Reisekostenerstattung bei Bewerbung

8 Antworten

Hallo,

grundsätzlich hast Du einen Rechtsanspruch auf Reisekostenerstattung, sofern der Arbeitgeber Dich schriftlich eingeladen hat zur Vorstellung und sofern er nicht ausdrücklich schriftlich auf Nichterstattung hingewiesen hat. Allerdings kann es bein Einfordern und Einklagen der Kosten große Probleme geben - wie ich leider selbst erleben mußte. Denn wenn eine Klage ist im Regelfall nur am Ort des Arbeitgebers möglich - dort ist das zuständige Arbeitsgericht und dieses wird Dich auf deine eigenen Kosten zum Gütetermin vorladen. Da meine Bitte auf Dokumentenprozeß abgelehnt wurde, hätte ich zu meinen Reiskosten von 150 Euro nochmals die gleiche Summe aufbringen müssen. Anscheinend hat der Arbeitgeber dies gewußt und ließ es auf eine Klage an seinem Ort ankommen. Man kann aber versuchen, eine Klage vor dem Arbeitsgericht am Ort des Arbeitnehmers zu beantragen, aber ob Sie angenommen wird, ist unsicher. Mein Rat: unbedingt vom Arbeitgeber vorher schriftlich eine Kostenerstattung bestätigen lassen oder die Fahrkarte zusenden lassen bzw. vom Arbeitsamt zuvor Kostenübernehme zusichern lassen - dann ist man auf der sicheren Seite !

diesen anspruch hast du, ob es sich lohnt dafür den rechtsweg einzuschlagen ist aber fraglich. bei 15 € bedeutet das mehr frust als lust. wenn du flug, verpflegungspauschale und hotelübernachtung als kosten hättest, wäre der rechtsweg sicher angebracht.
und noch ein tipp zum bewerbungsverfahren: viele arbeitgeber suchen nach bewerbern, die ihre ziele verfolgen und sich kümmern. floskeln wie "wir melden uns bis .... bei ihnen" sollen den bewerber häufig zu eigeninitiative animieren. d.h. man erwartet vom bewerber nach verstreichen dieses termins, dass er sich wieder meldet. das sollte nicht ungeduldig oder vorwurfsvoll geschehen aber so, dass dem arbeitgeber klar wird, dass der bewerber großes interesse an der stelle hat. das kann man dann auch ganz gut mit der frage nach der reisekostenübernahme verbinden. am einfachsten fragt man dann z.b. wer der ansprechpartner für die abrechnung ist. damit habe ich sowohl als AN und auch später als AG gute erfahrungen gemacht. bei weiteren anreisen, wie oben beschrieben mit flugzeug oder über mehrere hundert km mit dem PKW oder der bahn sollte man tatsächlich schon vorher den AG kontaktieren. viele AG kümmern sich dann um die buchung der anreise und einige zahlen z.b. auch nur die anreise mit öffentlichen verkehrsmitteln.
ein bewerber hat mich mal besonders beeindruckt. er bewarb sich aus ungekündigter stellung und ihm stand ein dienstfahrzeug seines AG zur verfügung. im vorfeld rief er dann aber an, um nach den modalitäten der reisekostenabrechnung zu fragen, da er aus gründen der fairness seinem bisherigen AG gegenüber, nicht seinen firmenwagen nutzen wolle. es gab auf diese stelle damals über 100 bewerber von denen 9 in die engere wahl kamen und ausschlaggebend war letztendlich dieses loyalitätsverständnis. einen besseren mitarbeiter habe ich nicht und auch nie gehabt.

Das ist jetzt aber nicht wahr.....oder? Du hattest ein Bewerbungsgespräch und forderst jetzt nach 2 Wochen eine Übernahme der Reisekosten???? Dass du dir den Job in den Allerwertesten stecken kannst dürfte wohl klar sein. Die Tatsache dass du zu einem Vorstellungsgespräch "eingeladen" wurdest heisst nicht dass der potentielle AG die Kosten hierfür zu tragen hat. § 670 bedeutet eher, dass wenn du da schon arbeiten würdest und dein Chef dich auf Dienstreise schicken würde, dann müsste er die Kosten übernehmen. Ich an deiner Stelle hätte statt einer Rechnung zu schicken lieber mal nach dem Status deiner Bewerbung gefragt.

