Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter?

16 Antworten

Ich halte die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern für wichtiger, weil diese alle Menschen betrifft. Die Religionsfreiheit betrifft zwar einen großen Teil der Menschen, aber nicht alle.

Innerhalb der Bereiche gibt es unterschiedlich wichtige Themen. Es kann sein, dass ein Aspekt der Religionsfreiheit wichtiger ist als ein Aspekt der Gleichberechtigung unter den Geschlechtern.

 Es kann sein, dass ein Aspekt der Religionsfreiheit wichtiger ist als ein Aspekt der Gleichberechtigung unter den Geschlechtern.

was denn?

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@Schrumpfer

Wenn es aufgrund von eingeschränkter Ausübung der Religion zu einem Krieg kommen würde, wäre das zum Beispiel wichtiger als wenn ein Mann einen Strafzettel bekäme, weil er auf einem Frauenparkplatz geparkt hat.

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@Suboptimierer

kann dir irgendwie nicht ganz folgen, liegt aber vielleicht nur an der Hitze^^

naja, nasser Schwamm drüber...

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Die Gleichberechtigung der Geschlechter und andere Grundrechte stehen über sämtlichen "himmlischen Gesetzen".

Die meisten der "religiösen Vorschriften" stammen aus der Bronzezeit, wo mittelöstliche Wüstenstämme ihre Stammestraditionen beim Verfassen ihrer Märchenbücher einem "höheren Wesen" in den Mund gelegt haben, um diese unangreifbar zu machen.

Sich in einer modernen Gesellschaft auf solche Machwerke zu berufen, ist ein Armutszeugnis. Dabei sollten wir allerdings nicht vergessen, dass wir Gleichberechtigung, Abschaffung der Leibeigenschaft und andere Werte nicht den "christlichen Werten" zu verdanken haben, sondern diese über Jahrhunderte GEGEN die Doktrin der Religionen erkämpft wurden!

Seid nett aufeinander, liebt mehr, denkt mehr, betet weniger!

R. Fahren

"Denkt mehr": Das wäre gut.
Dann würde man nicht einen solchen Blödsinn erzählen über "Wüstenstämme" und würde solche Textsammlungen nicht als "Machwerke" abtun.
Dann würde man mal schauen, wie gut eine Gesellschaft organisiert sein musste, um überhaupt solche Regeln aufstellen und überliefern zu können.
Dann würde man mal schauen, auf welchem intellektuellen Niveau über Gott und Götter im Vergleich zu anderen Hochkulturen wie etwa in Babylon nachgedacht wurde, und man würde schauen, wie diese Texte im Laufe der Zeit in ihrer Ursprungsreligion (mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein), nämlich dem Judentum ausgelegt und angewendet wurde.
Was die Leibeigenschaft angeht: Gab es da nicht in der französischen Revolution den schönen Spruch (er ist mir sowohl im Geschichts-UNterricht wie auch im Englisch-Unterricht als Übersetzung begegnet): "Als 'Adam grub und Eva spann - wer war da der Edelmann?"
So ganz ohne Religion ist es auch bei der Abschaffung der Leibeigentschaft nicht abgegangen.
Und dann schaue man sich moderne Gesetzeswerke an: In 300 Jahren werden Menschen sie rückblickend genauso oberflächlich ebenso als "Machwerke" abtun.
Ich plädiere selbstverständlich für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Aber diese geschichtsvergessene Überheblichkeit, gepaart mit Unwissen über die damaligen und späteren Kulturleistungen fällt mir arg auf den Wecker.
Und auf die Idee, dass auch der jahrhundertelange Traditionsprozess mit Missverständnissen auf die alte Überlieferung reagiert haben könnte, kommen manche auch nicht.
(Mal abgesehen davon, dass man ein paar von den hochtrabenden "Kulturexperten heute" mal ein paar Tage in der Wüste aussetzen könnte um zu schauen, ob sie dort überleben, um mal herauszufinden, dass die Menschen, die dort überlebt haben, vielleicht doch nicht so "primitiv" waren?)

Wer heute für Gleichberechtigung eintritt, sollte die auch in einem historischen Sinne tun und auch mit früheren Kulturen auf Augenhöhe bleiben. Sonst nehme ich ihm das mit der Gleichberechtigung nicht wirklich ab.

Und auch was die "Märchenbücher" angeht, solte man angesichts von den Trumps, Erdogans und wie sie in Polen und Ungarn usw. alle so heißen, den Ball ganz schön flach halten.

