Religionsfrage ?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hallo kalxad,

ich vermute mal, du meinst in diesem Zusammenhang die Theodizee-Frage. Es geht also darum, wie erklärt werden kann, dass ein gütiger Gott all das Leid und das Böse zulassen kann.

Glücklicherweise lässt uns Gott mit dieser Frage nicht alleine. In seinem geschriebenen Wort, der Bibel, beschreibt er, wie das Leid entstanden ist und warum es solch fürchterliche Ausmaße angenommen hat. Der Schlüssel zur Antwort liegt in einem der ältesten Bericht der Bibel, im 1. Buch Mose. Dort erfährt man, wie der Keim alles Bösen entstanden ist und warum Gott seine Macht bis heute noch nicht dazu eingesetzt hat, das Leid zu beenden.

Der Bericht über Adam und Eva wird zwar von vielen belächelt und oftmals nur als eine gleichnishafte Erzählung angesehen, doch zeigt die Bibel, dass es sich bei den ersten Menschen um Personen handelte, die tatsächlich gelebt haben. Gott hatte Ihnen nach Ihrer Erschaffung einen denkbar guten Start ins Leben gegeben. Sie missbrauchten jedoch die Gabe Ihres freien Willens dazu, sich von Gott unabhängig zu machen. Doch ihr Wunsch nach mehr Freiheit brachte Sie dazu, die Grenzen, die Gott Ihrem freien Willen gesetzt hatte, zu übertreten. Damit machten Sie sich gewissermaßen zu Feinden Gottes. Obwohl Gott eigentlich das Recht gehabt hätte, gegen Adam und Eva vorzugehen, ließ er sie dennoch am Leben. Wäre es jedoch nicht viel einfacher gewesen, ein neues Menschenpaar zu erschaffen? Warum entschied sich Gott dafür, die beiden trotz Ihrer Rebellion eine Zeit lang am Leben zu lassen?

Das hat mit mehreren wichtigen Streitfragen zu tun, die im Garten Eden aufgeworfen wurden. Eine dieser Fragen lautet: Hat Gott das Recht über die Menschen zu herrschen und ist seine Regierungsweise die richtige? Eine weitere Frage ist die: Würde es den Menschen besser gehen, wenn sie nicht von Gott regiert würden?

Damit diese Fragen ohne jeden Zweifel geklärt werden könnten, gewährte Gott den Menschen die Freiheit, die sie verlangten. Er zwang sie nicht unter seine Herrschaft, sondern räumte Ihnen die Möglichkeit ein, selbst herauszufinden, ob es Ihnen unabhängig von ihm besser gehen würde. Dazu war natürlich genügend Zeit erforderlich. Gott gestattete den Menschen in all den Jahrhunderten seit Ihrer Erschaffung alle möglichen Regierungsformen auszuprobieren. Auch räumte er Ihnen auf allen anderen Gebieten, wie z. B. Wissenschaft, Politik und Medizin die Freiheit ein, eigene Wege zu gehen und verschiedenes auszuprobieren. Diese Freiheit hat jedoch ihren Preis. Da Gott es den Menschen überließ, eigene Entscheidungen zu treffen und das Leben nach eigenem Gutdünken zu gestalten, verschonte er sie auch nicht vor den Konsequenzen ihres Handelns. Wenn wir also das Leid in der heutigen Zeit betrachten, dann ist es zum größten Teil auf das von Gott unabhängige Handeln zurückzuführen.

Wenn man nun Rückblick auf die Menschheitsgeschichte hält, könnte man sich fragen: Hat die von Gott unabhängige Herrschaft des Menschen zu einem besseren Leben geführt, hat sie die Menschen glücklicher gemacht? Die Geschichte zeigt mehr als deutlich, dass die Menschenherrschaft nicht die bessere Wahl war. Bis heute haben es die Menschen nicht geschafft, in Frieden miteinander und in Einklang mit der Natur zu leben. Stattdessen steht heute das Überleben der gesamten Menschheit auf dem Spiel. Keine der zahllosen Regierungsformen, die die Menschen ausprobiert haben, hat zu dauerhaftem Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand geführt. Immer mehr wird die Aussage eines Propheten Gottes bestätigt, der schrieb: "Herr, ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken." (Jeremia 10:23, Hoffnung für alle) Ebenso zutreffend sind die Worte eines anderen Schreibers der Bibel: "Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht." (Prediger 8:9)

Wir Menschen sind so erschaffen, dass wir unser Leben nicht unabhängig von der Leitung unseres Schöpfers erfolgreich führen können. Das Leid und Elend der heutigen Zeit sind der schlagende Beweis dafür. Auch wenn Gottes Zulassung des Leids sehr schmerzhaft gewesen ist, bringt es dennoch langfristig gesehen einen großen Nutzen. Dadurch, dass Gott die Menschen in der Entfaltung Ihres freien Willens mit all seinen schlechten Folgen nicht behinderte, ist ein Präzedenzfall geschaffen worden, auf den man bis in alle Ewigkeit zurückgreifen kann. Wenn die Streitfragen in Bezug auf die Herrschaft Gottes deutlich geklärt worden sind, wird es in Zukunft nie mehr nötig sein, Rebellion gegen Gott zuzulassen.

