Reha-Wiederspruch Verzögerung durch RV. Wer kann helfen?

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5 Antworten

Hallo nursesandra,

Sie schreiben:

Reha-Wiederspruch Verzögerung durch RV. Wer kann helfen?Wie kann man diesen Prozess beschleunigen? Gibt es irgendwelche Vermittler?<

Antwort:

Am Besten ist es wohl, wenn Sie Mitglied beim VDK werden und sich somit einen kompetenten Rechtsbeistand, bereits außergerichtlich sichern!

Die Rechtsreferendare des VDK sind ständig mit diesen Dingen konfrontiert und können in Ihrem Auftrag sogar eine Akteneinsicht bei der DRV geltend machen. In diesem Zusammenhang kann dann der gesamte Vorgang auf den Prüfstand kommen, dann sieht man weiter!

Link:

http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

Muss ich eigentlich meine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren?<

Antwort:

Das macht in der Regel erst dann einen Sinn, wenn Sie mindestens 6 Monate ununterbrochen arbeitsunfähig sind und wenn eine Besserung Ihrer gesundheitlichen Beschwerden dauerhaft nicht zu erwarten ist!

Die private BUV wird sich ohnehin am Fortschritt und Verlauf Ihrer REHA-Maßnahme orientieren und von Ihnen ggf. eine Entbindung von der Schweigepflicht gegenüber Ihren Ärzten und der DRV verlangen.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Vielen Dank für diesen Rat! Patientenberatung: bitte den Kommentar bei dem anderen Ratgeber nachlesen. Danke dafür! Bin zumindest einen gefühlten Schritt weiter gekommen. Aber ganz besonders ein Danke schön an Dich Konrad für Deinen Rat bezüglich der BUV. Meine Ansicht dazu war ähnlich, aber völlig unwissend über Fakten. Also werde ich mich erst nach der Reha und nach 6 Monaten Erkrankung an die BUV wenden. Denn eigentlich erwarten meine Ärztin, die KK und auch ich eine Besserung auf lange Sicht, nach einer reha und mit Wiedereingliederung in meinen Job. THX a lot

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@nursesandra

Also werde ich mich erst nach der Reha und nach 6 Monaten Erkrankung an die BUV wenden.<

Bitte beachten Sie:

Grundsätzlich sollte man nicht ohne kompetenten Rechtsbeistand gegen die Sozialversicherungsträger agieren, denn es gibt sehr viele, juristische Fallstricke!

Des weiteren muß bei der Auswahl eines Rechtsbeistandes zwischen einem Verfahren gegenüber der Sozialversicherung und der priavten Berufsunfähigkeitsversicherung unterschieden werden!

Bei einem Verfahren gegen die Sozialversicherung, in diesem Fall z.B. die DRV, können die Sozialverbände wie der VDK im Rahmen des Sozailrechtsschutzes und im Rahmen einer Mitgleidschaft sehr hilfreich sein. Darunter fallen auch die Gewerkschaften, welche ggf. Ihren Mitgliedern noch einen erweiterten Rechtsschutz, bezogen auf das Arbeitsrecht und Berufsschutz anbieten.

Bei einem Verfahren gegen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung können die Sozialverbände dagegen in der Regel nicht helfen, dafür ist der rechtzeitige Abschluß einer Rechtsschutzversicherung notwendig, wobei hier unbedingt eine mindestens 3-monatige Wartezeit bis zu einem etwaigen Antrags-/Verfahrensbeginn einkalkuliert werden muß!

Auch für die Kostenübernahme eines vom Sozialgericht zu genehmigenden Gutachtens nach § 109 SGG ist der VDK nicht zuständig, auch hier wäre die Rechtsschutzversicherung erforderlich!

Fazit:

Sichern Sie, falls noch nicht geschehen, das Risiko Rechtsschutz rechtzeitig ab, denn meistens leisten die privaten BUV`s nicht freiwillig, sondern erst nach rechtlichen Auseinandersetzungen und feilschen oft um das Kleingedruckte!

Des weiteren sollten Sie sicherstellen, daß Sie vor Antragseinreichungen Ihre Hausaufgaben konsequent abarbeiten!

Zum Beispiel wie unter folgendem Link:

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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@Konrad Huber

Vielen Dank! Tatsächlich ist es ja noch nicht so weit, dass ich eine Klage in Betracht ziehe. Alle Beteiligten, bis auf die RV sind sich einig, dass eine Reha die Erwerbsfähigkeit zumindest fast vollständig wieder herstellen kann. Meine Gewerkschaft bietet mir einen erweiterten Rechtsschutz rund um die Beriúfstätigkeit. Aber Dank Ihrer deutlichen Warnung, werde ich mich noch einmal schlau machen bezüglich meiner Rechtsschutzsituation.

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Meine Frage: Wie kann man diesen Prozess beschleunigen? Gibt es irgendwelche Vermittler? Oder kann man den Antrag auf eine medizinische Reha noch woanders stellen? Muss ich eigentlich meine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren? Und wenn ja, was soll ich denen sagen?

