Religionsfreiheit Gegenargumente

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6 Antworten

Gegenargumente? Die Religionsfreiheit ist ein fundamentales Recht unserer Gesellschaft, welches selbstverständlich auch das Recht beinhaltet, keiner Religion anzugehören. Dies ist in Artikel 4, Absatz 1 des Grundgesetzes verankert, laut dem "die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich sind" Quelle: Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Ich vertrete selbstverständlich die Religionsfreiheit, aber will dir trotzdem Argumente liefern:

Religionsfreiheit ("Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.") kann mitunter mit anderen Grundrechten konkurrieren. Denn Inhalt einer Religion ist mehr oder weniger beliebig.

Darf man z. B. Frauen, Schwarze, Mitglieder anderer Religionen usw. diskriminieren ("Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.")? (Ebenso mit anderen Grundrechten)

Hier müssen die Rechte gegeneinander abgewogen werden: Entweder Gleichberechtigung oder Religionsfreiheit. Man könnte nun argumentieren, dass hier immer die Gleichberechtigung gewinnt und dann folgern, dass man die Religionsfreiheit ganz abschaffen sollte. Das könntest du z. B. sagen. Allerdings übersieht man dann, dass Mitglieder von Religionen, die nicht gegen solche Rechte verstossen, ihre Religionsfreiheit auch verlieren - und das sollte auf keinen Fall passieren.

Kennory 13.03.2014, 22:00

So hab ich das noch gar nicht gesehen. Toller neuer und interessanter Ansatz für die Rede. Danke :D

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Also verstehe ich dich richtig: ihr sucht Gegenargumente zur Religionsfreiheit? Weshalb??

Aus der Sicht der streng Gläubigen könntet ihr Folgendes schreiben:

  • Wenn es nur einen Gott gibt und er ist tatsächlich der einzige wahre ... dann ist es die Pflicht eines jeden Gläubigen, die anderen davon zu überzeugen - ob sie nun wollen, oder nicht. Schließlich geht es ja um ihr ewiges Seelenheil, und da kann es keine Demokratie geben!

  • Der Mensch wurde dazu geschaffen, Gott zu dienen und ihn zu verehren. Da kann man doch nicht zulassen, dass sie einen falschen Gott anbeten!

  • Der Mensch ist durch und durch schlecht und will nur Böses ... da kann er froh sein, wenn jemand ihm sagt, was er zu glauben hat und wie er sich verhalten soll ...

  • Es ist schon schwer genug, die Schafe alle im Pferch zu halten. Wenn dann noch andere Religionen erlaubt sind, verwirrt das die Herde nur ...

  • Wie kann ein wahrer allmächtiger Gott es zulassen, dass die Menschen darüber entscheiden dürfen, welcher Religion sie anhängen ... so weit kommt es noch ...

  • Religion ist Pflicht und keine Freiheit. Basta.

;))) Also, das ist nicht meine Meinung ... aber das viel mir eben so ein ...

Kennory 13.03.2014, 21:45

Okay vielen Dank :)

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Wuerzburg1996 14.03.2014, 01:23

So wie du hier gläubige Menschen beschreibst denken vielleicht die 12 Stämme oder die Salafisten (schreibt man das so?). Meiner Ansicht nach aber ist die Religion in westlichen Ländern ziemlich tolerant geworden. So kommt zB. homophobes denken nur noch in der älteren Generation vor und das liegt dann oft nicht mehr an den Kirchen. Den Opa vom Land veränderst du halt auch nicht mehr.

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earnest 14.03.2014, 06:25
@Wuerzburg1996

Na, "tolerant"?
Dann lies doch nur mal die Beiträge von Beton-Fundis bei GF ...

Gruß, earnest

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DeutscherIdiot 14.03.2014, 19:58
@Wuerzburg1996
So wie du hier gläubige Menschen beschreibst denken vielleicht die 12 Stämme oder die Salafisten (schreibt man das so?).

Wo hat sie behauptet, dass alle religiösen Menschen so denken würden?

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Dass dein Lehrer möglichst viele Gegenargumente bringen will, finde ich dann doch interessant.

Wirklich gute Argumente wirst du nicht finden, hier stattdessen mal ein paar andere:

  • Eine bestimmte Religion ist die absolute Wahrheit, sie kann sich nicht als falsch erweisen und gilt universell. Daher kann man sie sowieso nicht leugnen, ohne sich zu irren. Und es ist ja wohl unsinnig, einen offensichtlichen Irrtum zu erlauben.

  • Wenn wir hier andere Religion als das Christentum erlauben, was aus der Religionsfreiheit folgt, dann führt das doch nur zu Überfremdung, schleichender Islamisierung und Entwurzelung.

  • Religionsfreiheit verführt zur Sünde und ist daher wider dem Willen Gottes.

  • Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, keine Religion zu haben. Daher führt sie zum Auftreten von hedonistischen, antimoralischen Atheisten.

  • Religionsfreiheit muss abgeschafft werden, um zu verhindern, dass Menschen die falsche Religion wählen und dafür in der Hölle braten müssen. Aus Menschenliebe also.

Ja, alle diese Argumente würde nur ein religiöser Fanatiker ernsthaft benutzen. Aber andere wirst du leider nicht finden.

Muss nicht alles stimmen, was ich schreibe. Nur so als Anstoß zu einem Argument.

Verschiedene Religionen entzweien das Volk. Wenn alle nur einer Religion angehören würden, würden wir uns alle als Brüder und Schwestern fühlen. Völlig fremdartige Religionen verhöhnen und beleidigen ihre Mitglieder gegenseitig als dumm. Als agnostischer Wotanist bekomme ich von Christen häufig zu hören: "Ihr Wotanisten glaubt doch, dass Blitz und Donner durch euren Gott Donar verursacht werden." Dann antworte ich: "Nicht mehr als ihr Christen glaubt, dass Evolution durch euren Gott Jahwe verursacht wird." ...

Wenn wir alles Islamisten wären, würden die Islamisten keine Terrorakte mehr verüben. Wenn es nicht so viele verschiedene Religionen gäbe, bräuchte man auch nicht so viel Geld für so viele Kirchen und konfessionell gebundene Kindergärten.

Also, da fallen mir beim besten Willen keine Gegenargumente ein. Die Religionsfreiheit ist ein unverzichtbares, im Grundgesetz verankertes Recht.

Kennory 13.03.2014, 21:52

Okay trozdem Danke :)

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