Rettungstreffpunkte/Unfall im Wald - Warum ortet man nicht einfach das Handy?

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11 Antworten

Bei uns wurden Versuche mit der Handyortung gemacht. Dabei hat man herausgefunden das diese Ortung gern mal Abweichungen von mehreren Kilometern hat. Es gibt in den Wäldern auch ganze Bereiche wo es keinen Handyempfang gibt. Das nicht nur in den Tälern im Bergland sondern auch in vergleichsweise flachen Ländern wie Brandenburg.

Die Rettungspunkte sind so gewählt das dort in aller Regel ein Handyempfang möglich ist. Sie bieten sich also als Ausgangspunkte an.

Einfach in den Wald fahren ist auch nicht wirklich sinnvoll. Die Qualität der Wege kann sich je nach Witterung oder Jahreszeit schnell ändern. Da wo gestern noch alles befahrbar war sind heute ein Schwarm Holztansporter durch gefahren und der Weg ist als solcher nicht mehr wirklich zu erkennen. Ein Grund weshalb wir bei Waldbränden verstärkt Motorräder oder Quads als Erkunder einsetzen.

GPS-Ortung wäre eine Möglichkeit. Hat aber im Wald auch so ihre Tücken, frag mal Geocacher. Außerdem ist die Frage welches der beste Anfahrtsweg ist damit auch nicht geklärt. Mal abgesehen das ich die Daten ja auch irgendwie übermitteln muss und wenn kein Empfang dann auch kein Senden.

Wir sind in Deutschland was den Rettungsdienst betrifft aber auch mehr als verwöhnt. Innerhalb von 15 min ist eigentlich an fast jedem Ort ein Rettungsmittel vor Ort. Fahre nur mal nach Skandinavien, dort ist es selbst in den relativ dicht besiedelten Küstenstreifen nicht unüblich das die Retter eine halbe Stunde brauchen. Sollte dann noch Verstärkung notwendig sein kannst du dich auf das doppelte einrichten.

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Warum ortet die Leitstelle nicht einfach das Handy und schickt die Sanitäter bzw. die Feuerwehr direkt an die geortete Stelle?

Du überschätzt die Möglichkeiten einer Rettungsleitstelle. Eine präzise Ortung - die gerade im Wald unbedingt erforderlich ist - bedarf eines ziemlichen Aufwandes mit ziemlich hohen Kosten. Das Rückrechnen über die Zellen wäre zwar möglich, reicht aber nicht aus und dauert auch.

Wirklich präzise ist das IMSI-Catchen, ist aber nichts für Notfälle und Zeitdruck.

Ich persönlich kenne einen einzigen Fall, bei dem mit der groben Handyortung ein Mensch gerettet werden konnte. Das war aber auch  nur deshalb möglich, weil die volle Netzabdeckung vorhanden und der Hilfebedürftige auf einem befahrbaren Waldweg war. Die elektronische Suche dauerte aber weit über eine Stunde. 

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1) wird der Rettungstreffpunkt nicht nur für einen Rettungswagen angelegt sein, sondern vielleicht auch für die Feuerwehr. Es wissen also alle Rettungskräfte, wo sie hin müssen. 

2) Was nützt eine Fahrt durch und über Waldwege? Es ist ja gerade so, dass im Wald gerne querfeldein gelaufen wird. 

3) Die Ortung ist eben nicht zentimetergenau. Solche Empfangsgeräte für Satellitendaten gibt es nur bei den Vermessungsämtern. 

4) In vielen Waldgegenden gibt es überhaupt keine Antennenmasten in Reichweite, so dass noch nicht einmal eine vernünftige Triangulation möglich ist. 

5) Es macht natürlich Sinn, einfach schon eine App auf dem Handy zu haben, die einem die Koordinaten anzeigt. Kann ich eine Rettungsstelle anrufen, kann ich noch sprechen; dann aber kann ich auch bestimmt noch die Koordinaten durchgeben. 

6) OK, bei einem abgebrochenen Notruf ist eine reine Ortung natürlich sinnvoll, aber dann? Ist es ein Überfall, ein Waffenlagerfund, ein Waldbrand, eine verletzte Person? Ist jemand am Weiher ertrunken oder am Ertrinken oder versinkt im Moor? Wer soll also wohin kommen? 

7) Ich vermute mal, dass es, wie bei der Suche aus der Luft, auch am Boden ein bestimmtes Suchraster gibt, nach dem Retter vorgehen. 

