Religionskritik- nötig?

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19 Antworten

Hallo Melodia93, zuerst einmal möchte ich noch einen Widerspruch in Deiner Frage lösen. Wenn Du an Gott glaubst, dann bist Du auch gläubig. Nur, damit Du Dir darüber einmal im Klaren bist. Du gehst vielleicht nicht in die Kirche und glaubst nicht an eine bestimmte Art von Religion, doch Du bist Dir sicher, dass es Gott gibt. Da man ihn (vermutlich) nicht beweisen kann, glaubt man an ihn.

Kritik kannst Du beruhigt üben, ohne in Gotteslästerung zu verfallen. Kritik ist gut und auch gewünscht. Es ist nur wichtig dabei den Anstand und die Sachlichkeit zu bewahren. Dann nimmt auch Gott Dir keine Kritik übel. Jeder hat Fragen und ungelöste Probleme, keiner ist allwissend, außer Gott, und deswegen entstehen Meinungen und auch Kritik. Und soweit wir mit unserer Kritik nicht versuchen andere ihrer eigenen Meinung zu berauben oder sie verächtlich zu beschimpfen, sind Anregungen und das Hinterfragen nach dem Warum, Wieso und Weshalb durchaus berechtigt. Das ist ein Lernprozess.

Du solltest zum Thema Religion mal den Punkt:

Auslegung von Religion für egoistische Interessen

kritisch hinterfragen. Das ist nämlich der hauptstreitpunkt der Kirchen und religionen. Fast alle versuchen aus egoistischen Gründen die Leute zwanghaft zu rekrutieren und umzustimmen, um sich zu stärken, ja sogar um sich an den Mitgliedern zu bereichern, wie bei vielen Sekten.

Doch wahre Religion, wahrer Glaube richtet sich nur nach den Geboten Gottes, wie sie in der Bibel geschrieben stehen: Nächstenliebe, Hilfe für einander, Vergebung (sehr wichtig, denn ohne Vergebeung entstehen Kriege), Frieden und echter Glaube. Da ist jeder Mensch gleich wertvoll und geachtet.

Eine Religion, die Kriege führt ist eine falsche Religion. Das ist nicht im Sinne Gottes.

Ich denke, mit so einem Thema hast Du genug Material, dich mit Kritik und Deinen eigenen Ansichten zu äußern. Viel Erfolg und Gottes Segen!

Erstens würde ich Religionskritik mit Kant einleiten, wonach sich die metaphysische Frage nach Gott oder Nicht-Gott den Möglichkeiten unseres Wissens entzieht. Menschen sind immer auf metaphysische Annahmen angewiesen, die letzten Endes nicht beweisbar sind. Das heißt aber nicht, dass man jeden "Quatsch" glauben kann. Denn natürlich gibt uns die Welterfahrung, durch die Wissenschaft gestützt, Auffassungen von Realität vor, mit denen metaphysische Grundannahmen nicht kollidieren sollten. So ist es Blödsinn, heute noch an eine Erde als Scheibe zu glauben, obwohl wir inzwischen die Erde aus dem All als kugelförmig erkennen konnten.

Zweitens heißt Religionskritik nicht "Gotteskritik". Wir kennen "Gott" nicht. Was wir haben, sind unterschiedliche "Gottesbilder". Religionen unterscheiden sich vor allem in den Gottes- und Menschenbildern, von denen sie ausgehen. Diese kann man sehr wohl kritisch betrachten. In diesem Sinne ist eigentlich auch der bekennende "Atheismus" eine Religion. "Agnostizismus" ist eine "Saubermann-Religion": Man legt sich nicht fest, man macht sich nicht schmutzig, wenn Beliebigkeit die Konsequenz ist. Schon Nietzsche hat festgestellt, dass es nicht mit "Gott ist tot" getan ist, sondern dass dann erst einmal die Aufgabe entsteht, selbst (gesellschaftlich) ein Netz von Werten und Normen zu begründen. Das ist Arbeit. Wer sich in die Beliebigkeit flüchtet, entzieht sich dieser Verantwortung.