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wenn man keine ahnung hat, sollte man sich nicht äußern. natürlich muss der potentielle arbeitgeber die reisekosten tragen, wenn er die nicht im vorfeld ausgeschlossen hat. das ist schon in zig. prozessen durchgekaut worden.

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Ich weiss ja nicht wie oft du dich in deinem Leben schon beworben hast, aber 2 Wochen für eine Entscheidungsfindung ist nicht viel- auch wenn er gesagt hat dass er sich bis Ende der Woche melden würde. Vielleicht wollte der potentielle AG auch nur sehen ob du wirklich interessiert bist und nach Ablauf der Frist nachhakst?? Und dann gleich eine Rechnung schicken??? Ich weiss nicht- das hört sich für mich nicht gerade professioniell an zumal es sich hier um Peanutsbetäge handelt.

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ich würde bei solch einem Arbeitgeber, der so unzuverlässige Aussagen macht, gar keine Anstellung haben wollen.

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@IngaClaus

naja, wenn man sich das aussuchen kann. wahrscheinlich denken viele hartz4-empfänger ähnlich. fakt ist, man darf und sollte sich auch die reisekosten erstatten lassen und wenn man wirklich einen job sucht, sollte man auch eigeninitiative zeigen und sich beim AG nach angemssener wartezeit nach dem stand der dinge erkundigen. die angewessene wartezeit hat der AG in diesem fall sebst vorgegeben.

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öffentlicher Dienst: Fahrtkosten Vorstellungsgespräch

Hallo zusammen,

das Thema Fahrtkosten bei Vorstellungsgesprächen ist ja schon mehrfach bearbeitet worden. Bei uns (genauer gesagt: bei meiner Freundin) ist es aber wiedermal ein spezieller Fall, wofür ich hier noch keine Antwort gefunden habe:

Meine Freundin hatte sich von Nordrhein-Westfalen aus in Baden Württemberg als Lehrerin beworben. Irgendwann kam ein Anruf des entsprechenden Regierungspräsidiums, es gäbe verschiedene freie Stellen, sie solle doch in den nächsten zwei Tagen mal zu einem Vorstellungsgespräch vorbei kommen. Schriftlich haben wir die Einladung leider nicht bekommen. In dem Telefonat wurde das Thema Fahrtkosten nicht angesprochen - weder ablehnend noch zustimmend.

Wir sind also zwei Tage später dorthin gefahren. Einfache Fahrtstrecke: ca. 400 km. Da der Termin morgens war sind wir schon am Nachmittag vorher angereist und haben im Hotel übernachtet.

Für mich ist das ein vollkommen eindeutiger Fall von "der mögliche (und inzwischen auch wirkliche) Arbeitgeber hat die Fahrtkosten zu übernehmen, da er die Übernahme nicht ausgeschlossen hat".

Nun streite ich mich inzwischen schon einige Zeit mit denen herum, denn sie wollen sie natürlich nicht übernehmen. Zuerst hieß es ihre jetzige Schule habe sie ja nicht explizit angefordert. Das kann aber sowieso nicht sein, zum Zeitpunkt des Gesprächs gab es noch gar keine konkrete Schule, es gab drei zur Auswahl und erst bei diesem Vorstellungsgespräch hat sie sich für eine entschieden und den Arbeitsvertrag unterschrieben.

Nachdem ich das klargestellt hatte ist nun die Ausrede (und jetzt fängt es an für mich unverständlich zu werden), die Reisekosten würden "gemäß der Erläuterungen Nr. 19.5 zu § 1 LRKG Baden Württemberg" nicht übernommen.

Ich habe diese Erläuterungen zwar noch nicht gefunden, kann mir aber auch nicht wirklich vorstellen, dass die sich so einfach "davonstehlen" können. Wenn es so einfach wäre die Kostenübernahme auszuschließen würde sich doch jede Firma einen entsprechenden Absatz in die AGBs (oder sonstwo hin) schreiben um das Thema Fahrtkosten grundsätzlich vom Tisch zu haben...

Naja, meine Frage ist klar: Wer hat jetzt Recht? Ich bin der Meinung, dass wir laut § 670 BGB ein Anrecht auf Fahrtkostenübernahme haben. Das Amt will jetzt von uns eine Kopie der schriftlichen Einladung, auf der definitiv die Übernahme zugesagt worden ist.

Und nun? Irgendwelche Tipps oder Hinweise? Ich werde jetzt noch ein wenig auf die Suche nach der Erläuterung Nr. 19.5 zu § 1 LRKG gehen und hoffe zwischenzeitlich auf eure Hilfe!

