Reicht der Bachelor für eine wissenschaftliche Ausbildung?

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2 Antworten

Das ist wohl einfach schwer zu beantworten. Ich glaube, dass es da keine eindeutige Antwort gibt.

Zur Theorie:

Prinzipiell sind natürlich beide Abschlüsse akademische Grade, sprich sie haben ein wissenschaftliches Fundament. Der Bachelor soll ein
berufsqualifizierender Abschluss sein und stellt einfach die erste Stufe deiner Ausbildung dar, welche in der Theorie reicht, damit du genug Wissen angehäuft hast um irgendwo zu arbeiten.

Der Master, welcher zur Vertiefung gedacht ist, ist ein Zusatzstudium, welches dir erweiterte Fähigkeiten und Wissen vermitteln soll und dich zu einer Promotion berechtigt. Heißt salopp ausgedrückt: Du hast genug wissenschaftliche Leistungspunkte gesammelt, damit du deinen Doktor in irgendwas machen kannst.

Zur Praxis (nur aus meiner Erfahrung):

Wie wissenschaftlich du ausgebildet wirst, hängt von der Hochschule (Uni + FH ) und auch von dem Fach, welches du studierst, ab. In vielen Bereichen ist es immer noch so, dass die Uni sehr viel mehr Wert auf die wissenschaftliche und damit auch theoretischere Herangehensweise legt und die FHs mehr anwendungsorientiert arbeiten (deshalb im englischen auch University of Applied Sciences (also angewandte Wissenschaften)).

Die Abschlüsse sind mittlerweile gleich, aber dennoch kann man sich mit der richtigen Wahl ein bisschen Schwerpunkte in den wiss. bzw. Anwendungsbereich legen.

Der Master kann dann zu einer Vertiefung dienen oder einfach nur noch mehr Wissen vermitteln, auch wenn das eigentliche Ziel natürlich die Vertiefung ist.

Es gibt auch Fächer, da wirst du ohne einen Master gar nicht auskommen. Physik gehört da wohl beispw. dazu.

Hoffe, dass dir das hilft.

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Moin,deine Frage ist sehr wohl berechtigt und ich nehme mal an, dass du dir gerade Gedanken darüber machst, ob du auch noch einen Master machen sollst. Ich habe sowohl eine Berufsausbildung als auch einen Bachelor und einen Master gemacht und kann dir aus meiner Perspektive mal gern die Unterschiede deutlich machen.

Es kommt natürlich auch darauf an, welches Fach du studierst und in welchem Beruf du später arbeiten möchtest. Als Ingenieur ist ein Master wahrscheinlich gar nicht so notwendig, bei Kunstgeschichte aber sicher schon! Daher sollte der erste Schritt bei deiner Überlegung sein, wohin DEINE berufliche Reise eigentlich gehen soll. Finde heraus, was du möchtest und welche Quaifikation du brauchst, um das zu erreichen. Das ist sicherlich der wichtigste Faktor, erst dann kommen persönliche und finanzielle Überlegungen hinzu. Beurteile das bestenfalls eher rational und weniger abhängig von deiner emotionalen Motivation. Mach dir evtl. auch eine Pro-/Contra-Tabelle.

Ein Bachelor ist zunächst einmal ein Grundstudium. Es ist generell vergleichbar mit einer Berufsausbildung, wobei diese eher praktisch ist und ein Studium eher theoretische Kenntnisse vermittelt. Inhaltlich und qualitativ unterscheidet sich eine Berufsaubildung natürlich um einiges von einem Studium. Dennoch hat ein Grundstudium noch nichts mit richtiger wissenschaftlicher Arbeit zu tun! Du lernst hier nur die grundlegenden Techniken, wendest dies aber nicht unbedingt auch im Kontext an. Ein Master vertieft die Kenntnisse aus dem Bachlelor und bereitet dich darauf vor, eigenständig wissenschaftlich arbeiten zu können, dein Fach weiträumig zu überblicken und Potential in bestimmten Themenfeldern zu erkennen. Zudem befähigt es dich, alles Erlernte aus dem Bachelor situationsgerecht anzuwenden und damit von dir aufgestellte Thesen zu beweisen oder zu widerlegen. Das ist nicht Teil des Bachelors!

Im Bachelor habe ich zunächst 4 Semester damit verbracht mir die wissenschaftlichen Propädeutika anzueignen. Das alles habe ich relativ isoliert voneinander gelernt. Erst im Master-Studium und später insbesondere in der Master-Thesis musste ich alle diese Kenntnisse im Kontext auf mein spezifisches Thema anwenden und damit beweisen, dass ich es nicht nur begriffen habe (Ziel des Bachelor!), sondern auch unterschiedliche Kenntnisse eigenständig anwenden und kombinieren kann, um damit einen Themenkomplex zu erforschen und Ergebnisse zutage zu fördern, die bis dahin nicht existierten. Zudem habe ich gelernt, meine Ergebnisse auch noch gegen die kritischen Fragen der Wissenschaftsgemeinde zu verteidigen, die meiner Erfahrung nach im Master an inhaltlicher Tiefe gewinnen, weil man eben kein Bachelor-Küken mehr ist.

Und außerdem bedeuten 4 (oder mehr) Semester Studium auch einfach etwas länger Studentenleben - aus meiner heutigen Sicht wäre das durchaus erstrebenswert! ;)

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