Renteneintritt Urlaubsanspruch?

4 Antworten

Dein Arbeitsverhältnis hat bei der Beendigung am 31.10.2017 länger als 6 Monate bestanden hat; damit hast Du gegen Deinen Arbeitgeber Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

Dieser Anspruch betrifft aber zunächst nur den gesetzlichen Mindesturlaub einschließlich des zusätzlichen Urlaubs für Schwerbehinderte.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit entsprechender Anwendung des § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Ausschluss der Bedingungen nach den Buchstaben a - c, nach denen nur ein anteiliger Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub besteht), ist einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung!

Da Du zusätzlichen Urlaub über den gesetzlichen Anspruch hinaus hast, kommt es darauf an, was dazu und wie arbeitsvertraglich oder in einem anzuwendenden Tarifvertrag geregelt ist.

Gibt es keine vertragliche Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung ("Zwölftelung") oder wurde in der Vereinbarung zum Urlaubsanspruch nicht zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch unterschieden (z.B. "Zusätzlich zum gesetzlichen Urlaub wird ein weiterer Urlaub in Höhe von ... Tagen gewährt."), dann hast Du vollen Anspruch auch auf diesen zusätzlichen Urlaubsteil, also auf den gesamten vereinbarten Jahresurlaub von 35 Tagen.

Trifft aber eine der beiden gerade genannten vertraglichen Einschränkungen (Zwölftelung oder Formulierung) zu, darf der Urlaubsanspruch zwar anteilig berechnet, der Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub davon aber nicht berührt werden - er bleibt Dir auf jeden Fall erhalten.

Bei einer vereinbarten Zwölftelung hättest Du also Anspruch auf 10/12 des Jahresurlaubs von 35 Tagen, also Anspruch auf 29,17 Tage, was immer noch über dem gesetzlichen Anspruch liegt.


Deinen restlichen Urlaub, den Du bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (auch wegen der Krankschreibung) nicht mehr nehmen konntest, muss ausgezahlt werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs.4) .

Für die Geltendmachung Deiner Ansprüche gegen Deinen Arbeitgeber hast Du aber Fristen zu beachten:

Es gibt entweder vertraglich vereinbarte Ausschlussfristen (arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat, meist 6 Monate), nach deren Verstreichen ab Fälligkeit einer Forderung aus dem Arbeitsverhältnis diese Forderung verwirkt ist.

Oder es gilt, wenn keine Ausschlussfristen anzuwenden sind, die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist", also bis zum 31.12.2020 noch für Forderungen aus 2017.

Was ich mir nur vorstellen kann, wieso es zu diesen unterschiedlichen Aussagen kommt: 

Einerseits hat man, wenn man schon das ganze Jahr da ist und über die Jahresmitte hinaus (30.6. Oder so, weiß es grad nicht genau..kann man aber googeln).. also, da hat man Anspruch auf vollen Jahresurlaub.

Andererseits.. trotzdem verrechnen einem viele AG bei unterjahrigem Austritt nur pro Monat im Betrieb 1/12

Die GW kann Dir rechtsverbindlich sagen, worauf Du Dich berufen kannst und sollst.

Unter uns: verschenk nichts, worauf Du Anspruch hast.. Du bist eh raus und musst keine falsche Rücksicht mehr nehmen, um nen Chef nicht zu verärgern.

Also klare Aussage von GW einholen und das durchziehen!

PS: dabei ist es egal, welchen Stundenumfang Deine Stelle hat.

Nach meinem Verständnis ist das so: Du bist seit Anfang diesen Monats in Rente gegangen und der Urlaubsanspruch ist verfallen, weil Du den Urlaub in der Zeit, als Du noch gearbeitet hast, hättest nehmen müssen.

Du kannst gerne die Gewerkschaft nochmal kontaktieren, aber ich glaube kaum, dass die da jetzt noch hilfreich sind. Du bist ja ab jetzt zuhause und dann hast Du logischweise keinen Urlaubsanspruch für November und Dezember. Du bist jetzt in Rente!

lg Lilo

Urlaub, der nicht mehr genommen werden kann, ist keineswegs verfallen. Er muss abgegolten werden.

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@DerHans

Korrekt. DerHans weiß, wovon er redet bei arbeitsrechtlichen Fragen.

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