Reklamation eines Elektroartikels - Wie ist es gesetzlich geregelt? Geld? Umtausch? Reparatur?

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4 Antworten

Erst einmal erstreckt sich die gesetzliche Gewaehrleistung nicht auf Maengel, die erst nach der Uebergabe des Artikels an den Kaeufer auftreten sondern sie bezieht sich ausschliesslich auf solche Sach- und Rechtsmaengel, die bereits von Anfang an vorhanden waren. Zudem muss der Kaeufer im Bestreitensfall ab dem 7. Monat beweisen, dass der reklamierte Rechts- oder Sachmangel bereits von Anfang an vorgelegen hat bzw. dass der erst spaeter aufgetretene Defekt zweifelsfrei auf einen bereits von anfang an vorhanden gewesenen Sachmangel zurueckzufuehren ist. Dieser Beweis ist aber in aller Regel nur sehr schwer zu erbringen, oft auch ueberhaupt nicht.

Gelingt der Beweis aber doch (oder wird er vom Haendler erst gar nicht verlangt), dann hat der Kaeufer theoretisch das Wahlrecht zwischen Reparatur, Umtausch gegen einen maengelfreien Artikel oder auf eine angemessene Kaufpreisminderung. Praktisch entscheidet aber doch der Haendler, weil er die vom Kunden gewuenschte Art der Nachbesserung dann zu Gunsten einer der anderen Optionen ablehnen darf, wenn diese mit im Vergleich zu einer der anderen Nachbesserungsoptionen zu hohen Kosten verbunden ist. Bei einem fast 2 Jahre alten Teil wird das wohl meist auf eine Reparatur hinauslaufen.

Erst wenn die Nachbesserung endgueltig fehlgeschlagen ist oder der Haendler die Nachbesserung unberechtigt verweigert, kann der Kunde vom Kaufvertrag zuruecktreten. Hierbei sind dann Zug um Zug der Artikel zurueck zu geben und der Kaufpreis zu erstatten. Allerdings darf (und wird wahrscheinlich auch) einen angemessenen Betrag fuer den sog. "gezogenen Nutzen" vom Kaufpreis abziehen. Schliesslich konnte man das Teil ja bis zum Auftreten des Defekts benutzen. Bei Computerteilen ist hier nach knapp 2 Jahren mit einem Abzug von etwa 2 Dritteln des Kaufpreises zu rechnen.

Ein Abzug fuer den "gezogenen Nutzen" darf uebrigens nur bei einer Rueckabwicklung des Kaufvertrages erfolgen, nicht aber bei einem Austausch gegen einen maengelfreien Artikel. Allerdings muss es sich bei einem Austauschgeraet auch nicht um ein neues handeln sondern es darf auch ein gebrauchtes sein, das dem Zustand des ja nun fast 2 Jahre alten ausgetauschten entsprechen wuerde, wenn dieses maengelfrei waere. Der Haendler duerfte also durchaus gegen einen ebenfalls fast 2 Jahre alten Monitor austauschen, der nur eben nicht kaputt sein darf.

Sie haben das "Recht" auf Nachbesserung ! Mehr nicht! Nur wenn diese nicht ordnungsgemäß innerhalb einer gesetzten Frist Ihrerseits ( 14 Tagen sollten Sie schon schriftlich einräumen ! ) umgesetzt wird, können Sie auf Rückwandlung des Kaufvertrages klagen. Aber wie schon erwähnt .... "Klagen" !!!!!!! Und das wissen die Hersteller !

Sie werden auf jedem Fall Zeit und vielleicht sogar Geld investieren müssen, um zu Ihrem Recht zu kommen! Suchen Sie sich den für Sie am günstigen Weg aus. Damit fahren Sie am besten ! GLAUBEN SIE mir !!!!!!!!

Hallo, generell gilt ja eine 2-jährige Gewährleistung. Das beantwortet schon die erste Frage, wenn du das Gerät schon fast 2 Jahre hast, dann kannst du nicht erwarten, dass du sofort den Kaufpreis erstattet bekommst. Der Händler, bzw. Hersteller darf die Ware reparieren bzw. nachbessern (ich meine 3 Versuche hat er). Wenn dies nicht gelingt, muss er entweder Ersatz liefern oder du kannst vom Vertrag zurücktreten. Allerdings muss nachgewiesen werden, ob der Mangel schon bei Gefahrenübergang bestand oder nicht. Beweislastumkehr. Das kannst du alles googeln, auch den Gesetzestext. (Nicht Garantie mit Gewährleistung verwechseln).

Du darfst ein neues nehmen, aber nur vorübergehend meine ich, bis das andere entweder fertig ist, oder sie dir das gerade benutzte überlassen ;)

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