8) Vielleicht ist das Rettungsstützpunktnetz ja auch noch im Aufbau. Ich habe solche Hinweise, meine ich, erstmals letztes Jahr überhaupt gesehen. 

9) Grundsätzlich sind Idee und Umsetzung ja nicht schlecht, obwohl es früher auch ohne solche Unterstützung ging, einfach, weil es keine Handys gab. Niemand hat sich deshalb einen Kopf gemacht. Und die Leute sind auch nicht gestorben wie die Fliegen. 

Es entwickelt sich natürlich auch eine Vollkaskomentalität, aber wer Angst hat, muss ja nicht im Wald herumstromern oder bleibt einfach auf dem Waldweg. 

Bestes Gegenbeispiel sind ja Skifahrer, die gern abseits markierter Pisten fahren und sich dann wundern, wenn sie von einer Lawine verschüttet werden, aber hoffen, dass sie jemand aus der misslichen Lage befreit - mit welcher Begründung? 

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Kommentar von reconciliation1
12.10.2016, 11:11

Es wird schon seit vielen Jahren daran gearbeitet: Es gibt inzwischen allein in Bayern über 12.000 Rettungspunkte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rettungspunkt

Was soll das für ein Suchraster sein? Du meinst GPS-Koordinaten?
Kann man die GPS-Koordinaten feststellen, wenn man am Unfallort oder in der Nähe Handyempfang hat? Dann könnte man ja diese Koordinaten durchgeben? Wäre schon mal besser als den ungefähren vermuteten Standort anzugeben. Wenn man alleine ist und man nicht mehr gehen kann, bleibt einem ja fast nichts anderes mehr übrig?

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Kommentar von TheGrow
12.10.2016, 13:19

Hallo ramay1418,

ein sehr guter Beitrag.

Zu Nummer 5) hätte ich noch eine Ergänzung:

Es macht natürlich Sinn, einfach schon eine App auf dem Handy zu haben, die einem die Koordinaten anzeigt

Für Clubmitglieder des ADAC bietet sich die ADAC-App an, die den Standort (auf ca. 10 Meter genau) per einfachen Knopfdruck an die Leitstelle des ADAC weiterleitet, die dann ihrerseits diese an die zuständige Leitstelle der Polizei/Rettungsdienste weiterleiten kann.

Einige Versicherungen wie die HUK bieten inzwischen vergleichbare Apps an.

Ich persönlich verwende auf meinem Android-Handy die App "AdresseFinden" Diese App arbeitet ebenfalls auf 10 Meter genau, zeigt zwar ungünstigerweise keine Koordinaten an, aber dafür innerhalb der Stadt nicht nur den Straßennamen, sondern sogar die Hausnummer an. Das besonders gute an der App ist, dass sie ermöglicht den genauen Standort per SMS, Whaats und per Mail zu übermitteln.

Zwar haben alle mir bekannten und von mir genutzten Apps den Nachteil, dass keine direkte Übermittlung an die Notrufleitstellen erfolgt, aber wenn man aufgrund von fehlender Ortskundigkeit bzw. weil man sich wie im Fall der Fragestellung mitten im Wald befindet, nicht in der Lage ist die genaue Position zu benennen ist, kann so eine App sehr Hilfreich sein.

Ich persönlich habe mir die App "AdresseFinden" besorgt, weil ich einmal die Feuerwehr rufen musste weil ein Firmengebäude in voller Ausdehnung brannte, ich der Feuerwehr aufgrund fehlender Ortskenntnisse nur ganz ganz grob benennen konnte, wo ich mich befand. Das Einzige präzise, was ich der Feuerwehr mitteilen konnte war: "Ich weiß zwar nicht genau wo ich mich befinde, aber wenn Ihr in Richtung XYZ fahrt könnt Ihr die riesen Rauchsäule nicht übersehen".

Sowas passiert mir nicht nochmal. Mit der App kann ich nun jederzeit meinen Standort genau übermitteln.

Nur mal so nebenbei. Ich nutze die App regelmäßig, wenn ich in einer fremden Umgebung mein Auto abstelle. Einmal kurz die App starten, Adresse in den Familienchat von WhaatsApp posten und schon ist sichergestellt, dass man auch das Auto wiederfindet (Wenns nicht gerade gestohlen oder abgeschleppt wird) !

(Sorry, sollte eigentlich nur ein Zweizeiler werden, ist aber ein etwas längerer Text geworden)

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Eine Handyortung darf aus rechtlichen Gründen nur bei konkreter Gefahr für Leib und Leben erfolgen, zB. bei Suizid.
Und eine Ortung ist nicht punktgenau sondern hat einen Radius von 2 km. Diese 2 km muss man dann noch selbst absuchen.

