Reitstunde mit oder ohne Quittung?

9 Antworten

Jeder, der Geld einnimmt - womit auch immer - muss dafür Steuern zahlen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Daher müssen dem Finanzamt alle Einnahmen gemeldet werden. Ob es nun durch Ausstellung von Rechnungen / Quittungen ist (seltener im Reitsport, aber habe ich schon erlebt) oder die Einnahmen anderweitig systematisch erfasst werden, ist egal - es muss aber bei einer Prüfung nachvollziehbar sein.

Dabei ist es egal, wie hoch der Umfang der Einnahmen ist - auch Taschengeldbeträge müssen angegeben werden. Der Ärger, der mit einer Steuerhinterziehung verbunden ist, ist jedenfalls größer, als der Aufwand, seine Einnahmen vernünftig aufzustellen und anzugeben.

Im Übrigen: Auch die Absicht der "Kostendeckung" ist eine Gewinnerzielungsabsicht. Bei der Steuerberechnung könntest du dann die "Kosten" für das Pferd den "Einnahmen" durch den Unterricht gegenüberstellen und so zu einem negativen Betrag kommen... so dass du letztendlich keine Steuern zahlen musst. Die Einnahmen nicht anzugeben, wäre aber eben nicht korrekt.

Dann ist die Reitbeteiligung zwangsläufig auch eine Form der Gewinnerziehungsabsicht ...

0

Ich könnte mir vorstellen, dass die Tatsache, dass noch keiner eine Quittung für eine Reitstunde erhalten hat, schlicht daran liegt, dass selten bzw. noch niemand eine Quittung verlangt hat.

Als Kunde ist und kann es mir ja wurscht sein, wie der Reitbetrieb/RL seine Finanzen regelt, sondern man geht davon aus, dass der seine Einnahmen schon ordentlich versteuern wird. Dafür ist man als Reitschüler ja auch nicht verantwortlich.

Ansonsten denke ich mal, dass das Finanzamt einem für eine angebotene Tätigkeit/Dienstleistung IMMER eine gewisse Gewinnerzielung unterstellt. Warum sollte man es sonst machen (zumindest aus Sicht des Finanzamtes) (vor allem, wenn man sich beim Finanzamt danach erkundigt).

Je nach Höhe der Einnahmen muss dieser Gewinn dann versteuert werden. Wobei man vermutlich als "Privatmann", der ein paar Reitstunden gibt, die Steuergrenze nicht erreichen dürfte. Aber vermutlich ist man - hat man ein derartiges Gewerbe angemeldet - trotzdem zur Ausstellung einer Quittung verpflichtet - sollte diese verlangt werden, was in diesem Bereich aber eben eher nicht üblich ist...

An deiner Stelle würde ich mich an den Berufsreiterverband wenden. Die helfen auch Amateuren gern weiter.

Auch ich habe beim Reiten noch nie was mit Quittungen zu tun gehabt. Ich hatte aber auch noch nie irgendetwas mit dem Finanzamt zu tun, wenn ich ein paar Stunden unterrichtet habe. Sofern das ganze sich wirklich nur auf Basis eines Taschengeldes abspielt, interessiert das die nämlich nicht.

Was auch immer sinnvoll ist, ist eine Rechtschutzversicherung. Da kannst du dann auch noch einen Anwalt fragen, was wichtig ist, um auf der sicheren Seite zu sein.

Was möchtest Du wissen?