Rheuma, Arthritis, Gicht. Depression/ Psychotherapie?

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7 Antworten

Hallo lamv,

vielleicht wäre tatsächlich für Deine Mama eine "räumliche Veränderung" ganz hilfreich. Also ich meine hier eine Klinik. Damit sie vielleicht auch unter Leute kommt (mit gleichen/ähnlichen Problemen) und wo sie auch vielleicht wieder etwas *gefordert wird* und vor allem einen Umgang mit ihren Erkrankungen erlernen darf (Hoffnung aufbauen).

Hierfür bist Du eher weniger geeignet. Vor allem, weil Du die Tochter bist. Und ich glaube, das kaum eine Mama "schwach" gegenüber des eigenen Kindes sein mag. Und daher wird oft abgeblockt (vielleicht).

Ich selbst bin in einer "Nachbarklinik" gewesen. Im Grunde besteht Bad Wildungen (Hessen) gefühlsmäßig nur aus Kliniken.
http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-lva-rheumaklinik-bad-wildungen

Unter anderem mit der "Rheumaklinik" (weiß aber nicht genau, ob es diese war), haben wir am Wochenende Ausflüge unternommen und sie sprachen im Grunde alle positiv über die Kliniken. Egal welche es war.  Oder eben so gar nicht gut. Es gab kaum etwas dazwischen.....

Was ich bei der genannten Klinik gelesen habe, dass es keine Einzelgespräche wohl gibt. Ich weiß nicht, ob nur für jenen Menschen oder allgemein. Und hier wäre es abzuklären, wie wichtig für Deine Mama Einzelgespräche auch wären (zum Beispiel um ihre Ängste/Sorgen auch nennen zu dürfen. (Umgang mit den Erkrankungen) zum Beispiel. (Doch, steht unter "Therapie" beim letzten Punkt auf der Homepage.)

Auf der Homepage lese ich etwas von "Privatklinik"
http://www.rheumaklinik-bw.de/
Allerdings auch Deutsche Rentenversicherung.
Nichts darüber, was bei der Antragsstellung beachtet werden muss.

Nachteil: bis zur Aufnahme kann es schon von Antragsstellung bis Aufnahme ca. 1 Jahr dauern. Das ist in der Regel bei jeder Reha-Klinik so.

Aber vielleicht wäre es trotzdem hilfreich für Deine Mama (diese oder andere Reha-Klinik) um einen Umgang mit ihrer Erkrankung zu finden.

Lieben Gruß an Dich (an euch)

Deine Mutter ist mit 56 in den Wechseljahren, und sie hat ständig Schmerzen. Eines allein reicht schon, um in ein schwarzes Loch zu fallen, beides zusammen macht sie psychisch und physisch kaputt. Da du von deinem Vater nichts schreibst nehme ich an, dass sie allein lebt? Dann hat sie nicht nur das Gefühl alt zu werden, sondern auch noch dass sie nicht mehr gebraucht wird. 

Ich habe etwas ähnliches im Bekanntenkreis erlebt. Ich hatte die Frau immer bewundert: Scheidung, obwohl 2 kleine Kinder da waren, der zweite Ehemann früh gestorben, die Kinder mit Hilfe der eigenen Mutter groß gezogen, zuletzt die Mutter gepflegt, die ganze Zeit voll berufstätig. Dann ging sie in Rente, die Kinder aus dem Haus, die Mutter verstorben.  Jeder dachte, nun genießt sie noch ihr Leben. Statt dessen lag sie tagelang im Bett, aß und trank nur ungenügend, vernachlässigte sowohl die Körperpflege als auch ihre Wohnung. Söhne und Schwiegertöchter versuchten alles, bis sie niemanden mehr in ihre Wohnung ließ. Mittlerweile ist sie verstorben.

Du kannst nicht viel ändern, schließlich kannst du ihr keine Aufgabe aufzwingen. Und du kannst sie auch nicht zwingen, eine Therapie zu machen. Nur weil du es möchtst wird sie kein Arzt behandeln, wenn sie es ablehnt. Dazu bräuchtst du eine Vollmacht als Betreuer, und die wirst du nicht bekommen. 

