Relevanz der Evangelien für das Dasein Jesu

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15 Antworten

Hallo ElementHero59,

praktisch alles, was wir über Jesu Leben, seine Lehren und sein Wirken wissen, stammt aus den Evangelien.

Die vier inspirierten Berichte über das irdische Leben Jesu scheinen in folgender Reihenfolge geschrieben worden zu sein:

  • Matthäus (um 41 u. Z.),
  • Lukas (um 56—58 u. Z.),
  • Markus (um 60—65 u. Z.) und
  • Johannes (um 98 u. Z.).

Matthäus wird in dem Evangelium, das man ihm zuschreibt, zwar nicht als der Schreiber genannt, doch aus dem Zeugnis früher Kirchenhistoriker geht deutlich hervor, dass er es geschrieben hat.

Wahrscheinlich lässt es sich bei keinem anderen Buch aus alter Zeit so klar und eindeutig nachweisen, wer der Schreiber war, wie beim Matthäusevangelium. Von der Zeit des Papias von Hierapolis an (Anfang des 2. Jahrhunderts u. Z.) gab es eine Reihe früher Zeugen, die bestätigten, dass Matthäus dieses Evangelium geschrieben hat und dass es ein glaubwürdiger Teil des Wortes Gottes ist. In der Cyclopedia von McClintock und Strong heißt es diesbezüglich:

„Sowohl Justin der Märtyrer als auch der Verfasser des Briefes an Diognet (siehe Ottos Werk Justinus Martyr, Bd. ii) sowie Hegesippus, Irenäus, Tatian, Athenagoras, Theophilos, Clemens, Tertullian und Origenes zitieren Stellen aus dem Matthäusevangelium.

Nachweislich schrieb Matthäus sein Evangelium ursprünglich in dem gemeinverständlichen Hebräisch seiner Zeit und übersetzte es später ins Griechische. Hieronymus sagte in seinem Werk De viris inlustribus (Über berühmte Männer), Kapitel III folgendes: „MATTHÄUS, der auch Levi ist und der von einem Zöllner zu einem Apostel wurde, verfasste zuerst ein Evangelium von Christus in Judäa in der hebräischen Sprache und in [hebräischen] Schriftzeichen zum Nutzen derer aus der Beschneidung, die geglaubt hatten.“

Die Abfassung des kürzesten der Evangelien wird Markus zugeschrieben. Er war ein Mitarbeiter der Apostel Jesu und hatte selbst sein Leben in den Dienst der guten Botschaft gestellt. Aber er gehörte nicht zu den 12 Aposteln und war kein direkter Gefährte Jesu gewesen.

Woher kannte er die genauen Einzelheiten, die seinen Bericht über den Dienst Jesu von Anfang bis Ende wirklich lebendig machen? Gemäß den ältesten Überlieferungen von Papias, Origenes und Tertullian erhielt Markus seine Informationen von Petrus, mit dem er in enger Verbindung stand.* Petrus bezeichnete ihn sogar als „mein Sohn“ (1. Pet. 5:13).

Von sozusagen allem, was Markus aufzeichnete, war Petrus Augenzeuge gewesen; es ist also möglich, daß Markus vieles, was er erwähnte, aber in den anderen Evangelien fehlt, von ihm erfahren hatte.

Obwohl Lukas, ein Arzt (Kol 4:14), in dem Bericht nicht namentlich erwähnt wird, erkennt man allgemein an, dass er der Schreiber war. Dafür gibt es einen schriftlichen Beweis, einen Beweis, der aus dem 2. Jahrhundert stammt: Im Muratorischen Fragment (um 170 u. Z.) wird das Evangelium Lukas zugeschrieben. Aufgrund gewisser Merkmale kann man ebenfalls darauf schließen, dass der Schreiber ein gebildeter Arzt war. Sein Wortschatz war größer als derjenige der Schreiber der anderen drei Evangelien zusammengenommen. Manchmal werden die von Jesus durchgeführten Heilungen genauer beschrieben als in den anderen Berichten. (Vgl. Mat 8:14; Mar 1:30; Luk 4:38; Mat 8:2; Mar 1:40; Luk 5:1)

Johannes war offenbar einer der ersten vier, die der Herr einlud, ihn ständig im Dienst zu begleiten (Joh. 1:35-39; Mar. 1:16-20). Er hatte während der ganzen Dienstzeit Jesu vertrauten Umgang mit ihm und war der Jünger, den „Jesus liebte“, der beim letzten Passah am Busen Jesu lag (Joh. 13:23; Mat. 17:1; Mar. 5:37; 14:33).

