Reiten mit Ausbindern?

Das Ergebnis basiert auf 23 Abstimmungen

Ohne Ausbinder (Begrüngung) 83%
Mit Ausbindern (Begründung) 17%

12 Antworten

Ohne Ausbinder (Begrüngung)

Man kann mit Ausbindern faktisch nicht korrekt reiten.

wenn der Reiter das Pferd noch nicht richtig am Zügel reiten kann

Auch mit Ausbindern geht das Pferd nicht am Zügel. Es legt sich entweder aufs Gebiss oder es verkriecht sich hinterm Zügel.

Mit Ausbindern lernen sowohl Pferd als auch Reiter komplett falsche Bewegungsabläufe. So ein Reiter wird nie fühlen können, wann ein Pferd reell über den Rücken geht, weil er das nie gelernt hat.

Ein Reiter, der das Pferd nicht über den Rücken und damit am Zügel reiten kann, gehört für mich an die Longe; das Pferd an den Kappzaum und keine Zügel in die Reiterhände.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Privat + Beruflich seit ü. 15 Jahren m. Pferden zu tun
Ohne Ausbinder (Begrüngung)

Ausbinder (also dann vorzugsweise Dreieckszügel) sind in den ersten Anfängerreitstunden okay. Aber man sieht so oft, wie Reitschüler mehrere Jahre auf ausgebundenen, stumpfen Ponys durch die Halle "reiten" und das ist alles andere als okay. Man sollte sich viel mehr Mühe bei der Auswahl der Reitlehrer und dem Reitunterricht geben. Denn nur wenn die Schüler ein gutes Verständnis für die Anatomie und die Bedürfnisse des Pferdes entwickeln, können sie dieses Wissen weiter geben und vielleicht gibt es dann mal ein Umdenken im Reitsport.

Woher ich das weiß:Hobby – Seit 2008 Erfahrung mit Pferden | Seit 2019 Reitbeteiligung

Ich finde, es kommt vielmehr sehr auf das einzelne Pferd-Reiter- Paar, den Unterricht, die Art der „Ausbinder“ und das Gesamzkonzept an, um dazu was allgemeines sagen zu können.
Am einen Ende der Liste stehen schlecht gerittene Pferde, die mit einfachen Ausbindern dauerhaft den Kopf runtergeschnallt bekommen („die es zwingen, dass es den Kopf so halten muß“) am anderen Ende ein Pferd, das mit durchgedrücktem Rücken und der Nase im Himmel einen polternden Reiter herumschleppen muß. Beides ist entsetzlich in meinen Augen.

Vielen Pferde wäre jedoch schon ein wenig geholfen, wenn durch ordentlich verschnallte Dreiecker (die durchaus einen gewissen Spielraum in der Kopf/Halshaltung zulassen) das Pferd etwas begrenzen, statt dass die Reiter mangels Können Riegeln, zerren, kringeln und was man sonst noch so alles sieht, um dem Pferd irgendwie die gewünschte Form aufzuzwingen.

Keine Frage - richtig Reiten, optimaler Unterricht auf super Pferden wäre besser. Aber wenn dies nun mal nicht gegeben ist, sehe ich in Ausbindern das kleinere Übel gegenüber für das Pferd unvorhersehbares Rumgeziehe mit der Hand.

Ohne Ausbinder (Begrüngung)

Ich musste früher in der Reitschule je nach Pferd welche nutzen. Und obwohl ich damals keine Ahnung von so was hatte, fand ich sie doof. Ich glaube unbewusst fand ich die Bewegung des Pferdes einfach besser, wenn es keine "Hilfszügel" drauf hat.

Spätestens seit ich mit 17 Jahren dann meine erste Reitbeteiligung hatte, waren solche Dinger Geschichte. :)

Der Ausbinder ist ein Hilfszügel für Reitanfänger, die ihren Sitz und ihre Hände noch nicht beherrschen. Da ist es schon sinnvoll, Ausbinder zu benutzen, damit das Pferd nicht völlig auseinanderfällt oder der Reiter zu grob mit dem Zügel umgeht.

Das sollte natürlich kein Dauerzustand sein und mit z.B. Sitzübungen an der Longe ergänzt werden.

Wenn der Reiter zügelunabhängig sitzen kann, bekommt er auch die Zügel in die Hand und dann geht es ans fortgeschrittene Reitenlernen ... und das ist eben eine schöne Verbindung zum Pferdemaul aufzubauen, die erstmal vom "an den Zügel reiten noch weit entfernt ist".

Und ... das Pferd wird mit den Ausbindern nicht "gezwungen", seinen Kopf in einer bestimmten Haltung zu tragen, sondern lediglich daran gehindert, zu sehr aus dem Ruder zu laufen.

Generell sollte ein fähiger Reitlehrer den temporären (!) Einsatz von Hilfszügeln begleiten.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Pferdehaltung/Reiten seit 1970

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