Reichensteuer-Macht das Sinn?

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9 Antworten

Ich halte gar nichts davon, bereits versteuertes Geld noch einmal zu besteuern, ob per Reichen-, Vermögens-, Erbschafts- oder Schenkungssteuer. Die Kohle war mal ein Einkommen, ein Zinsertrag, eine Einnahme jeglicher Art. Und sie wurde, soweit die Theorie, entsprechend versteuert. So sollte es mMn zumindest sein.

Wenn es ein überschaubares Steuerrecht gäbe, ohne tausende von Ausnahmeregelungen und Möglichkeiten, hart an der Grenze der Legalität seine Abgaben teils bis auf Null zu verringern, würden die Staatseinnahmen ausreichen. Dann müssten Meister Schäuble und seine Gesellen nicht ständig über neue Quellen und Möglichkeiten grübeln.

===Ab hier schweife ich ein wenig ab===

Aber statt einfach wählt man kompliziert, und wenn möglich extrem kompliziert. Manchmal derart unverständlich, dass auch die Mitarbeiter in den Finanzbehörden und -ministerien nicht mehr durchblicken.

Und dann lässt man sich von Bankern und Anwälten um ein paar Milliarden Euro betrügen, denn die durchschauten die Gesetze und deren Lücken. Wie das passieren kann? Indem man eben diese Banker bei der Gesetzesformulierung mitmischen lässt...

http://www.zeit.de/2017/24/cum-ex-steuerbetrug-steuererstattungen-ermittlungen/komplettansicht

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Wenn man die Gewinnchance aus der Wirtschaft nimmt, dann bricht diese unweigerlich zusammen.

Man kann sich aber fragen, ab wann die Anhäufung von Gewinn noch Sinn macht und ob sie gerecht ist?

Mal den Fall von Superreichen, wie Bill Gates - da muß man klar sagen, daß er den Gewinn durch seine Ideen generiert hat! Ich wäre dagegen, es ihm wegzunehmen. Seine Kinder sind ein ganz anderer Fall, denn die haben rein garnichts dazu beigetragen. Insofern wäre eine extrem hohe Erbschaftssteuer für Supervermögen durchaus sinnvoll.

Wo hört der Superreiche auf und wo fängt der Normalo an und was ist dazwischen?

Wie soll ein Multimillionär besteuert werden, der aus Sicht von Gates eher bettelarm ist, aus Sicht eines Normalos aber irrsinnig reich?

Beispiel: 

Angenommen Gates Kinder müßten eine Erbschaftssteuer von 90 % zahlen, dann blieben ihnen immer noch satte 3 Milliarden. Wenn sie damit aber auschließlich Feste feiern, dann bekämen deren Kinder (bei 80 %) nur noch 600 Millionen als Erbe, dann 70 %, 60 % und vielleicht bei 1 Millionen entfällt die Erbschaftssteuer.

Ein superreiches Erbe würde sich dadurch drastisch verkleinern und würde über mehrere Generationen schließlich verschwinden. Dann könnten keine Dynastien entstehen, die jahrhundertelang von dem leben, was irgendeiner ihrer Vorfahren zusammengetragen hat.

Man muß allerdings sicherstellen, daß die Superreichen das nicht umgehen können, indem sie ihr Geld ins Ausland schaffen und dort an die Kinder in voller Höhe vererben können. Ein geändertes Zivilrecht könnte Abhilfe schaffen, indem man unrechtmäßige Erbgewinne auch nach 50 Jahren noch einfordern könnte und zwar mit Zinseszinsen plus einem Strafbonus. Es darf sich also nicht lohnen die Gesetze zu umgehen und die Strafen müssen drastisch sein. 

Wenn man das auf internationaler Ebene umsetzen kann wäre das optimal, aber man könnte national damit anfangen. Damit die Geldgeber nicht weglaufen könnte man für andere Anreize sorgen, daß es trotzdem günstig macht in einem bestimmten Land zu investieren.

