Reklamationszeiten werden nicht bezahlt?

2 Antworten

dem arbeitgeber ist selten eine bestimmte qualität der arbeit (ein werk) geschuldet, sondern die reine arbeitszeit. macht man darin fehler, die nicht grobfahrlässig sind, hat die kosten der AG zu tragen. der AG hat dir selbstverständlich überstunden auszugleichen. ich würde so einen vertrag jedoch eher nicht unterschreiben, weil man nachher das hin-und-er mit "sie haben doch unterschrieben" hat; da kann man dann erstmal vors arbeitsgericht ziehen. bei so einem AG gibt es sicher noch weitere probleme, die die arbeit "versüßen".

Aber er hat ihn doch schon unterschrieben, @Schokolinda...!

Ich halte die Klausel -wie der Fragesteller- ebenfalls für nichtig. Es ist jetzt nur die Frage, wie man damit umgeht. Wenn man bereit ist, sich mit dem Arbeitgeber anzulegen, und es sich leisten kann, mittelfristig den Job zu verlieren (oder schon etwas Neues in Aussicht hat), würde ich ihm sagen, er wisse ja selber sehr genau, dass diese Klausel nichtig ist, und dass Du keine Stunden mehr streichen wirst.

Notfalls die Angelegenheit vor dem Arbeitsgericht klären lassen!

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@Nightstick
Aber er hat ihn doch schon unterschrieben

ja, und? darf man hier etwa keine allgemeinen ratschläge oder meinungen abgeben?

im übrigen sagst du mit deiner "ergänzung" auch nur das, was ich bereits geschrieben hatte - sowas kann man sich echt sparen!

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@Schokolinda

Das sehe ich teilweise anders - lies besser noch einmal etwas genauer...!

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Wer trägt denn das Betriebsrisiko?

Bekommst du auch eine Beteiligung am Unternehmensgewinn?

Bist du abhängig Beschäftigte/r oder Unternehmer?

Ich glaube, dein Chef bringt da etwas gewaltig durcheinander. Er haftet für das Gesamtwerk (Betriebsergebnis), welches er dem Kunden verkauft und keinesfalls Du!

Einzig eine betrieblich vereinbarte leistungsabhängige Prämienzahlung (Bonus-Malus-Regelung) zusätzlich zum grundsätzlich geschuldeten Stundenlohn könnte hier ein finanzielles Steuerinstrument darstellen - sofern vereinbart.

Geleistete Arbeitszeit jedoch nicht anzuerkennen stellt einen eindeutigen Verstoß gegen § 311 BGB dar und hat zu unterbleiben.

Recht zu haben und Recht zu bekommen sind jedoch oft zweierlei Dinge und manchmal eben nur arbeitsgerichtlich durchsetzbar.

Was sagt denn Euer Betriebsrat zu dieser Praxis des AG?

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