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@nachdenklich30
Dann würde man nicht einen solchen Blödsinn erzählen über "Wüstenstämme" und würde solche Textsammlungen nicht als "Machwerke" abtun.

Wenn du das nicht aushältst, lies es nicht. :)

Denn inhaltlich trifft es die Sache doch sehr gut! :-)

vielleicht doch nicht so "primitiv" waren?

In welchem Satz kam "primitiv" vor?

Egal, primitiv ist eher, sich im 21. Jhdt. nach den Vorstellungen steinzeitlicher Nomadenstämme zu richten. Selbst falls die damals die Speerspitze der Kultur gewesen sein sollten, so ist heute nichts mehr davon wirklich relevant.

Und wenn Du meinst, dass zukünftige Generationen uns ebenfalls so beurteilen könnten: Ja und? Ist doch okay!

ICH beurteile unsere Gesetzeswerke in Teilen ja bereits heute so. ^^ Insbesondere wo sich noch Überbleibsel aus dieser Steinzeitkultur ff. versteckten bzw. noch verstecken (z.B. dass der letzte "Schwulenparagraph" erst vor rund 25 Jahren entsorgt wurde, oder dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit rund 10 Jahren strafbar ist, etc.).

Oder wie wir heute z.B. mit Unverständnis und Abscheu auf das Sexualverhalten nicht weniger Männer bis noch vor wenigen Jahren zurückschauen (#MeToo).

Und auch was die "Märchenbücher" angeht, solte man angesichts von den Trumps, Erdogans und wie sie in Polen und Ungarn usw. alle so heißen, den Ball ganz schön flach halten.

? Da fällt mir eher ein: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."

Ein Grund mehr, vor diesen Machwerken zu warnen, und über sie kritisch aufzuklären.

Sonst nehme ich ihm das mit der Gleichberechtigung nicht wirklich ab.

Wayne interessiert's! :-)

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@Libertinaer

Ob ich das aushalte, was Du schreibst, ist komplett egal.

Du forderst "mehr denken" - und löst diesen Anspruch im Blick auf die alten Kulturen selber nicht ein.

Dass wir im Blick auf Gleichberechtigung (Schwulenparagraph, Vergewaltigung in der Ehe, #metoo) wahrscheinlich komplett übereinstimmen, spielt dabei keine Rolle.

Der Denkfehler steckt vielleicht an der Stelle eines Geschichtsbildes, dass sich immer nur positiv nach vorne entwickelt.

Dann ist Steinzeit primitiv, Gleichberechtigung ist modern und toll, und dazwischen hat sich eine mehr oder weniger kontinuierliche Entwicklung vollzogenm die immer nur zum Guten weiter gehen kann. Und wenn es Rückschritte gibt, dann ist halt "der alte Schoß" daran schuld.

So funktioniert Geschichte aber leider (ode rzum Glück) nicht.
Aufgrund einer Vielzahl von Vorurteilen trägt man immer wieder Bewertungen in die Geschichte hinein, die auf die alten Kulturen zum Teil gar nicht passen.
Man verwechselt immer wieder spätere Interpretationen alter Überlieferungen und deren Fort- und Rückschritte mit den Inhalten und Aussagerichtungen der alten Überlieferungen selbst.
Dab ei hat man oft außer ein paar holzschnittartigen Vorurteilen überhaut keine Ahnung von den alten Kulturen und davon, wie sie im Laufe der Zeit ihre eigene Überlieferung bewertet haben.

Wenn man sich dann mal zumindest punktuell auf den Weg macht, kommt man oft aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Allein die blödsinnige Vorstellung, wie man sich früher den Himmel als Käseglocke vorgestellt haben sollte: Das passt eher zu bestimmten Vorstellungen im Mittelalter. Aber nicht unbedingt zu den Beduinenstämmen, die direkt nebem Kulturen lebten, die in Keilschriftform die Grafiken beschreiben konnten, an denen man die Geschwindigkeiten von Planeten ablesen konnte.
Also einfach Vorsicht, was solche Vorurteile über vergangene Kulturen angeht.
Das haben sie meist nicht verdient.


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@nachdenklich30

Habe gerade Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wie man für Gleichberechtigung im historischen Sinne eintritt... und dabei mit früheren Kulturen auf Augenhöhe bleibt... - und was es mit der Gleichberechtigung zu tun hat, wenn man das nicht tut...