Die Christen des frühen 2. Jahrhunderts betrachteten Johannes als den Schreiber dieses Evangeliums und behandelten es auch als unbestrittenen Teil des Kanons der inspirierten Schriften. Klemens von Alexandria, Irenäus, Tertullian und Origenes, die alle im späten 2. und frühen 3. Jahrhundert gelebt haben, bezeugen, dass Johannes das Evangelium geschrieben hat.

Überdies finden sich im Evangelium selbst viele Beweise dafür, dass es von Johannes ist. Der Schreiber war offensichtlich ein Jude und kannte die Bräuche der Juden und ihr Land bestens (2:6; 4:5; 5:2; 10:22, 23). Schon die Vertrautheit mit den Umständen, über die er berichtet, zeigt an, dass er nicht nur ein Apostel war, sondern zu dem engeren Kreis der drei Männer gehörte — Petrus, Jakobus und Johannes —, die Jesus bei besonderen Gelegenheiten begleiteten (Mat. 17:1; Mar. 5:37; 14:33).

Von diesen scheidet Jakobus (der Sohn des Zebedäus) aus, weil er um das Jahr 44 u. Z. — lange bevor dieses Evangelium geschrieben wurde — von Herodes Agrippa I. umgebracht wurde (Apg. 12:2). Petrus scheidet aus, weil er in Johannes 21:20-24 zusammen mit dem Schreiber erwähnt wird.

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Sie haben kaum Relevanz für den historischen Jesus. Fakt ist nämlich: Sie alle entstanden Jahrzehnte nach seinem Tod. Das älteste ist das Markusevangelium, geschrieben um 70 nach Christus, das jüngste das Johannesevangelium, geschrieben um 100 nach Christus.

Augenzeuge war keiner der Evangelisten, auch nicht der Autor des Johannesevangeliums, der zwar gerne mit dem Apostel Johannes identifiziert wird, was nach heutigen Erkenntnissen aber falsch ist. Wird ja auch schon im Hinblick auf das Entstehungsdatum des Evangeliums deutlich: Der Apostel wäre zu dieser Zeit mindestens 90 Jahre alt gewesen. Dass er zu dieser Zeit noch lebte, und noch gesund genug war, etwas zu verfassen oder verfassen zu lassen, ist sehr unwahrscheinlich.

Die Evangelisten waren außerdem schlichtweg nicht in der Lage, mehr als nur Randinformationen historisch plausibel wiederzugeben: Bisher wurden keine älteren schriftlichen Quellen zum Leben Jesu gefunden, sodass sie sich wohl auf mündliche Überlieferung stützen mussten. Und wenn man die menschliche Psyche kennt, dann weiß man ja, wie zuverlässig mündliche Überlieferung ist.

Was irgendwelche Details, sei es über das Umfeld Jesu, sei es darüber, wann er was tat, was er sagte etc. angeht, sind die Evangelien also keine brauchbare Quelle. Ich würde sie höchstens als Beweis werten, dass es in der fraglichen Zeit einen Wanderprediger namens Joshua bzw. Jesus gab, der viele Anhänger hatte(sonst wären die Evangelien nie entstanden) und vermutlich gekreuzigt wurde.

Als Beweis dafür sehe ich die Evangelien deshalb, weil irgendetwas ja am Anfang der mündlichen Überlieferung gestanden haben muss. Das Element, dass er gekreuzigt wurde, betrachte ich als glaubwürdig, weil sich derart bedeutende Informationen über das Leben eines noch dazu wohl verehrten Menschen auch in der mündlichen Überlieferung gut erhalten dürften.

Insofern ist die Relevanz der Evangelien für den historischen Jesus, über den wir fast nichts wissen, minimal.

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Also als erstes ist Markus so ca. 50-80 n.C. entstanden, was als das Ursprüngliche gesehen wird.

Das zweite Lukas und Matthäus ca. 10-20 Jahre später als Markus und werden als Abschriften und Ergänzungen mit teils neuen Geschichten, des ursprünglichen Markus gesehen.

