Regeln bei Christen (Evangelisch)?

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10 Antworten

Nein, im Christentum gibt es keine Regeln, die reine Äußerlichkeiten betreffen. Jesus hat immer gegen diese formellen äußeren Zeichen gewettert und hat die innere Einstellung in den Vordergrund gestellt. Das war sein Hauptkonflinktpunkt mit den Pharisäern.

Die Speiseverbote und das Beschneidungsgebit wurden im NT explizit aufgehoben. Kleidungsvorschriften gab es sowieso nie (ausser der jüdischen Vorschrift, man solle nicht verschiedene Materialen miteinander verweben, aber das hat mit der Art, wie man sich kleidet, nichts zu tun).

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Kommentar von Zicke52
02.12.2016, 09:36

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Vor allem das alte Testament ist voll von Regelungen, auch, was die Kleidungsvorschriften angeht (zb: Keine Gewänder, in denen zwei verschiedene Stoffe zusammengewebt wurden), Speisevorschriften (zb Kein Schwein, keine Milch(-produkte) zusammen mit Fleisch,...), dem Ruhetag (Sabbat),...

Jesus hat einerseits zwar gesagt, dass er dieses Gesetz nicht aufheben will, andererseits jedoch auch betont, dass er gekommen ist, um den Sinn hinter diesen Einzelvorschriften wieder zu betonen. Es soll also nicht darum gehen, am Sabatt die Schritte zu zählen und peinlich genau darauf zu achten, kein Feuer zu machen, sondern darum, zumindest einen Tag in der Woche nicht der Arbeit (=den "weltlichen Bedürfnissen") sondern dem Gebet zu widmen.

Ähnlich ist es mit anderen Vorschriften wie zb dem "abschließen der Tür" - es geht nicht darum, dass man nur beten kann wenn die Tür zu ist, sondern dass ein Gebet privat und intim sein darf und soll (obwohl jesus selbst AUCH in der Öffentlichkeit gebetet hat - aber halt nicht aussschließlich).

Um noch ein letztes Beispiel aus den angesprochenen 10 Geboten zu nehmen: Es gibt ja das (ich glaube) 6. Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
Auch hier hat Jesus betont, dass es nicht (nur) um den Akt an sich geht, sondern um die Geisteshaltung. Das heißt: Wenn ich den ganzen Tag fremden Weibern hinterherlaufe, aber zu hässlich bin, um eine abzukriegen, brauch ich mich nicht damit brüsten, dass ich kein Ehebrecher bin. Richtiger und wichtiger wäre, meiner Frau auch im Gedanken treu zu sein.

Zusammengefasst wird dieser Ansatz in: "Liebe Gott mit all Deiner Kraft, liebe Deinen Nächsten wie (auch) Dich selbst".
Das Problem dabei: So eine Geisteshaltung kann man nie kontrollieren, weder bei sich selbst (ich kann nicht sicher sein, ob ich wirklich "mit ganzer Kraft" liebe), und erst recht nicht als religiöse Autorität.

Aus diesem Grund haben sich in der Kirche wieder Regeln gebildet, zb  der regelmäßige Gottesdienst, die Beichte, Freitags kein Fleisch etc. Ich vermute, dass schon die Regeln des Alten Testaments daher stammen: Der Mensch sucht halt irgendwie Regeln, Rituale, irgendwas,, an dem er sich festhalten kann.

Luther hat viele dieser neuen Regeln hinterfragt und für sich und seine Gemeinschaft(en) festgelegt, dass eine Regel nur dann verbindlich sein kann, wenn sie aus der Bibel abgeleitet werden kann.

Da es aber keine zentrale evangelische Autorität gibt, kann man auch nicht pauschal sagen, welche Regeln verbindlich sein sollen. Sex vor der Ehe beispielsweise würden wohl die meisten Gemeinschaften als "Ehebruch" werten, aber der freie Christenmensch kann eben auch entscheiden, dass die Liebe zwischen den beiden wichtiger ist als das "Ritual" der Eheschließung.

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Hallo, in der Bibel stehen schon ein Paar mehr Regeln als nur die 10 Gebote. Irgendwann fingen wir an diese Regeln zu hinterfragen. Die Bibel ist ja schon sehr Alt und vieles ist eine Auslegungssache. 

Mit der Zeit haben wir erkannt das wir Christen sein können ohne streng nach der Bibel zu leben. Wichtig ist nur der Glaube und manche Menschen glauben gar nicht.

Wir haben gelernt das Toleranz wichtiger ist als nach der Bibel zu Leben.