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Der Sinn der Rettungspunkte ist, dass an diesen Punkten ein Mobilfunkempfang weitgehend garantiert ist.

Wenn man mit dem Handy Empfang im Wald hat...

Das weiß man aber vorher nicht.

Da ich mit meinem Hund sehr viel in einsamen Gelände unterwegs bin habe ich die App "Hilfe im Wald" auch auf dem Smartphone. Glücklicherweise aber noch nie gebraucht.

Die Ortung eines Handys funktioniert über die Datenauswertung verschiedener (mindestens drei) Funkzellen. Je weniger Funkzellen zur Verfügung stehen und je schlechter der Empfang ist um so ungenauer sind die Ortsdaten, dies kann mehrere hundert Meter ausmachen.

Das heißt, dass die Rettungskräfte im schlimmsten Fall an einer völlig falschen Stelle suchen und dadurch sehr viel wertvolle Zeit verloren geht.

So „gut“ wie es in Städten und Ballungszentren aussieht, umso weniger gut sieht es in ländlichen Gebieten aus. Man kann sich vorstellen, dass in ländlichen Gebieten, weil dort weniger Menschen leben und auch somit weniger telefonieren möchten, die Netzbetreiber weniger Masten aufgestellt haben. Aus diesem Grund haben die Erfahrungen einen Mittelwert von 3000 Metern ergeben. Selbstverständlich können sich hier auch besser, aber auch schlechtere, Ortungswerte erzielt werden.

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Die Ortung des Handys ist tatsächlich ungenau. Einfacher ist es, mit dem Handy die eigenen GPS-Daten (die bei mir immer auf 5 m genau sind) zu senden und dann den Notruf aufzubauen. Eine App dafür ist Echo112 (<https://www.echo112.com/?language=de>).

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Möchtest Du den Standort einer Person über sein Handy orten, spielt hier zum Beispiel der Datenschutz mit rein. Denn die Ortung des Standorts über Handy kann sehr schnell missbraucht werden, beispielsweise von Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter kontrollieren wollen oder von eifersüchtigen Ehepartnern. Es kann also auch sehr viel Unfug damit gemacht werden, wenn pauschal diese Funktion vorhanden ist.

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Kommentar von reconciliation1
12.10.2016, 10:26

Wenn sich einer mit der Motorsäge ins Bein gesägt hat, ist mir der Datenschutz in dieser Situation erst mal relativ egal.

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Weil weder die Polizei noch eine Rettungsleitstelle normlerweise direkt ein Handy orten kann.

Das kann nur der Provider und der will Geld dafür, so um die 110 bis 190 Euronen pro Ortung.

Zudem machen die das nur, wenn die einen richterlichen Beschluß bekommen, der besagt, dass das Handy zu orten ist. Also erstmal fein Richter anrufen, der muss beschließen, was schreiben, faxen und dann kann man das machen, das dauert erstmal.

Und von dem bekommt man nicht die genaue Position, sondern die Position des Sendemastes und die Gradangabe der Richtung vom Sendemast zum Handy.

Irgendwo auf einer Linie von ein paar Kilometerchen ist dann das Handy, da sucht man sich immer noch den Wolf je nach Gegend. Hilft zwar ein bischen, aber so einfach hinschlappen zum Handy ist immer noch nicht drin.

Da ist es besser und bedeutend schneller (und erheblich billiger), jemand begibt sich zu einem Ort, an dem er leicht gefunden werden kann und lotst Rettungskräfte dann zum Unfallort.

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Eine Handyortung dauert oft lange und muss rechtlich abgeklärt werden.

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Ganz einfach, weil man im Wald nicht unbedingt ein Netz zur Verfügung hat. und die Rettungspunkte bekannt sind.

Eine Handyortung dauert auch eine gewisse Zeit und die ist dadurch unnötig verschwendung, wenn es um ein Menschenleben geht.

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Kommentar von reconciliation1
12.10.2016, 10:23

Habe ich doch geschrieben, funktioniert natürlich nur da wo es ein Netz gibt. Inzwischen gibt es doch relativ viele Stellen im Wald, wo man Handyempfang hat. Man bräucht ja nicht die 5 km fahren, sondern nur die paar Meter zu der Stelle, wo man Empfang hat. Und dann trifft man sich an der Stelle mit dem Sanitäter.

Wie lange dauert denn eine Handyortung? Sekunden - Minuten - Stunden?

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