Religion: Antithesen heute?

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Hallo baerlivi9,

mit den Antithesen der Bergpredigt ist gemeint Matthäus 5, 17 - 48, die Sätze, die jeweils formuliert sind: "Ihr habt gehört..... ich aber sage euch...."

Der Begriff Antithesen hat sich als Arbeitsbegriff eingebürgert, obwohl es sich gar nicht um ein "Anti..." handelt. Es liegen keine Widersprüche vor, höchstens Gegensätzlichkeiten - und das ist ein Unterschied.

Jesus argumentiert hier in der Art der jüdischen Rabbiner und wendet das Gesetz, ohne es verändern zu wollen, auf die derzeitige Situation an. Es sind also keine neuen Gebote, sondern sozusagen die Ausführungsbestimmungen der bekannten Gebote als Angebot für den, der sich in besonderer Weise auf Jesus einlassen will.

Die Bedeutung für heute: Gebote und ihre Auslegungen wollen eine Zielrichtung angeben und sollen immer auf die jeweilige Situation hin überprüft werden. Sie sind sozusagen Finger, die auf etwas hinweisen. Manchmal starrt man aber nur auf den Finger, statt nachzudenken, welches Ziel mit einem Gebot angestrebt wird.

Besipiel: ....wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin....

Hier dreht es sich nicht um Schlagen und rechte oder linke Wange und Hinhalten, sondern um die grundsätzliche Haltung von Gewaltfreiheit und Verzicht auf Rache, um die Chance, der Gewalt den Boden zu entziehen. Das kann sich in vielen Bereichen äußern.

.... vielen Dank für den Stern!

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Ich würde vorschlagen du ließt Mt 5-7 und denkst selber nach. Wie schon geschrieben wurde, geht es um Regeln und Gebote. Daraus kann man so einiges Ableiten, auch auf die heutige Zeit.

Antithesen waren übrigens lyrische Stilmittel der AT und NT Autoren und wurden als bewusster Gegensatz komponiert.

Jesus lehrt keine Antithesen, das sind Superthesen. Er verschärft die Gesetze noch. Du sollst nicht morden , steht in den Gesetzen, und ich sage, Du sollst nicht mal Rufmorden.

Ein weiterer biblischer Rat, der in Deiner Situation anwendbar ist, steht in Römer 12:17-21 (GNB):

17 Wenn euch jemand Unrecht tut, dann zahlt es niemals mit gleicher Münze heim. Seid darauf bedacht, vor den Augen aller Menschen bestehen zu können. 18 So weit es möglich ist und auf euch ankommt, lebt mit allen in Frieden. 19 Nehmt keine Rache, holt euch nicht selbst euer Recht, meine Lieben, sondern überlasst das Gericht Gott. Er sagt ja in den Heiligen Schriften:10 »Ich bin der Rächer, ich habe mir das Gericht vorbehalten, ich selbst werde vergelten.« 20 Handelt vielmehr nach dem Wort: »Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Dann wird es ihm bald Leid tun, dein Feind zu sein.«11 21 Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern überwinde es durch das Gute! Vor der Bergpredigt im Matthäus-Evangelium trifft Jesus einen Menschen, der unterwegs zum Tempel ist und dort ein Dankopfer darbringen will. Jesus sagt zu ihm, das sei sehr schön und er hebt keineswegs im Tempel zu Jerusalem die Opferkulte für den einen Gott auf. Aber er sagt zu ihm "Wenn du dich aber daran erinnerst, daß ein Mensch noch etwas gegen dich hat","laß das Opfer liegen, gehe und versöhne dich mit dem Menschen, und dann erst gehe in den Tempel und bringe dein Opfer dar. wie weit das geht, denn es ist nicht so, daß er etwas gegen einen anderen Menschen hätte, sondern ein anderer hätte etwas gegen ihn –, " Daß das wahnsinnig schwer ist, weiß Jesus auch. Denn an einer anderen Stelle sagt er im Gespräch zu Petrus: "Versuche es 77-mal. Ich weiß genau, wie schwer das ist im Leben." Das heißt nicht, daß Jesus gesagt hätte, man könne das so nach dem Motto 57-, 58-, 59-mal herunterzählen. Das hat er nämlich nicht gemeint. Er hat gemeint, daß man es immer wieder versuchen muß. Man darf das eben nicht abzählen. Daran hat sich doch nichts geändert. Wir müssen also von unserem hohen Roß herunterkommen: Wie müssen vor allem der Arroganz und der Rechthaberei entsagen. Auge um Auge ... 2.) Der Urtext lautet: Wenn aber Lebensgefahr droht, so gib Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn (Ex.21,23f) Also nicht vom Geschädigten ist hier die Rede, der Rache oder Vergeltung nehmen soll, sondern vielmehr vom Schädiger, der vor dem Richter Wiedergutmachung leisten muss.

3.)Das Schlüsselwort in der hebräischen Bibelstelle „tachat“ heißt gar nicht „um“ oder „für“, sondern „anstelle von“, daher hat Buber diese Stelle sowohl sinngetreu als auch textgemäss übersetzt: Geschieht also das Ärgste aber, so gib Lebensersatz für Leben, Augenersatz für Auge, Zahnersatz für Zahn. Mit anderen Worten: die humanitäre Universalregel „Maß für Maß“, die auch Jesus dreimal empfiehlt (Mt 7; Mk 4,24; Lk 6,38;) wird zum Rechtsprinzip der Geldentschädigung und des Schmerzengeldes in allen Fällen von Körperverletzung erhoben. Nur in diesem Sinne der Abgeltung durch Schadensersatz wurde dieser Bibelvers im Judentum lange vor Jesus verstanden und auch angewandt, wie der Talmud (BQ 83b-84a, Ketubot 38a) deutlich beweist.. Indem die hebräische Bibel den Einzelnen an den Richter verweist, hat sie dadurch das Verlangen nach Vergeltung auf das Ausmaß des erlittenen Schadens begrenzt. Dies bezieht sich auf jeden Menschen, mit dem man im Umkreis des Zusammenlebens jeweils unmittelbar zu tun hat, denn darin ist auch der „Fremde“, der „Nächste“ in gleicher Weise einbegriffen (Lev 19,33;) Das verpönte Talionsgesetz ist ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der Wüstenethik der vorbiblischen Zeit (Blutrache ect.) und der erste wesentliche Schritt zu einer allmählichen Verfeinerung der menschlichen Moralität, wie sie später auch bei vielen Propheten zum beredten Ausdruck kommen wird. “1.)Rache ist wie gesagt in der hebräischen Bibel ausdrücklich verboten: Sei nicht rachsüchtig – sondern liebe Deinen Nächsten wie dich selbst (Lev.19,18) und ist keine Erfindung des Christentums, denn Jesus bezog seine Lehre aus dem Tanach.” Es muss richtig heißen, du darfst nicht Morden, denn wenn du in den Krieg musst,und du tötest menschen so machst du das ganze ja nicht freiwillig, du wirst gezwungen .Das ganze wird dann als Schuld dem Anführer zugescheriben nicht dir .Man Mordet mit Absicht, eine Tötung geschieht meistens unbeabsichtigt oder durch Unterlassung und wird auch heute noch ,nicht so hart bestraft ,wie das morden.Jesus hat das 5 Gebot in der Bergpredigt sogar noch verschärft, denn dort sagt er, du sollst auch nicht Rufmorden !

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