Drittens bis Du mit Deiner Auffassung von Kant gar nicht so weit entfernt. Auch er sieht die "Gottesidee" eher als eine "Leitidee", auf die wir uns wie bei den Ideen "Gerechtigkeit", "Toleranz", "Friede", "Mitmenschlichkeit" usw. gesellschaftlich verständigen, ja verständigen müssen. Meiner Meinung nach ist "Humanismus" (abgesehen von der großen Definitionsbandbreite) kein vollkommener Ersatz für die "Gottesidee". Meiner Meinung nach steckt in der Gottesidee das Gefühl, dass wir Teil eines großen SEIN sind, nicht ihr Meister. Da aber manche Religionsformen durchaus die Tendenz haben, dass sich einige "Auserwählte" selbst zu Gott, Gottes-Stellvertreter usw. erklären, wäre das meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Kritikpunkt.

Hallo Melodia, ich erinnere mich als Kind sehr angestrengt auf eine Frage eine Antwort gesucht zu haben: Wer ist stärker ein Wal oder ein Elefant? Später im Schach war ich sehr verdutzt das es kein Entrinnen für den Mattgesetzten bei "Matt in 5-Zügern" gab. Der andere konnte tun was er wollte, es gab kein Entrinnen. Später studierte ich Philosophie und brach das Studium nach 6 Semester ab, da ich dies Bekommende zu theoretisch empfand. Was ich all die Jahre als zu mechanistisch empfand war die selbstverständliche Aufnahme des Welten-Wissens. Daher möchte ich dies einmal so formulieren.

Es gab und gibt immer noch Menschen die etwas hören und dies für bahre Münze nehmen. Es ist der uneingeschränkte Bauchglaube und es gilt als "vom Glauben abkommen" wenn auch nur eine kritische Frage bezüglich dieser Texte entsteht.

Texte wurden aber stets von Menschen auch in einem intuitiven Verständnis gefühlt. Gleichnisse, Beschreibungen wollten nicht zu verstandesmässig, sondern im Herzen zum Aufgehen gebracht werden. Im Sinne von, dass die Wahrheit nicht in Büchern, in Regeln und Riten, in Symbolen, Hautfarben oder Geschlechtern zu finden sei, sondern wenn überhaupt im Fühlen. Denn wenn ich das Göttliche nicht in mir finde oder fühle, was hat denn der Glaube für einen Nutzen?

Der Wissenschaftler ist ein Mensch der auf Fragen bezüglich des Göttlichen erstmal sicherstellen würde, dass unter dem Göttlichen halbwegs das gleiche verstanden wird. Und wenn Übereinkunft über den Begriff vorliegt, dann können wir über deine und meine Ablehnung oder Annahme sprechen.

Es gibt eine ganze Armada von Vorstellungen die den Begriff des Göttlichen zieren. Grosse Interpretationsstreitigkeiten entstanden nur der Interpretation wegen, wie die zwischen den Pantheisten und Panentheisten.

Aufgewachsen im katholischen Internat empfand ich dieses Annehmen-oder Ablehnen-können als sehr merkwürdig. Auch wenn ich es damals nicht in Wörter fassen konnte. Es ist die Merkwürdigkeit das alles Bekommen-können von religiöser Geschichte den gleichen Geschmack hat wie das Bekommen-können von allem anderen Wissen. Die Mutter zeigt auf einen Baum und sagt "Baum". Dies wird dann als Wissen gefühlt. Später kommen noch "Rinde, Zweige..." dazu. Face to Face wird so alles bekommen. Face to Face meint das alles wie auf einem Servierteller vor einem serviert wird und man nur noch am integrieren ist. Alles bekommt einen Namen und Zusammenhänge werden gesucht und das ist dann schon die Erklärung. Es ist unsere gefühlte Normalität. Und Normalität ist einfach so wie sie eben gefühlt wird, keine Fragen über deren Entstehung und Subjektivität dahingehend. Das Gefühlte ist doch des Menschen Hinwendung.

