Religion (sozialisierend, ..)?

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4 Antworten

Ein aktuelles Beispiel ist der "Marsch für das Leben" in Berlin.

Dieser Protest richtet sich gegen Abtreibung und wird von Katholiken und Evangelikalen Christen unterstützt.

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Die soziale Kategorie ergibt sich in den allermeisten dann wenn der Gläubige eine Konformität, eine Identität und eine Integrität in der Gemeinschaft und damit den Beziehungsgeflechten der Mitgläubigen erfährt, erlebt und begegnet.

Also im gemeinsamen Gebet, in der gemeinsamen Performance von Ritualen, in den gemeinsamen Erleben und Erfahren transzendenter Phänomene, aber auch im gemeinsamen Sozialarrangement - z.B. bei Friedensmärschen, in der Flüchtlingshilfe, Protestkundgegebungen wie in den Montagsdemonstrationen 1989 in Leipzig u.v.m.

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sozialisierend können Religionen wirken, indem sie ihren Anhängern ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln. Vor allem in den glaubensbasierten Religionen entsteht ein gewisser Stolz, ein Zugehörigkeitsgefühl zur Religion mit dem (einzig) wahren Glauben.

Dies zeigt sich besonders deutlich im Sunniten-Islam und seinem dualistischen Menschenbild: Wir, die Rechtgläubigen, die Alleinbesitzer des absolut wahren Glaubens, wir die Guten, die Anwärter aufs Paradies. Und die Anderen, die Ungläubigen, die Unbelehrbaren, die Schmutzigen, die Ehrlosen, Charakterlosen, die Minderwertigen, die Kuffar.

Dieses Zugehörigkeitsgefühl verschafft selbst einem bildungsfernen Anhänger solcher Religionen eine intensive Überlegenheit über Die Anderen, bar jeder sachlichen Begründung, bar jeder Eigenbemühung, einfach nur durch den Umstand, dass er das glaubt, was Mufti und Imam bzw die Geistlichkeit ihm predigen.

Auf das Sozialverhalten nehmen die Religionen insofern Einfluss, als sie etwa die profanen Besitzverhältnisse, die Mann-Frau-Beziehung, die Herrschaftsverhältnisse insgesamt religiös verklären, verherrlichen, ins Transzendente projizieren und aus dem Transzendenten wiederum ihre Rechtfertigung und Dauerhaftigkeit ableiten. Dies lässt besonders gut studieren in reaktionären, despotischen Regionen, anhand des Zusammenspiel von weltlicher und religiös-ideologischer Machtstruktur (Saudi-Arabien, Iran, Pakistan, tendenziell die Türkei unter AKP-Herrschaft)

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Tiefreligiöse Menschen haben zu Gleichgesinnten ein besonderes Vertrauensverhältnis. Z.B. die Religion verbietet, die Mitmenschen zu betrügen. Deswegen betrügen sich zwei gleichermaßen religiöse Personen kaum.

Dies war z.B. förderlich, als in der "Seidenstraße" muslimische Händler den Warentransport über tausende Kilometer vornahmen.

Religiosität stärkt auch Kampfgemeinschaften - z.B. wenn man militärisch gegen "böse Ungläubige" vorgeht.

Trotzdem sind Religionen letztlich nur eine der übelsten Menschheitsplagen und müßten schon längst abgeschafft werden, da sie alle falsch sind und den Menschen den Verstand ausblasen.

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Kommentar von Viktor1
13.09.2016, 15:14
und den Menschen den Verstand ausblasen.

Wie mir scheint, funktioniert dies auch bei manchen völlig ohne Religion.

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