Religion verlassen / konvertieren?

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11 Antworten

Wenn Du aus der Religion austreten willst, der Du gegenwärtig noch konfessionell angehörst, so informiere Dich am besten beim Infoschalter im Rathaus. Dort kann Dir erklärt werden, wo dies möglich ist, und ob es Bearbeitungsgebühren kostet. Ich lebe in Brandenburg und konnte mich beim Amtsgericht kostenlos aus der evangelischen Kirche austragen lassen (sofern man das so nennt). Ich bin dann zwar später der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage beigetreten, aber da diese steuerrechtlich irrelevant ist (weil sie nicht dem Netzwerk der römisch-katholischen Kirche angehört) steht da jetzt auf meiner Lohnsteuerkarte keine Konfession.

Buddhismus ist meiner Ansicht nach weniger eine Religion als eine Philosophie. Es gibt zwar einige Glaubensaspekte, beispielsweise in Bezug auf ein Dasein vor und nach dem gegenwärtigen irdischen Leben, aber es gibt keinen Glaubensbezug beispielsweise zu einem göttlichen Wesen und es ist vielmehr eine irdische Lebensweise und Anreiz zur Charakterentwicklung mit dem Ziel, irgendwann das Nirwana zu erreichen, also dem Ausbruch aus dem Kreis von Tod und Wiedergeburt. Im Eigentlichen war es das allerdings schon, was ich vom Buddhismus zu wissen glaube.

Ab 14 bist du religionsmündig, das heißt du kannst das alleine ohne die Zustimmung deiner Eltern entscheiden.

Du gehts ins Rathaus/Bürgerbüro deiner Stadt ins Standesamt und erklärst dort den Austritt. Ich vermute mal daß du evangelisch oder katholisch bist.

Der Standesbeamte dokumentiert das und du unterschreibst (Ausweis oder Stammbuch oder Geburtsurkunde mitbringen). Du erhältst eine Bescheinigung. Diese mußt du ein Leben lang gut aufheben, da diese gegenüber dem Finanzamt der Nachweis ist, daß du nicht kirchensteuerpflichtig bist!

Meine Frau und ich haben vor ca. acht Jahren zum Buddhismus gewechselt, wir waren davor offiziell noch Christen, (ich meine wir sind bis dahin nicht aus der Kirche ausgetreten) waren aber eigentlich Agnostiker. Es gibt im Buddhismus keinen Gott zu dem man betet, aber es gibt gute und schlechte Gottheiten. Es gibt ein Formular das du ausfüllen mußt und auf dem du auch bestätigst keiner anderen Religionsgemeinschaft anzugehören (zumindest in Österreich). Zweitens: im Buddhismus gibt es kein Ich. Das nennen wir Buddhisten Anatta. Wenn du wiedergeboren wirst wird nicht deine Seele (die es nach buddhistischer Philosophie ja wie gesagt nicht gibt) sondern nur dein Karma oder "karmischer Funke") wiedergeboren und das ist ein gewaltiger Unterschied zum Christentum. Das ist auch ein Grund wieso manche buddhistischen Lamas etwas negativ zu einem Religionswechsel eingestellt sind, weil das in fast allen fernöstlichen Religionen zu finden ist und diese der Meinung sind, daß Menschen aus der westlichen Welt dies vielleicht nie so ganz verstehen werden. Doch wenn du dich lange damit beschäftigst wirst du es vielleicht verstehen und damit leben können. Die tibetische Flagge ist goldumrandet und nur auf der rechten Seite offen, womit die Tibeter ausdrücken wollen, daß sie für alle Weltanschauungen offen sind. Ich hoffe dir etwas geholfen zu haben und wünsche dir viel Glück bei deiner Religionsauswahl, welche auch immer du treffen wirst.

Der tibetanische Buddismus ist kaum repräsentativ für die grundlegende Lehre des Buddhismus ...da mit der animistischen Bön Religion vermischt.

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Ist Buddhismus eine Religion der man beitreten kann

Im Gegensatz zum Hinduismus: Prinzipiell ja. Konkret tritt man hier in D aber vermutlich einer bestimmten Verbindung oder Schule bei, und da kann man Glück oder Pech haben. Da es sich um eine Glaubensgemeinschaft handelt, die vom Staat nicht mit Privilegien versehen wurde, schwächelt die Infrastruktur ein bisschen, praktizieren und sich Buddhist nennen kann man aber auch ohne in einer Organisation Mitglied zu sein (wozu ich auch raten würde. Wenn Dich eine Schule besonders interessiert, lern sie erstmal kennen. Nicht, dass Du am Ende genau so enttäuscht bist, wie von der Kirche. Veranstaltungen kann man in der Regel trotzdem besuchen).