Alle paar Jahre klopfen die Zeugen Jehovas, die Mormonen oder auch andere "Freunde" an meine Tür. Ich frage dann stets ob sie etwa hätten was sie mir geben könnten. Was sie dann freudig mit einem Lächeln stets bejahen. Dann frage ich, ob sie es mir geben könnten ohne auf alle Geschichte, Symbolik und Propheten und alles andere worin sie ihren Glauben fühlen können, zurückgreifen zu müssen? Dann würden sie sich nackt fühlen. Daher bekommt das Göttliche stets menschliche Attribute, wohl nicht um dem Göttlichen zu huldigen, vielmehr das Mensch das Göttliche besser fühlen kann. Denn jede Position hat einen Namen und wird in Struktur verstanden. Daher zeigt die Mutter auf die Frage des Kindes gen Himmel. Sie muss dem Göttlichen eine Position zuweisen um es erklären zu können.

So sind all die Fingerzeige auf das Göttliche, all die Fingerzeige auf das Baumhafte, auf alles andere was Mensch aufgreifen kann, im verstehen-können nur ein benennen, ein besser integrieren-können. Mensch glaubt in all den Fingerzeigen die auf etwas zeigen, dieses besser verstehen zu können. Doch ist dies nicht ein Irrtum?

Ist nicht eines jeden Menschen Geschmacks der Normalität bis zum Lebensende "Face to Face" ein immer währendes integrieren. Jemand kann in ein fernes Land fahren und wenn irgendetwas unten am Boden raschelt braucht dieser gar nicht hinzuschauen, da er weiss, es ist von vornherein bekannt, indem er es benennen kann. "Tier, schwarz, Pflanze, giftig, lebendig..." Das ist dieses Wissen das es nichts gibt was einem Ausweg aus dieser strukturieren Normalität ist.

In dieser Sicht ist der Atomforscher, der Gottesforscher und alle anderen Suchenden in ihrem gefühlten Absolutismus des verstehen-können ihrer Normalität. Alles was sie aufgreifen-können, jede Beziehung, jedes neue integrieren-können, ist einem zwar gefühlt ein Aha wert, gefühlt eine Bereicherung, von Wissen-können, welches weitergegeben werden kann, doch im Grunde nur diese eine Landschaft unseres gefühlten Weltenbildes, welches Face to Face, in allem ein blosses integrieren kennt. Ich nehme dieses an oder nicht. Einerlei! Es ändert doch nichts an diesem meinem Welten-fühlen.

Und dann sprachen Menschen in damaliger Zeit wie heute, dass das Göttliche losgelassen werden müsse, um das Göttliche zu erfahren. Oder das das Göttliche nicht ist wenn ich nicht wäre. Erst wenn Mensch Gott loslässt, sich loslässt, alle Dinge die ihm Erklärung sind loslässt, dass alles Unbeschreiblich ist, ein einziges Wow, dann ist diese Einheit die keine Einheit ist, dann ist das Göttliche im Herzen obwohl es dann nicht mehr das Göttliche ist. Dann ist das Herz ent-leert von allem Glauben das das Welten-Wissen einem Erklärung ist.

Das Wissen über Beziehungen, über Zusammenhänge ist Wissen über Strom, über Demokratie, Wissen über all das Umgebende. Doch der Fingerzeig auf Strom, auf Demokratie, auf das Baumhafte erklärt nichts. Es ist nicht unsinnig, ist das was es ist: Beziehungswissen.

Mensch kann sein ganzes Leben im Streit mit Mitmenschen sein, welche Beziehungen, welche Zusammenhänge nun sind oder nicht sind. Ist das Herz entleert von gefühlten Beschreibungen, von Erklären-können, dass Welt einen erklären kann, dann ist alles von vornherein unbeschreiblich. Dann sind alle Fragen die um "ich, Gott, Gehirn, DNA und all die anderen schweren Wörter" nicht mehr fühlbar, dass sie einem etwas geben können. Das ist das sprichwörtliche Wissen im Nicht-Wissen zu haben. Es ist nicht Nicht-Wissen gemäss unseres verstehen-können, sondern das alles Wissen doch nicht erklären kann, was Mensch und Welt ist. Es ist nicht des Menschen mangelnde Fähigkeit der Durchdringung, dass seine Kenntnisse nicht hinreichen dies erfassen zu können, ihn diese oder jenes behindert, sondern das all dieses, selbst wenn er all diese aufgreifen, erfahren könnte, sehen würde, es doch nicht erklären vermag was Mensch und Welt ist.