Vielen Dank schonmal!!

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Lohnt es sich, als Bewerber zu verheimlichen, dass man Leistungen vom Jobcenter bezieht?

Das konkrete Problem: Ich fahre Mitte September zu einem Vorstellungsgespräch (Berufseinstieg, Volontariat). Das Jobcenter übernimmt die Reisekosten nur, wenn ich dem potenziellen Arbeitgeber ein Formular unterschreiben lassen, wo er begründen soll, warum er die Kosten nicht übernimmt. Laut §670 BGB sind die dazu angeblich verpflichtet, und in der Einladung wurde eine Kostenübernahme nicht ausgeschlossen. Das nötigt mich allerdings, den Umstand offenzulegen, dass ich Leistungen beziehe, womit ich zwangsläufig meine Einkommensverhältnisse gläsern gestalte. Das liegt mir schwer im Magen, ich will mich ja weder direkt unbeliebt machen, noch meine Position bei evtl. Gehaltsverhandlungen unterminieren.

Ich bin insgesamt unsicher, ob das für den Betrieb ganz normal ist oder ich da als einziger Bewerber mit Kostenübernahme und Jobcenterformularen aufkreuze.

Bin für jeden Rat dankbar...

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AG sagt krank nach hause = Minusstunden?

Hallo,

ich war Montag von 6-14 Uhr geplant, bin aber um 11.30 nach Hause, weil es mir sehr im Magen rumging und meine Kollegin meinte ich sehe schlecht aus und soll heim.

Dienstag bin ich ganz normal wieder in die Arbeit.

Jetzt möchte meine Chefin meine Arbeitszeit von 6-11.30 reduzieren und die 2,5 Std als Minusstunden eintragen, da ich kein Attest habe.

Ich bin auf 40 Std / Woche eingestellt und bekomme ein Festgehalt.

Ich kenne Folgendes Urteil:

"Für eine Erkrankung, die nach der Aufnahme des Dienstes eintritt, wird dieser Tag als gearbeitet gezählt und der erste Krankheitstag ist der Tag danach. Eine Krankmeldung braucht also erst ab dem Tag zu gelten, an dem die Arbeit nicht mehr aufgenommen wurde. Die Fristberechnung erfolgt nach § 187 Abs. 1 BGB. Tritt die Arbeitsunfähigkeit während der Arbeitszeit ein, beginnt die Sechs-Wochenfrist am nächsten Tag zu laufen."

(BAG vom 04.05.1971, BAG vom 22.2.1973 — 5 AZR 461/72, AP LohnFG § 1 Nr. 28, zu 1 der Gründe)

In meinem Arbeitsvertrag steht folgendes:

"Der AN ist verpflichtet, jede Arbeitsverhinderung und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich der Gesellschaft mitzuteilen und schon AM ERSTEN TAG EIN ÄRZTLICHES ATTEST VORZULEGEN.

Im Falle der AU von mehr als einem Kalerndertag infolge Krankheit ist der AN verpflichtet, dem AG vor Ablauf des darauffolgenden Arbeitstages, eine ärztliche Bescheinigung über die AU sowie über deren voraussichtliche Dauer vorzulegen. Bei über den angegebenen Zeitraum hinausgehender Erkrankung ist eine Folgebescheinigung innerhalb weiterer drei Tage seit Ablauf der vorangehenden Erkrankung einzureichen.

Ist der AN an der Arbeitsleistunge infolge auf unverschuldeter Krankheit beruhender AU verhindert, so leustet die Gesellschaft Vergütungsfortzahlung nach den Bestimmungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes."

Zum ersten Absatz: der erste Tag wäre ja dann Dienstag gewesen, wenn ich noch zuhause geblieben wäre.. oder sehe ich das Falsch?

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Wie vorgehen, wenn Inkassofirma mit gerichtlichen Schritten droht?

Hallo,

dank einer Streitigkeit mit der Credit & Collections Service GmbH bin ich nun auch Teil dieser Community :) Die Ausgangsposition möchte ich nur kurz beschreiben.

