Reicht das für versuchten Totschlag?

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7 Antworten

Wenn man jemnden, der bereits bewusstlos am Boden liegt, noch ins Gesicht tritt, kann man das auch genau so gut als Mordversuch bezeichnen. Zumal wenn es passiert ist, um ein anderes Verbrechen (versuchte Vergewaltigung) zu vertuschen. Jedenfalls wurde dit Tötung bewusst in Kauf genommen. Das weiß jedes Kind dass man jemanden mit einen Tritt gegen den Kopf töten kann.

Der Vorwurf des versuchten Totschlags setzt vorraus, dass der Täter das Opfer töten wollte bzw. dessen Tod billigend in Kauf genommen hat. Die Entscheidung, ob dem so war, hängt vom konkreten Einzelfall ab, so dass man hier allenfalls allgemein antworten kann.

Der Tritt mit dem beschuhten Fuß, wir hier schon genannt wurde, erfüllt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. In dem geschilderten Fall lag das Opfer aber bereits völlig wehrlos am Boden und wurde ins Gesicht getreten. Sollte dies mit ziemlichem Nachdruck geschehen sein, so ist der Vorwurf des versuchten Totschlages bzw. Mordes durchaus nicht abwegig. Der Grund: Der Täter muss für den Vorwurf des Vorsatzes die Tatbestandsverwirklichung nicht ungedingt wollen, es reicht aus, wenn er sie in Kauf nimmt. Gerichte haben das in der Vergangenheit häufiger so gesehen. Aber wie gesagt: Das hängt alles vom Einzelfall ab...

Der Tritt mit dem beschuhten Fuß ist zunächst eine Körperverletzung gem. §223, unter bestimmten Umständen eine gefährliche Körperverletzung gem. §224 StGB.

Sofern der/die Angreifer Vorsatz auf die Tötung der am Boden liegenden Person hatten, könnte u.U. der Tatbestand des versuchten Totschlags (§212, §23 StGB) erfüllt sein. Dies wäre aber im Einzelfall zu prüfen und dazu reichen die grobe Beschreibung des Sachverhalts nicht aus.

Mit einer kleinen Korrektur: Der Tritt mit dem beschuhten Fuß erfüllt regelmäßig den Tatbestand der gefährlichen KV.

Ansonsten wie immer DH!

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@hoexteraner

negativ .. entsprechend der meisten Kommentare und meiner persönlichen Rechtsauffassung stimme ich Dir zwar zu .. aber ich war schon bei einigen Gerichtsverhandlungen, bei denen der Richter die Sache (leider) anders gesehen hat. Es gibt viele Richter die der Meinung sind, dass ein leichter Turnschuh/Sneaker nicht ausreicht, um den Tatbestand des §224 zu erfüllen.

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"( ich denk nicht, dass se das wirklich amchen wollten, aber ich mein nur rein rechtlich)"

Was sagt denn wohl der Begriff "versuchter Totschlag" aus?

Guck mal jedes einzelne Wortbestandteil an, und setz das in Beziehung zu Deiner eigenen Einschätzung...

Rein rechtlich gesehen ja, könnte dir paar nette Paragrafen aufzählen aber das erspare ich dir mal ^^

rein rechtlich gesehen .. nöö .. zumindest nicht mit den hier vorliegenden Infos, da würde es evtl. am Vorsatz auf den Tod eines Menschen fehlen, den der §212 voraussetzt. Vielleicht hätten Sie doch die netten Paragraphen aufzählen sollen, um die Behauptung zu untermauern.

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dürfte reichen weiß ich aber nicht genau

stell auf jeden Fall ne Anzeige

schwere körperferletzung

Das klingt realistisch.

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das lässt sich nicht sagen, ohne die Folgen (=Verletzungen) zu kennen. Damit der Tatbestand des §226 StGB erfüllt ist, müssten durch die Körperverletzung diverse dauerhafte Folgen eingetreten sein!! Ob die Tathandlung "schwer" ist spielt keine Rolle.

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