Reifen privat verkauft, Käufer gibt wütend Reifen zurück und nun?

... komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Dein Hinweis:"Ich persönlich habe dabei viel Ahnung von KFZ, da ich meine Wagen meistens persönlich repariere und Verwandten und Freunden auch sehr oft behilflich bin."

widerspricht nach meiner Ansicht Deine Aussage:

Einer der Reifen war bereits mitgenommen, weswegen ich ihm empfohlen habe, ihn zeitnah zu erneuern.

Das dürfte wohl, auch altersbedingt, kaum möglich sein:

https://www.adac.de/infotestrat/reifen/profil-kauf-und-montage/mischbereifung/

Dein Käufer müsste also zwei Reifen ersetzen. Abgesehen davon, bist Du in der Sachmängelhaftung und da hat der BGH eindeutig geurteilt:

http://www.t-online.de/computer/internet/id_61925884/bgh-urteil-gewaehrleistung-bei-ebay-privatverkauf.html

Also: Erstatte den Kaufpreis und entsorge den Schrott.

Es war seine "Intelligenz", meiner Meinung nach hast Du alles richtig gemacht.
Ich würde nicht mehr darüber nachdenken ;)
Man sagt ja auch nicht umsonst -gekauft wie gesehen- ;)

Gekauft wie gesehen, heisst noch lange nicht das verdeckte Mängel ausgenommen sind. Sollte er Dir deine Reifen zurück gebracht haben, gebe Ihm das Geld zurück und verschrotte die Reifen.

Oder willst du mit mangehaften Reifen Geld verdienen und dich dabei wohl fühlen. Ich hätte ein schlechtes Gewissen. Betrug ist Dir nicht vor zuwerfen. Hier geht es auch um die Moral.

Bei privaten Verkäufen gilt regelmäßig:

"gekauft wie gesehen"

Wenn er sich übervorteilt sieht, kann er das als Lehrgeld abschreiben.

Eine Rücknahmeverpflichtung gibt es nicht.

Kommentar von Interesierter
10.10.2016, 23:31

Als Experte für Recht sollte dir klar sein, dass hier kein wirksamer Ausschluss der Sachmängelhaftung vorliegt.

Die Beweislast für den Mangel zum Zeitpunkt der Übergabe liegt natürlich beim Käufer. Über den Monteur der Reifen dürfte dieser Beweis aber erbracht werden können.

Die rechtliche Position des Fragestellers dürfte daher eher schwach sein.

6

Eine Garantie kann man nie ausschliessen. Man kann sie höchstens nicht geben. Du hast jedoch 4 einwandfreie Reifen verkauft. An diese Zusage bist du auch als Privatverkäufer gebunden

Da du anscheinend die Gewährleistung nicht ausgeschlossen hast, hast du darüberhinaus zugesichert, dass die Reifen auch nach dem Kauf keinen Defekt ausweisen.

Die Blasen entstehen nicht durch zu starkes Aufpumpen. Das solltest du als Fachmann wissen.

Die Blasen enstehen, wenn die Karkasse des Reifens beschädigt ist, was zweifelsfrei bei dir bereits geschehen sein muss.

Es hat nichts mit Kulanz zu tun, dass du dem Käufer eine Teilerstattung angeboten hast. Ganz im Gegenteil, er hat ein Recht darauf, von dir 4 einwandfreie Reifen zu erhalten. Da dir das nicht möglich ist, solltest du froh darüber sein, dass ER so kulant war und nur sein Geld zurückgefordert hat.

Leider haben bisher ausser 'Interessierter', dessen Antwort in die gleiche Richtung geht, bisher Alle Antwortenden die Rechtslage verkannt.

Kommentar von Interesierter
11.10.2016, 01:49

Absolut korrekt.

Eine Sache wurde noch nicht angesprochen: Schadensersatz!

Den vergeblichen Montageversuch sowie den Rücktransport und die Aufwendungen für Ersatzbeschaffung könnte der Käufer im Rahmen einer Schadensersatzforderung geltend machen.

Da der Verkäufer die Reifen zweifellos selbst gefahren hat, ist hier von einem Verschulden des Verkäufers auszugehen, welches die Schadensersatzforderung begründet.

