Regeln des Diskurses?

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1 Antwort

Wahrscheinlich ist da der gute Habermas im Spiel. Ich habe noch folgendes gefunden:

www.ifl-muelheim.de/wwwAktuell/Publikationen/thesen_13.pdf

Vielleicht ist das hilfreich.

Nach Habermas:

Was ist ein "herrschaftsfreier Diskurs"? Nach Habermas verläuft ein Diskurs (Gespräch, Diskussion) dann herrschaftsfrei und kann zu einem Wahrheitskonsens gelangen, wenn folgende Regeln einer "idealen Sprechsituation" eingehalten werden:

  1. Kein äußerer Zwang darf das Gespräch behindern.

  2. Geltung hat das beste Argument.

  3. Jeder hat die gleiche Chance zur Beteiligung am Gespräch.

  4. Jeder muss zur "ungekränkten Selbstdarstellung" fähig sein und sich den anderen transparent machen.

  5. Jeder muss die Grundentscheidungen seines Lebens thematisieren und kritisieren lassen. (Hierzu dient ein ausgeklügeltes System von Rede und Gegenrede, Begründungspflicht für alle Aussagen und Behauptungen usw.).

  6. Keiner hat Vorrechte aufgrund von Alter, Erfahrung, Autorität usw.

  7. Jeder muss bereit sein, mit jedem die Verhaltenserwartungen zu tauschen. Jeder soll jederzeit mit jedem zum Rollentausch bereit sein.

  8. Diskutiert wird so lange, bis ein Konsens erreicht ist. Ist die neue Wahrheit angenommen, bestimmt sie von da an das Leben und Verhalten der Teilnehmer.

(zitiert nach "bible-only.org/german/handbuch/Habermas_Juergen")

Der Diskurs ist in der Regel kein Zweiergespräch sondern kann auch in einer Gesprächsrunde angewandt werden, wenn sich alle Teilnehmer auf diese Regeln verpflichten.

Die sokratische Gesprächsführung wird auch Mäeutik genannt: Die Hebammen-Methode. Das geschieht meist in einem Zweiergespräch und soll dem Partner helfen, durch geschicktes Fragen den richtigen Gedanken zu "gebären". Das ist aber ein von Platon eingesetztes Stilmittel seiner als Dialog aufgebauten Philosophiedarstellung. Sokrates ist da ja eine Kunstfigur.

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@berkersheim

hmm... also wir haben im unterricht gelernt, dass sokratische gespräche auch mit vielen leuten geführt werden (es gaht ja schließlich nicht um das gespräch was sokrates tatsächlich geführt hat, sondern um die darauf basierende Unterrichtsmethode)

Ansonsten ist mir aufgafallen, dass bei beiden methoden das gleiche zeil verfolgt wird: Eine Lösung, der alle Gesprächsmitglieder zustimmen)! Und es wir eine "ideale Gesprächssituation" erstellt!

Bis jetzt habe ich den einzigen unterschied darin gefunden, dass es bei dem diskurs glaube ich keinen gesprächsleiter gibt und beim sokratischen gespräch schon.

außerdem ist mir aufgefallen, dass das sokratische gespräch in unserem philosophiebuch im kapitel "Auf zum Diskurs!" steht...

Nun stelle ich mir berechtigterweise die Frage, ob ein sokratisches Gespräch vllt. eine Unterart eines Diskurses ist, denn so wirklich große Unterschiede kann ich nicht finden!!!

WAs sagst du dazu, ist das möglich oder übersehe ich da gerade unterschiede?

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