Das an 3. Stelle und viel ältere Johannes so ca 150-200 n.C.

noch ein super link und dort wird auch die Beziehung zu Jesus genau erklärt zu den Evangelien. Schau mal rein und nimm dir die Zeit, es lohnt sich

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Hallo? ... eine etwas merkwürdige Frage ...

Also die Evangelien erzählen als einzige Schriften des NT vom Leben und Wirken und dem Tod Jesu ... und seiner legendären Auferstehung.

Markus ist der älteste Schreiber - so um das Jahr 60. Dann folgen Matthäus und Lukas 10-20 Jahre später und schließlich Johannes um 95.

Während bei Markus Jesus als Mensch geschildert wird, wird Matthäus als Darsteller des "Lehrers" gelesen. Lukas soll sich mehr auf den "Heiler" konzentrieren und Johannes schildert ihn als "Gott". Lukas ist der einzige mit einer Geburtslegende.

Während die ersten drei Synoptiker ähnliche Aussagen machen, erzählt Joh von Wundern, die die älteren Schreiber nicht kennen. Auch die hinreichend bekannten Selbstaussagen wie "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" ... "der Weinstock" ... gibt es nur bei ihm. Die Theologen nennen das die "Vergöttlichung" Jesu.

Fakt ist: keiner der 4 Ev-Schreiber war Augenzeuge und trug den Namen, unter dem er geschrieben hat. Es beruht alles auf Hörensagen ... je später die Niederschrift, desto mehr ... und desto wundersamer und wahrscheinlich unwahrer ...

Ich hoffe, das hilft. Ansonsten müsstest du selbst mal ein wenig googeln ;)

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ElementHero59 23.03.2014, 15:00

Super, danke. Schon mal ein Anfang. Google spuckt mir leider viel zu viel aus... und meistens Sachen, die für mich nicht hilfreich sind.

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StefanBamberg 23.03.2014, 15:14

Johannes, als der am engsten mit Jesus verbundene Jünger soll kein Augenzeuge gewesen sein? Die Katharer lasen nicht ohne Grund nur das Johannesevangelium, weil sie wußten, dass der Jünger Johannes am tiefsten in Jesu Herz eingedrungen war, Ihn am tiefsten erkannt hatte. Und natürlich ist das Evangelium wirklich von Johannes.

Wo ist denn diese Information her, dass keiner der Evangelienschreiber direkter Augenzeuge von Jesus war?

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Zwischenton 23.03.2014, 15:24
@StefanBamberg

Die theologische Gemeinschaft ist sich einig: keiner war Augenzeuge - schon gar nicht Johannes, der erst rund 60 Jahre nach Jesu Tod schrieb. Seine Schilderungen weichen von den älteren Schreiben z.T, erheblich ab und er kennt Wunder und Aussagen, die die anderen nicht kennen. Merkwürdig, oder?

Zudem kann man bei Johannes am deutlichsten den Einfluss durch die griechischen Göttersagen erkennen. Dionysos galt schon 500 Jahre vorher als der "Weinstock". Viele "Heilandsaussagen" sind Kopien grieschicher Göttersöhne.

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Benjamin1008 23.03.2014, 15:57
@StefanBamberg

zu StefanBamberg

Du weist schon das die Katharer vom Papst exkommuniziert wurden und vom Papst durch die Inquisition getötet wurden. Es gab mehrer bis 100000 Tode Katharer, wen nicht mehr.

Bewiesen ist das es die am meisten Toleranten Christen waren und an Wiedergeburt und Reinkarnation wie die Buddhisten geglaubt haben und auch Vegetarier waren, das war ihr tot und hat missfallen der katholischen auf sich gezogen

Eine weitere Differenzierung zu anderen Christen fand in der Wertung des Johannes-Evangeliums statt, das Vorrang vor allen anderen biblischen Büchern gehabt hatte. Einer der Katharer-Mythen besagt, dass alle parfaits stets das "wahre" Johannes-Evangelium bei sich hatten. Ob sich das katharische Johannes-Evangelium von anderen unterschied, ist heute nur schwer auszumachen.(AuszugKatharer.de)

Bewiesen ist nichts, das es dem Katholischen gleich war mit all seinen legenden und Heilsgeschichten etc. zumal es Geschichten über die Katharer gibt wo die katholischen und die Katharer ihre Bibeln auf den Boden einer Kirche legten und Gott sollte ein Zeichen geben. der Legende zufolge ist die Katholische Bibel zur Decke der Kirche geflogen und hat geleuchtet.