Wenn das Herz entleert ist von diesem steten suchen-müssen, sind alle Buchweisheiten, alles hängen an Geschichte, an Symbolen..keine Frage von Wahrheit oder Nicht-Wahrheit, sondern nur unbeschreiblich. Die Frage nach dem Göttlichen ist nicht in Struktur zu finden, die in Entscheidung für sich beansprucht, wie ein Orden angeheftet oder wieder abgelegt werden kann. Sie kann auch nicht in Büchern gefunden oder von Menschen vermittelt werden.

Frage ich nach Bestätigung bin ich bereits verloren, suchen ist bereits das Problem, das Hindernis. Nichts zu machen ist auch bereits ein machen. Und in diesem keinen Sinn zu sehen ist leben langes suchen.

Schönen Winter Dir!

Ich denke, du bringst da vieles durcheinander. Mit "Gottes Existenz" ist immer noch gemeint, dass Gott von selber existiert, ohne dass jemand zuerst daran denken müsste.

Wenn also deine Klassenkameraden meinen, dass es keinen Gott gibt, dann meinen sie sehr wahrsheinlich, dass unsere Welt/unser Universum nicht von irgendeinem transzendenten Wesen genau geplant und erschaffen wurde.

Und da musst du doch zugeben, dass es sehr unplausibel ist, dass ein Gott in den Köpfen der Menschen entsteht, die er doch erschaffen hat. So viel zu deinem Satz Gott ist aus meiner Sicht, genauso wie Liebe oder Toleranz und Individualität etwas was im Kopf der Menschen entsteht.

Du zweckentfremdest das Wort nur. Da könntest du gleich meinen Gott ist für mich der Baum vor meinem Fenster.

: ich kann es moalisch mit mir nicht vereinbaren, dass in der Schule die Nicht-Existenz von Gott voraus gesetzt wird.

Ich mag das zwar auch nicht, aber in Privatschulen ist das erlaubt. Immerhin wurden schon Leute aus christlichen Schulen verweisen, weil sie sich als Atheisten geoutet haben.

Und jetzt soll ich auch einen Aufsatz über Religionskritik schreiben, obwohl sich alles in mir sträubt.

Wieso genau? Religionskritik besteht doch nicht einfach aus der Meinung, es gäbe keinen Gott und alle Religionen sein von forn bis hinten erlogen. Das wäre so als müssten alle Gesellschaftskritiker Misanthropen sein.

Es gibt auch Religionen/Sekten, die ganz ohne einen Gott auskommen. Buddhismus zum beispiel, oder Scientology.

Ich hab das meiner Lehrerin erklärt, doch sie meint halt, dass es ja nur die Worte anderer sind, die ich da darlegen soll.

Ganz richtig. Warum sollte man nicht acuh mal Meinungen zusammenfassen, die man selber nicht vertritt?

  • Ich weiß nicht, das ist so ein Thema worüber ich mich niemals in kritisierender Form äußern würde, auch wenn es nicht meine Worte sind.*

Weißt du überhaupt, was Kritik ist?

Soll ich mich nun gegen meine Überzeugung stellen oder doch auf meine Ansichten "pochen"? ich bin da sehr unschlüssig und mich beschäftigt das.

Du stehst nicht gegen deine Überzeugung, wenn du die Meinung anderer zusammenfasst. Was du machst ist eigentlich ziemlich naive Immunisierung gegen andere Meinungen. Das ist genau das, was religiöse Fundamentalisten tun: Sich nicht mit anderen Meinungen beschäftigen und dann ständig gegen Strohmänner kämpfen.

