Resturlaub als Minijobber in der Kündigungszeit

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2 Antworten

Du kannst den Urlaubsanspruch nicht Jahresübergreifend auf die gesamt Beschäftigungsdauer errechnen.

Wenn du am 15.05.12 angefangen hast, stehen dir für 2012 mind. 16,33 Urlaubstage zu. Das hängt jedoch zusätzlich davon ab, ob es eine anrechenbare Vorbeschäftigungszeit in 2012 gegeben hat und ob der Tarifvertrag die Zwölftelung des Urlaubsanspruch bei unterjährigem Ein- und Austritt regelt. Wäre beides nicht gegeben, stünde dir für 2012 sogar der volle Jahresulaub in Höhe von 28 UT zu.

Davon hast du 11 Tage genommen!? Was sich mir aus deinem Text nicht ganz erschließt ist, ob diese Zeit nun bezahlt oder unbezahlt gewesen ist? Sollte eine unbezahlte Freistellung stattgefunden haben, war das immerhin auch kein Urlaub, der vom Gesamtanspruch abzuziehen wäre.

Ob ein Alturlaub dann auf 2013 gem. § 7 BUrlG übertragbar war, kommt darauf an ob du den Urlaub überhaupt beantragt hast. Wenn er hätte genommen werden können, ist er verfallen.

Anteilig bis zum Austritt am 15.02. stehen dir für 2012 nur für den Januar gem. § 5 BUrlG 2,33 UT zu, weil nur volle Beschäftigungsmonate Auswirkung auf die anteilige Berechnung haben.

Zudem muss das ganze Ergebnis dann noch anteilig auf deine individuelle Beschäftigungszeit umgerechnet werden, also auf die von dir durchschnittlich geleisteten 3,8 Arbeitstage (aufrunden sieht der Gesetzgeber hier nicht vor!). Das ergäbe im günstigsten Fall einen Anspruch von 21,28 UT für 2012 und 1,77 Tage für 2013. Hier besteht keine Rundungspflicht, da es sich nicht um Teilurlaub gem. § 5 BUrlG handelt.

Zuerst wäre also mal zu klären, wie hoch der Anspruch für 2012 tätsächlich gewesen ist und ob ein Rest überhaupt zu übertragen war.

Lohnfortzahlung während des Urlaubs bekomme ich nicht, also kann mein AG auch keinen Resturlaub auszahlen, wenn er mich während der Kündigungszeit weiterbeschäftigen möchte

Das Eine hat mit dem Anderen nicht wirklich was zu tun. Wenn ihr eine Auszahlung vereinbart und die unbezahlten Zeiten in der Schublade bleiben, wird das niemand beanstanden.

Muss er mir nun meinen Resturlaub gewähren, der die ganze Kündigungsfrist ausfüllen würde, auch wenn betriebliche Gründe es verweigern könnten? 

Nein, das steht ja bereits im Gesetz, dass dringende betriebliche Gründe auch vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Ablehnungsgrund sein dürfen.

Mein Resturlaub würde ja damit verfallen

Womit? Was du nicht nehmen kannst, muss zwingend ausgezahlt werden. Ich sehe dich hier eigentlich sogar ausnahmsweise mal am längeren Hebel: du kannst deinem ArbG mitteilen, dass er entweder den entgangenen Urlaub jetzt zum Ende voll auszahlt, oder du dich leider gewungen siehst zusätzlich noch Schadenersatzsansprüche (dann gerichtlich) geltend zu machen, weil du letztes Jahr entgegen gesetzlicher Vorschriften keinen bezahlten Urlaub erhalten hast.

Zunächst vielen lieben Dank für Deine durchaus umfangreiche Erklärung.

Also es ist so, dass ich keine Lohnfortzahlung im Urlaubsfall erhalte. Auch keine anderweitige Gratifikation wie Urlaubsgeld o.ä.. Ich erhalte in dieser Zeit keinerlei finanzielle Zuwendungen seitens des AG.

Beantragt habe ich meinen Urlaub für 2012 im Rahmen meines Eintrittes in die Firma sehr wohl, genemigt bekam ich ihn auch offiziell. In dieser Zeit floß nur keinerlei Geld für mich ein. Auch für 2013 bekam ich meinen Sommerurlaub bereits genehmigt, nur die Bedingungen sind wie in 2012.

Mein Arbeitsvertrag ist ein 0-8-15-Vertrag für GFB zum downloaden, den man mir aushändigte. Die Ruprik "Urlaubsanspruch nach den tariflichen Bestimmungen" ... hier blieb die Zeile eben unausgefüllt. Habe ich deshalb keinen tariflichen Urlaubsanspruch???

Immerhin habe ich für 2013 auch einen offiziellen Urlaubsantrag einreichen müssen und keinen "Freistellungsantrag". Kann mich das retten?

Mit 2013 ist das kleine, aber feine Familienunternehmen aus Altersgründen verkauft worden. Wir AN erhielten allesamt lediglich ein Schreiben, dass die Rechte und Pflichten mit der Überlassung gleich blieben.