Ein Mensch ohne Glauben ist wie eine Lampe ohne Kerze. Wenn Du Deiner Religion nicht glauben kannst, dann tritt aus. Du kannst ja wieder zurück, falls Du draufkommst, dass Du Dich geirrt hast.

Buddhismus ist übrigens nur eine Lebenseinstellung, keine Religion.

Wer weiß, vielleicht ist ein Mensch ohne Glauben wie ein Fisch ohne Fahrrad?

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Es gibt übrigens buddhistische Glaubensgemeinschaften in Deutschland, die dich auch rituell in diese Religion aufnehmen. Soweit mir bekannt, allerdings nur in Großstädten.

Ich bin auch als Jugendlicher aus der kath. Kirche ausgetreten, habe mich dann mit allen möglichen östlichen Philosophien beschäftigt, habe auch einige Reisen nach Indien gemacht und auch nach Tibet. Am Ende stellte ich aber fest, das ich das "Kinde mit dem Bade ausgegossen" hatte, auf gut Deutsch: Ich hatte Jesus Christus mit dem in Verbindung gebracht, was Menschen aus Seiner Lehre gemacht haben. Aber das sollte man nicht tun, dafür kann Er nichts: siehe "Über die Narrheiten der katholischen Kirche. Ein paar unbequeme Fragen an einen Katholik": http://gandhi-auftrag.de/katholischekirche.htm

Und mit dem tibetischen Buddhismus ist auch einiges anders als es scheint: Wohin führt der tibetische Buddhismus? Das Verständnis über dieses Falluniversum und die Ebenen, welche die gefallenen Wesen hier errichtet haben, wie z.B. Shambhala, wie es in den Artikeln "Die Wahrheit über den Urknall" und "Wer ist der Herr der Welt?" erläutert wurde, lassen uns jetzt weiterblicken, was es mit dem tibetischen Buddhismus und mit so manch anderer Philosophie hier auf der Erde auf sich hat. Herbert und Mariana Röttgen haben mit ihrem Buch "Der Schatten des Dalai Lama", deutlichstens aufgezeigt, was für dämonische und schwarzmagische Praktiken hinter dem Buddhismus stehen. Auf ihrer Homepage trimondi.de kann man sich umfassend über die momentane Buddhismus-Diskussion informieren. Hier ein Auszug aus dem Artikel "Schwarzbuch des Buddhismus. Die religionspolitischen Ziele und okkulten Ritualpraktiken des Dalai Lama erfahren Kritik. Der ewig lächelnde Gottkönig aus dem Tibet hat eine Schattenseite", Zeitschrift factum 9/2000, in welcher das Buch "Der Schatten des Dalai Lama" vorgestellt wurde:

Die Lehre Gautama Buddhas wird häufig als positives östliches Gegenmodell zur dekadenten westlichen Rational-Kultur dargestellt. Während das christliche Abendland Ausbeutung und Krieg brachte, steht der Buddhismus für Freiheit und Friede. Dem westlich-christlichen Egoismus, der Unruhe, der Arroganz und dem Materialismus werden östlich-buddhistische Meditationen, Mitgefühl, Gelassenheit und Bescheidenheit entgegengesetzt.

Die Prominenz machts vor. Sharon Stone, Uma Thurman, Tina Turner, Patty Smith, Meg Ryan, Shirley Mac Laine, Richard Gere, Steven Seagal - sie alle treten als Buddha-Verehrer auf und werden weltweit gehört. Wichtigstes Aushängeschild und zentrale Figur innerhalb des Buddhismus ist allerdings Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama. Dem in Indien lebenden Exil-Tibeter werden sämtliche bekannten, positiven Charakterzüge gleich auf einmal zugesprochen: geduldig, demütig, respektvoll, bescheiden, humorvoll, tolerant, sanft, herzlich. Das Image des Dalai Lama ist blendend weiß. Für viele Menschen ist er die edelste Persönlichkeit unseres Zeitabschnitts überhaupt.

Die Anhänger des Dalai Lama sehen ihn als eine Art Gottheit. Er gilt als lebender Buddha, als Kundun. Nach lamaistischer Lehre inkarniert sich in ihm das Höchste, der Adi Buddha, der höchste Buddha. Ein Ideal in Fleisch und Blut. Tibeter, Mongolen, Chinesen, aber auch immer mehr Menschen im Westen sehen ihn als den Vorläufer einer neuen Zeit, als modernen Messias.

