Retroadapter oder Nahlinse für Nikon D3200?

3 Antworten

Für den Einstieg in die Makrofotografie gibt es prinzipiell mehrere Wege, Retroadapter und Nahlinse gehören dazu.

Nahlinsen: Da gibt es die billigen, die entsprechende Abbildugnsfehler verursachen. Es empfiehlt sich, einen gut vergüteten Achromaten zu nehmen, der allerdings auch deutlich teurer ist. Die Nahlinse wird auf das Filtergewinde eines Objektivs geschraubt, ist also kameraunabhängig. Naturgemäß ist eine solche Linse nicht auf das Objektiv abgestimmt, was Abbildungsfehler verursacht. Deshalb sollte man nicht mit Offenblende arbeiten, sondern deutlich abblenden. Eine Nahlinse verringert wie ein Zwischenring die Naheinstellgrenze des Objektivs. Der Lichtverlust ist im Vergleich zum Zwischenring geringer, Scharfstellen ist damit einfacher.

Retro- oder Umkehradapter sind die dritte Alternative. Das Objektiv mit einem solchen Adapter "falsch" herum an den Fotoapparat angeschlossen. Damit liegt natürlich die Mechanik des Objektivs offen, Vorsicht ist angesagt. Das Objektivgewicht hängt am Filtergewinde, auch das ist ein Grund zur Vorsicht. Blende, AF, Belichtungssteuerung können nicht zur Kamera übertragen werden. Man benötigt deshalb ein Objektiv mit manueller Blendeneinstellung. Der Abstand zwischen Objektiv und Objekt ist auch hier gering, hängt aber auch von der Brennweite des Objektivs ab: Wenige Zentimeter bei Normalobjektiven bis einige Dezimeter bei Teleobjektiven (200 mm).

Eine Dir nicht empfohlene Variante sind die Zwischenringe. Mit Zwischenringen kann man den Abstand zwischen Objektiv und Objekt verringern, sodass man einen größeren Abbildungsmaßstab erreicht. Die Schärfentiefe ist aber gering, er liegt je nach verwendetem Objektiv und Länge des Zwischenrings zwischen einigen Millimetern und wenigen Zentimetern. Je länger der Zwischenring ist, desto kleiner ist der Scharfstellbereich. Man muss die Kamera also sehr genau positionieren und ggf. häufiger den Zwischenring wechseln. Einstellschlitten vereinfachen das etwas. Billige Zwischenringe sind einfache "Rohre" mit passenden Bajonetten. Teurere Zwischenringe übertragen Springblende, manchmal auch AF und Belichtungssteuerung. Allerdings ist Autofocus bei der Makrofotografie nicht gut, weil er oft daneben liegt. Die billigen Zwischenringe bekommt man oft für unter 50 Euro, die teureren für 150 Euro und mehr.

Zwischenringe schlucken Licht, das Sucherbild wird also dunkler, was das Fokussieren erschwert. Zwischenringe werden in Sätzen zu üblicherweise drei Stück verkauft, sodass sich verschiedene Längen kombinieren lassen.

Eine weitere Variante sind explizite Makroobjektive. Das ist die teuerste, aber beste Alternative. Bei einer Brennweite von 105 mm (bei Makroobjektiven eine Standard-Brennweite) ist ein ordentlicher Abstand zwischen Objekt und Objektiv und gleichzeitig ein Abbildungsmaßstab von 1:1 oder 1:2 möglich.

Hallo 13thgirl,

die Antwort von franzhartwig ist schon sehr gut. Hinzufügen möchte ich nur noch, dass Du auch mal auf Youtube schauen solltest, da gibt es eine ganze Menge Tutorials zu dem Thema. Und dann viel Spaß beim Entdecken einer neuen Welt!

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