Ich will sagen damit, das es dem katholischen sicher oder unwahrscheinlich gleich war und selbst wen, haben sie es sicher anders verstanden als die heute Katholische Kirche, wo jedes Wort wörtlich nimmt, daher auch der große unterschied zu den Katharer und katholischen Christen.

Davon abgesehen ist auch in der katholischen Kirche das Johannes Evangelium das Beliebteste war.

Nichts desto trotz hat z:B. Zwischenton recht mit der Aussage das keiner direkter Augenzeuge war der Evangelien war. Ist Wissenschaftlich bestätigt worden, das es zuviel Ungereimtheiten etc. gab und vorallem nicht mit den anderen Evangelien mehr im Kontext steht etc. googel mal oder schaue dir den link an:

http://www.youtube.com/watch?v=Mk8KujQMXIU

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MarcusTullius 23.03.2014, 18:48
@Benjamin1008

Sorry für Off-Topic...

"... haben sie es sicher anders verstanden als die heute Katholische Kirche, wo jedes Wort wörtlich nimmt..."

Diese Aussage ist so vollkommen falsch und ich möchte sie so nicht stehen lassen.

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Benjamin1008 24.03.2014, 02:14
@MarcusTullius

Leider hast du nur geschrieben sie sei falsch, aber leider nicht wieso, das gibt mir zu denken, und für mich ist sowas ungültig.

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MarcusTullius 24.03.2014, 02:23
@Benjamin1008

Kein kritisch denkender Christ nimmt die Bibel wörtlich, ja nicht mal die offizielle Kirche. Muss ich wirklich noch weiter ausführen?

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Benjamin1008 24.03.2014, 02:38
@MarcusTullius

Mag sein das ein sehr Kritischer Christ die Bibel nicht wörtlich nimmt. Aber was die Katholische Kirche anbelangt liegst du weit daneben, sie hat vor 1000 Jahre und auch heute) die Bibel(neue Evangelium) immer Wörtlich und zwar Wortwörtlich genommen. Ich weis nicht wie du auf so einem Schmarn kommst, die katholische Kirche wird die Bibel nicht wörtwrörtlich nehmen . Es steht was dort in de Bibel, dan war es genau so, das sagt die kirche. Jesus ging über das Wasser, dan war es so etc.

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Benjamin1008 24.03.2014, 02:54
@Benjamin1008

"... haben sie es sicher anders verstanden als die heute Katholische Kirche, wo jedes Wort wörtlich nimmt..."

mag sein das es nicht bewiesen und eine Meinung ist, das die Katharer das Johannes Evangelium anders gesehen haben. Muß nicht zwangsläufig Falsch sein! Bewiesen ist Trotzdem das die ganze Religion der Katharer anders war, der Komplette Glaubensansatz hat sich so von der katholischen Kirche unterschieden.

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Gerade das Johannes-Evangelium erwähnt eine enge Beziehung zwischen Jesus (=dem Sohn) und seinem Vater. Es geht auch um die Botschaft, dass in der Person von Jesus unser Schöpfer-Gott selber sich auf die Ebene der Geschöpfe stellt.

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Bezogen auf Jesus als Person:

  • eigentlich nur wenig bis keine.
  • Grund: Die Evangelien sind Schriften über das Leben und Wirken Jesu, die nach Jesu Tod entstanden sind.
  • wenig bis keine: Weil man sich in der Forschung darüber hinaus nicht einig über die Verfasser der Evangelien ist. Nur Matthäus könnte "vielleicht" wirklich zu den Aposteln gezählt haben. Die ist allerdings umstritten.

Die Frage sollte vielleicht eher in diese Richtung gehen: "Welche Relevanz haben die Evangelien für uns Menschen?"

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Das fängt im Glauben der Christen mit Adam und Eva an.