3

Wenn das so ist wie beschrieben, hast du nichts verkehrt gemacht.

Ich würde dem Burschen mitteilen, dass er 7 Tage Zeit hat die Reifen abzuholen, ansonsten wird er die Rechnung für die Entsorgung erhalten.

Kommentar von Interesierter
11.10.2016, 12:54

Scherzkeks! Der Verkäufer hat so ziemlich alles verkehrt gemacht. Er hat mangelhafte Ware geliefert, er hat den Käufer darüber im Unklaren gelassen. Er hat die berechtigte Reklamation des Käufers zurückgewiesen.

Daher hat der Käufer nun Anspruch auf die Rückerstattung des Kaufpreises zuzüglich Schadensersatz für den vergeblichen Montageversuch und die Wegekosten.

Von wegen eine Rechnung für die Entsorgung schicken.

1
Kommentar von Cab09
11.10.2016, 20:36

Ich glaube hier hat jemand die Frage/Beschreibung nicht richtig gelesen oder nicht verstanden!

0

Ich bin kein Jurist, Daher kann ich auch keine garantierten Aussagen machen aber ich seh das ganze so:

Da er die Reifen persönlich abgeholt hat und sie auch kontrolliert hat, liegt hier keinerlei schuld von deiner Seite vor.
Selbst wenn der Reifen schon kaputt gewesen wäre, wäre das nur eine Straftat wenn du es verschwiegen hättest.

Alles was danach passiert liegt im Risiko des Käufers. Wenn man etwas (privat) kauft und es ein paar Tage wegen unsachgemäßer Handlung hin wird,...Pech gehabt...
Er müsste erstmal beweisen das der Schaden schon da war, und das geht sehr schwer bis gar nicht.

Ich hätte ihm nichtmal die 40% angeboten... Also von deiner Seite aus passt alles. Lass dich von ihm nicht einschüchtern.

Kommentar von matrix1984
11.10.2016, 09:55

Da er die Reifen persönlich abgeholt hat und sie auch kontrolliert hat, liegt hier keinerlei schuld von deiner Seite vor.

Das Gesetz geht nicht davon aus, dass gebrauchte Waren stets von einem Fachmann gekauft werden. 

Selbst wenn der Reifen schon kaputt gewesen wäre, wäre das nur eine Straftat wenn du es verschwiegen hättest.

"NUR" eine Straftat? Da geht aber einer sehr lapidar mit unserem StGB um :-)

 Also eine Straftat nach dem StGB ist es nicht direkt. Wenn, so würde ich arglistige Täuschung vorwerfen. 

Alles was danach passiert liegt im Risiko des Käufers

Da die Sachmängelhaftung nicht ausgeschlossen wurde, muss auch der private Verkäufer haften.

Er müsste erstmal beweisen das der Schaden schon da war, und das geht sehr schwer bis gar nicht.

Nach § 476 BGB muss der Verkäufer 6 Monate nach Kauf beweisen, dass die Sache Mangelfrei war. Hier sind in der Tat aufgenommenen Fotos ein Indiz für die Mangelfreiheit. 

Fazit: Was ein einziges Wort (Gewärleistung) anrichten kann :-)

2

Du hast privat & ohne Garantie verkauft - warum die Reifen jetzt schadhaft sind kann keiner so ohne Weiteres nachvollziehen bzw. beweisen.

Soweit hast Du Dich richtig verhalten - nur - die Reifen hätte ich da liegen lassen, wo er sie "entsorgt " hat.

Ich weis nicht, ob du ÜBERHAUPT und wenn ja, wie lange du diese Reifen jetzt aufbewahren musst / kannst - da es sich ja theoretisch nicht mehr um DEIN Eigentum handelt. Aber - Du hast es jetzt an Dich genommen.

Deutschland - das Land der Unergründlichen Weiten von §§§ !!!

Wenn du seine Adresse hast, würde ich Geld für die Einlagerung verlangen und eine Frist setzen, bis zu der er sie abholen muss, sonst werden diese auf SEINE Kosten entsorgt. Notfalls mal einen Internet Anwalt anschreiben.

Aufgrund der vielen Falschmeldungen muss ich hier einiges klarstellen.