Was mich zu der Frage bringt: Hast du von ihr unterschriebene Vollmachten, mit amtlicher Beglaubigung, dass du ihre Angelegenheiten regeln kannst? Vollmacht für Ihre Bankkonten, Gesundheitsvorsorge (Unterschrift vor Operationen), Kündigung des Mietvertrag,  Unterbringung im Heim, usw? Nur weil du der Sohn bist hast du keinerlei Rechte, du darfst nicht mal ihre Post öffnen. 

Ich hatte sowohl von meiner Mutter (musste nach einem Sturz mit 95 innerhalb von 14 Tagen in ein Pflegeheim), als auch von meinem Mann (hatte mit 60 eine Hirnblutung und ist seitdem Pflegefall) eine Generalvollmacht. Ohne die wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Ich würde an deiner Stelle mal mit dem Hausarzt reden. Er unterliegt zwar der Schweigepflicht, kann dich aber trotzdem beraten. Frage ihn wegen der Depressionen und der Schmerztherapie. Und ja, er kann sie mit Medikamenten dauerhaft einstellen, wenn nicht, wird er sie zu einem Facharzt überweisen. Es sollten aber immer alle Fäden bei ihm zusammen laufen, das ist wegen der Medikamente wichtig. 

Ich wünsche dir für die Zukunft viel Kraft und gute Nerven. Versuche zu akzeptieren, dass deine Mutter trotzdem noch ein Recht darauf hat, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es möchte. Ich habe für und mit meinem Mann 13 Jahre gekämpft, dass er nicht bettlägerig wird. Vor einem Jahr habe ich den Kampf verloren. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren.

Danke für deine Antwort. Ich bin die Tochter und weswegen würde ich die Vollmacht als Betreuer nicht bekommen? Was für Rechte ich habe weiß ich, aber es ist sehr aufmerksam und nett von dir. Manche Dinge durfte ich schon kennenlernen durch Angehörige. Auch wenn ich vom Fach bin, es gibt selbst schlaflose Nächte bei mir, bei denen ich völlig hilflos bin, absolut nicht weiß was ich tun soll- weil ich noch keine Erfahrung gemacht habe, wie es ist, wenn die eigene Mutter aufeinmal so abbaut. 

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Ich kann deine Mutter verstehen. Rheuma und Co. ist wirklich nicht angenehm.

Ich habe aufgrund meiner Schuppenflechte als Folgeerkrankung Rheuma was sich bis jetzt nur auf meine Wirbelsäule beschränkt aber mit der Zeit sich immer weiter ausbreiten wird. Ich bin erst 43.

24 Stunden am Stück nur schmerzen, wo normale Schmerzmittel nicht mehr helfen, und egal ob man steht, sitzt oder liegt, es wird einfach nie besser. Man kann nicht richtig schlafen, weil man nicht weiß wie man sich richtig hinlegen soll usw.

Man ist in der Hausarbeit eingeschränkt weil man nichts mehr so bewegen kann wie man möchte, es fehlt einem die Kraft, und eben diese dauernden schmerzen. Klar heißt es in der Physio viiiiel bewegen, aber versuch mal was zu bewegen was nur noch mehr schmerzt, und heilen tut es ja auch nicht. Es soll ja nur verhindern, das die Gelenke noch mehr versteifen. Ich kann z.B. keine bückenden Tätigkeiten mehr ausführen, weil ich dann vor lauter schmerzen nicht mehr hoch komme, egal wie sehr ich mich anstrenge. Natürlich versuche ich noch dagegen anzukämpfen, aber ich weiß jetzt schon, das auch bei mir irgendwann der Zeitpunkt kommen wird an dem ich mich aufgebe und keine Lust oder auch keine Kraft mehr haben werde dagegen an zu kämpfen.

Tja, aber was kann man dagegen tun. Wenn es meine Mutter wäre würde ich sie zum Arzt quasi schleifen, ohne widerworte. Ich würde alle Arzttermine mit ihr zusammen wahr nehmen, denn dann kann sie sich nicht mehr rausreden das sie ja beim Arzt war, weil man selbst ja immer mit dabei war. Wenn man selbst auch berufstätig ist muß man sich halt was einfallen lassen, wenn einem die Mutter nicht egal ist.

Fragen ist übrigens immer der falsche Weg. Man muß sie vor vollendeten Tatsachen stellen. Z.B. ich habe mir für Mittwoch frei genommen, damit ich mit dir zusammen zum Arzt kann.