Sie müssen lediglich gehorchen und dürfen diesen einen Baum unter einer Fülle von Tausenden von anderen Bäumen und Sträuchern nichts essen. Das ist eine Frage des Gehorsams: Wenn du gehorsam bist, dann wirst du allen Segen der Welt bekommen; wenn du nicht gehorsam bist, dann musst du mit den Folgen leben. Und genau mit diesen Folgen müssen sie leben. Das steht ausdrücklich da! Wir leiden darunter bis heute, denn es steht geschrieben: Sie waren Gott ähnlich, aber sie wollten Gott gleich sein. Das ist das Problem. von Gut und Böse wussten sie auch schon im Paradies: Darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr um den Unterschied zwischen Mensch und Gott. Sie haben alles, wirklich alles. In den Mythologien des Mittleren Ostens war der Mensch doch der letzte Dreck im Vergleich zum griechischen Götterhimmel. Nein, hier ist es so, dass der Mensch aufrecht geht: Er ist ein Kind Gottes. Wir lernen an der Schöpfungsgeschichte, dass der Mensch aufrecht gehen kann: in psychischer wie physischer Hinsicht. Da gibt es aber dann doch eine Grenze, denn sonst könnte man tatsächlich meinen, er sei nun Gott gleich. Aber da gibt es diese kleine Grenze. Die Tragödie besteht nun darin, dass diese beiden auch diese Grenze überschreiten wollen. Das entspricht auch, genau unserer heutigen Situation: Diese Gefahr ist nach wie vor vorhanden. Das ist die "message" und es geht dabei wirklich nicht um irgendeinen Willen Gottes, dass er womöglich ganz sarkastisch sagen würde, das sei sein Baum und deshalb dürfe er nicht angefasst werden. Nein, es geht nur um diese kleine Grenze: Diese kleine Grenzen müssten sie einhalten. Ist das der Eintritt des Bösen in die Geschichte der Menschheit? Das bleibt offen. Die Botschaft lautet lediglich: Das Böse lauert vor deiner Tür bzw. vor der Tür deines Herzens. Das Böse ist immer da, von Anfang an. Die Mystik sagt dazu, es seien zwei Pole in den Menschen eingepflanzt: Das führt wie bei der Elektrizität zu einer Spannung. Diese Spannung ist zwar da, aber man kann ihrer auch Herr werden. Dass man ihrer auch Herr werden kann, wird meistens vergessen. Die Ausleger meinen, dass nichts Gutes in der Geschichte der Menschheit geschehen wäre, wenn wir diese Spannung nicht hätten – natürlich abgesehen von dem vielen Schlechten, das auch geschehen ist.

Diese Eva bekommt in dieser Geschichte jedenfalls die Rolle zugewiesen, sich mit dieser Schlange zu unterhalten. Das heißt, Adam sitzt irgendwo im Gebüsch und hat damit nichts zu tun. Es ist zwar auch an ihn dieses Verbot ergangen, aber die Eva wird vorgeschickt vom Erzähler bzw. von den Erzählern dieser Geschichte. Später wird sie dann auch dafür bestraft, wie man sagen könnte. Ich interpretiere hier einmal absichtlich ein wenig provozierend und sage, dass hiermit die Frau das Böse geworden ist. In der weiteren christlichen Theologie ist daraus ja auch die Versuchung geworden: Das Weib versucht immer den Mann! Die Frau hat sich damit zum Kumpan des Bösen gemacht. Nein !Dass gibt der Text diese Interpretation nicht her: ausdrücklich nicht.Das Christentum sagt es gibt hier einen bösen Adam und deswegen gibt es in der Heilsgeschichte später einen neuen Adam, nämlich Jesus; es gibt hier auch eine sündige Eva und deswegen gibt es später eine neue Eva, nämlich die Maria. Das ist christliche Theologie, eine Theologie, die von Augustinus hinein projiziert worden ist. Augustinus, der Kirchenvater, sagt jedenfalls: "Wir sündigen alle, weil damals Adam und Eva gesündigt haben." An dieser Stelle kommt eben auch die Erbsünde mit ins Spiel. Diese Erbsünde ist nicht da: Es gibt sie wörtlich nicht. Augustinus sagt also, dass wir alle wegen Adam und Eva sündigen: Diese Sünde tradiert sich bis in die heutige Zeit auf uns und unsere Kinder. Wie tradiert sich diese Sünde? Durch die Sexualität, wie denn sonst! Damit wird die Sexualität etwas Schlechtes. Das ist eine der Wurzeln der christlichen Leibfeindlichkeit. Daher braucht das Christentum laut Augustinus zu diesem Zweck den neuen Adam und die neue Eva, also Jesus und Maria. Um uns von der Sünde zu reinigen. Nun komme ich aber zum hebräischen Original: Er spricht von diesem Ungehorsam. Das heißt also, dass wir alle auch keine Heiligen sind. Aber der Unterschied zur christlichen Interpretation ist doch gewaltig: Wir sündigen gegebenenfalls oder sind ungehorsam wie jene damals, wie Adam und Eva: aber doch nicht wegen Adam und Eva. Das heißt, jeder Einzelne kann sich aufraffen, kann sich selbst aus dem Sumpf herausziehen – Das soll man sogar tun: Man soll sich selbst aus dem Sumpf ziehen, man soll die eigenen Kinder so erziehen, dass man nicht sündigt, dass man nicht ungehorsam ist wie damals Adam und Eva. Dieses "Wie" ist doch ein Riesenunterschied im Vergleich zum "Weil".