Sofern kein Ausschluss der Sachmängelhaftung (Gewährleistung) vereinbart wurde, stehst du in der Pflicht, mangelfreie Ware zu liefern. Daran ändert sich auch durch den Privatverkauf oder die Tatsache, dass es sich um gebrauchte Reifen handelte, nichts. Durch zu starkes Aufpumpen treibt kein Reifen, der in Ordnung ist, Blasen. Blasen und Beulen deuten auf innere Beschädigungen der Karkasse hin, die bei der Montage praktisch ausgeschlossen sind. Das heißt, der Reifen war schon bei Übergabe schadhaft. Ihr habt es beide blöd nicht bemerkt.

Die Beweislast für den Mangel liegt beim Käufer. Nur denke ich, dass dieser hier den Mangel beweisen kann. Der schadhafte Reifen liegt ja vor.

Aussagen wie "gekauft wie gesehen" bringen dich nicht weiter, denn damit kommst du aus der Gewährleistung nicht raus.

Eine Anzeige ist natürlich Quatsch, denn eine Straftat deinerseits liegt nicht vor. Zivilrechtlich jedoch stehen seine Chaauf Erfolg ziemlich gut.

Die Reifen zu entsorgen ist eine ganz schlechte Idee. Du schuldest ihm nach wie vor vier mangelfreie Reifen.

Kommentar von Interesierter
11.10.2016, 09:56

Darüber hinaus möchte ich anmerken, dass der Käufer zusätzlich zur Rückforderung des Kaufbetrages Forderungen auf Schadensersatz stellen könnte. Die dafür notwendigen Voraussetzungen liegen jedenfalls vor.

Ein Schaden (vergeblicher Montageversuch und Fahrtkosten) liegt ebenso vor, wie das Verschulden.

0
Kommentar von AalFred2
11.10.2016, 10:51

Vor allen Dingen liegt die Beweislast dafür, dass der Mangel beim Gefahrenübergang bereits vorlag, beim Käufer. Wie soll er das denn machen, vor allen Dingen da er sie nach Ansicht so mitgenommen hat?

0

Du hast dich erstmal richtig verhalten denn  es gibt leider Menschen die auf diese Tour fahren wollen..  Wer so Dumm / unwissend ist der sollte nix gebrauchtes Kaufen..

Was nicht richtig ist  ist deine Annhame das der Reifen zu Doll aufgepumpt wurde und dadurch der Schaden entstanden ist..  Blasenbildung entsteht wenn sich Gummi Stellenweise vom Stahlgewebe löst und das passiert zum Beispiel wenn man mit der Reifenlauffläche am Randstein so parkt das der reifen eingedrückt wird. und das überlängere Zeit..  oder die Karkasse beschädigt ist oder war..

Das führt üblicherweise zu derartigen Schäden.. So ein Reifen kann beim montagebedingtem  Aufpumpen schon bis zu 6 Bar aushalten bis er richtig über den Wulst  / Humpp der Felge gesprungen ist..

 Du hast weder den Reifenzustand  mit Profiltiefe  noch den Hersteller der Reifen angegeben..   Bei Firestone würde ich das als Häuffig auftretenden Mangel bezeichnen denn kein Hersteller hatte in der Vergangenheit soviele Rückrufe  wegen Explosionsartigem Druckverlust  die eben dieser Hersteller.

Das der beschriebene Reifen eine Macke hatte ist wohl unstreitig  ob es aber der von Dir verkaufte war ist eine andere Sache..  denn gerade bei Ebay weist du nicht ob  einer gerade diesen Reifen  noch herumliegen hatte..

Hat er nur einen zurückgebracht  oder die gesammte Lieferung  also Vier Reifen wie ich das verstanden habe.. Mit einem Neuen den ich zukaufen müßte  und drei  50 % Reifen könnte würde ich auch nichts  anfangen wollen..

Ich hoffe du hast dies in deiner Auktion richtig beschrieben und Bilder hinterlegt den sonst gibts Ärger mit Ebay..  ob nun berechtigt ofder nicht.


Joachim


Kommentar von Interesierter
10.10.2016, 23:52

Ich kann deine Einschätzung nicht ganz nachvollziehen. Den technischen Sachverhalt hast du sehr schön beschrieben. Das bedeutet aber, dass der Reifen bereits bei Übergabe mangelhaft war.