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doch, die gibt es:

-du sollt gott lieben

-du darfst auch luther lieben, aber niemals den papst

"Wenn du betet dann geh in ein Zimmer, schließ die Tür ab und beste dort."

hier der originaltext:

Mt 6,6
Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

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Nach dem protestantischen Glauben sind wir bereits alle Sünder, da wir alle bereits gesündigt haben und deshalb nicht vor Gott bestehen können. (Römer 3, 23)

Wir leben damit in einer gestörten Beziehung zu Gott.

Deswegen sterben wir. Das ist die Folge daraus. Durch Jesus sollen wir aber wieder zu Gott finden, da er für unsere Sünden gestorben ist.

"Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt."(Johannes 11,25 ) 

Da Protestanten allein an das Sola Scriptura glauben, ist die einzige wirkliche Sünde nicht an Gott zu glauben bzw Jesus nicht in sich aufzunehmen. 

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Jesus hat das mosaische Gesetz ungültig gemacht, sodass die zehn Gebote keine verbindlichen Regeln mehr für Christen sind (Galater 3:19-25) - aber sehr wohl sind die Gedanken hinter den Geboten richtungweisend, denn Gott als Person mit seinen Vorlieben ändert sich nicht (Maleachi 3:6).

Es gibt zwei Gebote, die von Jesus formuliert worden sind und die - wenn man tief über sie nachdenkt - viele Verpflichtungen (das kann man auch als "Regeln" empfinden) mit sich bringen: 

"Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ 38 Dies ist das größte und erste Gebot. 39 Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“" (Matthäus 22:37-40)

Der aufmerksame Leser erkennt, dass Jesus hier die beiden ersten Gebote der 10 Gebote als weiterhin gültig erklärt.

Zum Thema Sünde ein Gedanke: In einem inspirierten Brief an die Christenversammlung in Korinth nennt der Apostel Paulus Beispiele für Dinge, die aufgrund der Liebe zu Gott (und zu Gottes Moralvorstellungen) und zum Nächsten für wahre Christen nicht infrage kommen:

"Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben" (1. Korinther 6:9,10)

Zur weiteren Lektüre: http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2005606#h=3

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Für Christen gelten die 10 Gebote- das sind ihre "Regeln" und wenn sie gegen diese Verstoßen, gilt das als Sünde.
Jede Religion hat ihre eigenen Vorschriften.

"Wenn du betet dann geh in ein Zimmer, schließ die Tür ab und beste dort."

Gebetshaltungen und Gebetsorte sind nicht vorgeschrieben. Christen beten in der Kirche oder an jedem anderen Ort. 

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Erst einmal musst du bedenken, dass es DIE Christen genausowenig gibt wie DIE Muslime.

Im Christentum gibt es einen sehr großen Spielraum, was alles nicht geboten ist. Selbst im Islam gibt es ja acht verschiedene Hauptrechtsschulen, die sich in vielen Dingen diametral widersprechen.

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Natürlich hatten wir Regeln und diese waren teilweise ähnliche der Regeln der Muslime, da aber aus diesen Regeln heraus Kreuzüge geführt wurden und andere schlimme Dinge begangen wurden, hinterfragten wir diese Regeln und legten viele ab.

Allerdings Dinge wie Sonntags ist Ruhetag, war auch mal eine Regel. Ja, die Regel mit dem Beten kommt daher, dass Jesus meinte, das du niemanden zeigen sollst wie religiös du bist. 

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Kommentar von Zicke52
30.11.2016, 14:04

@Gilgaesch: Soso,  in der Bibel (NT) standen Regeln, die zu den Kreuzzügen führten? Welche denn?

Und wenn, stünden sie immer noch drin, denn die Bibel in der heutigen Form war lange vor den Kreuzzügen fertiggestellt.

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Als Christ empfiehlt es sich sein Leben nach Jesus auszurichten, man soll ihm nachfolgen!

richtig Regeln würde ich sie nicht nennen auch bei den 10 Geboten, es sind halt Gebote keine Regeln, keine Gesetze. Jesus, als Gottes Sohn, sagt dir in der Bibel wie du dein Leben am besten Leben kannst, sollst. zum Beispiel: Liebe deinen Nächsten!

Im Fall der Sünde würde ich sagen , alles was in der Bibel , was gegen Jesus willen ist, wird wohl eine Sünde sein. Ebenso sowas wie Selbstmord zubegehen, stehlen etc.

Aber das mit der Sünde ist im Christentum ja eine ich nenne es mal schöne Sache.

Jesus ist für uns ans Kreuz gegannen und hat alle Sünden mit sich ans Kreuz genommen, alle die existierten und jemals existieren werden.

soll jetzt aber auch nicht heißten, du kannst machen was du willst... richte dein Leben nach Jesus aus und beherzige JOY also erst Jesus dann die "others" also die anderen und dann "yourself" also dich selbst.

LG

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