Regelung und Bezahlung über Bereitschaftsdienst

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2 Antworten

Bei Deinem Chef geht einiges durcheinander:

Bereitschaftsdienst bedeutet, dass Du Dich an einem Ort, den der Chef festlegt, aufhalten musst. also z. B. in einem Bereitschaftszimmer in der Firma, um bei "Alarm" sofort die Arbeit aufzunehmen. Bezahlung ist üblicherweise 40 - 50 % des Stundelohnes oder die entsprechende Abgeltung in Freizeit. (je nach Tarif)

Du sollst vermutlich Rufbereitschaft machen. Das bedeutet, dass Du jederzeit erreichbar sein musst (z. B. Handy) und dann zur Firma fährst und die Arbeit aufnimmst. Die Wegezeit muss dabei im Bereich der üblichen Anfahrzeit liegen. In der Rufbereitschaft sind also keine weiten Reisen möglich. Auch Alkohol ist nicht angesagt, weil Du stets dienstfähig sein musst. Der Zuschlag für Rufbereitschaft beträgt zwischen 10 und 15 %. Die geleistete Arbeit in der Rufbereitschaft wird voll berechnet. (ebenfalls je nach Tarif unterschiedlich).

Das große Problem für Deinen Chef ist aber, das Urlaub wirklich Urlaub ist und nicht mit Rufbereitschaft gekoppelt werden darf. Das ist nicht tariflich oder arbeitsvertraglich regelbar sondern basiert auf dem Bundesurlaubsgesetz und der Rechtsprechung dazu. Rufbereitschaft kann nur außerhalb des Urlaubs angeordnet werden. Dein Chef kann aber Dir frei geben statt Urlaub und Dich nur in Rufbereitschaft lassen. (und die Zuschläge zahlen...).Der Urlaub bliebe dann unangetastet. Das wäre aber ein großer Verlust für die Firma.

Da Du keine Urlaub erzwingen kannst, und dich auch nicht selber beurlauben darfst, beisse lieber in den sauren Apfel und arbeite. Dann läuft das üble Angebot des Chefs ins Leere.

Wie genau Dein Rechte aus dem Arbeitsvertrag sind kann ich nicht einschätzen, da ich diesen nicht kenne und möglicherweise ohnehin ein Tarifvertrag für Deine Firma gilt. Das erfährst Du z. B. bei der Gewerkschaft Ver.di oder bei metallverarbeitenden Betrieben bei der IG Metall.

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