Reiten mit Hilfszügel?

4 Antworten

Ich habe selber fast die gleichen und die riegeln das Pferd nur runter, also das Pferd bekommt bei jeder Bewegung einen Ruck ins Maul. Deswegen habe ich die auch nur zwei mal benutz und seit dem nicht wieder. Ich habe sonst eigentlich meistens nur mit Halfter oder im Roun Pen ohne alles longiert. Dann habe ich mich aber mal umghört und gesehen, dass viele dazu raten, einen Kappzaum zu verwenden, da ich aber noch keinen Kappzaum hatte, habe ich es einfach mal mit einer Longierbrille über dem Halfter versucht und habe mein Pferd so ein par Runden longiert (ging nicht so gut, da es hin und her rutschte), sie ist aber trotzdem gleich ganz anders gelaufen, viel besser, mit schwingendem Rücken gestrecktem Hals... Dann habe ich mir einen Kappzaum geholt (den Kappzaum Profi von Loesdau, der ist sehr gut und verrutscht nicht). Gerade auch, bei jungen Pferde oder wenn man Biegungs-/ Stellungsprobleme beim reiten hat, ist ein Kappzaum wirklich hilfreich. Also am besten mit Kappzaum longieren, wenn du aber dennoch mit den Ausbindern weiter longieren möchtest, zumindest beim reiten ab machen.

Eben das war mein Bedenken....

Was hälst du denn von diesen Passoa Longen?

0
@fragemarmelade

Ich selber habe so eine noch nie benutzt, jedoch halte ich, insbesondere seit ich es mit dem Kappzaum ausprobiert habe nicht viel von irgendwelchen Hilfszügeln.

0

Willst Du ehrlich wissen, was ich davon halte?

Fürchterlich! Da gibt es andere Möglichkeiten ein Pferd zu quälen, da muss ich nichts extra kaufen! Jeglicher Hilfszügel, Ausbindezügel, Longiergestrüpp etc. lässt die Pferde ausweichen - was immer auch Halswirbelarthrosen zur Folge hat. Besonders der 1. und 2. und 6. und 7. Halswirbel sind betroffen. Da der 6./7. zwischen den Schulterblättern steckt, kann man da nicht röntgen und was man nicht sieht, wird weggeredet. Aber die manuellen Therapeuten können ein Lied davon singen und einige von ihnen können leider auch von Pferden erzählen, die eingeschläfert werden mussten, weil die Halswirbelsäule versteift ist und die Pferde damit nicht lebensfähig sind.

Auch zum Freilaufen ist es noch wesentlich mehr Folter als zum Longieren!

NIEMALS sowas einsetzen und beim Pferd ist eine riesige Entschuldigung fällig!

klar ich hab ja extra um Meinungen gefragt, darum will ich auch ehrliche Meinungen hören! Es ist so ne sache. Dementsprechend dürfte ein Pferd ja somit niie am Zügel laufen?! Ausbinder etc haben ja alle zum Zweck, dass die Muskeln ein bisschen trainiert werden. wenn ich aber ein Pferd nicht an den Zügel nehme bzw nicht rund reite, sitze ich genau auf der Wirbelsäule und nicht, wie beim rund reiten auf dem Muskel/den Muskeln. Deine Bedenken kann ich da absolut verstehen, ich war mir ja selber sehr unsicher, sonst hätte ich nicht gefragt, mein Bedenken war nur eher das, dass das Pferd mehr oder weniger "runter geriegelt" wird, da ja die Schrittbewegung des Pferdes diesen Ausbinder in Bewegung setzt.

Deine Aussage nach sollte man also lieber garnicht am Zügel reiten?! Aber das ist ja auch nicht gut für den Rücken. . . Oder hab ich da was fasch verstanden?

0

außerdem (sry wenn ich das so sage) finde ich es echt nicht in Ordnung von dir mir zu unterstellen ich würde mein Pferd quälen wollen! :O Die eigene Meinung zu sagen ist ja die eine Sache aber das ist schon ne Nummer! > Da gibt es andere Möglichkeiten ein Pferd zu quälen, da muss ich nichts extra kaufen! < Wenn ich keine Bedenken hätte würde ich nciht Fragen. Dass ich für mein Pferd nur das Beste will und ABSOLUT alles für und mit ihr tue ist für mich Vorraussetzung für einen Pferdebesitzer!

0
@fragemarmelade

Hm, wie nennt man es, wenn man etwas tut, was der Gesundheit des Pferdes irreparabel schadet?

Doch, man muss am Zügel reiten! Bzw. kann die Anlehnung dann wieder lassen, wenn das Pferd in guter Selbsthaltung läuft. Keinesfalls einfach rumschlbben lassen.

Und was ist der Unterschied? Du hast selbst die Antwort gegeben, warum Hilfszügel Tierquälerei sind und am Zügel reiten nicht, also richte Dich nach Deinen eigenen Aussagen: Die Reiterhand gibt, nach, ein Hilfszügel nicht - und da hilft auch kein eingearbeitetes Stück Gummi. Ein Pferd, das bei jedem Schritt, Tritt oder Sprung eins ins Maul kriegen, hat keine andere Wahl als mit seinem Hals dermaßen unglücklich auszuweichen, dass es Arthrosen in der Halswirbelsäule bekommt und da Arthrosen irreparabel sind, im unglücklichen Fall der Versteifung zum Tod des Pferdes führen, ist das schlimmer als manches andere, wo jeder schreit "so ein Tierquäler", weil DAS kann man nie mehr wieder gut machen, egal, was man versucht. Wir haben zwei Pferde mit erheblichen Arthrosen in der Halswirbelsäule. Mit beides wurde ihr Leben lang nichts schlimmeres gemacht als Dreieckszügel lang verschnallt - soweit kann man deren Lebenslauf nachvollziehen. Trotzdem müssen wir aufpassen beim Reiten, damit eben keine blöde Bewegung passiert, die zum Versteifen führen könnte, müssen täglich Übungen speziell für die Halswirbelsäule machen.

