Rentiert sich im Alter von 47 Jahren ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung?

11 Antworten

Hallo maxmuster71,

da hast du aber ein sehr diskussionswürdiges Thema eröffnet. :-)

Zunächst möchte ich einmal grob auf die Vorteile der PKV gegenüber der GKV eingehen:

  • die Leistungen werden weitestgehend auf deinen Bedarf angepasst bzw. gewählt (z. B. Chefarztbehandlung im Krankenhaus, bessere Unterbringung dort, Zahnleistungen etc.),
  • ein beitragssenkender Selbstbehalt kann vereinbart werden (= Betrag bis zu dem du deine entstehenden Krankheitskosten selbst trägst, erst wenn du über diesen Betrag kommst, "springt" die PKV ein),
  • "Grundtarife" sind wählbar. Diese sind meist preisgünstiger und liegen sogar unterhalb der Beiträge in der GKV.

Kurz gesagt: Der Versicherungsbeitrag in der PKV bemisst sich nicht an deinem Gehalt, sondern an dem, was du absichern möchtest!

Weitere Vorteile sind:

  • der PKV-Versicherte bekommt oft schneller Termine bei Fachärzten oder in Spezialkliniken,
  • unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Beitragsrückerstattung möglich, welche man als PKV-Versicherter von seiner Versicherung erhält, wenn man für ein Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch genommen hat,
  • außerdem können fest vereinbarte Leistungen - anders als in der GKV - nicht gekürzt oder gestrichen werden.

Zu bedenken ist bei deiner Entscheidung auch deine persönliche Situation, sprich' das Thema Familienplanung. Denn in der GKV können Kinder unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert werden. In der PKV wird für jede Person ein eigener Beitrag - abhängig vom gewünschten Versicherungsschutz, Gesundheitszustand bei Antragsstellung und Eintrittsalter - fällig.

Als "Nachteil" der PKV wird teilweise genannt, dass du die Rechnungen selbst bezahlen muss. Das muss aber nicht zwangsläufig negativ sein, denn so kann der Patient die Behandlung anhand der Rechnung besser nachvollziehen. Weiterhin gibt es meist eine Zahlungsfrist von 30 Tagen, sodass man die Kosten nicht immer vorstrecken muss, sondern die Erstattung der PKV abwarten kann. Medikamente müssen allerdings in der Apotheke bezahlt werden.

Ein großer Unterschied zwischen der GKV und PKV, den ich dir gerne kurz und knapp veranschaulichen möchte, liegt in der Kalkulation der Beiträge:

Die GKV wirtschaftet nach dem sogenannten "Umlageverfahren" (= heißt, die Beiträge der einzahlenden Arbeitnehmer werden unmittelbar dafür genutzt, um laufende Krankheitskosten zu decken).

Die PKV kalkuliert hingegen nach dem sogenannten "Anwartschaftsdeckungsverfahren" (= stellt sicher, dass das Älterwerden des Einzelnen nicht zu steigenden Beiträgen in der Krankenversicherung führt). Denn: in jungen Jahren zahlt man mehr Beitrag ein, als man statistisch gesehen auf Grund des Alters an Leistungen benötigt und baut dadurch einen Sparanteil (= Alterungsrückstellung) auf. "Im Alter" wird diese Alterungsrückstellung dann aufgelöst und sorgt dafür, dass auf Grund des mit dem Alter gestiegenen "Krankheitsrisikos" keine Beitragserhöhung stattfindet.

Da es immer neue Behandlungs- und Operationsmethoden gibt, neue und ggf. teurere Medikamente verordnet werden und die Ausgaben für ambulante und Krankenhausbehandlungen steigen, kann es jedoch teilweise zu Beitragsanpassungen kommen. Hinzu kommt, dass die Menschen immer älter werden und dadurch auch länger eine medizinische Versorgung benötigen. Dies führt zu mehr Lebensqualität, aber auch zu höheren Kosten.

Von dem PKV-Beitrag zahlst du 10% in den Gesetzlichen Zuschlag ein. Hierdurch baut ein PKV-Versicherter bis zu seinem 60. Geburtstag einen zusätzlichen Sparbetrag auf, welcher bei solchen Anpassungen "im Alter" (ab dem 65. Lebensjahr) zum Tragen kommt. Beitragsanpassungen auf Grund von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen können dadurch finanziert bzw. abgemildert werden. Je länger der Gesetzliche Zuschlag gezahlt wurde, umso höher ist die mögliche Entlastung und umso länger dauert diese Phase an.

Du sorgst dich um die Belastung der PKV-Beiträge im Alter. Neben den Ansparungen durch den Gesetzlichen Zuschlag kannst du vorsorgen, in dem du bei deiner Versicherung einen Beitragsentlastungstarif vereinbarst (wenn ein solcher angeboten wird). Damit kannst du schon heute bestimmen, um wie viel € sich dein Krankenversicherungsbeitrag im Alter reduzieren soll. Ein weiterer Vorteil: Bist du Arbeitnehmer, so wird dieser Betrag auch bei dem Arbeitgeberzuschuss bis zu den Höchstbeträgen berücksichtigt. ;-)

Ganz wichtig ist, dass du dich zu dem Thema ausführlich beraten lässt!

Gerne beraten wir dich zu dem Thema und erstellen dir ein bedarfsgerechtes Angebot. Für einen vollständigen Marktüberblick wendest du dich am besten an einen Versicherungsmakler.

Viele Grüße

Katharina vom Barmenia-Team

da du für die private Krankenversicherung quasi deine Gesundheitsdaten offenlegen musst, mag ich bezweifeln, dass du mit 47 in den letzten 5 Jahren kerngesund warst.

du musst jedes einzelne Zipperlein extra krankenversichern oder es ist überhaupt nicht abgesichert. diese Kostenfalle ist in diesem Alter durchaus bedenklich.

ich kenne jetzt deinen Familienstand und die Kindersituation nicht, aber auch da hat eine private Krankenversicherung wenig Vorteile.

und später, wenn du Rente bekommst, gibt es keinen Rückwärtsgang mehr in die günstigere gesetzliche Krankenversicherung.

in jungen gesunden ungebundenen Jahren mag die PKV für viele (vor alle Männer) durchaus rentabel sein, aber in deinem Alter halte ich das für eine sehr schlechte Idee.

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