Wenn du Religionskritik als etwas ansiehst, das sich nicht mit deinem Weltbild verträgt, wieso beschäftigst du dich dann nicht damit und schaust, ob Religionskritiker wirklich das sind, wofür du sie hältst? Oder ob sie Recht haben, oder nicht? Was ist da schon dabei? Ich hab mir neulich ein Interview mit Werner Gitt angesehen, bei dessen Ignoranz ich schon einen gewissen Brechreiz verspürte. Ich war nicht nur anderer Meinung, als er, ich wusste auch, dass er seine Meinung nicht rechtfertigen konnte. Und trotzden sah ich mir das Video an. Sonst würde ich Gitt doch nicht besser kennen lernen.

Du sollst die Meinungen anderer darlegen? Naja dann sollst du auf gut deutsch gesagt die Religionskritiker aufzählen, die ihr durchgenommen habt? Dabei ist deine eigene Meinung überhaupt nicht gefragt, kann also positiv oder negativ sein: das ist egal. Du musst dich gar nicht dazu äußern. Wenn du dich äußern musst, kannst du das positiv oder negativ tun, auch egal. Und wenn du selber Religionskritik üben musst: Kritik schließt auch positives mit ein. Kritik heißt nicht "Religion niedermachen". Genauso kannst du FÜR Religion sein. Auch das ist ein kritischer Umgang, es kommt mehr auf das warum an, also warum du es gut oder schlecht findest.

Kritisches Hinterfragen ist aber Schulziel, also du musst deine Meinung schon schreiben, wenn das gefragt ist. Du sollst ja später nicht wie ein dummes Schaf rumlaufen und alles so glauben, wie man es dir sagt. Du solltest schon deine Meinung begründen können, denn sonst kommst du nicht weit und wirst später kaum ernstgenommen werden... das sollst du halt mit so einer Kritik üben.

Ich mein du hast ja eine Meinung... warum willst du sie nicht äußern oder begründen? Hast du Angst, dass die anderen bessere Argumente haben? Die haben sie aber erst recht, wenn du dich verkrümelst und meinst, du müsstest über deine Ansicht überhaupt nicht nachdenken, weil es "so ist". ;)

Ich würde mich davon nicht kirre machen lassen. Es wird immer Leute geben, die anderer Meinung sind als Du.

Ich bin in meinem Umfeld als Gottgläubiger auch in der Minderheit - und habe eher das Gefühl, daran zu wachsen, als daran zu zerbrechen. Immerhin lernt man so, seine Meinung in Diskussionen besser und fundierter rüberzubringen.

Und wenn das für dich wirklich so ein Problem ist, kannst Du ja in den Religionskurs wechseln.

Und was die Schwierigkeit bei dem Referat ist, verstehe ich auch nicht so ganz. Ist es für Dich schon Gotteslästerung, zu schreiben oder zu sagen, was z.B. Nietzsche oder Feuerbach am Christentum auszusetzen hatten? Es gehört doch - gerade als Gläubiger - zur Bildung dazu, zu wissen, was bisher gegen den Glauben eingewendet wurde. Und wenn man die Religionskritik mal so richtig auf sich wirken lässt, kann man auch viel besser damit umgehen, darauf eingehen und sie vielleicht in manchen Punkten widerlegen, in anderen für das Wachstum des eigenen Glaubens etwas positives aus ihr ziehen.

Im Übrigen habe ich auch schon Referate über Faschismus gehalten, ohne mich in dessen Nähe zu begeben (was natürlich in keinem Fall eine Gleichsetzung von Faschismus und Religionskritik sein soll).

Unabhängig davon wie Du denkst, sollten Dir mit Sicherheit zum Thema "Religionskritik" doch auch ein paar Themen einfallen. Wenn nicht würde das ja bedeuten, alle Religionen und die Art wie Menschen damit umgehen und diese umsetzen wäre frei von Fehlern und teilweise sogar unantastbar. Das kannst Du wohl nicht ernsthaft denken?

Wenn Du die Aufgabe hättest über das Thema Altenpflegekritik zu schreiben, würden Dir doch wohl auch einige Punkte einfallen, unabhängig davon, dass Du natürlich nichts gegen Altenpflege hast, oder?