....und was Trumps, Erdogan & Co. damit zu tun haben - Meinst Du, weil die auch Märchen erzählen?;)

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@ArbeitsFreude

Gleichberechtigung der Geschlechter ist das eine. (Unter uns vermutlich unstrittig.)
Wenn man die aber ernst nimmt, sollte man auch darauf achten, wie man mit Menschen anderer Zeiten umgeht, sie abtut oder ernst nimmt.
Dieser Umgang ist oft von einer Überheblichkeit geprägt, der der Überheblichkeit in Geschlechterfragen in nichts nachsteht.

Im Gegensatz zu den Geschlechterdiskussionen wird es in der historischen Perspektive allerdings nie eine #MeToo-Kampagne geben, weil keiner mehr lebt, die sie anzetteln könnte.

Der Verweis auf auf die Trumps usw erklärt sich eigentlich von selbst. Zumindest wird an diesen Beispielen der Gegenwart und ihren millionenfachen Änhängern deutlich, dass sich die gegenwärtige Generation auf ihre Menschlichkeit nicht zu viel einbilden sollte.
Wir sind in dieser Hinsicht keinen Millimeter besser als irgendwelche Steinzeitmenschen. Vielleicht waren die uns moralisch sogar noch überlegen, wenn man sich mal anschaut, in welchem Tempo wir in den Industriestaaten unsere eigenen Lebensgrundlagen vernichten - und die von Milliarden Menschen, die sich nicht wehren können, gleich mit.

Ich glaube ganz ernsthaft: Wenn sich ein Steinzeitmensch unsere technischen Möglichkeiten anschauen könnte und das, was wir daraus machen und wie viele Kinder verhungern und wie wir zusehen, wie ganze Länder in Schutt und Asche gelegt werden: Er würde uns anschauen und fragen: "Und Ihr nennt uns 'primitiv'?"

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Die Gleichberechtigung natürlich.

  1. Die Religionsfreiheit ist ein wichiges Grundrecht, steht aber "nur" an 4. Stelle (4. Artikel GG). Die Gleichberechtigung ist wichtiger und steht an Platz 3 (freie Entfaltung der Persönlichkeit an Platz 2 und die Unverletzlichkeit der Menschenwürde an Platz 1).
  2. Religionsfreiheit bedeutet NICHT, dass jeder seine Religion so ausüben darf, wie er mag (oder es mehr oder weniger umstrittene Interpretationen irgendwelcher Texte angeblich vorschreiben). Religionsfreiheit bedeutet, dass der öffentliche Staat nicht in die private Religionsausübung eingreift, z.B. in dem er eine bestimmte Religion vorschreibt oder einzelne/alle Religionen verbietet. Religionsfreiheit bedeutet aber auch "Freiheit von Religion" (im Sinne von Atheismus).

Generell kann der Staat aber dennoch einzelne Religionspraktiken verbieten. So dürfen z.B. Muslime Tiere nicht schächten, weil das mit dem Tierschutz nicht vereinbar ist.

Bei der Gleichberechtigung wäre es noch einfacher, eben wg. des höheren Verfassungsrangs.

provokante Frage: würde es im Islam nicht zur Gleichberechtigung gehören, dass Mann und Frau sich beiderseits verschleiern oder eben beide nicht?

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@Schrumpfer

Nun, über ein Verschleierungsverbot wird ja auch tatsächlich diskutiert.

Ich bin zwar liberal ("Jeder soll nach seiner Façon selig werden."), sehe aber in diesem Fall das Kleidungsstück als Teil eines politischen Islam, der mit Art. 3 GG zu sehr kollidiert (gerade mit Blick auf muslimische Mädchen).

Ist in Deutschland aufgrund der geringen Anzahl Betroffener nun kein drängendes "Problem", aber ich tendiere mom. eher in Richtung Verbot.

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@Libertinaer

BTW: Definitiv sehe ich aber in der jüdischen und muslimischen Beschneidung von Jungs im nicht einwilligungsfähigem Alter ein Problem (milde formuliert). Und hier hat der Staat bewusst gekniffen.

Bei einer Beschneidung von Mädchen würde das anders aussehen. aber Juden beschneiden ja auch nur Jungs, und wegen unserer Geschichte ...

Nachvollziehbar, aber IMHO trotzdem "falsch". Nicht, dass ein Verbot wirklich eine sinnvolle Alternative gewesen wäre ...

... da eird divh erst die Trafition ändern müssen - Ansätze gibt es ja.

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