Doch wir laufen mittlerweile alle Spießruten. Es wird ein Auftrag nach dem anderen an Land gezogen, aber das Personal ist gar nicht dafür da. Wir werden geordert, ob wir krank sind oder nicht ... wir müssen samstags ungefragt ran ... ob du kannst oder nicht ... es geht mir mittlerweile buchstäblich an die Psyche.

Und wenn ich daran denke, dass ich nach der Kündigung dann auch noch 2 Wochen aushalten muss ... da habe ich jetzt schon Bauchschmerzen.

Du scheinst so belesen. Vielleicht kannst Du mir irgendwie da raushelfen. Morgen gebe ich meine Kündigung ab. Was ich noch gern wissen möchte, wäre das, was ich inhaltlich genau zu beachten habe. Und ob ich das Thema - wenn es dann eines ist - "Resturlaub" da mit hineinzuschreiben habe.

Ach eines noch: Ich war vor diesem Beschäftigungsverhältnis in 2012 nicht beschäftigt. Ich war arbeitslos gemeldet. Vielleicht ist das für Dich von Wichtigkeit.

Vielen Dank schon jetzt, dass Du Dich derart mit meinem Thema beschäftigst. Wenn noch Fragen offen geblieben sind, bitte stellen.

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Hallo ralosaviv, ich nochmal. Also in meinem AV gibt es schon den Aspekt "Urlaub". Darunter steht auch geschrieben " ... nach den tariflichen Bedingungen". Es wurden seitens des AG nur keine UT oder sonstige Kriterien hineingeschrieben. Die Zeile blieb leer. Doch wenn ich diesen AV habe, dann gelten für mich doch die tariflichen Bestimmungen des Gebäudereinigungs-Handwerkes oder nicht? Also habe ich auch deren Urlaubsanspruch so wie ich meine. Wollte dies nur noch mal unterstreichen. VG

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@larachristin
Urlaubsanspruch nach den tariflichen Bestimmungen

Wenn der Vertrag sich auf einen TV bezieht, hast du ebenfalls Anspruch auf tarifvertraglichen Urlaub.

Beantragt habe ich meinen Urlaub für 2012 im Rahmen meines Eintrittes in die Firma sehr wohl, genemigt bekam ich ihn auch offiziell. In dieser Zeit floß nur keinerlei Geld für mich ein

Das begründet einen Anspruch auf Schadensersatz.

Und wenn ich daran denke, dass ich nach der Kündigung dann auch noch 2 Wochen aushalten muss ... da habe ich jetzt schon Bauchschmerzen

Da kann ein Arzt helfen.

was ich inhaltlich genau zu beachten habe.

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen und nachweislich zugestellt worden sein. Inhaltlich muss eben deutlich sein, dass du das AV beendet willst und zu welchem Termin. Gleichzeitig kannst du um Abgeltung des noch ausstehenden Urlaubsanspruchs bzw. dessen Gewährung bitten. Wenn dann keine Rückmeldung vom ArbG kommt und du wegen deiner Bauchschmerzen vielleicht sogar doch noch kurzfristig zum Arzt gehen musst, wartest du deine letzte Abrechnung ab und gehst damit dann eben zum Anwalt, wenn der Urlaub nicht ausbezahlt worden sein sollte.

Einklagen kannst du sodann: kompletten Jahresurlaub 2012 und Teilurlaub 2013. Anhand deiner Abrechnung und deiner genehmigten "Urlaubsanträge" läßt sich ja leicht nachweisen, dass die Freistellungen jeweils unbezahlt erfolgten, so dass du das Urlaubsentgelt noch nachfordern kannst.

Viel Erfolg und alles Gute.

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@ralosaviv

Ich fühle mich bestärkt; Deine Kommentare haben mir durchaus geholfen. Auch bin ich sehr froh, dass Du mich in diesem Portal gefunden und Dich mit meinem Problem befaßt hast. Herzlichen Dank für Deine Bemühungen und Deine Zeit.

Viele liebe Grüße und auch Dir alles Gute auf Deinen Wegen. Ich nehme anhand Deiner Ausführungen an, Du bewegst Dich auf einem juristischen Pfad. Viel Erfolg dabei.

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Er ist zwar unbezahlt - typisch bei Minijobbern!!!

Das steht aber bestimmt nicht im Tarifvertrag. Urlaub ist bezahlte Freistellung! Auch bei Minijobbern.

Das weiß ich auch, aber in der Praxis wird es leider anders gehandhabt. Lehnst Du Dich dagegeben auf, biste weg vom Fenster. Aber das ist hier auch nicht das eigentliche Thema. Meine Problematik ist der Anspruch auf Freistellung.

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@larachristin

Wenn Du auf Deinen Anspruch auf Freistellung bestehst dann bist Du gleich weg vom Fenster................

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@Maximilian112

Sorry, aber Du beantwortest damit noch immer nicht meine Fragen. Habe ich nun das Recht dazu oder nicht?

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