Rentenanpassung, ist es vertretbar, bei eigenem Vermögen von Altersarmut zu sprechen?

10 Antworten

Die Diskussion "Armutsrenten" betrifft derzeit 540.000 Rentner die im Alter HartzIV beziehen, Tendenz steigend.

  • eigenes Vermögen

Ist eine andere Betrachtung.
Es hängt davon ab, wie lange das eigene Vermögen ausreicht, um die Rente aufzuhübschen.

Ist eine eigene Immobilie, Haus oder ETW, im Alter lastenfrei, wäre das sicher hilfreich.

Es besitzen nur etwa 45% der Deutschen Eigentum.
Im weiteren besitzen 90% der Deutschen kein Vermögen

  • Lohneinkommen

40% der Arbeitnehmer befinden sich im Mindest- und Niedriglohnsektor. Deren Rentennwartschaften reichen im Alter nicht aus, eine Rente oberhalb HartzIV zu generieren.
Sind es heute 0,5% der Rentner im Hartz IV (GruSI), gehen Prognosen davon aus, dass es 2025 bereits 3,5% der Rentner sein werden.

  • Heute beziehen etwa 48% aller Rentner eine Rente von kleiner 800€/Monat

Das ergibt jedoch kein einheitliche Bild.
Siehe 45% mit Eigentum, siehe Bezieher von Riesterrente. Letztere haben einen Freibetrag von 212€/Monat, innerhalb des HartzIV Systems.
Gesetzlich Versicherte haben kein Freibetrag.

Weiter in den Zahlen, 52% aller Haushalte sind Singlehaushalte.
Das bedeutet, dass nur 48% eine Hinterbliebenenrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente erhalten würden.

Das gesamte System Rente (SGB VI), wie ebenso das SGB XII (GruSi) zeitigen eine erhebliche Schieflage, Ungleichheit.
Diese behebt auch nicht Heil's (SPD) geplante "Respekt-Rente".
Da Vericherte mit 34 oder nur 20 Jahren Arbeitsleben keine "Respekt-Rente" erhalten würden.
So auch nicht eine heute 70jährige Rentnerin im GruSi, die nur 34 Jahre Versicherungsbeiträge eingezahlt hat.
Dieser Kardinalfehler im Konzept der SPD ist ungeignet das Rentendesaster zu beheben.

29

irgendwas stimmt da nicht in deinen Ausführungen.. (!) Punkt 1 im Alter gibt,s Grundsicherung - nach Bedürftigkeitsüberprüfung - und nicht Hartz IV; Punkt 2 das 90 % der Deutschen kein Vermögen besitzen, zweifel ich auch an (woher hast du diese Zahlen?), was nichts damit zu tun haben muß, daß nun 10 % über den größten " Reichtum " verfügen..Punkt 3 daß 40 % der AN im Mindestlohnsektor beschäftigt sind, ist " polemisch " wenig glaubhaft, weil dann die ganze Moral im " Eimer " wäre wegen des deutschen Ausbildungsniveaus usw... und daß durchaus auch " gute Löhne " gezahlt werden..

was klar ist, ist grundsätzlich eine " Gerechtigkeits"diskussion (politisch) zwischen den Generationen, weil die Jugend irgendwann " in die Röhre " guckt, aber das ist ähnlich dem Klimawandel und was ernsthaft in Angriff genommen wird usw... Punkt 4 daß fast die Hälfte ( 48 %) aller Rentner < 800 € an Rente bekommen, glaub ich dir auch nicht.. usw.. was ist das?? jetzt das " große Jammertal " oder was sollen deine Zahlen suggerieren..(?!)

0
48
@bachforelle49
  1. HartzIV ist SGB II, GruSi (Grundsicherung im Alter) ist SGB XII.

2.-4. sind öffentliche Zahlen, die u.a. regelmäßig von der Politik genannt werden, soch auch im Armuts- Reichtumsbericht der Bundesregierung.