2
@Baroque

Aber ich glaube dadurch, dass ich das 2 mal ausprobiert habe hat mein Pferd bislang noch KEINE irreperable Gesundheitliche Schäden davongetragen! Man sollte ein bisschen darauf achten mit welchen Aussagen man um sich schmeißt.

Wie du wahrscheinlich schon gesehen hast haben sich die anderen User auch etwas Diplomatischer ausgedrückt! Ich Danke dir für deine Meinung und deine Begründeten Aussagen die ja auf jedenfall Sinn machen, das will ich keineswegs abstreiten, aber Anschuldigungen zu machen ist dann ne andere Geschichte. . .

0
@fragemarmelade

Ich hab ja auch nie Dich beschuldigt, aber das länger machen würde dem Pferd eben Schaden zufügen. Ist so und Punkt. Und da braucht es gar nicht so viel. Gibt genug Pferde, die nur über ein paar Wochen mit Dreieckern anlongiert wurden und dann geritten und davon auch schon Arthrosen haben.

Ich habe geschrieben "Da gibt es andere Möglichkeiten ein Pferd zu quälen, da muss ich nichts extra kaufen!" Und damit meinte ich, wenn man nicht weiß, was man tut, macht man unbeabsichtigt eben was, was man genau genommen als Quälerei bezeichnen muss, weil einfach bleibenden gesundheitlichen Schaden zufügen nichts anderes ist.

Aber wer keine Meinungen hören will, darf halt einfach nicht fragen. Ich bleibe dabei, dass Ausbinder Pferde quälen und dass man diese Folterinstrumente gar nicht erst auf den Markt bringen dürfte. Und es wird nicht besser, wenn ich um den heißen Brei herumschreibe, nur ja nicht sagen, wie schlimm die Folgen sein können. Nein. Ich kenne Pferde, die wegen der Folgen eingeschläfert werden mussten und ich kenne deren Besitzer, die dann schrecklich leiden, die sich nie verzeihen, das Leben ihrer Pferde auf dem Gewissen zu haben. Dann lieber mal Klartext sprechen, auch wenn das keiner hören will, solang das Pferd möglicherweise noch nichts sehr schlimmes hat. Glaub mir, dass Du jetzt erschrocken bist, ist vielleicht schlimm, wenn Du Dein Pferd deswegen später verlieren würdest, wär's schlimmer!

1

Ich halte überhaupt nichts von diesen Longierhilfen. Es gibt auch einge, die um die Hinterhand verläuft und auch dort bekommt das Pferd bei jedem Schritt einen Ruck ins Maul. Entweder riegeln sie das Pferd runter, oder lassen den Kopf hin und her schlackern, haben keine Wirkung, oder sorgen dafür, dass das Pferd verunsichert wird und sich verspannt. Außerdem bieten sie keine Möglichkeit zum Anlehnen, wenn man das denn möchte. Sobald das Pferd den Kopf senkt, um dem Druck zu entkommen, hat es keinerlei Halt mehr, kann sich aber ggf. auch nicht richtig halten, weil das die Hilfe wieder verhindert.

Ich bin ein Freund der klassischen Ausbildung. Junge Pferde longiere ich grundsätzlich am Kappzaum, nie am Gebiss, oder Halfter. Wenn ich sie "statisch" ausbinden will mache ich das mit klassischen Ausbindern ohne schwere Gummiringe aber mit leichem "Flexanteil" am Sattel oder am Longiergurt.

Meine Lieblingsarbeit ist aber die an der Doppellonge, da ist man stets flexibel, kann annehmen, nachgeben, stellen, biegen usw. wie man es braucht. Das erfordert etwas Übung und eine gute Einweisung, aber ist dann wirklich super. Und man braucht dafür auch nicht zwingend 20 Umlenkrollen und Sattelaufbauten, wie man sie manchmal bei den Profis sieht. Für die Arbeit eines Freizeitpferdes reicht die Grundausrüstung.

Mit der Doppellonge kann man immer in Echtzeit auf die Veränderung am Pferd eingehen, es zum vorwärts abwärts motivieren und entsprechend nachgeben, oder halt wieder aufnehmen usw. Für mich die optimale Arbeit.

Longierhilfen sind viel zu unflexibel in meinen Augen.

Ich halte von diesen Hilfszügeln auch gar nichts... Dem was die beiden vor mir geschrieben haben ist nichts mehr hinzuzufügen. Der selben Meinung bin ich auch. Hier ist dazu ein Ausschnitt aus einem Artikel von der Cavallo Zeitschrift:

"Ähnlich riskant ist die Longierhilfe. Sie besteht aus einem Seil, das dem Pferd über den Rücken gelegt, dann hinter den Ellenbogen zwischen den Vorderbeinen hindurchgeführt und in die Gebissringe eingehakt wird. Sie veranlasst das Pferd durch die Rechts-links-Bewegung der Vorderbeine, sich selber nach unten zu riegeln. Viele Pferde verkriechen sich hinter der Senkrechten. Ist die Longier-hilfe lang verschnallt, besteht die Gefahr des Reintretens." Quelle: http://www.cavallo.de/know-how/training/cavallo-hilfszuegel-serie-teil-5.334836.233219.htm

Lieben Gruß

Was möchtest Du wissen?