihr Körpereigenes Immunsystem Rhesus+ Blut einfach als Fremdkörper an und bildet Antikörper gegen das "Fremde unerkennbare Zeug", wie gegen jeden anderen Eindringling. Das ist für die Mutter und das erste Kind erstmal nicht wirklich schädlich, da dieser Vorgang meistens erst während der Geburt stattfindet. Das Kind ist da schon längst raus, bevor die Antikörper schaden an ihm anrichten können. Und die Antikörper in der Mutter, also die Hauseigenen, sorgen dafür das, dass fremde Blut im Körper der Mutter schnell abgebaut wird. Hier entsteht also auch kein Schaden, allerdings werden die Antikörper "gespeichert".

Unser Immunsystem hat so etwas wie einen intelligenten Speicher. Einmal eine Krankheit gehabt und Antikörper dagegen gebildet wird der Bauplan für diese Antikörper und der Antikörper selber gespeichert (Daher funktioniert auch überhaupt erst das Impfen).

Wird die Frau nun erneut schwanger, erkennt ihr Körper diesmal sofort das Blut des Kindes von der ersten Schwangerschaft - "Hey, da ist der Eindringling von damals wieder !" und bildet Antikörper gegen das Kind. Ihr Immunsystem indentifiziert das komplette Kind als Fremdkörper. Daher muss man Anti-D also Anti-Rhesusfaktor-Antikörper geben, die über den Zeitraum der Schwangerschaft diese speziellen Rhesusfaktor Antikörper im Körper der Mutter still legen. Es ist also eigentlich ein super gutes System, hat nur leider an dieser Stelle ein paar macken :)

Von der Namensgebung der ganzen Sache sollte man sich auch nicht verwirren lassen. Der Typ der das ganze Ding nach einer Affenart benannt hat war eindeutig nach ganz bei Sinnen ;)

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen, lieben Gruß

artemus 02.12.2013, 11:38

das kind wird übrigens nicht als fremd,fremdkörper oder eindringling erkannt,auch werden die irregulären antikörper nicht erst während der 2. schwangerschaft gebildet,sondern sind dann schon vorhanden (vorausgegangene ss einer neg. mutter mit pos. kind ohne oder nicht ausreichende rhesus-prophylaxe). das problem ist,dass diese antikörper (klasse IgG) planzenta-gängig sind,und so in den blutkreislauf des kindes gelangen können. dort kommt es zu einer antigen-antikörper-reaktion und aufgrund des großen überschusses der antikörper zu einer massiven hämolyse,die eben den tod des ungeborenen verursachen kann. es ist eine spezifische reaktion bezogen auf ein (erythrozytäres) merkmal,nicht auf das ganze kind an sich.auch werden durch die rhesus-prophylaxe nicht bereits vorhandene D-antikörper der mutter "still gelegt". die rhesus-prophylaxe soll eine antikörperbildung VERHINDERN (darum auch der name) und kann keine bereits vorhandenen antikörper abbauen,neutralisieren oder verschwinden lassen. hat die mutter anti-D nachweislich gebildet,so ist D-immunglobulin sinn- und wirkungslos.

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ToniStark 02.12.2013, 19:48
@artemus

.... Danach war nicht gefragt. Ich habe versuchst das System zu verständlich zu erklären für jemanden der sonst nichts mit der Materie zu tun hat. Absolut unnötig dein Kommentar.

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artemus 03.12.2013, 05:31
@ToniStark

selbstverständlich war danach gefragt: "Körpereigene Antikörper sind also schlecht, injizierte aber gut - tell me why?" (im gegensatz zu deinem rhesus-affen,aber deswegen mach ich auch keinen aufstand) Ich habe nur das richtig gestellt,was aus deiner antwort nicht korrekt bzw. einfach falsch war,das system kann man nämlich auch einfach UND richtig erklären! also brauchst du jetzt nicht einen auf beleidigt machen, es geht hier nicht um dein verletztes ego,sondern um die frage,die gestellt wurde,und die (korrekten!) informationen die der fragesteller zu dem thema wünscht. schon vergessen?

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das verabreichte anti-D-immunglobulin schädigt nicht das kind und verhindert eine sensibilisierung der mutter gegen D,d.h. gelangen kindliche pos. ery in den kreislauf der neg. mutter,wird das D von erys durch die rhesusprophylaxe sozusagen "maskiert" und es findet keine antikörperbildung statt. die gespritzte prophylaxe wird vom körper der mutter nach ein weile von selbst abgebaut,darum muss sie auch bei jeder weiteren schwangerschaft wieder erneut durchgeführt werden. die vom körper selbst gebildeten irregulären antikörper verschwinden nicht wieder von selbst wenn sie einmal vorhanden sind.

Hallo, Wie Du schon richtig schreibst, bildet eine Rhesus negative Mutter ggf. Antikörper (also Abwehrkörper) gegen das Blut des nächsten Rhesus positiven Kindes. (Bei einem Rhesus negativen Kind würde das im übrigen nicht passieren).
Hier werden keine Antikörper injiziert, sondern ein Stoff, welcher verhindert dass das ggf. Rhesus positive nächste Kind geschädigt wird, da der Körper ja nach dem 1. Rhesus positiven Kind Abwehrkörper gebildet hat. Würde das nicht gemacht, bestünde die Gefahr dass das zweite Rhesus positive Kind schwerst geschädigt zur Welt kommen könnte. Das wäre ungefähr so, als würdest Du eine falsche Blutkonserve bekommen....

Antica 13.01.2014, 08:57

DH für die beste Antwort (bin eine Rh negative Mutter mit 3 Rh positiven Kindern)

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