Remiphentanil gegen chronische Nervenschmerzen?

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4 Antworten

Moin,

da Remifentanil ein sehr kurzwirksames und hochpotentes Opioid (kein Opiat) ist, müsste es im Rahmen einer Schmerztherapie kontinuierlich verabreicht werden. Eine Narkose unter Remifentanil-Analgesie z.B. impliziert dessen Anwendung durch eine Spritzenpumpe. Darüber hinaus ist die Gefahr einer Atemdepression sowie Ausbildung einer Abhängigkeit gegenüber alternativen Analgetika stark erhöht. Da weitere, diesem Zwecke eher dienliche Analgetika zur Option stehen, ist es eher unwahrscheinlich, dass Remifentanil verwendet wird.

Ohnehin ist es das Ziel der Schmerztherapie, die geringstmögliche und schonendste Therapie/Dosierung anzustreben, um bspw. eine Abhängigkeit unwahrscheinlich zu machen. Daher wird meist zunächst mit nicht-opioid-Analgetika wie Naproxen begonnen, bei deren Misserfolg wird auf niederpotente und danach auf hochpotente Opioide (ggf. in Kombination mit weiterer Medikation) zurückgegriffen. Buprenorphin (Temgesic) ist z.B. ein in der Schmerztherapie gern verwendetes Opioid. Ebenfalls opioide Schmerztherapeutika wie Tilidin oder Oxycodon werden u.a. auch mit einem Opioidantagonisten wie Naloxon kombiniert um Nebenwirkungen wie Abhängigkeit oder Störungen der Darmmotilität einzudämmen.

Darüber hinaus werden u.a. auch Co-Medikationen genutzt, z.B. das Glucocorticoid Dexamethason im Sinne einer entzündungshemmenden und abschwellenden Wirkung. Auch (trizyklische) Antidepressiva wie Amitriptylin werden z.T. in der Schmerztherapie verwendet.

Auch wenn ich deine Frage damit nur indirekt beantwortet habe, hoffe ich dir soweit geholfen haben zu können. Hast du sonst noch Fragen zu diesem Thema?

Lieben Gruß ;)

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Shotgans 04.04.2016, 12:20

Hier würde ich gerne Rücksprache halten. Ich habe für einen Freund von mir gefragt. Er habe Phantomschmerzen. Wie zufrieden man mit dieser Diagnose ist, liegt auf der Hand, da man sich wie ein Psychopath fühlt.

Jetzt hat auch noch irgendwer sein Gewächshaus mit Steinen eingeworfen und die Medizin geklaut, Die Polizei kann man da leider nicht einschalten. Daher brauchen wir eine Interimslösung um die Schmerzen zu lindern. Du scheinst helfen zu können.

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garfield262 04.04.2016, 12:35
@Shotgans

Nun, da Opioide (wie auch der von mir vermutete, ehemals im Gewächshaus deines Freundes befindliche "Wirkstoff" ;) ) unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, sind Handel bzw. Verschreibung äußerst streng überwacht. Nötig ist z.B. ein besonderes BTM-Rezept, welches zwar jeder Arzt ausstellen darf, meist jedoch ein Schmerztherapeut ausgibt. Dieser wird die Verschreibung i.d.R. auch erst vornehmen, wenn er den Patienten zumindest einmal gesehen, sich mit dessen Vorgeschichte vertraut gemacht hat und davon ausgehen kann, dass es sich nicht um Schmerzmittelmissbrauch handelt. Im Falle eines Schmerzpatienten ist dies meist auch schnell anhand dessen medizinischer Vorgeschichte ersichtlich (z.B. traumatische Gliedmaßenamputation, entsprechende chirurgische Versorgung o.ä.). Darüber hinaus beschäftigen sich diese Ärzte mit diversen Schmerzpatienten, sodass sie einen tatsächlichen Schmerzpatienten oft schnell erkennen.

Ich denke nicht, dass ein an Phantomschmerzen leidender Patient als "Psychopath" (was nebenbei eher unzutreffend formuliert wäre) oder allgemein als psychisch erkrankt bezeichnet wird. Phantomschmerzen treten in nicht geringer Zahl nach Gliedmaßenamputation auf, insbesondere wenn z.B. vor OP keine prophylaktische Lokalanästhesie der sensorischen Nervenbahnen der zu amputierenden Extremität durchgeführt wurde. Eine ärztliche Vorstellung zwecks Schmerztherapie, beginnend bei dem Hausarzt mit vermutlich anschließender Überweisung ist (auch) in dem Fall ratsam.

Kann ich dir sonst helfen?

Lieben Gruß ;)

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Ist deine Diagnose durch einen Facharzt gesichert bekommst du auch eine adäquate Schmerztherpie....

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Das sollte dir dein behandelnder Arzt verschreiben. Hast du eine Diagnose von einem Arzt und woher weißt du, dass du dieses Medikament benötigst? Eigendiagnosen und Eigentherapien sind nicht nur unmöglich, sondern sogar sehr gefährlich. Gehe bitte zu einem Arzt. Er wird eine Diagnose erstellen und dir eine Therapie vorschlagen.

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DAs ist ein verschreibungspflichtiges Medikament das nur von einem Arzt verordnet werden darf.

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