Rentenversicherung früher vs.heute?

12 Antworten

Eine Rente, die 1968 bei sparsamen Haushalten ausgereicht hat, 2 Personen plus 1 Haustier (Hund oder Katze) ohne Verrenkungen durchzubringen, liegt heute bei einer Höhe von geringfügig über HartzIV+Wohnkosten für eine Person.

Diverse Reformen haben stetige Verschlechterungen gebracht, die in den letzten 20 Jahren regelrecht eskaliert sind.

Dadurch, daß die Renten vollständig an die durchschnittlichen Arbeitslöhne angeglichen wurden ohne jede Mitberücksichtigung der gestiegenen Unternehmergewinne auf Kosten der Arbeitnehmer, sind die Renten für die meisten zu einer Sonderform der Sozialhilfe verkommen.

Weitere Verschlechterungen treten durch die erfolgten Kostenverlagerungen in den gesetzlichen Krankenkassen und durch diverse Gebühren und Sonderabgaben auf, die schon jetzt bei der Netto-Betrachtung verbleibenden Einkommens die Form einer vom Einkommen unabhängigen fixen Kopfsteuer angenommen haben (Medikamentenzuzahlung, Rundfunkgebühren, Teile der Wohnungsmiete nach "Modernisierungen", Kommunalabgaben u. a.).

Als Bismarck die Rente erfand, mit 65, wurden die Leudels durchschnittlich 45 Jahre alt, so war die Rente einst gedacht.
Als Old Hiltler an die Reihe kam reichte die gesetzliche Rente so für 10 Jahre überleben, falls jemand überlebte.

So 1960er/1970er ging's dann los, Wirtschaftswachstum, höhere Löhne, höhere Renten.
Noch in den 1980er Jahren war das Rentenniveau bei 64% vom netto.

Bis dann die SPD ans Ruder kam, Altkanzler Schröder, Agenda 2010 und den Vogel abgeschossen hat.
Heute liegt die Rente bei 47% , 2025 werden es um 43% sein ...Prognosen für 2045 gehen von 40% aus.

Dumm gelaufen, keine Frage, wenn man mit Arbeit auf "nur" 60% seines Lohnes verzichten könnte (billiger geht immer), reichte auch eine Rente von 40%.
Freiwillige vor, wer kann auf 60% seinen Lohnes verzichten?

Sonstig wird es GruSi geben, HartzIV im Alter, mehr so ab 70 oder 75 Jahren.
Nach neuester Planung, Flexirente...frag jetzt nicht, wie sich das rechnet.
Fang oben an, bei Bismarck, nachzulesen.

Dankesbriefe sind zu richten an SPD und CDU, die Grünen nicht zu vergessen.


Bis zur Rentenreform von 1956 war die Rentenversicherung eine Versorgung auf dem Niveau der Grundsicherung.

Erst mit Einsetzen der "Wirtschaftwunder" konnte wirklich Reserven geschaffen werden, um Renten zu zahlen, von denen man tatsächlich auch LEBEN konnte.

Mit jeder Rentenreform wurde aber in diesen Topf gegriffen um andere "soziale Wohltaten" an verschiedene Wählergruppen zu leisten. Auch wurde die Rentenversicherung für einen Personenkreis geöffnet, für den sie eigentlich nie gedacht war.

Selbständige mit Familienangehörigen, die nur minimale Beiträge gezahlt haben und später die Landwirte, die gar keine Beiträge gezahlt haben bis dahin.

Zusätzlich kommt natürlich der demographische Faktor, dass die Menschen erfreulicher Weise immer älter werden.

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