Am 20.01.2017 habe ich einen Brief erhalten, dass der Versuch 2,99€ (Einkauf im nächsten Nahkauf) abzubuchen fehlgeschlagen ist. Dadurch wurde die Inkassofirma CSS Inkasso beauftragt, das Geld einzufordern. Forderung: 2,99€ Hauptforderung, 2,40€ Bankrücklastschriftskosten, 15€ Adressermittlungskosten, 9,90€ Verzugsschaden der Ingenico Payment Services GmbH, 33,75€ Geschätsgebühr (§§ 280 , 241 , 286 BGB , NR. 2300 VV RVG) und 6,75€ Auslagen (§§ 280 , 241 , 286 BGB , Nr. 7002 VV RVG). Natürlich habe ich fleißig im Internet recherchiert, da mir eine Gesamtforderung von 70,79€ bei einer Hauptforderung von 2,99€ etwas zu hoch erschien. Zum Schluss gekommen bin ich, dass Verzugsschaden, Geschäftsgebühr und Auslagen gar nicht von mir getragen werden müssen (sofern noch keine Mahnung erfolgt ist). Also habe ich aufgerundet 25€ (Hauptforderung, Bankrücklastschritskosten, Adressermittlungskosten) direkt an Nahkauf überwiesen und den Fall für mich als abgeschlossen erklärt und es auch so der Inkassofirma mitgeteilt. Heute habe ich einen weiteren Brief (im Titel "2. Mahnung - Ihre girocard-Zahlung...") erhalten, dass nur eine Teilzahlung von 25€ erfolgt ist und sie deshalb den Restbetrag von 45,79€ fordern. Sollte der Betrag bis zur gesetzten Frist (15.02.2017) nicht überwiesen worden sein, werde CSS Inkasso gerichtliche Schritte gegen mich einleiten. Zudem würden sie sich vorbehalten, den Forderungsbetrag gemäß § 28a Abs. 1 Nr. 4 Bundesdatenschutz an die SCHUFA Holding AG zu übermitteln (soweit ich nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt wurde, zwischen der ersten mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen und ich die Forderung nicht bestritten habe)

Da ich zum zweiten Brief keine Tipps im Internet finden konnte, erhoffe ich mir hier etwas Rat.

Vielen Dank fürs lesen!

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habe ich nach Austritt bei Gewerkschaft Verdi keinen rechtlichen Anspruch mehr auf den Tariflohn?

Ich bin bei Verdi und habe dort gekündigt, weil ich besser zu einem Anwalt gehe, um meine Rechte gegenüber meinen Ex- AG durchzusetzen

Zur Info; er ist Mitlied im Arbeitgeberverband

Nun habe ich gelesen, dass ich nach Austritt bei Verdi aber keinen Rechtsanspruch mehr auf den Tariflohn habe, obwohl der AG Mitglied im AG-Verband ist

Simmt das?

Vielen Dank und LG

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Auf meinem Arbeitszeugnis steht der Kündigungsgrund nicht drauf?

Hi Leute,

hatte heute ein Bewerbungsgespräch, ich wurde darauf hingewiesen dass auf meinem Arbeitszeugnis kein Kündigungsgrund steht (wusste nicht dass das normalerweise drauf steht)
Mit meinem alten Unternehmen bin ich im Streit auseinander gegangen, sie wollten dass ich einen Auflösungsvertrag unterschreibe, habe ich nicht getan. Nach einigem hin und her haben wir uns auf eine Kündigung vom Arbeitgeber geeinigt.

Naja, als ich heute gefragt wurde warum das Arbeitsverhältnis geendet hat habe ich die Wahrheit gesagt, aber alleine die Tatsache dass ich mit dem alten Arbeitgeber eher kompliziert auseinander gegangen bin kam mMn nicht so gut an.

Habe ihm dann gesagt dass ich ein kundigungsschreiben vom Ex AG habe und ihn angeboten diese nachzureichen, das wollte er und ich habs ihm per Mail geschickt.

Im Kündigungschreiben steht es so

„Sehr geehrter Herr ...

wir kündigen Ihnen das Arbeitsverhältnis fristgerecht zum xx.xx.2017, hilfsweise zum nächst zulässigen Zeitpunkt.

Der Betriebsrat wurde gemäß [...] zur Kündigung ordnungsgemäß angehört. Er hat der Kündigung zugestimmt.“

Dann kommt der Hinweis zur Arbeitsagentur und im letzten Absatz steht

„Wir stellen Sie bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses unwiderruflich von der Arbeitsleistung frei. [...]“

Meine Frage,
ist das alles Müll?

Habe ich überhaupt Chancen mit so einem Arbeitszeugnis und so einer Kündigung mich ernsthaft zu bewerben?

Lg

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