Meine Nachbarin hat ihren Opa immer vor die Entscheidung gestellt: Wenn du das nicht machst mußt du in ein Heim, weil ich das nicht mehr kann und du alleine nicht mehr in der Lage bist. Das hat bisher immer funktioniert.

Ich hingegen hatte meinem Vater gedroht, das wenn er nicht zum Arzt geht, dann komm ich persönlich bei ihm vorbei und schleif ihn dahin, ob er will oder nicht. (Mein Vater weiß aber das das bei mir keine leeren Drohungen sind und ich das wirklich gemacht hätte, also ging er zum Arzt)

Das problem ist, du kennst deine Mutter besser und jeder Mensch ist anders. Versuche verschiedene Methoden, z.B. auch das es dir weh tut zu sehen wie sie sich aufgibt usw. Versuche eventuell noch jemanden ins Boot zu holen, der dir unterstützend zur Seite steht. Versuche ihr beim Haushalt zu helfen. Und wenn sie was sagt, dann mach ihr klar das dadurch, das sie sich nicht wirklich helfen lassen will sie die Hausarbeit eben nicht alleine kann, und du nicht willst das sie so verwahrlost vor sich hin wohnt.

Ob hier etwas hilfreiches bei ist weiß ich nicht, ich hoffe es sehr. Aber mehr wüßte ich jetzt auch nicht. Zeige ihr auf jedenfall, das sie dir nicht egal ist, vielleicht gibt ihr das wieder etwas Kraft. Manchmal dauert es eben bis das die das Begriffen haben.

Eine Ferndiagnose ist schwer zu stellen. Einige der Symptome, die Du beschreibst, könnten sowohl auf Depressionen als auch auf eine beginnende Demenz hinweisen. Bei der Depression fehlt der Antrieb, bei der Demenz, die als Begleitsymptom auch depressive Verstimmungen beinhalten kann, stehen Vergesslichkeit und Abbau der Persönlichkeit eine Rolle.

Im direkten Kontakt zum Arzt, ggf. auch durch testpsychologische Untersuchungen wird der Unterschied deutlicher werden. Eine Depression lässt sich psychotherapeutisch und medikamentös behandeln. Eine Demenz kann durch gezielte Aktivierung -ohne Überforderung!- und in geringem Maß auch medikamentös beeinflusst werden.

Rheuma und Arthrosen werden oft mit Kortison und Ibuprophen behandelt. Eine Ausheilung ist nicht möglich. Es gibt auch noch eine Reihe moderner Antirheumatika. Ob die indiziert ist, kann am besten der Rheumatologe beurteilen. Leider haben alle Medikamente nicht nur die gewünschten sondern auch weitere Wirkungen, nämlich Nebenwirkungen. Es ist oft nicht leicht zu entscheiden, wie das austariert werden kann.

Ich bin voll Berufstätig... Ich denke ich will vieles nicht wahrhaben oder akzeptierendes und denke jeden Abend an diese Situation, es macht mich fertig sie so zu sehen. Ich bin knapp 30 und das passiert alles so schnell. Ich habe fest gehofft und wollte zwanghaft Demenz ausschließen, wollte gar nicht dran denken. Ich bin euch jedenfalls sehr dankbar für eure Antworten. Wir sind zu dritt und meine Mutter lebt seit letztes Jahr alleine, der jüngste ist ausgezogen. Meine Eltern sind schon sehr lange geschieden. Ich komme mit der gesamten Situation nicht klar, ihr geht es dennoch sehr schlecht, aber sie lässt sich nicht helfen und blockt wirklich alles ab. Die Physiotherapie zB hat sie ja noch nie probiert. 

Die eigene Mutter so zu sehen.. ich habe nur Angst, dass es schlimmer wird und ich möchte mit ihr versuchen etwas gegen Schmerzen und Unwohlsein zutun. Aber nur von Couch zum HA, finde ich, ist keine Lösung. 

Ich würde ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik empfehlen. Dort kümmert man sich um Körper, Geist und Seele. 

Auch durch Medikamente kann man Depressionen bekommen!

Scheiß Situation tut mir auf jeden Fall leid für dich.. es ist schwer jemanden so abbauen zu sehen. Ich wünsche dir alle Kraft der Welt das mit ihr durchzustehen

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