Beste Grüße,

Einfach-Genial

PS. Übrigens geht es bei der Frage doch nicht um Gott, sondern um die Religion in Form des Glaubens an einen Gott. Auch wenn es viele immer tun, aber Glauben und Wissen sind zwei paar Schuhe :-)

Schreib doch einfach, das Religionskritik aus deiner Sicht her nicht wirklich sinnvoll ist, denn die Religiösen interessiert es eh meinst nicht und die nicht religösen interessiert es auch nicht, die einzigen die Religionskritik wirklich interessiert ist eine Minderheit von anti religiösen Menschen die sich gegenseitig in ihrer Abneigung bestärken.

Oder Schreib was von interner Religionkritik, von Kritik innerhalb einer bestimmtem Religion.

Gronkor 02.12.2010, 20:15

Nach dem, was Du schreibst, wäre jede Diskussion zwischen Menschen verschiedener Meinung völlig sinnlos.

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Wenn du nur sagst "x sieht das so und so und begründet dies so und so", verrätst du deine Überzeugung ja nicht. Es verlangt ja sicher keiner, dass du irgendwie belegst, dass diesre x tatsächlich Recht hat.

Du musst ja selbst keine Kritik an Religionen ausüben, sondern du kannst auch den Gedankengang von bekannten Relgionskritikern wie Marx und Nietzsche zusammenfassen und darlegen. Wenn du einen Aufsatz über den Hinduismus schreiben musst, bedeutet das auch nicht zwangsläufig, dass du Hindu bist, oder?

Wenn du über etwas schreibst, heißt es nicht, dass es auch deine Meinung ist. Das sollst du lernen, sonst wirst du immer nur subjektiv schreiben können. Um das eigene Horizont zu erweitern, muss man über andere Standpunkte schreiben können. Es geht hier um einen Aufsatz über Religionskritik und nicht um einen Aufsatz darüber, wie du Religionen kritisierst.

Natürlich kannst du glauben, was du willst. Es gibt Glaubens- und Gewissenfreiheit. Aber nur weil du an Gott glaubst, heißt es nicht, dass du nichts über Religionskritik schreibst und dass du sie einfach ignorierst.

Dazu kommt noch, dass das Thema Religionskritik weiter mehr umfasst als die Frage nach der Existenz Gottes.

Also mach kein Theater und mach deine Hausaufgabe.

Du bringst doch schon gute Voraussetzungen mit: A) du weißt und sagst es auch, dass Gott in den Köpfen der Menschen entsteht. Und was da entsteht, existiert noch lange nicht (bei mir im Kopf entstehen auch immer fantastische Zahlen auf meinem Bankkonto). B) Dann musst du schon ein wenig Ordnung in deine Gedanken und Glaubensgefühle bringen: einerseits (Zitat) "stehe ich mit meiner Meinung, dass es Gott gibt relativ allein da. " - andererseits (wieder Zitat) "auch wenn ich selbst nich gläubig bin." Ja, was denn nun? Glaubst du an "ihn" oder nicht? C) Weiterhin hat es mit entsprechend gefestigter eigener Überzeugung noch nie geschadet, sich mit den Argumenten Andersdenkender zu beschäftigen. Zumeist haben allerdings die "Religionskritiker" echte Argumente, etwas, was Gläubige nicht immer haben, zumindest was "seine" Existenz anbetrifft! - Ich habe aber das Gefühl, dass du genau diese Argumente fürchtest und eventuell eine gewaltige Erschütterung deines Glaubens an "ihn" (falls er vorhanden ist!) vorher siehst?!

Wo ist das Problem? Du sollst die Religionskritik beschreiben, das heißt nicht, dass du sie teilen musst.

Könnte es vielleicht sein, dass du bereits (insgeheim) Zweifel an deinem Glauben hegst, und du nun befürchtest, diese Zweifel könnten genährt werden, wenn du dich mit Religionskritik befasst, und du die Aufgabenstellung deswegen abwehrst?

Ich kann Deine Einstellung sehr gut nachvollziehen.

Du könntest niemals gegen Deine Überzeugung, ... Respekt!

Respekt auch, dass Du zur Lehrerin gegangen bist!


Und doch muss man sich - um im eigenen Glauben zu reifen . mit genau diesen Gegenargumenten auseinandersetzen.