Dass die Moral untergründig ist, ist schlicht das Ergebnis der Agenda 2010 der SPD.
Einhergend mit Niedriglöhnen, Rentendesaster und HartzIV.
Der Mindestlohn generiert eine Altersrente von 658€/Monat, weit unterhalb des Durchschnitts von HartzIV.

Was glaubst Du wohl warum die SPD bei Wahlen reihenweise abschmiert?
Aus welchem Grund genau disktutiert die Politik aktuell über Grundeinkommen und Grundrente?

2
29
@soisses

um abzulenken, daß sie - die Politik - sich selbst die Taschen vollgemacht haben... Armut gehört mit zum " Geschäft ", denn das wäre ja schlimm, wenn sie nun alle genug Geld hätten.. (Siehe auch Erhöhung der Steuern..auf Renten..)

1

Nein.

Relevant ist die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die besteht zum einen aus Einkommen aber auch aus Vermögen.

Ich kann die Pläne von Hubertus Heil nur entschieden zurückweisen.

Hier wird überhaupt nicht differenziert und ich halte den Ansatz für völlig verkehrt.

29

du hast es erkannt: meine Frage zielt natürlich auf diese " Hype " hin... und auf die Abstaubermentalität, die immer mehr Einzug hält...

1
67
@bachforelle49

Sie SPD verteilt seit Jahren Rentengeschenke, die sich weder mit der Demographie noch der Generationengerechtigkeit noch der Wirtschaftlichkeit vereinbaren lassen.

  • Mütterrente --> Grundsätzlich richtig. Warum sollten Zeiten der Kindererziehung vor 1992 weniger wert sein als danach. Aber das ganze beitragsfinanziert zu gestalten hat jetzt schon mehrfach ein Absinken des RV-Beitrags verhindert und wird jüngeren Jahrgängen die Rechnung präsentieren.
  • Rente mit 63 --> Wir leben länger, sind länger vital (Schnitt!) aber unsere Lebensarbeitszeit soll sinken ohne, dass dies für uns mit finanziellen Folgen verbunden wäre. Das geht doch mathematisch schon nicht auf.
  • Renten sind eine Versicherungsleistung. Sie ergeben sich aus einer Lebensarbeitsleistung und diese ergibt sich aus Beitragshöhe zum Durchschnittseinkommen und Beitragszahldauer. Sie ist etwas anderes als eine steuerfinanzierte Transferleistung wie die Grundsicherung nach SGB II/XII.

Christian Lindner hat dazu heute ein plakatives Beispiel gebracht.

  • Mensch A arbeitet 40 Jahre in Job X auf Vollzeit für geringen Lohn. Rente ist knapp über GruSi-Satz.
  • Mensch B arbeitet 40 Jahre in Job X auf 20 Stunden Teilzeit bei gleochen Lohn, Rente ist natürlich unter GruSi-Satz. Mensch B ist aber mit Mensch C verheiratet, der überdurchschnittlich verdient (> 38.901,- € Brutto im Jahr 2019).

Nach Heil's Plänen würde Mensch B mehr profitieren. Das ist dann sozial oder gerecht?

0
32
@bachforelle49

Tja, ganz aktuell ein wunderbares Beispiel. In FfaM wird der Zugang zu städtischen Bädern gerade für alle U15 kostenlos, Kostenaufwand ca. 2 Mio €. Beschwerde FDP (natürlich) Gießkanne, hier sei die Bedürftigkeit zu prüfen ... Wie viel kostet die Prüfung der Bedürftigkeit ... RICHTIG: Der Verwaltungsaufwand ist höher als die Kosten für alle Familie, die nun nicht für ein paar Euro zur Behörde kriechen müssen.

0
32
@kevin1905

Aja, Gerechtigkeit entsteht, wenn es beiden schlecht geht ...

0
67
@Majorie22

Gerecht ist unser System, wie wir es jetzt haben grundsätzlich.

Und an diesen Grundfesten zu rütteln, halte ich für absolut unzumutbar.

Rentenpolitik ist auch Arbeitsmarkt Politik. Aber so lange es Menschen gibt, die Vollzeit arbeiten und weniger als 67% des Durchschnitts verdienen, so lange haben wir Menschen die auch nach 45 Jahren keine Renten oberhalb des Sozialhilfesatzes generieren würden.

