Rettungssanitäter/Rettungsassistent/Notfallsanitäter?

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  • Rettungssanitäter: nicht geschützte Berufsbezeichnung, nach einer Bund-/Länder-Übereinkunft von 1977 eine organisationsinterne Ausbildung von 520 Stunden mit staatlich anerkannter Prüfung. Die Ausbildung ist ausgerichtet auf "die Patientenbetreuung beim Krankentransport und auf die Fahrer- und Helferfunktion bei der Notfallrettung" (beispielhaft aus RettSanAPO Nordrhein-Westfalen). Die Qualifikation des RettSan war bis zur Einführung des Rettungsassistentengesetzes 1989 die höchste nicht-ärztliche Ausbildung im Rettungsdienst und beinhaltete damals durchaus auch eigenständige notfallmedizinische Invasiv-Maßnahmen, wie i.v.-Zugang und Intubation. Sie wurde seitdem von den Anforderungen etwas heruntergeschraubt, der Rettungssanitäter wird in der Notfallrettung mittlerweile als Teammitglied unter Führung eines Rettungssassistenten eingesetzt.
  • Rettungsassistent: geschützte Berufsbezeichnung (früher im RettAssG, jetzt im NotSanG), staatliche Prüfung nach einer Ausbildungszeit von ca. 2 Jahren. Diese Ausbildung wird seit 1.1.2014 nicht mehr angeboten! Die Ausbildung qualifizierte "als Helfer des Arztes insbesondere dazu, am Notfallort bis zur Übernahme der Behandlung durch den Arzt lebensrettende Massnahmen bei Notfallpatienten durchzuführen, die Transportfähigkeit solcher Patienten herzustellen, die lebenswichtigen Körperfunktionen während des Transports zum Krankenhaus zu beobachten und aufrechtzuerhalten sowie kranke, verletzte und sonstige hilfsbedürftige Personen, auch soweit sie nicht Notfallpatienten sind, unter sachgerechter Betreuung zu befördern" (RettSanG). Der Rettungsassistent wurde als qualitativ hochwertiger Assistenzberuf in der Notfallrettung gestaltet.
  • Notfallsanitäter: geschützte Berufsbezeichnung (NotSanG), staatliche Prüfung nach einer Ausbildungszeit von ca. 3 Jahren. Diese Ausbildung gibt es seit dem 1.1.2014 als Lehrberuf. Sie ist darauf ausgerichtet, die "eigenverantwortliche Durchführung und teamorientierten Mitwirkung insbesondere bei der notfallmedizinischen Versorgung und dem Transport von Patientinnen und Patienten zu gewährleisten" (ausführlicher Inhalt siehe §4 NotSanG). Der neue Beruf des Notfallsanitäters soll die gestiegenen Anforderungen im modernen Rettungswesen reflektieren und den Mitarbeiter dazu qualifizieren, in Notfallsituationen eigenständig - auch invasiv - zu handeln.

Der wesentliche Unterschied ist also die Ausbildungsdauer und die Ausrichtung auf zunehmende eigenverantwortliche Tätigkeit in der Notfallrettung. Beim Notfallsanitäter kommt als Neuerung hinzu, dass die Ausbildung nur noch im Rahmen eines Ausbildungsvertrages, also als "Lehrling" mit vergüteter Anstellung, möglich ist, nicht mehr auf eigene Veranlassung (und Kosten).

Danke für diese ausführliche Antwort 😊

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sanitäter sind die direkthelfer und assistenten unterstützer

Um das für zukünftige Leser klarzustellen: Fachlich falsch!

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