Es gilt die emotionale Ebene des Glaubens zu verlassen. Es nicht so nahe an sich rankommen zu lassen. Die Sichtweise der anderen akzeptieren. Und so kann oder darf man immer mehr "verstehen", was man nicht beweisen kann, was man eben spürt und nur glauben kann.


Ich würde an Deiner Stelle ganz klar am Anfang und am Schluss Deine Haltung vertreten.

Natürlich ist Religionskritik nötig - sonst bliebe Religion ja unkommentiert. Brrrr :)

Gut aber, dass Du Dich dagegen wehrst, etwas zu tun, was Du nicht willst.

Wenn die Aufgabe allerdngs nur ein "Aufsatz über Religionskritik" ist, schätze ich, dass Du ihn leicht so ausgestalten kannst, dass klar ist, welche Ansicht Du vertrittst. Das Thema ist ja relativ allgemein gehalten, Du kannst also die Schwerpunkte setzen. Hieße die Aufgabe: "Warum gibt es keinen Gott?" wäre sie mir zwar sympathisch, aber schwieriger zu umschiffen^^

Bitte lasse dir von Nichtgläubigen nichts einreden.Du glaubst an die Existent GOTTES, und das ist gut so!!Du kannst das ganz ruhig in deiner Arbeit schreiben.Kritik an der Ausführung der Religion ist etwas anderes.--Schau doch mal folgenden Clip an - mfg.

"ich kann es moalisch mit mir nicht vereinbaren, dass in der Schule die Nicht-Existenz von Gott voraus gesetzt wird. "

Das ist ein sehr schwieriges Dilemma. Ich leide auch darunter, dass die Nichtexistenz von Gespenstern, roter Materie, dem Warpantrieb, dem Horro Vacui und dem fliegendem Spaghettimonster von meinen Mitmenschen vorausgesetzt wird, obwohl ich sicher bin, dass es das alles gibt. Ich glaube ganz fest daran.

Was willse machen? So ist das Leben. Andere glauben an Odin, Jahwe, Allah oder den Chupacrabra - auch ohne Beweise.

Ich verstehe dein Problem nicht. Du sollst eine sachliche Arbeit schreiben, kein Glaubenbekenntnis.

Genau wie du zB als Aufgabe bekommen kannst, heute einen Werbetext für die CDU und morgen einen für DIE LINKEN zu verfassen.

littleQuitshy 02.12.2010, 18:42

Stimmt, als Schüler ist man gewisser massen eine art Söldner ..

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Melodia93 02.12.2010, 18:49

mich stört ja auch nicht der Inhalt, ich weiß, dass Kant, Nietzsche, Feuerbach und co Kritik an der Religion geübt haben. Aber ich störe mich allgemein an dem Thema. Das ist wie wenn die Aufgabe lauten würde: "Schreibe aus Sicht von xy warum die Todesstrafe gut ist". Da würde mich der Inhalt auch nicht stören, da es ja nicht zwangsweise meine Meinung ist, aber ich würde mich auch dabei weigern wollen überhaupt dazu zu recherchieren. Weißte wie ich mein?

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Reling 02.12.2010, 18:57
@Melodia93

Ja.

Ändert aber nichts an der Tatsache. Auch eine Arbeit über die Vorteile der Todesstrafe wäre von dir zu schreiben. So funktioniert Unterricht.

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notizhelge 03.12.2010, 17:36
@Melodia93

@Melodia93

> «Das ist wie wenn die Aufgabe lauten würde: "Schreibe aus Sicht von xy warum die Todesstrafe gut ist".»

Nein, das ist nicht dasselbe. Auch würde eine Aufgabenstellung bzgl der Todesstrafe von einem vernünftigen Lehrer nicht so formuliert werden. Die Aufgabenstellung würde heißen: "Schreibe, warum aus der Sicht von xy die Todesstrafe gut ist."

Siehst du den Unterschied? Du sollst nicht die Sicht von xy einnehmen, du sollst die Sicht von xy beschreiben.

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Gronkor 02.12.2010, 20:10

... und das Referat soll ja noch nicht einmal ein Werbetext sein, sondern eine schlichte Darstellung, wenn ich das richtig verstanden habe.

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