Religion Gedicht DDR

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2 Antworten

Das ist nicht unbedingt ein Gedicht aus der DDR, gehörte aber genau wie Goethes Prometheus zum damaligen Unterrichtsstoff:

Heinrich Heine

Die Schlesischen Weber. (1844)

  • Im düstern Auge keine Thräne,
  • Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
  • Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
  • Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
  • Wir weben, wir weben!

  • Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
  • In Winterskälte und Hungersnöthen;
  • Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
  • Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
  • Wir weben, wir weben!

  • Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
  • Den unser Elend nicht konnte erweichen,
  • Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
  • Und uns wie Hunde erschießen läßt –
  • Wir weben, wir weben!

  • Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
  • Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
  • Wo jede Blume früh geknickt,
  • Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –
  • Wir weben, wir weben!

  • Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
  • Wir weben emsig Tag und Nacht –
  • Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
  • Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
  • Wir weben, wir weben!
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Kommentar von Regenmeer
30.12.2011, 14:02

Danke sehr!

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......Sie sang vom irdischen Jammertal, von Freuden, die bald zerronnen, vom Jenseits, wo die Seele schwelgt, verklärt in ewigen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied, das Eiapopeia vom Himmel, womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenn' auch die Herren Verfasser; ich weiß, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser.

Ist zwar nicht DDR aber ein Auszug aus Heines Wintermärchen

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Kommentar von PeVau
10.10.2011, 16:08

Heine ist immer gut! :-)

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Kommentar von Regenmeer
30.12.2011, 14:02

Dir auch danke!

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