Religion: Satzerklärung?

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6 Antworten

Der angebene Text von Kant wurde nicht richtig zitiert. Kant hat nicht solch ein schauerliches Deutsch geschrieben. Das Problemder Willensfreiheit bzw. der Theorie der Freiheit hat Kant in drei Schriften behandelt:

1.Kritik der reinen Vernunft

2.Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

3.Kritik der praktischen Vernunft

Kants Position zur Willensfreiheit ist kompliziert, da er einseits Detereminist ist, anderseits aber glaubt, dass es einen freien Willen gibt.

Kant unterscheidet zwischen praktischer und transzendentaler Freiheit.

Praktische Freiheit liegt vor, wenn Entscheidungen einer Person durch " Bewegungsursachen, welche nur von der der Vernunft bestimmt werden " getroffen werden. Freiheit in diesem Sinn ist empirisch nachweisbar und mit kausaler Determinierheit vereinbar. Entscheidungen sind praktisch frei, sofern sie auf vernünftigen Überlegungen basieren.

Transzendentale Freiheit wird als " eine Unabhängigkeit dieser Vernunft selbst von allen bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt " definiert. Entscheidungen sind transzendental frei, wenn diese Überlegungen selbst frei sind.

Und da beginnen die philosophischen Probleme.

Kant spricht von den ANTINOMIEN DER REINEN VERNUNFT, deren es vier gibt. Gott, die Welt als Ganzes und das Ich.Die dritte Antinomie eben handelt von der transzendentalen Freiheit. Hierbei versucht er zu zeigen, dass es den Menschen unmöglich ist, a priori, d.h. nur durch reines Denken und ohne Rückgriff auf Erfahrungen, zu substantiellen Aussagen über Gegenstände zu kommen, die jede mögliche Erfahrungen übersteigen.

Bei der dritten Antinomie handelt sich um die Frage, ob es in der Welt nur Ereigniskausalität gibt, oder ob es notwendig ist, noch eine andere Art von Kausalität anzunehmen. D.h. Kausalität durch Freiheit, eben das Vermögen, eine Kette von Ereignissen " schlechthin anzufangen ". Die Antwort auf diese Frage, ob wir tatsächlich transzendtal frei sind, ergibt sich für Kant aus der praktischen Vernunft. Sie sagt uns, was richtig und was falsch ist. Sie sagt uns auch, was wir tun und was wir lassen sollen.

Dieses SOLLEN setzt nach Kant KÖNNEN voraus. Daher muß der Mensch, wieder nach Kant, die Fähigkeit haben zu tun, was wir tun sollen.

Dieser nur ein kleiner Hinweis. Aus Kants Schlußfolgerungen ergeben sich naturgemäß Kritikpunkte und Fragen.

Wenn alles der Kausalität folgt, dann entsteht eine Zwangsläufigkeit - also ist nichts mit dem freien Willen. Das Eine wird durch das Andere hervorgerufen, wie Ursache und Wirkung. Das würde den Menschen von der Verantwortung für sein Handeln befreien. Es wäre eben zwangsläufig so, alternativlos auf neudeutsch!

Da es Ursache und Wirkung gibt, ist es mit unserer Entscheidungsfreiheit oftmals nicht weit her.

Kausalität (lat. causa „Ursache“) bezeichnet die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände.

Aus der Wiki [...]

Der Rest ist doch verständlich. Oder wo liegt genau das Problem?

Ach, danke, ich bin ja noch gar nicht auf die Idee gekommen, Kausalität zu googlen! Das hat mir sehr geholfen. Ich verstehe nicht, warum ein freier Wille ein Unding wäre, wenn er nicht von besonderer Art wäre.

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Klingt für mich stark nach Kant, was hat das mit Religion zu tun?

Ja, das ist auch Kant. Da dieser Satz in meiner Religionshausaufgabe vorkommt, hab ich das mal eiskalt in dieses Thema gepackt. Es geht um Willensfreiheit.

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@Milimify

Ist mir schon klar, dass es um Willensfreiheit geht.

Aber da es sich dabei um einen religiösen Kontext handelt bin ich mir nicht sicher, ob ich dir etwas Hilfreiches dazu sagen kann, weil es wahrscheinlich eh darauf hinauslaufen soll, dass der liebe Gott den Menschen die Willensfreiheit eingehaucht hat?!

Ich verstehe es so, dass die Willensfreiheit zwar nicht nach Naturgesetzen abläuft, jedoch auch nicht willkürlich, sondern in einem Menschen immer durch bestimmte vorhergegangene Ursachen (-> Kausalität) entsteht.

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Hallo Milimify

die Bibel drückt das sehr viel direkter, klarer und verständlicher aus. - zum Beispiel in Galater 6:7

„. . .Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten;“

Sie lässt außerdem keinen Zweifel daran, dass dieser Grundsatz nicht nur die Lebenden betrifft, sondern auch Verstorbene, wenn Jesus selbst in Johannes 5:28, 29 ankündigt:

„. . .Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften [Gräbern] sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts.



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