Viele dieser Fragen kann der Vdk oder die unabhängige Patientenberatung beantworten.

Letzteres würde ich dann vorziehen.

Alles Gute und viel Erfolg.

MfG

Johnny

Danke für den Tipp. Habe die Patientenberatung versucht zu erreichen. Leider wurde auf allen Stellen, bei denen ich angerufen habe die Posten zur Rehaberatung gestrichen. Man empfahl mir, den Rehabeauftragten der Krankenkasse anzusprechen. Den habe ich gesucht, gefunden, angesprochen. Fazit: Wiederspruch zurückziehen und Neuantrag mit FA für rehabilitative Medizin stellen. Wartezeit bei Neuantrag bekanntermassen 4-7Wochen. Immer noch besser als Monate auf den Entscheid zum Wiederspruch zu warten.

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Hallo,

am besten der Krankenkasse allen Schriftwechsel mit der Rentenversicherung zum Kopieren vorlegen. Dann kann die Krankenkasse bei der Rentenversicherung Druck machen. Wegen des Krankengeldbezuges hat die Krankenkasse ein starkes Eigeninteresse, dass es zu schnellen Entscheidungen kommt.

Gruß

RHW

Die Krankenkasse ist über alle Vorgänge mit der RV informiert und andersherum auch. Das hat leider keinen Schritt nach vorn gebracht.

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@nursesandra

Das ist ungewöhnlich. Ggf. mit dem Leiter der Krankengeldabteilung der Krankenkasse Kontakt aufnehmen.

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@RHWWW

Gerade die Mitarbeiter der Krankengeldabteilung können meinen Namen bereits buchstabieren...;-). Leider hat die KK keinen Spielraum in die Verwaltungsabläufe der RV einzugreifen. Im Gegenteil, angeblich hat die KK bereits mehrfach die RV öffentlich für diese verzögernden Abläufe gerügt. Die Problematik liegt eher darin, dass die KK gern mich schnell wieder aus der Krankengeldzahlung raus haben will, vorläufig durch die Zahlungen des Übergangsgeldes der RV während der Reha und auch danach, weil ich ja schneller wieder gesund werde. Die RV wiederum hofft, mir keine Reha finanzieren zu müssen und kein Übergangsgeld zahlen zu müssen, wenn sie die Entscheidung nur lange genug raus zögert, bis ich entweder wieder gesund bin oder entnervt meinen Job aufgegeben habe und einen Neuen mit weniger Belastung gesucht habe oder krank an den Arbeitsplatz zurückkehre, mit unabsehbaren Folgeschäden. Aber immerhin erst einmal runter vom Schreibtisch. Aber das Schlimmste ist: alle agieren nur wegen des Geldes...keinen interessiert die Person und ihre Gesundheit dahinter...da nehmen sich die KK und die RV nichts!!!

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@nursesandra

Achso, die Leiterin der Krankengeldabteilung hat nach unserem letzten Telefonat zur Rehafachbeauftragten der KK vermittelt, die mir jetzt empfohlen hat, alle Anträge und Wiedersprüche zurückzuziehen und mit einem Spezialisten (FA für Rehabilitation) einen neuen Antrag auf Reha zu stellen, dies würde eine Neubearbeitung mit durchschnittlicher Bearbeitungszeit von 4-7Wochen bedeuten...besser als Monate auf eine Entscheidung des Wiederspruches zu warten.

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@nursesandra

Betreffs Krankengeldzahlungen ist Ihrerseits zu beachten, daß das Krankengeld einschließlich Lohnfortzahlung auf maximal 78 Wochen, innerhalb von 3 Jahren, befristet ist. Nach Ablauf dieser 78 Wochen erfolgt endgültige Aussteuerung aus dem Krankengeld! Dann bleibt nur noch das ebenfalls zeitlich befristete ALG 1!

Vielen Betroffenen läuft in diesem Zusammenhang buchstäblich die Zeit davon und so kann es zu existenziell bedrohlichen, finanziellen Engpässen kommen!

Aus diesem Grund sollte auch die Überlegung ins Spiel kommen, ob die rechtzeitige Beantragung einer vollen Erwerbsminderungsrente sinnvoll ist, was natürlich auch im Hinblick auf das jeweilige Alter bedacht werden muß!

Denn:

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, der hat in der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und kann jederzeit auf leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden, auch wenn dort überhaupt keine derartige Tätigkeit verfügbar ist!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Wen die Krankenkasse Druck macht dann kopiere deine Schreiben und leg diese doch bei der Krankenkasse vor und umgekehrt send das Schreiben von der Krankenkasse an die RV, sollen die sich doch die Köpfe gegenseitig bekloppen.

L. G. Aral59

Die Krankenkasse ist über alle Vorgänge mit der RV informiert und andersherum auch. Das hat leider keinen Schritt nach vorn gebracht.

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Den kannst du gar nicht beschleunigen. Eine Untätigkeitsklage wäre erst nach Ablauf von drei Monaten möglich. Aber wie du schreibst, ist ja keiner untätig.

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