Religion frei wechseln?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und möchte mich dazu äußern:

Ich weiß auch wie schwer es ist zum Buddhismus zu Konvertieren

Das ist keineswegs schwer. Grundsätzlich reicht es bereits, sich zu Buddha, Dharma und Sangha zu bekennen (die so genannte Zufluchtnahme) und die fünf Sittlichkeitsgelübde (Panchasila) einzuhalten. Mehr muss man nicht tun.

Wenn man natürlich Wert auf eine formelle Zeremonie legt, dann ist es in der Tat notwendig, sich einer entsprechenden Gruppe anzuschließen, um dort die gewünschte Zufluchtnahme in der Gemeinschaft nehmen zu können.

Bei uns im Soto-Zen ist in der Regel eine mindestens zweijährige Schulung unter einem Lehrer erforderlich. In der Zeit näht man dann auch sein Rakusu, das man dann, gemeinsam mit dem buddhistischen Dharma-Namen verliehen bekommt.

würde aber trotzdem gerne auch offiziell behaupten, dass ich Buddhist bin

Grundsätzlich reicht das Bekenntnis zu Buddha, Dharma und Sangha, sowie der Versuch, der Lehre des Buddha zu folgen, völlig aus, um "Buddhist" zu sein - was auch dazu führt, das es zahlreiche "Lifestyle-Buddhisten" gibt.

Deshalb wird es oft gerne gesehen, wenn jemand bereit ist, die Zufluchtnahme auch zeremoniell zu absolvieren, weil das für einen gewissen Ernst spricht - vorgeschrieben ist dies aber keineswegs.

der man offiziell auf Papier, nicht angehört?

Den "Buddhismus" gibt es in Deutschland auf dem Papier gar nicht.

Der Buddhismus ist nicht als "Körperschaft des öffentlichen Rechts" anerkannt. Zur Begründung hieß es damals, ihm würden die hierarchischen Strukturen fehlen, die den Charakter einer kirchlichen Organisation ausmachen.

Daher gibt es bei offiziellen Dokumenten, bei denen eine Angabe der Konfession verlangt wird, für Buddhisten auch nur die Option "Sonstige".

Ich bin jetzt seit über 20 Jahren Buddhist, bin auch formell durch einen Lehrer ordiniert - auf bürokratischer Ebene interessiert das jedoch niemanden. Schließlich muss ich auch keine Kirchensteuer zahlen.

Den Staat interessiert nur, ob du Kirchensteuer zahlen musst, oder nicht. Ob du privat den Satan anbetest, oder nur meditierst, ist den Behörden herzlich egal.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

"Wechsle" ruhig, es bleibt ja "in der Familie" (Offb.12,9).

Die Wahrheit wird später kund (Joh.14,6; Offb.20,5), wenn der "Gott dieser Welt" (Offb.17,1-14) eingesperrt ist (Offb.20,2).

Woher ich das weiß:Recherche

Den Staat interessiert lediglich, ob Du offiziel einer Religionsgemeinschaft angehörst, die Dich Kirchensteuerpflichtig macht. Alles andere ist Deine Privatsache.

Strafen? Artikel 3 (oder 4?) des Grundgesetzes mein Freund. Es gibt keine Religion auf Papier, nur auf der Lohnsteuerkarte und das ist ein Gesetz aus NS Zeiten.

Vielen Dank! ✌🏻

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Ist Artikel 4 :D vielen Dank, hilft mir sehr

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Wikipedia: "1919 wurde die Kirchensteuer in der Weimarer Verfassung verankert. In Artikel 137, Absatz 6 heißt es: „Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.“ Tatsächlich wurde in den folgenden Jahren durch die Reichsabgabenordnung von 1919 und durch Landesgesetze der staatliche Einzug der Kirchensteuern eingeführt."

Die meisten deutschen Staaten hatten die Kirchensteuer schon viel früher eingeführt.

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@Yoshi32

Auch falsch!

Der deutsche Staat zahlte 2018 538 Millionen Euro sogenannte Staatsleistungenan die Kirchen.

Die freiwilligen Leistungen der Kirchenmitglieder durch die Kirchensteuer beliefen sich für katholische und evangelische Kirche auf ca. 13 Milliarden Euro.

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Strafen gibt es nicht. Ich bin wahrscheinlich auch nicht offiziell Christin, zumindest denke ich nicht, dass unser Pastor mich irgendwo gemeldet hat. Dennoch bezeichne ich mich voll und ganz als praktizierende Christin.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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