Dem Dalai Lama in die Augen zu sehen, ist für viele gleichbedeutend, wie Gott gesehen zu haben. König und Bettelmönch in einem zu sein, gerade diese Diskrepanz macht den Buddhisten-Führer so faszinierend. Ein König, der in Sandalen kommt; hinter dem orangenen Tuch die Allmacht Gottes ... Zumindest äußerlich werden Parallelen zu Jesus Christus wach.

Während über Staatspräsidenten geflucht und über den Papst geschimpft wird, bleibt der Dalai Lama unangetastet. Mit Ausnahme der chinesischen Kommunisten wagt es keiner, an dieser "Lichtgestalt" auch nur die leiseste Kritik zu üben. Doch dann kam das Jahr 1997. Das Deutsche und das Schweizer Fernsehen brachten kritische Beiträge über einen internen religiösen Streit bei den tibetischen Buddhisten. Was man im Zusammenhang mit der Shugden-Affäre zu sehen und zu hören bekam, war fast zu neu, um wirklich wahrgenommen zu werden: der friedliche Buddhismus eine Brutstätte von Unterdrückung und okkulten Praktiken? Steht hinter dem versunkenen Blick des meditierenden Buddhas ein angstgeprägter Dämonenglaube? Zum ersten Mal wurde leise Kritik an der Führung des Dalai Lamas laut. Sie brach bis heute nicht ab. (...) Als sie damals mit ihren Recherchen über den tibetischen Buddhismus begannen, waren Herbert und Mariana Röttgen noch überzeugt, daß die Toleranz, die humanpolitischen Bekenntnisse, die ethischen Wertvorstellungen und die friedvollen Visionen des Dalai Lama ernst gemeint und richtungweisend waren. Doch die Ausgangslage veränderte sich je länger desto mehr ins Gegenteil. Herbert Röttgen: "Nach intensivem Studium der tibetischen Geschichte, ...

Da ich hier nur 5000 Zeichen zur Verfügung habe, hier der Link zum vollständigen Artikel. Da ich nur einen Link einfügen kann, bitte von Hand in den Browser einkopieren:

gandhi-auftrag.de/Buddhismus.htm

Meiner eigenen Recherche nach ist das Evangelium des Jakob lorbers zu mindestens nicht dermassen authentisch wie das der R.k.Kirche .

wenn du mehr die Enzykliken und weniger den Lorber lesen würdest ..dann könntest du das vielleicht auch noch rausfinden..

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Hallo Kai. Dass du dir solche Gedanken machst, ist wirklich gut. Tritt ruhig aus. Mit dem Schwund der Mitglieder wird sich die Kirche mal endlich neu orientieren müssen. Das dauert zwar, aber es ist aber die einzige Möglichkeit, um noch überzeugend zu sein. Da staubts gewaltig. Der Buddhismus ist kein Ersatz für eine Religion, obwohl die meisten Buddhisten auch beten und sich ritualisieren. Sie können es nicht anders. Das Schöne sind die freien Gedanken und die Zwangslosigkeit im Buddhismus, das andere Denken. Die Ziele sind anders, als in einer Religion. Im Christentum findest du erst im Himmel dein Glück, wenn du tot bist. Im Buddhismus findest du dein Glück bereits schon auf Erden. Interessiere dich dafür. Du wirst tolle Ideen bekommen.

Im Buddhismus findest du dein Glück bereits schon auf Erden.

Da sagen die vier Edlen Wahrheiten aber was anderes.

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Ab 14 kann man seine Religion eigenständig wählen. Ich kann dir leider nicht sagen, wie. Buddhismus ist laut Wikipedia eine Lehrtradition und Religion.

Warum willst du ihr unbedingt "beitreten". Religion ist etwas dass jeder für sich entscheiden muss und nichts womit man angeben muss oder es anderen erzählen muss. Du willst ein Budhist sein? Kein Problem, dann sei einer.

Habe ich geschrieben das ich Buddhist sein will glaube nicht. Das war eine Frage die mich einfach nur interessiert hat...

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Der Buddhsmus scheint jetzt hoch im Kurs zu stehen ...

Ich zweifle ob all die jungen Leute wirklich Begriffen haben...was dort tatsächlich vom Menschen erwartet und wie wenig dort dem Menschen tatsächlich an Wert zugesprochen wird.....nicht mal ein Wesenskern. Und die Forderungen in dem Konzept an den Menschen sind dort immens....

Aber er entspricht sehr dem heutigen Relativismus....mit dem man nirgends mehr aneckt...wie das so der christliche Glaube an sich hat ...der klare Bekenntnisse fordert..und das scheint mir die wirkliche Verlockung daran zu sein...

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