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MarcusTullius 23.03.2014, 18:50

Ich persönlich verstehe hier den Bezug zur Frage nicht, um ehrlich zu sein. Adam und Eva und Jesus sind zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe.

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tinimini 23.03.2014, 19:34
@MarcusTullius

Christen glauben , das Adam und Eva die Sünde in die Welt gebracht haben ,und Jesus und Mariasie wieder aus der Welt schaffen werden.

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MarcusTullius 23.03.2014, 21:26
@tinimini

Ganz so einfach ist dies nicht. Unter der sogenannten Erbsünde (ich nehme an, du beziehst dich auf diese) wird mittlerweile verstanden, dass wir in eine Gesellschaft geboren werden, die sich in grossen Teilen auf Kosten Schwächerer profiliert (z.B. Kinderarbeit). Mit Adam und Eva hat dies nach dem kirchlichen Verständnis nichts (mehr) zu tun. --> kein (direkter) Bezug zu den Evangelien

Jesus hat uns den neuen Bund mit Gott gegeben. Durch ihn hat sich Gott der Welt nochmals "offenbart". (Weitere Erläuterungen auf Anfrage.) Maria war nach der Auffassung von uns Christen die Mutter von Jesus und hat darurch eine herausragende Stellung, nicht mehr und nicht weniger.

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tinimini 24.03.2014, 08:25
@MarcusTullius

Die Erbsünde kommt in der Gnesis gar nicht vor !Wird da mit keinem Wort erwähnt, Es ist nur die Rede vom Ungehorsam. Auf kosten schwächerer hat die ganze Menschheit schon immer gelebt.und davon Profitiert. Jesus hat uns den neuen Bund mit Gott gegeben. Durch ihn hat sich Gott der Welt nochmals "offenbart"........ Gott war schon immer da.Das zeigt sich dadurch ,das sich über 40 Propheten, durch das alte Testament ziehen Immer wieder begehrt es Menschen , von Gott zu sprechen , und die Menschen zu mahnen.Es ist schön das die meisten,so scheint es mir,nicht mehr von Erbsünde reden, den die hat es nie gegeben.

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die frage ist falsch gestellt, die evangelien erzählen über das leben und wirken jesu. die evangelisten bereichten über das leben und wirken jesu. sie sind nach seinem tod und seiner auferstehung und himmelfahrt entstanden. die jünger wollten an andere weitergeben, was sie mit jesus erlebt haben.

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Die Evangelien sind die wichtigsten Quellen für die Biographie Jesu, wobei jedes einzelne eine etwas andere Perspektive hat. Kannst du alles selbst nachlesen.

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Geht es nicht noch komplizierter ?

Jesu starb für unsere Sünden (Röm.3,23-24; 6,23) und bietet uns ewiges Leben in Gottes Reich an (Mk.10,30).

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Welche Relevanz haben die Evangelien für Jesus.

Ich glaube keine, denn den Jesus (von Nazareth) hätte es ja auch gegeben, wenn nichts über den später geschrieben worden wäre.

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Ja, hab ich schon mal von gehört. Die haben den ans Kreuz genagelt.

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Hier finden sich viele interessante Infos über die Evangelien und Jesus: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=422

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