Religionsunterricht - Abtreibung

8 Antworten

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Also, würde frau das Kind bekommen, hätte es immernoch ein besseres Leben als viele Kinder in ärmeren Ländern, aber die Verantwortung darf natürlich auch frau nicht überfordern. Es könnte natürlich gesagt werden, dass eine Frau dazu da ist, kinder zu bekommen, was ich zwar für eine sehr konservative Haltung halte, aber trotzdem schon gehört habe, doch um sich ein Kind leisten zu können, sollten die späteren Verdienstmöglichkeiten erst einmal gesichert sein. Vielleicht konnte ich dir ja helfen ;)

Es gibt keine generell gültigen Pro und Contra Argumente für oder gegen eine Abtreibung. Es kommt immer auf die Frau an, auf ihre Situation auf die Auswirkung die eine Abtreibung oder das Austragen einer ungewollten Schwangerschaft für sie hätte. Das wichtigste Argument ist immer womit die Frau glücklicher wäre. Manche Frauen verlieben sich auch bei einer ungeplanten Schwangerschaft in den Gedanken Mutter zu werden, andere Frauen sehen ihr Glück stark gefährdet wenn sie daran denken eine ungewollte Schwangerschaft auszutragen. Zum Beispiel wäre es möglich dass eine Frau bereits vier Kinder bekommen hat, denen sie all ihre Liebe und ihre Energie geschenkt hat und bei der fünften Schwangerschaft entscheidet sie sich dann für einen Schwangerschaftsabbruch weil sie sich nicht stark genug fühlt für ein weiteres Kind und weil sie ihr Leben auch mal für sich leben möchte. Sie könnte sich aber auch für die Schwangerschaft entscheiden weil sie sich denkt "das Fünfte bekomm ich auch noch groß". Wie auch immer eine Frau sich entscheidet, es ist richtig wenn es für sie das Richtige ist.

Also das eine Contra kann ich schon mal entkräften: Abtreibung ist kein Mord! Mord ist im Strafgesetzbuch §211 klar geregelt:

"Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet."

Eine Abtreibung erfüllt keine dieser Mordkriterien. Mordlust ist es mit Sicherheit schon deshalb nicht, weil die Frau die Abtreibung nicht mal selber durchführt. Also keinerlei Mordlustbefriedigung. Befriedigung des Geschlechtstriebs? Kaum! Habgier? Wird man durch Abtreibung reich? Beerbt man den Embryo oder bereichert sich sonstwie an ihm? Niedrige Beweggründe? Die Folgen eines Unfalls (ungewollte Schwangerschaft) zu beheben oder zu reduzieren, ist wohl kaum als niedriger Beweggrund geeignet. Sonst wäre ja jeder Feuerwehreinsatz ein niedriger Beweggrund! Unter Heimtücke versteht man allgemein das bewußte Ausnutzen des Vertrauens des Opfers zu dessen Tötung. Ein Vertrauensverhältnis kann hier noch nicht vorliegen. Um Grausamkeit geht es auch nicht, denn das hieße, dem Opfer absichtlich unnötige Schmerzen aufzubürden. Ohne Nervenzellen gibt es aber weder Bewußtsein noch Schmerzen. Gemeingefährliche Mittel? Fehlanzeige, die Allgemeinheit ist durch eine Abtreibung kein bisschen gefährdet! Um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken? Wieder Fehlanzeige!

Ergo: Eine Abtreibung erfüllt keinerlei Mordvoraussetzung und ist somit kein Mord! Jemand anderen unberechtigt als Mörder zu bezeichnen ist hingegen Verleumdung und zu recht strafbar!

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Es ist maximal Totschlag, aber laut Gesetz nicht mal das. Dass Abtreibung Mord ist, ist lediglich ein Slogan von Abtreibungsgegnern, meist religiöse Fanatiker, die sich selbst keine Freude im Leben zugestehen und deshalb andere für ihre Freude bestrafen wollen.

Deine Antwort betrachtet nüchtern die rechliche Seite. OK, du Experte für Abtreibung. Diese Welt ist aber nicht nur vor dem Gesetz "gut" oder "böse". Jede Frau, jedes Mädchen, dass sich mit diesem Thema wirklich auseinandersetzt, auseinandersetzen musste, weiß (hoffentlich!), dass es um mehr geht.

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@OlloSoft

Es geht darum was man will oder nicht will. Fakten spielen bei dieser Entscheidung nur eine untergeordnete Rolle, die werden erst dann wichtig wenn man sich nach der Abtreibung gegen fanatische Abtreibungsgegner wehren muss. Das Einzige was zählt ist das Gefühl der Schwangeren. Will sie die Schwangerschaft austragen? Ist sie bereit Mutter zu werden? Gibt es für sie Gründe sich gegen die Schwangerschaft zu entscheiden? Diese Fragen kann einzig und allein die Frau beantworten und Niemand sonst. In einem solchen Fall gibt es kein richtig oder falsch, bis auf die gesetzlichen Richtlinien an die man sich natürlich in jedem Fall zu halten hat.

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@OlloSoft

Meine Antwort entlarvt in erster Linie die Verlogenheit von fanatischen Abtreibungsgegnern, denen jedes Mittel recht ist, Frauen in einer Notlage noch weiter fertig zu machen. Jemanden zu Unrecht des Mordes zu beschuldigen ist eine verdammt fiese Angelegenheit, besonders wenn dieser Mensch in einer schweren Krise steckt.

Aber das macht auch ganz deutlich, worum es diesen Menschen geht: Nicht um das Wohl irgendeines Kindes, das noch nicht existiert. Nicht um irgendein hehres christliches Prinzip. Es geht ihnen darum, andere Menschen für ihre Lebensfreude zu bestrafen! Das sind Menschen, die sich selbst keine (körperlichen) Freuden erlauben, weil sie meinen, sie würden dann Gott oder Jesus oder sonstwem einen Gefallen tun. Da dies allerdings anscheinend nicht mit der gewünschten Belohnung einhergeht, werden sie verständlicherweise immer verbitterter und wollen als Ausgleich all diejenigen bestrafen, die sich diese Lebensfreude erlaubt haben: "Was, die hatte Sex und ist jetzt deshalb in einer schwierigen Lage? Dafür soll sie jetzt aber so richtig büßen, Abtreibung verboten!"

Das sind übrigens die gleichen Menschen, für die AIDS "ein Geschenk des Himmels" ist, aus den gleichen Gründen!

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Das andere Kontra kann man ihr auch ausreden: ernste psychische Probleme kommen nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht häufiger vor als nach dem Austragen einer ungeplanten Schwangerschaft, auch nach 10 Jahren nicht (da ist sich die seriöse Fachliteratur über Tausende von Frauen völlig einig).

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