Hier liegt jedoch kein wirksamer Gewährleistungsausschluss vor. Garantie und Gewährleistung sind zwei Paar Stiefel.

Deswegen hat der Fragesteller den Kaufpreis zurück zu erstatten.

2

Bist Du sicher, das er deine Reifen zurückgebracht hat? Ich würde nicht mehr auf ihn reagieren. Du hast dein Geld ja bekommen. Gekauft wie gesehen, würde ich in dem Fall sagen.

Kommentar von Fischmitproblem
10.10.2016, 22:46

Alle bis auf den defekten sahen wie meine aus, sagen wir könnte, könnte nicht, kann es mir jedoch bei der kleinen Summe nicht vorstellen, dass er was getauscht hätte.

0

Wie lange ist denn der Verkauf her?

Was sollte ich nun tun?

Nichts, oder hat er mit irgendwelchen Maßnahmen angedroht?

Habe ich falsch gehandelt?

m.E. nein, hast alles richtig gemacht

Ist alles in Ordnung?

Ja, Du hast doch das Geld

Wie kann es zu dem Schaden plötzlich gekommen sein ?

nachdem Du Dich gut mit Kfz auskennst, wird Deine Vermutung stimmen..."zu doll aufgepumpt"

Kommentar von Fischmitproblem
10.10.2016, 22:50

Am Handy sagte er sowas wie “das wird Ihnen noch hinten rauskommen“ oder so was. Als er dann vorbei kam hieß es nur ich müsste mit dem schlechten Gewissen leben, welches ich jedoch nicht habe.

1
Kommentar von Interesierter
11.10.2016, 12:30

Auch du hast dir einen Bären aufbinden lassen.

Zunächst mal wurde kein Gewährleistungsausschluss vereinbart. Der Verkäufer muss daher mangelfreie Ware liefern.

Wenn sich der Fragesteller mit Autos wirklich auskennt, dann entlarvt das die Aussage " zu doll aufgepumpt" als Schutzbehauptung, die nicht wahr ist. Durch zu dolles Aufpumpen treibt ein Reifen keine Blasen und keine Beulen.

Blasen und Beulen entstehen durch das Ablösen des Gummi von der Stahleinlage. Das geschieht bei Beschädigungen durch Bordsteine oder Ähnliches. Als Fachmann weiss der Fragesteller das.

Die Aussage "Ja, du hast doch das Geld" ist zynisch. Der FS hat mangelhafte Ware verkauft und sollte dafür einstehen. Nun hat er Reifen und Geld. Der Käufer weiss sich anscheinend nicht zu wehren.

Ich halte dieses Verhalten des Verkäufers für äusserst schwach und moralisch verwerflich.

2
Kommentar von matrix1984
11.10.2016, 13:15

Er hat alles richtig gemacht???? In was für eine Welt leben wir hier eigentlich??? Was ist aus der Moral vieler Leute geworden????

Da verkauft einer Schrottreifen an einem Ahnungslosen, der sich ggf. in Lebensgefahr gebracht hätte, wenn er die Reifen trotz des Mangels aufgezogen hätte und der FS hat alles richrig gemacht????? Man kauft sich in der Regel gebrauchte Reifen, weil man KEIN Geld für neue Reifen hat. Und dann macht man auch noch Geschäfte mit einen, der seine vergammelten Reifen los werden möchte.

Ich finde es, gerade als “Fachmann“ unverschämt und sogar kriminell abgefahrene und defekte Reifen zu verkaufen nur um die Verschrottungskosten zu vermeiden. 

Sie sollten sich schämen!!!

1

Ein Problem könnte noch sein:

Es könnte eine Beschaffenheitsvereinbarung vorliegen. Auch mit Gewährleistungsausschluss greift dieser nicht für eine Beschaffenheitsvereinbarung. Wenn du beim Verkauf gesagt hast: "die Reifen sind in Ordnung" und nun stellt es sich heraus, dass sie es nicht sind, sieht es im Rahmen der Mängelhaftung eher schlecht aus. 

Aber der Sachverhalt ist eigentlich zu kurz, um dafür eine verlässliche Antwort zu geben.

Was möchtest Du wissen?