Religion verlassen / konvertieren?

11 Antworten

Wenn Du aus der Religion austreten willst, der Du gegenwärtig noch konfessionell angehörst, so informiere Dich am besten beim Infoschalter im Rathaus. Dort kann Dir erklärt werden, wo dies möglich ist, und ob es Bearbeitungsgebühren kostet. Ich lebe in Brandenburg und konnte mich beim Amtsgericht kostenlos aus der evangelischen Kirche austragen lassen (sofern man das so nennt). Ich bin dann zwar später der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage beigetreten, aber da diese steuerrechtlich irrelevant ist (weil sie nicht dem Netzwerk der römisch-katholischen Kirche angehört) steht da jetzt auf meiner Lohnsteuerkarte keine Konfession.

Buddhismus ist meiner Ansicht nach weniger eine Religion als eine Philosophie. Es gibt zwar einige Glaubensaspekte, beispielsweise in Bezug auf ein Dasein vor und nach dem gegenwärtigen irdischen Leben, aber es gibt keinen Glaubensbezug beispielsweise zu einem göttlichen Wesen und es ist vielmehr eine irdische Lebensweise und Anreiz zur Charakterentwicklung mit dem Ziel, irgendwann das Nirwana zu erreichen, also dem Ausbruch aus dem Kreis von Tod und Wiedergeburt. Im Eigentlichen war es das allerdings schon, was ich vom Buddhismus zu wissen glaube.

Ist Buddhismus eine Religion der man beitreten kann

Im Gegensatz zum Hinduismus: Prinzipiell ja. Konkret tritt man hier in D aber vermutlich einer bestimmten Verbindung oder Schule bei, und da kann man Glück oder Pech haben. Da es sich um eine Glaubensgemeinschaft handelt, die vom Staat nicht mit Privilegien versehen wurde, schwächelt die Infrastruktur ein bisschen, praktizieren und sich Buddhist nennen kann man aber auch ohne in einer Organisation Mitglied zu sein (wozu ich auch raten würde. Wenn Dich eine Schule besonders interessiert, lern sie erstmal kennen. Nicht, dass Du am Ende genau so enttäuscht bist, wie von der Kirche. Veranstaltungen kann man in der Regel trotzdem besuchen).

Meine Frau und ich haben vor ca. acht Jahren zum Buddhismus gewechselt, wir waren davor offiziell noch Christen, (ich meine wir sind bis dahin nicht aus der Kirche ausgetreten) waren aber eigentlich Agnostiker. Es gibt im Buddhismus keinen Gott zu dem man betet, aber es gibt gute und schlechte Gottheiten. Es gibt ein Formular das du ausfüllen mußt und auf dem du auch bestätigst keiner anderen Religionsgemeinschaft anzugehören (zumindest in Österreich). Zweitens: im Buddhismus gibt es kein Ich. Das nennen wir Buddhisten Anatta. Wenn du wiedergeboren wirst wird nicht deine Seele (die es nach buddhistischer Philosophie ja wie gesagt nicht gibt) sondern nur dein Karma oder "karmischer Funke") wiedergeboren und das ist ein gewaltiger Unterschied zum Christentum. Das ist auch ein Grund wieso manche buddhistischen Lamas etwas negativ zu einem Religionswechsel eingestellt sind, weil das in fast allen fernöstlichen Religionen zu finden ist und diese der Meinung sind, daß Menschen aus der westlichen Welt dies vielleicht nie so ganz verstehen werden. Doch wenn du dich lange damit beschäftigst wirst du es vielleicht verstehen und damit leben können. Die tibetische Flagge ist goldumrandet und nur auf der rechten Seite offen, womit die Tibeter ausdrücken wollen, daß sie für alle Weltanschauungen offen sind. Ich hoffe dir etwas geholfen zu haben und wünsche dir viel Glück bei deiner Religionsauswahl, welche auch immer du treffen wirst.

Der tibetanische Buddismus ist kaum repräsentativ für die grundlegende Lehre des Buddhismus ...da mit der animistischen Bön Religion vermischt.

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