Dennoch darf der Plan von Heil nicht umgesetzt werden, weil er das Leistungsprinzip untergräbt und weil es die Rente zur Grundsicherung degradiert.

0
32

Immer wieder estaunlich, wie dezidiert man "unten" mit viel Kostenaufwand prüfen will ... und damit teilweise sogar einer einer Altersdiskriminierung Vorschub leistet. Ganz simpel: Zinsobjekt 1Mio € Sachwert, 300.000€ akuter Sanierungsaufswand ... und nun beleihe mal dieses Objekt als 50- oder als 80-Jähriger.

1

Ja, auch dann spricht man von Altersarmut.

Die Lebenshaltungskosten steigen schließlich immer weiter. Mit einer geringen Rente kann man da schon ins Schwimmen kommen.

Und das viele Jetzrentner ein Vermögen angehäuft haben, bezweifle ich. Wie denn auch, wenn über viele Jahre ALG II bezogen wurde?

29

Ja, dann braucht der oder diejenige ja auch keine Angst vor einer " Bedürftigkeitsüberprüfung " zu haben... das hat sich ja dann auch erübrigt..

0

Ich werde nicht wählen moralisch OK?

Ich habe mich vor paar Wochen mit jemandem unterhalten über wahlen die bald stattfinden ich habe ihn gesagt das ich nicht wählen werde darauf sagt er das das nicht in Ordnung ist und das es sich gehört wählen zu gehen weil es in anderen Ländern nicht möglich ist zu wählen, ich gehe nicht wählen weil mir keine Partei gefällt ist er moralisch verwerflich nicht zu wählen? Was ist eure Meinung

...zur Frage

Einkommen bei zusammenziehen

Meine Freundin bekommt Erwerbsminderungsrente und Rest von der Grundsicherung. Jetzt will sie mit ihrem Freund zusammen ziehen , der auch wegen Krankheit eine Rente bekommt. Kann mir jemand sagen, ob sie deswegen eine finanzielle Nachteile hat.

...zur Frage

Was steht mir bei einen Einkommen von 700€ Rente an Grundsicherung zu?

Ich erhalte einen monatliche Witwenrente von 550€ und zusätzlich ab diesen Jahr meine Altersrente von 150€ .Was steht mir an Grundsicherung zu .Ich habe kein Vermögen nur ein schuldenfreies Einfamilienhaus .Da ich durch eine mit unterschriebene Bürgschaft die ich bezahlen mußte in die Schulden geraten bin und nicht mehr ein und aus weiss .Ich bin seit Jahren sehr schwer erkrankt und kann nicht mehr arbeiten gehen um mir das Leben ein wenig finanziel zu erleichtern .Was steht mir an Hilfe zu und wohin muß ich mich wenden ?

...zur Frage

Rentenerhöhung/Grundsicherung?

Hallo, möchte gern wissen, ob eine Rentenerhöhung bei der Grundsicherung angerechnet wird. Bekomme seit meinem 63. Lebensjahr Rente und bin dieses Jahr 65 geworden.

...zur Frage

Wie viel Kleidergeld und sonstige Zuwendungen bekommt ein Empfänger von „Grundsicherung im Alter“, der Pflegestufe 2 und einem Schwerbehinderten Status hat?

...zur Frage

Grundsicherung gekürzt

Mir wurde meine Altersrente zum 1.9.2012 um ca 40 Euro erhöht, diese Auszahlung erfolgt rückwirkend für den laufenen Monat auf mein Konto. Da ich aufgrund meiner geringen Rente noch vom Sozialamt zusätzliche Grundsicherung erhalte erhielt ich diesen Monat knapp 40 Euro weniger vom Sozialamt. Als Begründung wurde die Rentenerhöhung benannt die ab 1.9 erfolgt, aber erst am 30.9. ausgezahlt wird. Aber hierdurch habe ich diesen Monat 40 Euro weniger zur verfügung.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?