Gruß

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Ich denke eher nicht, dass eine Reichensteuer Sinn macht, denn irgendwo auf der Welt werden sehr Reiche immer eine Möglichkeit finden sich der Besteuerumg zu entziehen. Viel wichtiger wäre insgesamt eine gerechtere Steuerpolitik, dazu würde ich insbesondere eine Entlastung der mittleren Einkommen zählen. Dafür wäre zwingend überhaupt keine höhere Besteuerrung der höheren Einkommen notwendig. Wenn man einfach mal weniger Steuern verschwenden würde- siehe Berichte vom Bund der Steuerzahler oder Bundesrechnungshof- wäre dafür ausreichend Geld vorhanden.

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Ich bin kein Fachmann, aber ich halte eine Reichensteuer aus moralischen Gründen für wünschenswert. Ob das fiskalisch wirklich was bringt, weis ich nicht.

Viel besser aber fände ich eine System, dass nicht den Reichtum besteuert, sondern diejenigen, dessen Schultern mehr tragen können, auch mehr tragen zu lassen.

Soll heißen, dass ab einer bestimmten Einkommensgrenze die Schule kostenpflichtig wird, ebenso das Studium, die Inanspruchnahmen von Verwaltungsdienstleistungen jeglicher Art.

Niedrige Einkommen werden sozusagen vom Staat subventioniert, in dem diese Leistungen kostenfrei angeboten werden. Wer es sich leisten kann, zu zahlen, der zahlt.

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Macht auf jeden Fall Sinn, denn es würden so Milliardwenbeträge in die Staatskasse fließen. Konservative und reaktionäre Kräfte bestreiten, schwafeln zur Ablenkung was von zu hohem Bürokratieaufwand. Bei kleinsten Verbraucherstweuern (z.B. Salzsteuer) schweigen sie indes geflissentlich. Wer nicht völlig auf den Kopp gefallen iss, kann sich denken, dass es ausschließlich um Interessensschutz geht. (wes Brot ich eß, des Lied ich sing") Der hiesige bürgerliche Staat will ganz einfach die Reichen schützen, dafür iss ihm dann kein "Argument" zu schade. 

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Kommentar von wurzlsepp668
17.06.2017, 21:10

tja, bei der Erhöhung der Tabaksteuer wurde auch von einer erheblichen Mehreinnahme ausgegaben ..... die dann aber dummerweise ausgeblieben ist .....

und mir ist es neu, dass Reiche geschützt werden ....

denn: 70% der Einkommensteuer in D wird von 25 % der Steuerpflichtigen bezahlt ........

wenn das Schutz ist ....

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Der aktuelle Vorschlag der Grünen, Einkommen über 1.000.000 € mit 75% zu besteuern, ist gar nicht so doof, weil die freiwillige Selbstbeschränkung bei Managergehältern eben nicht funktioniert. Damit wäre schnell eine Bremse gezogen. Real betrifft das vielleicht 3 Menschen in D. Aber das geht schon in Ordnung. Warum höre ich schon irgendwen “Symbolpolitik” und “Poplulismus” schreien? Hmm...

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Über die Erhöhung des Spitzensteuersatzes diskutiert man ja schon recht lange - ergebnislos ... warum wohl?

Keine Regierung traut sich an die Reichen so richtig heran. Allerdings lassen andere Regierungen dafür ihre Normalverbraucher auch nicht im Stich. Dieses Gleichgewicht fehlt hier.

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Kommentar von Spassbremse1
17.06.2017, 20:57

Im Übrigen scheut man keinerlei Bürokratieaufwand und Mühen, wenn es um die Gelder des Normalverbrauchers geht ... 

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Die "Reichen" haben die Möglichkeiten zu verschwinden, dann zahlen die auch keine Steuern mehr. Und das Mindesteinkommen für den Spitzesteuersatz sollte gehoben werden, damit nicht ein Normalverdiener diesen schon zahlen muss.

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in D gibt es eine Reichensteuer .....

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Kommentar von voayager
17.06.2017, 21:55

wurzelsepp, dass ist der Brüller des Tages. In D. gibt es also eine Reichensteuer. You made my day! 

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