Deswegen wird Gott bald über die Menschen, die ihn lieben und anbeten, ungeahnte Segnungen ausschütten. Diese werden u. a. in dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, wie folgt beschrieben: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3, 4).

LG Philipp

Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Ansätze, Medien nur oder vor allem mit "guten" Nachrichten zu füllen. Fast alle erlitten "Schiffbruch". 

Stell Dir mal die Bild-Zeitung mit überwiegend positiven Nachrichten vor. Die würde in kurzer Zeit niemand mehr lesen. (Wenn ich nicht mehr auf dem aktuellen Stand bin, korrigiert mich bitte. Die letzte Bild las ich vor ca. einem Jahr). 

Gott behandelt den Menschen zum Glück oder leider nicht als Marionette. Der Mensch ist in seinen Entscheidungen frei. Die nutzt er leider all zu oft um Dinge zu tun, welche anderen Menschen Schaden zufügen. 

Mit ganz wenigen Ausnahmen (Naturkatastrophen) ist der Mensch für das Leid der Welt verantwortlich. Wobei man sogar dort viele Unglücke vermeiden könnte. Er hätte es in der Hand vieles "zum Guten" zu wenden. 

Tatsache ist auch, dass es unzählige Menschen gibt, denen Gott wichtig ist und die gemäß dem Auftrag der Bibel etwas gegen den Schmerz und das Leid des Mitmenschen unternehmen. 

Ein paar wenige  Beispiele:

http://www.diospi-suyana.de/

http://www.selam.ch/

http://www.diakonia.de

http://www.caritas.de

https://www.opendoors.de/

Den Begriff dafür kenne ich auch nicht. Aber es geht weniger um gut und schlecht als darum, dass Menschen selber denken und selber Verantwortung übernehmen.

Ich denke, Du meinst den Begriff THEODIZEE.

Mehr dazu gibt es z.B. hier:
http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-at/theodizee/

Meines Erachtens ist es nicht richtig,  das Vorhandensein von Leid und Schlechtem damit ZU BEGRÜNDEN, dass wir NUR SO Gutes erkennen werden.

Die Bibel zB zeichnet ein ganz anders Bild über Schlecht und Gut, sie erklärt, dass GOTT NICHT FÜR DAS LEID IN DER WELT VERANTWORTLICH IST; aber er läßt es für eine bestimmte Zeit zu, um es dann dauerhaft zu beseitigen.

Mehr erfährst Du dazu in der Bibel, z.B. Offenbarung 21:1-4.

Viel Erfolg beim Lesen der Bibel.

cheerio

Zicke52 08.07.2017, 09:21

@gromio: Die "bestimmte Zeit", in der Gott Böses zulassen will, dauert jetzt aber schon mehrere hunderttausend Jahre. Jetzt könnte er es mal gut sein lassen.

Denn was immer er sich vom "das Böse zulassen" erwartet - wenn es bis jetzt nicht eingetroffen ist, wird es wohl auch in Zukunft nicht eintreffen. Also könnte Gott sich nach einer neuen Methode umschauen.

0
gromio 08.07.2017, 09:51
@Zicke52

@zicke52: Du solltest GOTT Deine gedanken wissen lassen, vielleicht ändert er seine Pläne für DICH.

cheerio

1

Kurz:

Das Leid, die via negativa, hebt die via affirmativa, die Erfahrung des Schönen und Guten, nicht auf.

Die Frage waum es Leid auf der Welt gibt wenn Gott doch angeblich allmächtig ist, ist die "Theodizee-Frage".

"Ohne Schatten gibt es kein Licht, man muss auch die Nacht kennen lernen." - Albert Camus

Ich kenne das Zitat aber leider keinen Begriff dafür...

Ja, wer unserem ewigen Gott "glaubt", wird errettet (1.Mose 1,26-28; 5.Mose 30,19; Joh.14,6).

Wer das nicht will, leidet (1.Mose 3,17-19; 5.Mose 30,7-9; Offb.17,14).

Jesu wird den "Gott dieser Welt" (2.Kor.11,14; Offb.12,9) festnehmen und das Reich Gottes ausrufen (Offb.20,2,21,4).

Was möchtest Du wissen?